Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Die Therapie Akzeptanz in der Gesellschaft

  1. #1
    einervonvielen
    Gast

    Beitrag Die Therapie Akzeptanz in der Gesellschaft

    In den USA ist es normal, dort hinzugehen. Sagt man.

    Warum gucken einen hier die Menschen blöd an? Warum wird hier nicht frei
    damit umgegangen. Oder zumindest lockerer? Es gibt auch andere Tabuthemen. Wieso?

    Ist es so schwer die Masse zum Umdenken zu bringen?

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    14.07.2011
    Beiträge
    14
    Danke
    1
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Ich denke das Hauptproblem ist, dass die "Gruppenzuordnung" - also Freund/Feind etc. - vor allem über die Psyche läuft, sie stellt quasi die gemeinsame Kommunikationsebene dar (wahrscheinlich noch vor der Sprache selbst).

    Gruppenzugehörigkeit ist dabei wiederum vermutlich der stärkst Trieb des Menschen, da er meines Wissens nach der einzige Trieb ist, welcher sogar den Selbsterhaltungstrieb sticht (sonst würden sich Individuen nicht freiwillig für die Gruppe Opfern) und selbst von keinem mir bekannten Trieb gestochen werden und damit auch kaum durch etwas anderes "kontrolliert" werden kann.

    Als solches dürften damit psychische "Abweichungen" (also beim Fundament der Gruppenzugehörigkeit) die elementarste Urangst ansprechen (sogar noch größer als eine Bedrohung des eigenen Lebens) und folglich als größtmögliche Bedrohung eingestuft werden und damit im Stande sein die stärkst mögliche Abwehrreaktion zu provozieren (die Bekämpfung des Ziels selbst unter Inkaufnahme der eigenen Vernichtung).

    Die mangelnde Akzeptanz einer Therapie basiert denke ich darauf, dass eine Therapie momentan eine psychische "Abweichung" voraussetzt (weil sonst die Kasse nicht zahlen will) und damit im Gegensatz z.B. zur Beichte der sub-Gruppe der Katholiken kein allgemeines Ritual darstellt welche die Gruppenzugehörigkeit fördert (obwohl Therapie eigentlich genau das tut, was zu erkennen aber ein gewisses Abstraktionsvermögen voraussetzt, welches das Unterbewusstsein aber nicht hat), sondern als etwas was den "Sündern" vorbehalten ist (im übertragenen Sinne - ich denke unser Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen eigen und Fremdverschulden sondern nur zwischen "Sicher" und "Bedrohlich") und damit als "Schuldbeweis" dient (die Schwierigkeiten Vorbestrafte im allgemeinen und wegen Sexualstraftaten im besonderen - da die ebenfalls einen "Angriff auf die Gruppe" darstellen - wieder zu integrieren, selbst wenn die Chancen auf Rückfälligkeit gering sind, dürfte in eine ähnliche Kerbe schlagen)...

    Diese - sicher ungerechte - Verurteilung kann eigentlich nur auf zwei Wegen aufgehoben werden: a) indem man die anderen in die eigene Gruppe integriert (Aufklärung) oder b) indem man die Therapie in die Gruppe integriert, sprich sie nicht mehr zu etwas den "Kranken" vorbehaltenen macht, wie es in der USA geschieht (was aber das Risiko birgt, dass die eigentliche Zielsetzung der Therapie aus dem Fokus gerät und sie zum leeren Ritual verkommt)...

    Das sind hier lediglich meine Überlegungen von denen ich nicht weis in wieweit sie wissenschaftlich unterlegt werden könnten oder überhaupt korrekt sind, weshalb ich natürlich auch keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben kann (kann das überhaupt jemand?)...

    Ps.: Ich weis, dass es für viele oft schwierig zu lesen ist, wenn ich meine Gedanken wiederzugeben versuche - ich habe mich schon bemüht es nicht allzu verschachtelt zu gestalten (also nicht so zu schreiben, wie ich denke), weis aber, dass viele meine Ausführungen dennoch als meist extrem mühsam zu lesen ansehen und bitte dafür für Entschuldigung (ich empfinde die Sprache als ausgesprochen unzulängliches Mittel der Kommunikation, kenne aber leider kein besseres)...
    Geändert von Onishiro (27.09.2011 um 04:00 Uhr)

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    23.07.2010
    Beiträge
    485
    Danke
    59
    75 mal in 62 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von einervonvielen Beitrag anzeigen
    In den USA ist es normal, dort hinzugehen. Sagt man.

    Warum gucken einen hier die Menschen blöd an? Warum wird hier nicht frei
    damit umgegangen. Oder zumindest lockerer? Es gibt auch andere Tabuthemen. Wieso?

    Ist es so schwer die Masse zum Umdenken zu bringen?
    Die USA gehören zu den Kulturen, die man als eher "individualistisch" einstuft (Gegenteil von eher "kollektivistisch" wie in Ostasien). Da werden "Freaks" gefördert, solange sie etwas erreichen können bzw. produktiv sind. Sobald sie anfangen, Leute abzustechen oder Bomben hochzujagen, geht's dann aber auf den Stuhl... *augenbraue heb* Davon mal abgesehen, gehen viele Verdienste auf Woody Allen (Dauerpatient) mit seinen Filmen zurück. Da wurde es plötzlich schick, zum Therapeuten zu gehen. Gehe aber nicht davon aus, dass man da weniger Teil des Nachbarklatsches ist als hier. Du wirst villeicht weniger schräg angeschaut oder man sagt dir häufiger: "Gute Entscheidung!", aber die Leute zerreißen sich gerne das Maul über Leute mit Unterschieden. Steigert das eigene Selbstbewusstsein.
    In Deutschland ist es vielleicht nicht so ganz verständlich, weil die Masse eher konservativ und angepasst lebt. Zumindest ist es hier ja bereits ein Highlight, wenn mal jemand unterschiedlich farbige Strümpfe trägt oder die Haare "asymmetrisch". Könnte auch mit der speziellen Geschichte zu tun haben. Bis kurz vor der Wende konnten sich die Leute kaum ausheulen. Ich sehe es noch heute manchmal bei meiner Ostfamilie, dass jeder, der sich über die DDR aufregt, gleich ein "Jammerlappen" sei.
    Ich glaube auch mal gehört zu haben, dass in Europa diese Freudsche Tradition nicht so stark ist wie in Nordamerika. Damit wäre zumindest Tiefenpsychologie nicht so favorisiert in Deutschland. Natürlich gibt es auch andere Therapieformen, aber teilweise macht man so etwas in schulischen Trainings oder Aufklärungskampagnen. Da haben dann wohl nicht alle Lust, noch extra zum Therapeuten zu gehen. Viele fürchten sich vielleicht auch davor, gleich in die "Klapse" abgeschoben zu werden. Das ist dann einfach mangelnde Information über das System.

    Zitat Zitat von Onishiro
    Ps.: Ich weis, dass es für viele oft schwierig zu lesen ist, wenn ich meine Gedanken wiederzugeben versuche - ich habe mich schon bemüht es nicht allzu verschachtelt zu gestalten (also nicht so zu schreiben, wie ich denke), weis aber, dass viele meine Ausführungen dennoch als meist extrem mühsam zu lesen ansehen und bitte dafür für Entschuldigung (ich empfinde die Sprache als ausgesprochen unzulängliches Mittel der Kommunikation, kenne aber leider kein besseres)...
    lol, na dann. Wie wäre es mit einem Comic oder einer Animation? Also Schachtelsätze beginnen ab etwa 20 Wörtern pro Satz, Klammern zählen auch dazu. Hilfreich sind auch Kommata für geistige Pausen.
    aufwachen, träumerle...!


Ähnliche Themen

  1. Umfrage zur Akzeptanz von Elektrofahrzeugen
    Von °eLA° im Forum Psychologieumfragen
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 16.03.2011, 12:12
  2. Von Fassade und Akzeptanz
    Von MsCurtain im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.02.2011, 18:18
  3. Vertröstungen und die Akzeptanz
    Von helmes63 im Forum Stress ohne Ende?
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.03.2009, 18:17
  4. Psyche und die Gesellschaft
    Von Aleksa im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 25.09.2006, 14:10

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •