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Thema: Eingeschüchtert von selbstbewussten „Männern“

  1. #1
    Neuling
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    Standard Eingeschüchtert von selbstbewussten „Männern“

    Hi,
    ich hab seit Langem schon das Problem, dass ich sehr eingeschüchtert von selbstbewussten und attraktiven Jungs (Männer kann man die mit 18 ja noch nicht nennen ) bin. Das hängt zum einen sicherlich sehr viel mit meinem Selbstwert zusammen; dass ich oft das Gefühl habe sie werden angeekelt von meinem Aussehen sein wenn man sich das erste Mal in real life trifft, aber zum anderen sicherlich auch weil mein Vater mich eigentlich jeden Tag kritisiert und mich als unfähig, etc darstellt. Mein Bild zum Mann hat sich schon in jungen Jahren so eingestellt dass sie irgendwie meistens auf mich niedergucken, obwohl ich ansonsten viel Bestätigung von Jungs bekomme. Hattet ihr das auch mal, dieses eingeschüchtert sein? Und das was ich sonst noch so genannt habe? Was habt ihr dagegen gemacht? Hab auch schon eine Kurzzeittherapie hinter mir, aber einige Probleme liegen immer noch vor, die ich nun alleine langsam angehen muss. LG

  2. #2
    Verleger Avatar von Draugr
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    Dass ein großer Teil dieser Burschen wahrscheinlich letztlich nicht halb so selbstbewusst ist, wie er sich nach außen gibt, ist dir aber zumindest auf der kognitiven Ebene bewusst?
    Du deutest es ja augenscheinlich an, das Verhalten deines Vaters könnte dazu beigetragen haben, dass du unter anderem auch kein gesundes Selbstbild aufgebaut hast. Gibt's da nicht spezielle Therapieansätze?
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Nils1
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    Zitat Zitat von emilyweg3rt Beitrag anzeigen
    Hattet ihr das auch mal, dieses eingeschüchtert sein? Was habt ihr dagegen gemacht? LG
    ich bin von Natur aus schüchtern. Das hängt mit meiner strengen Mutter zusammen. Aber auch mit den Erfahrungen, die ich in meiner Jugend mit meinen Mitmenschen gemacht habe. Ich habe mich langsam daraus gearbeitet. Ich habe einen Weg gefunden, wo mich meine Mitmenschen bestätigen. Aber das Grundgefühl der Schüchternheit ist Teil meines Charakters. Es ist geblieben. Ich akzeptiere es und lebe damit. Jeder hat irgendwelche Probleme. Man kann Schüchternheit auch positiv sehen. Sie macht einen vorsichtig. Man versteht andere schüchterne Menschen gut und kann ihnen helfen. Umgib dich mit positiven Menschen und alles wird gut.
    Mögen alle Menschen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

  4. #4
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    Mein Bild zum Mann hat sich schon in jungen Jahren so eingestellt dass sie irgendwie meistens auf mich niedergucken, obwohl ich ansonsten viel Bestätigung von Jungs bekomme.

    Das hängt zum einen sicherlich sehr viel mit meinem Selbstwert zusammen
    Ja, das muss es sein. Daraus wirft sich dann die Frage auf nach den Ursachen einer Kränkung des natürlichen Selbstwert-Gefühls. Eine Spur hätten wir hier:

    weil mein Vater mich eigentlich jeden Tag kritisiert und mich als unfähig, etc darstellt.
    Warum wohnst Du denn noch mit ihm (oder besuchst ihn jeden Tag), obwohl er Dich fast immer quält?

    Welche Richtung war Deine Therapie?
    Hilfreich wäre bestimmt, auf Deine Träume zu achten und mit einer/m Therapeuten zu untersuchen. Dadurch kommt man Inhalte ran, die nicht mehr bewusst sind. So die frühkindliche Sauberkeitserziehung, die in aller Regel die natürliche Beziehung des Menschen mit seinem Körper beschädigt, ab-wertet.

    Dass Dir solch Gefühl gerade gegenüber selbstbewussten und attraktiven Jungs oder und Männern in die Quere kommt, deutet meiner Ansicht nach in eben diese Richtung. Ihnen gegenüber sollte sich besonders das Bedürfnis nach Körperkontakt (Hautlust-Austausch) regen..

    Wie findest Du meine Betrachtung? Kannst Du damit was anfangen?

  5. #5
    Neuling
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    Nils: Ich meine eingeschüchtert, nicht schüchtern. So ein bisschen das Gefühl als würden sie auf mich herabgucken.

    Draugr: Ja, das ist mir rational gesehen bewusst.

    Konrat: Ja das meintest du schon mal bei einem meiner anderen Threads, aber ich denke so viel gibt es dazu nicht mehr ehrlich gesagt. Ist ja auch in sich schlüssig, dass die Ursachen sind. Ah ich weiß was du meinst, das hört sich auch irgendwie nach Freud an...? Das nahliegendeste wäre jedoch, dass ich halt Scham emfinde, weil ich meinen Körper selber nicht mag

  6. #6
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    Das hängt zusammen. Vermutlich magst Du Deinen Körper deswegen nicht, weil Du körperfeindlich erzogen wurdest - deswegen Scham empfindest.

    Ist ja auch in sich schlüssig, dass die Ursachen sind.
    Ja. Denkst Du aber nicht, dass es eine Sache ist, sich einen Zusammenhang mit der destruktiven Erziehung sozusagen logisch zu erschließen (Deinen ständig an Dir mäkelnden Vater erwähntest Du), und eine ganz andere, die dafür maßgeblich gewesenen Erfahrungen der frühen Kindheit nach und nach aus dem Unbewussten auszugraben? Dadurch gewinnt man Erkenntniss und erlebt aus der heutigen Sicht noch einmal die ganzen Gefühle der Demütigung nach - zwar für niemanden leicht zu verkraften, doch ohne das findet keine echte therapeutische Verarbeitung statt.

    das meintest du schon mal bei einem meiner anderen Threads, aber ich denke so viel gibt es dazu nicht mehr ehrlich gesagt.
    Echt? Tatsächlich, ich erinnere mich.
    Aber dann verstehe ich Dich auch nicht. Wenn's nicht mehr zu sagen gibt, als Du sowieso weißt, was erwartest Du dann?

  7. #7
    Moderator Avatar von GrayBear
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    Hallo Emelyweg3rt,

    was ich nun schreibe mag sich etwas seltsam anhören und wird vielleicht bei einigen auf Ablehnung stoßen, aber um diese Einschüchterungen und deren Folgen aufzuarbeiten, musst Du Dich noch einmal oder mehrfach damit konfrontieren und Dich mit etwas vertraut machen, was solche Menschen Dir aberziehen wollten: Deine Wut. Wut ist ein sehr starkes Gefühl, das für klare und kraftvolle Entscheidungen sorgt und deswegen ist Wut etwas, das alle Despoten ängstigt. Man hat Dir eingeredet, dass Du zu diesem und jenem nicht fähig bist, aber wenn Du es einmal genau umgekehrt betrachtest: war Dein Vater zu den Dingen fähig, die er Dir abgesprochen hat? So viele schwache Menschen reden in solchen Momenten im Grunde nur über sich selbst und spiegeln ihre Schwächen und all die Dinge, die sie an sich selbst nicht leiden können auf andere. Andere sollen schwächer sein, andere sollen all das nicht können, was sie können und wen suchen sie sich für diese Attacken der Schwäche aus? Ihre eigenen Kinder. Sie malträtieren ihre Kinder, weil diese vertrauen, weil die sich weniger wehren können und weil diese auf ihre Eltern angewiesen sind. Und weil solche Menschen im Grunde wissen, wie schändlich dies ist, verstärkt ihr Selbsthass diese Attacken noch. Aber die Kinder lernen nur, dass sie die Schuldigen sind. Wenn Eltern ihre Kinder so behandeln, dann müssen die Kinder schuld sein, denn Eltern sollten doch so etwas nicht tun.

    Deine Wut ist dazu da, um Dein Nein durchsetzen zu können. Sie verleiht Dir Kraft. Sie ist auch das Gefühl, dass Deine inneren Fesseln durchreißen kann, diese Glaubenssätze, dass Du nichts taugst und dass Du nicht liebenswert bist, wenn Du Dich wehrst. Solche Emotionen aus der Vergangenheit werden auf mir unerklärliche Weise in Deinem Körper "gespeichert". Es reicht nicht, darüber nachzudenken und darüber zu reden. Du musst diese Gefühle der Trauer, der Angst, der unterdrückten Freude und der Wut mit Deinem ganzen Körper erleben. Um Dir Deine Wut zurückzuerobern musst Du kämpfen. Ein Dauerlauf reicht nicht, glaube mir. Es geht nicht um die Erschöpfung, um das auspowern, es geht darum, dass Du Dich wehrst, dass Du wieder neu erfährst, dass Du stark bist, dass Du verletzen kannst, wer Dich verletzen will und dass Du Grenzen ziehen kannst.

    Man hat Dir als Kind Grenzen gesetzt, denen Du nun entwachsen bist. Es waren und sind nicht deine Grenzen, sondern diese Grenzen waren die Stützmauern für andere, wie Deinen Vater. Du hast ihm damit Deine Stärke geliehen und er hat Dein Vertrauen missbraucht, hat Dich ausgenutzt. Und was tut man als erwachsene Frau, wenn ein Mann so etwas dämliches versucht? "Sag mal Du Idiot! Ist Dein Hirn in Deinem Kopf angefault? Was fällt Dir ein, scher Dich zum Teufel!" und das in einer Lautstärke und mit einer Kraft, dass er sich die Hosenbeine zuhalten muss. In Dir steckt eine Kriegerin. Diese Geschichten von den Amazonen kommen nicht von ungefähr. Diese Kriegerin hast Du in einen Winkel Deiner Seele eingesperrt und lässt sie nicht heraus, denn Du hast Angst, dass sie etwas Schlimmes anrichten könnte. Das könnte sie durchaus. Aber da steckt auch noch eine Königin in Dir, auf die die Kriegerin hört und ihr folgt. Beide gemeinsam helfen Dir, diese Anteile in Dir zurück zu erobern. Eine Königin ohne Armee ist machtlos, eine Kriegerin ohne Königin läuft Gefahr, zur Marodeurin zu verkommen.

    Ich rate Dir, Dich mit Deiner Wut zu beschäftigen. Schau Dich nach einer Kampfsportart um, die Dir liegen könnte und bei der es etwas "zur Sache" geht. Das ist nur ein Anfang. Denn es geht im Grunde darum, diese Gefühle von damals, dieses perfide Unterdrückungssystem noch einmal zu erleben, dieses Gefühl der Ohnmacht und dieses Gefühl der unterdrückten Wut. Aber als erwachsene Frau kannst Du heute Deine Wut ausdrücken, kannst Worte finden, was heute nicht mehr geschehen darf, weil Du heute so laut "Nein" zu schreien vermagst, dass einem Schwächling die Ohren weg fliegen. Lerne Deine Wut kennen, lerne mit ihr umzugehen und sie zu nutzen. Lerne sie zu schätzen, denn so richtig wütend zu sein und loszulegen hat nichts, aber auch garnichts mit Raserei zu tun (Es sei denn, diese Raserei ist angemessen). Deine Wut beschützt Dich, lässt Dich durchhalten und sie fühlt sich verdammt gut an.

    Warum solltest Du weiter angemessen, brav und beherrschbar sein? Du bist kein Kind mehr. Also stell Dich diesen Gefühlen Deiner Vergangenheit und liefere eine Antwort der erwachsenen Frau, die Du heute bist. Dieses Gefühl der inneren Stärke musst Du üben, musst es wollen und musst Dir im Klaren sein, dass solche Erfahrungen aus der Kindheit Dich nie ganz verlassen werden. Aber Du bist kein Roboter. Du kannst heute eigene Entscheidungen treffen und dazu gehört auch, dass Du Dir selbst vergeben musst. Deine damaligen Entscheidungen haben Dein Überleben ermöglicht. Heute ist heute.

    Schau mal nach, wo Deine Kriegerin haust. Sie wird sich freuen, wieder Licht sehen zu dürfen. Sie wieder an Deiner Seite zu haben, wird sich toll anfühlen. Und Du wirst ein Budget für etwaige Reparaturen einplanen müssen. Bitte sei so gut und besorge jetzt keine Keule und tobe Dich an jemandes Einrichtung aus. Suche Dir dafür ein sicheres Umfeld und dann ... warum nicht? Aber überlasse diese Entscheidungen nicht ausschließlich Deiner Kriegerin. Das wird auf die Dauer einfach zu teuer und bringt einen in Teufels Küche.

  8. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei GrayBear für den sinnvollen Beitrag:

    emilyweg3rt (16.06.2020),Konrat (12.06.2020),Nils1 (17.06.2020)

  9. #8
    Neuling
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    Hallo,

    also als Mann mit 21 Jahren kann ich sagen, dass du überhaupt nicht dich von anderen Männern eingeschüchtert fühlen musst. Ich kenne das Gefühl von früher, ich habe mich immer von den Frauen so distanziert gefühlt und nie mit Frauen zu tun gehabt. Wenn eine Freundin von einem Kumpel dabei war, war ich immer so angespannt und wollte nichts falsche sagen oder tun. In der Schule, wenn ich in der Nähe von einer Mädchengruppe war und sie mich angeschaut hatten war ich immer so gestresst und dachte sie finden mich bestimmt hässlich und lachen mich innerlich aus aber habe später gemerkt, dass es einfach nur in meinem Kopf war. Ohne mich selbst zu loben war ich damals sogar recht attraktiv, wenn ich heute Bilder sehe. War schon viel größer als meine Mitschüler und hatte einen sportliche Körperstatur. Ich habe aber mich selber immer klein geredet und mich als unattraktiv gesehen.

    Mittlerweile habe ich gemerkt, dass Frauen genauso wie ich nur Menschen sind und man sich nicht den Kopf zerbrechen und stressen muss. Ich rede heute mich Frauen ganz entspannt und sehe sie wie einen Kumpel von mir. Natürlich ist es etwas anders bei einer Person zu der man eventuell eine Beziehung aufbauen möchte aber da läuft es genauso, einfach locker bleiben soweit es geht und sich normal unterhalten ohne komplett auszuschweifen, weil man sich anders zeigen will.

    Ich kann sagen, dass viele Männer, die zu übertrieben selbstbewusst sind und vielleicht auf Macho machen mit sich selber Probleme haben und sich nach Außen stärker zeigen müssen als sie innerlich sind. In der Nähe eines Mannes solltest du einfach du selbst bleiben und sie so behandeln als wäre es eine Freundin oder Frau. Das erleichtert das Ganze, wie gesagt wir sind alle nur Menschen.

    MfG

  10. Der folgende Benutzer bedankte sich bei BlackMask für den sinnvollen Beitrag:

    emilyweg3rt (16.06.2020)

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