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Thema: Er braucht mich als Ventil und hasst sich und mich dafür

  1. #1
    Neuling
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    Standard Er braucht mich als Ventil und hasst sich und mich dafür

    Hallo zusammen,

    ich hoffe mein Posting wird nicht zu wirr.

    Ich bin mit meinem Freund 1 1/2 Jahre zusammen, wir hatten einen schweren Start, aber uns immer wieder zusammen gerauft.

    Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass er depressiv ist und habe mich diesbezüglich schon belesen. Er hat keine Einsicht, sagt, ich würde ihm unterstellen, "krank" zu sein, solle mir lieber an die eigene Nase fassen.
    In manchen Momenten allerdings hört er sich auch genau an, was ich ihm sage und aus seinem Blick deute ich sehr wohl, dass er mir recht gibt.

    Er hatte eine schlimme Kindheit, ist von seiner Pflegemutter furchtbar geschlagen und psychisch misshandelt worden, seine Eltern haben nie an ihn geglaubt und auch später nie Mut gemacht.
    Er hat Drogen genommen, dies aber aus eigener Kraft beenden können.

    Soweit die Zusammenfassung.

    Unser Problem sind seine wahnsinnigen Stimmungstiefs und was darauf folgt. Da ich inzwischen weiß, woran sie liegen (und mir zB mittlerweile keine Vorwürfe mache) nehme ich sie hin, lasse ihm den nötigen Raum, löchere ihn nicht mit Fragen, bin aber für ihn da. Sage ihm, dass es okay ist und dass ich ihn so liebe wie er ist.
    Manchmal werden solche Tiefs dann auf diese Art beendet, eventuell mit einem kleinen Zusammenbruch von ihm, fast immer mit Äußerung von Selbstverachtung.
    Letztens meinte er, ach, würde ich ihn doch einfach auch mal anbrüllen.

    Hin und wieder allerdings, reicht ihm das alles nicht und sein Selbsthass sucht sich einen anderen Weg. Dann fängt er an, fies zu werden, mich mit Beleidigungen zu reizen, bis ich ausflippe. Dann kommt es zum riesen Drama, räumlicher Trennung unbestimmter Dauer (auch Tage), bis er reumütig zurück kommt.

    Auch das kann ich in gewisser Weise nachvollziehen. Ich bin nun mal, die ihm am nächsten steht, daher auch sein Ventil.
    Aber wie komme ich da raus? Ich will das so nicht, es zieht mich runter. Er attackiert mich weit unter der Gürtellinie und ich schäme mich letztendlich dann auch für meine Raktionen und Ausbrüche. Letztens bin ich sogar auf ihn losgegangen (wobei ich sagen muss, er ist ein Bär von einem Mann, trainiert täglich und hat mich mit einem Handgriff unter Kontrolle).

    Obwohl ich weiß, dass seine Beleidigungen nur von seiner Depression her rühren und nicht wirklich ernst zu nehmen sind, treffen sich mich. Ich habe mich nicht im Griff und verzweifel. Ich fühle mich dann auch so unendlich allein gelassen.

    Was kann ich tun?

    Ich versuche natürlich auch, in "guten" Momenten mit ihm zu reden, wir sind auch schon viel weiter gekommen, aber er ist auch ratlos.

    Vielen Dank fürs Lesen und eure Meinungen!

    Fariah

  2. #2
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    Standard

    Hallo liebe Fariah,

    beim Durchstöbern des Forums bin ich irgendwie bei deinem Beitrag hängengeblieben, weil ich die Situation, die du schilderst, sehr gut kenne. Nur leider bin ich in meiner Beziehung diejenige, die den Partner immer wieder abweist und unfair gegenüber ihm ist.

    Für diese Situationen habe ich selbst noch nicht wirklich eine Lösung gefunden. Ich versuche allerdings mit meiner Psychologin daran zu arbeiten, was allerdings ein sehr weiter Weg für mich ist.

    Zunächst mal möchte ich dir etwas (aus meiner Sicht) sehr wichtiges sagen: Es ist gut, dass du bemerkt hast, dass es nicht an dir liegt und die Schuld nicht mehr bei dir suchst. Jedoch reißt einen so ein Verhalten oft sehr runter und man fühlt sich selbst schlecht (was bei dir ja der Fall ist) und das aus meiner Sicht wichtigste ist, dass du dich selbst schützt und dir den nötigen Abstand zugestehst, den du vielleicht manchmal brauchst. Mein Wunsch damals bei meiner Freund als wir die Beziehung eingegangen sind, war, dass er sich zur Not von mir Trennen kann bzw. auf Abstand geht, wenn er es nicht mehr aushält und er sich selbst schützt, obwohl er mich liebt.
    Ich weiß, dass hilft dir nicht viel bei deinem Problem weiter, aber ich persönlich finde es eines der wichtigsten Dinge, wenn man depressiv ist bzw. der Partner. Deshalb kann ich dir nur ans Herz legen: schütze dich vor ihm wenns nicht mehr geht; du bist in deinem Leben das wichtigste...

    Dann zu deinem Problem; ich kann dir nur schildern wie ich es erlebe und was ich darüber denke und hoffe, dass dir das vielleicht etwas hilft:

    Für mich war bzw ist es immer wichtig, dass mein Freund mit mir in den klaren Momenten redet und wir besprechen, wie es weitergehen soll bzw wird. Diese klaren Momente können oft viel ausmachen.
    Wenn du selbst den Verdacht hast, dass er depressiv ist, dann wäre es gut, wenn du mit ihm zu einem Psychologen gehen würdest, der die Symptomatik abklärt. Leider ist es auch oft so, dass es nicht viel bringt, wenn er sich dagegen wehrt. Aber vielleicht kannst du ja versuchen in den klaren Momenten mit ihm darüber zu reden? oder hast du das schon versucht?
    Bei mir hat immer gezählt, dass wenn ich freiwillig hin gehe, kann ich auch freiwillig gehen..besser als irgendwo hin gezwungen zu werden...

    Was auch ein Phänomen ist, welches ich von mir kenne, ist, dass ich mir wünsche, dass mein Freund sich wehrt und mir auch mal sagt, dass es so nicht geht. Vielleicht probierst du es gezielt dich mal zu trennen und dies in so einer Situation in Erwägung zu ziehen und schaust wie er reagiert.
    Mir hat es damals ,bevor ich eine Therapie angefangen habe, geholfen, dass ich sehe was passiert wenn ich weiter so bin und habe deshalb die Kraft gewonnen und auch den Mut, dass ich mir Hilfe hole und etwas ändern will.. verstehst du wie ich das meine?

    Es ist für mich immer schwer irgendwelche Ratschläge zu geben und vielleicht bringt dir mein Geschriebenes auch nichts..ich hoffe, dass das Gegenteil der Fall ist und ich dir helfen konnte. Du darfst mir auf jeden Fall gerne nochmal schreiben, falls du Fragen hast oder etwas nicht verstehst. Ich würde dir gerne helfen.

    Liebe Grüße und dir eine gute Zeit vom
    Engelchen1

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