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Thema: Die Folgen von Minderwertigkeitsgefühlen

  1. #1
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    Standard Die Folgen von Minderwertigkeitsgefühlen

    Moin,

    ich formuliere es zuerst einmal kurz:" Ich merke, dass irgendetwas nicht mit mir stimmt. Ich bin mir nicht sicher, was es ist und wie es zustande kommt. Ob es Stress ist oder ob es die Folgen von Minderwertigkeitsgefühlen über Jahre sind, die sich jetzt durch psychosomatische Beschwerden manifestieren, kann ich nicht sagen. Wenigstens kann es so nicht weitergehen, weil ich jede Minute darüber nachdenke, ob andere Menschen meine Beschwerden bemerken.

    Begonnen haben die körperlichen Beschwerden vor ca. 6 Jahren. Meine Probleme begannen so richtig jedoch schon in 2003. In diesem Jahr verlor ich abgrubt meinen Studentenstatus, weil mir in einer Klausur meines Staatsexamens 1,5 Punkte in einer Klausur fehlten. 8 Jahre Studium inklusive 2 Jahre Repertorium für die Katze. Am Tag nach meiner Exmatrikulation verlor ich meinen Job, in dem ich über 6 Jahre tätig war und damit meinen Lebensunterhalt. Ich stand vor dem Nichts.
    Also ab ins Callcenter, um überhaupt Geld zum Leben zu haben. In den 5 Jahren im Callcenter hatte ich körperlich noch keine Beschwerden. Nach den 5 Jahre wurde das Callcenter geschlossen und ich bekam die Chance über die Transfergesellschaft eine Weiterbildung zu machen. Während dieser Weiterbildung begannen meine täglichen Rückenschmerzen, die ich gefühlt jetzt seit 2008 täglich habe. Nach meiner Callcenter Zeit arbeitete ich dann in den Personalabteilungen von 2 verschiedenen Großunternehmen.
    Ich muss sagen, dass ich in der Zeit nach meinem Studienabbruch immer unter meiner Vita gelitten habe. In Deutschland fragt jeder Mensch zuerst, was man gelernt hat. Für meine Studienabbruch Geschichte bekam ich immer nur einen mitleidenden Blick und das Gefühl nichts wert zu sein. Das zieht sich bis heute durch mein Leben. Trotzdem habe ich immer alles gegeben in den Jobs und war deshalb wohl auch ganz erfolgreich. Gefühlt habe ich aber immer ein Abhängigkeitsgefühl, weil ich immer Angst hatte zu versagen und meinen Job zu verlieren.
    Die körperlichen Beschwerden nahmen zu, als ich in eine Firma wechselte, wo Missgunst und Abwertung auf der Tagesordnung stand. Meine damalige Chefin sagte mir z.B. einmal ins Gesicht, dass wenn man sich mit mir unterhält, ich so verrückt wirke. Ich denke, dass sie meinen Blick meinte, der von Unsicherheit geprägt war.
    Ab hier war nichts mehr wie vorher. Ich versuchte jedoch diese Äußerung und die tägliche Behandlung wegzudrängen und konzentrierte mich auf mein Privatleben.Ich baute meine Familie aus, indem ich das zweite Mal Vater wurde, kaufte ein Haus und machte nebenbei eine Weiterbildung zum Fachkaufmann für Personal. Aber seit dieser Firma schwand mein Selbstvertrauen und ich hatte das Gefühl Menschen nicht mehr unbeschwert in die Augen sehen zu können.

    Und genau dieses Problem mit den Augen wird gefühlt immer schlimmer. Auch bei meinem derzeitigen Arbeitgeber, der besser nicht sein könnte, habe ich das Problem mit den Augen. Man muss noch dazu sagen, dass meine Augen allgemein sehr schnell schlechter geworden sind. Ich habe täglich ein Druckgefühl auf den Augen. Durch meine schwierigen Jobs, zwei kleine Kinder und wenig Schlaf über die letzten Jahre, die Angst den Job zu verlieren oder das meine Familie zerbrechen könnte, habe ich psychisch und körperlich schon sehr gelitten. Wenn ich mit meinen Kindern Fernsehen gucke, muss ich bei manchen Filmen einfach losweinen. Ich stehe innerlich anscheinend unter sehr großem Druck. Deshalb bin ich mir auch nicht sicher, ob das Problem mit den Augen psychisch oder physisch ist? Eigentlich habe ich keine Angst vor anderen Menschen und habe auch keine Scheu. Ich kann vor großen Menschenmengen frei reden und agieren und das auch heute noch. Das ist kein Problem. Deshalb glaube ich auch nicht an eine soziale Phobie. Das Augenproblem habe ich meiner Hausärztin erzählt, die mich sofort zu einen Diplom-Psychologen geschickt hat. Der konnte das Augenproblem keiner psychischen Erkrankung zuordnen und sah auch keine Therapieansatz. Also schickte er mich zum Neurologen. Der sah in dem Augenproblem maximal einen Ansatz für eine Verhaltenstherapie. Aber er sagte mir auch, dass ich lieber versuchen soll, nicht mehr über die Probleme der Augen nachzudenken.
    Ich habe meine Augen auch durch einen Augenarzt prüfen lassen. Aber der konnte keine Augenerkrankung feststellen.

    Jetzt sitze ich hier und merke nur, dass etwas mit meine Augen und damit mit meiner sozialen Interaktion etwas nicht stimmt. Vielleicht habe ich auch einfach nur eine Sehfehler. Um das in den Griff zu bekommen, benötige ich Unterstützung. Vielleicht sind es auch psychosomatische Beschwerden. Ich weiß es nicht. Ich weiß aber auch nicht mehr, an welchen Arzt ich mich wenden soll?

    Hat jemand einen Rat für mich, an wen ihc mich wenden könnte?

    Vielen Dank.


    Liebe Grüße

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zwei Gedanken zu deinem Text:

    Augen: Ich habe, seit ich Depressionen hatte, auch das Gefühl schlecht zu sehen, obwohl das nachweislich nicht so ist. Irgendwo habe ich online auch mal was über den Zusammenhang gelesen. Ich erkläre mir die Ursache (laienhaft) wie folgt: Depression geht oft mit Anspannung/Verspannungen einher, die sich unterschiedlich äußern können (Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Bluthochdruck....). Das Auge hat auch viele kleine Muskeln....ich gehe davon aus, dass auch diese angespannt sein können.

    Ich will damit NICHT ausdrücken, dass du eine Depression hast/haben könntest. Hast du den Ärzten damals von deinen gesamten Beschwerden erzählt oder nur von den Augen?

    Lebenslauf: ist es wirklich so, dass andere gezielt nach einem Studium fragen? Ab einem gewissen Alter sagt man meiner Meinung nach das, was man ist. Punkt.
    Geändert von Mirjam (13.02.2020 um 08:52 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Hi, danke für die Rückmeldung und Deine Einschätzung. Es ist auch wirklich kompliziert. Den Ärzten habe ich nur das Problem mit den Augen geschildert. Ich finde den Ansatz von Dir aber gut, dass es etwas mit der Muskelatur um die Augen zu tun haben könnte. Das könnte auf Stress, mangelnden Schlaf oder auch einen Sehfehler durch falsches Fokussieren hinweisen.

    Mal sehen, wie ich da rangehe.

    Liebe Grüße

  4. #4
    Neuling
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    Hallo!

    Sehr gut kann ich deine jetzige Situation nachvollziehen, du scheinst mir schon einiges mitgemacht zu haben!
    Zu den Augen kann ich nichts spezielles sagen, in der Psychosomatik spricht man bei schmerzenden Augen davon, dass du Schmerz empfindest etwas zu sehen.
    Um in dieses Thema genauer hinein zu blicken, müsste ich mehr von dir und deiner jetzigen Lage erfahren.

    Aber in meinen Augen ist ein Punkt noch viel wichtiger, nämlich das du dein angekratztes Selbstwertgefühl wieder heilst.
    Du schriebst ja von den Erfahrungen, die dich wirklich wertlos haben fühlen lassen.

    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Gefühl ein wahrscheinlich noch tieferen Ursprung aus der Kindheit hat & das es wichtig wäre, dies aufzulösen, sodass dich dieses innere Gefühl nicht mehr plagt.

    Dazu würde ich dir raten, ein kleines Ritual anzulegen, z.B. 5 Minuten am Tag wo du dich einfach mal richtig gut fühlst. In solche einem Ritual kannst du dann Selbstakzeptanz, Selbstliebe und deinen eigenen Wert erspüren, dass stärkt dann schon einmal deinen Selbstwert. Eine weitere Übung könnte sein, dass du dir jeden Tag drei Sachen aufschreibst, die du richtig gut gemacht hast und auf die du wirklich stolz bist.

    Nichts desto trotz würde ich dir aber von Herzen raten, den Ursprung dieser inneren Unstimmigkeit aufzulösen. Wenn du dazu noch genauere Fragen hast, kannst du gerne nachfragen!

    Liebe Grüße!

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