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Thema: Erstgesprächstermin wieder absagen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Erstgesprächstermin wieder absagen?

    Hallo ihr da draußen,
    ich bin neu im Forum und habe eigentlich nur eine Frage, zu der ich mal andere Meinungen brauche
    Ich habe vor ca. 2 Wochen ein Erstgespräch bei einer Psychotherapeutin ausgemacht. Nun bin ich aber am überlegen wieder abzusagen, weil ich die Sorge habe, dass es sinnlos ist hinzugehen bzw. mein Problem wahrscheinlich gar keins ist.

    Kurz zu meiner Person/Vorgeschichte:
    Ich bin weiblich, 20 Jahre alt, studiere und würde mich selbst als hochsensibel einschätzen.
    Ich habe vor etwas über einem Jahr für ein paar Monate unter einer depressiven Verstimmung und Anpassungsstörung wegen einer Belastungssituation gelitten. Ich war deswegen schon mal in Behandlung und habe die Kurzzeittherapie 1 (12 Sitzungen) abgeschlossen. Mir hat das schon viel gebracht, aber ich hätte gerne noch verlängert weil für mich noch Dinge offen waren. Allerdings bin ich zum Studium in eine andere Stadt gezogen und deswegen ging das nicht. Ich wollte dann zunächst sehen wie ich zurecht komme, ehe ich mich wieder nach einer neuen Therapeutin umschaue.

    Das ging auch ein paar Monate ganz okay. Hatte auch einige Tiefs, aber ich denke, das ist normal wenn man das erste Mal so richtig auf sich allein gestellt ist.
    Anfang des Jahres jedoch hat meine Mutter die Diagnose Brustkrebs erhalten. Dies hat nicht nur ihr sondern natürlich unser aller Leben sehr auf den Kopf gestellt. Seit dem kam der Wunsch wieder stark in mir auf eine Therapie zu machen. Einerseits sorge ich mich viel um sie und fühle mich verantwortlich für sie. Andererseits komme ich mit ihrer Art immer weniger zurecht bzw. hege fast schon unterschwellige Aggressionen. Ich komme mit ihr immer wieder in ähnliche Situationen, in denen ich mich stark missverstanden fühle und wo sie auch verletzende Dinge zu mir sagt, die mich jetzt noch beschäftigen. Ich habe aber auch Schuldgefühle, dass ich so denke. Hinzu kommt, dass ich manchmal unter Ängsten leide (Versagensängste, Angst einsam zu sein) die vorallem sehr ausgeprägt waren als ich den Termin gemacht hab.

    Nun zu meiner Frage/meinem Problem. Seit ich den Termin für das Gespräch gemacht habe, hab ich das Gefühl plötzlich gar kein Problem mehr zu haben. Ich kenne das bereits von mir, dass ich starke Stimmungsschwankungen habe. Also auf ein starkes Hoch kann auch schnell ein schweres Tief kommen. Im Moment sind meine Selbstzweifel aber nicht mehr so stark und ich erlebe einige Dinge in meinem Alltag, die mich glücklich machen. Das Problem mit meiner Mutter ist nicht gelöst, jedoch eher hintergründig, da ich ja im Moment woanders wohne. Nun denke ich, es ist nicht angemessen diesen Termin wahrzunehmen, weil ich ja gar kein scherwiegendes Problem zu haben scheine. Ich denke es ist vielleicht ein "Rumjammern auf hohem Niveau". Ich habe Angst in dem Gespräch nichts sagen zu können bzw. dass die Therapeutin nicht versteht warum ich überhaupt komme. Andererseits misstraue ich diesem Zustand gerade auch in dem alles gut ist. Ich habe Angst, dass es sobald ich den Termin absage wieder bergab geht. Meine größte Angst bzw. das worst-case-szenario wäre wohl wieder in so eine depressive Verstimmung zu rutschen. Andererseits will ich mich nicht blamieren. Dadurch dass der Termin erst in 3 Wochen ist habe ich gerade viel zu viel Zeit mir darüber Gedanken zu machen und alles in Frage zu stellen.

    Was denkt ihr? Sollte ich es lassen oder einfach hingehen und schauen was passiert?
    Ich weiß, es gibt Menschen, die leiden unter viel schlimmeren Dingen und haben auch deutlich Schwereres erlebt als ich. Ich erhoffe mir von der Therapie eigentlich nur, mich besser zu verstehen und gewisse Mechanismen die Angst oder Verhaltensweisen auslösen besser nachvollziehen zu können....

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  3. #2
    Neuling
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    Standard

    Ich bin in einer ähnlichen Situation. Ich habe immer wieder ... nennen wir es mal "grüblerische Phasen" und bin dann jedesmal so weit, dass ich einen Termin machen würde. Wenn ich dann aber den ***** wieder hoch bekommen würde, um es tatsächlich zu tun geht's mir wieder gut genug, dass ich denke, dass es eigentlich nicht nötig ist. Ich will auch niemandem den Platz weg nehmen der ihn dringender nötig hat. Ich schaue jetzt seit einigen Wochen auf die Telefonnummer am Kühlschrank ...

    Wenn du schon soweit bist und einen Termin für das Erstgespäch hast, würde ich unbedingt hin gehen. Du machst ja einen selbstreflektierten Eindruck und glaubst selbst, dass es bei dir wieder schlechter wird. Wieso nochmal warten?

  4. #3
    Schreibkraft Avatar von Miraly
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    Ich kenne diese Gedankengänge.

    habe etliche Jahre gezögert, einen Therapeuten aufzusuchen, weil ich dachte, dass es dafür einfach nicht ausreicht und weil ich gar nicht wusste, wie ich es in Worte fassen soll.

    Aber letztes Jahr habe ich es nun endlich getan und bin sehr froh darüber! Habe zwar immer noch das Gefühl, dass meine Problemchen Nichtigkeiten sind und habe das schlechte Gewissen, jemand anderem, der es nötiger hat, den Platz weg genommen zu haben, aber es haben immerhin 3 Therapeuten gesagt, eine Therapie wäre sinnvoll.

    Ich bin im Rahmen der Sprechstunde zu einer Therapeutin gegangen (die auch gar keine Plätze mehr hatte, sondern nur die Sprechstunde anbot). Bei diesen Sprechstunden geht es genau darum: einzuschätzen, ob Therapiebedarf besteht.
    Habe dann 2 Termine zum Erstgespräch bei anderen Therapeuten bekommmen, wo ich Aussicht auf einen Platz hatte. Die Erste empfahl mir dann sogar gleich, in eine Klinik zu gehen.

    Aber auch wenn es bei dir schon ein Termin zu einem Erstgespräch ist, wird dir der/die Therapeut/in sicherlich sagen, wenn er/sie keinen Therapiebedarf sieht.
    Daher möchte ich euch Beiden Mut machen, dort hin zu gehen.
    Damit nehmt ihr ja noch niemandem einen Platz weg ;-)

    Sprecht eure Bedenken ruhig auch mit an (teilweise sind genau diese Gedankengänge ja auch Symptom...), und sag auch, dass du Sorgen hast, das nächste Tief lauere nur um die Ecke (ist es nicht besser, vorzubeugen?). Und falls der Therapeut wirklich gerade aktuell keinen Bedarf sieht, frag, was du tun kannst, wenn es dann doch schnell akut wird.

  5. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Ich hatte mich erst in Therapie begeben, als gar nichts mehr ging.

    Halbherzig war ich das Thema vorher mindestens 2 x inkl. Rückziehern. Rückblickend hätte ich mir gewünscht, dass ich nicht so lange gewartet hätte. Vielleicht wäre ich psychisch dann nicht so weit "runtergekommen". Mein Eindruck (ca. zwei bis zweieinhalb Jahre nach dem Zusammenbruch), dass es zwar wieder besser geworden ist, aber nicht mehr wie vorher werden wird.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Steinchen.im.Schuh (03.05.2019)

  7. #5
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    Standard

    Hallo,

    ich glaube, sehr viele Menschen, die in Therapie gehen haben das Gefühl, ihre Probleme seien nicht schwerwiegend genug, ich selbst habe so gefühlt, als ich in der Klinik war.
    Meiner Ansicht nach muss es einem nicht immer sehr schlecht gehen, um in Therapie zu gehen. Es gibt Konflikte zwischen dir und deiner Mutter, die dich belasten und starke Stimmungsschwankungen, für mich wäre das durchaus ein Grund, mal genauer hinzuschauen.
    Ob du die Therapie dann wirklich brauchst, wird die Therapeutin einschätzen (und selbst wenn sie nein sagt, könnte eine andere Therapeutin zu einem anderen Schluss kommen), daher würde ich abraten, den Termin abzusagen und abwarten, was sich im Gespräch ergibt. Für das Gespräch könntest du dir Stichpunkte machen, damit du parat hast, was dir im vorhinein wichtig war zu sagen.

    Alles Gute!
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

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    Blase (03.05.2019),Mirjam (03.05.2019)

  9. #6
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    Ich würde trotzdem einfach hingehen und mal schauen ...

    Als ich die Zusage bekam, habe ich mich ähnlich gefühlt. Sind die eigenen Probleme wirklich groß genug für eine Therapie ... haben andere den Platz nicht viel nötiger als ich. Und dazu kam Angst, dass eine Therapie sich auch gegenteilig auswirken und mir gar nicht gut tun könnte.

    Letztens Endes war es aber eine Bereicherung. Ich habe viel über mich gelernt, Hintergründe verstanden und heute kann ich mit mir selber großzügiger sein.

  10. #7
    MikeK
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    Hallo , also aus meiner Erfahrung ist es ratsam , zuerst mal mit einem Bekannten zu sprechen . Menschen die einen "kennen" bevor man zu Ärzten oder Psychologen geht . Ich les hier oft raus , und meine Erfahrung ist die selbe , dass alles mit Fachleuten nur schlimmer wird. Egal ob bei Mobbing , oder psychischen "situationsbedingten" Problemen erst mal einen Freund, Freundin , Eltern , Vertrauenspersonen , Großeltern , Verwandte etc. , wenn man sich traut . Aber ein Gespräch mit einer bekannten Person ist leichter , effektiver als mit fremden Menschen . "Wenn" man niemanden hat sollte man versuchen erst neutralere Stellen um Rat zu fragen in sozialen Beratungsstellen , wenn eigene Zweifel Vorhand gewinnen .... meine Meinung .

    Alles Gute und Gruß MikeK

  11. #8
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zitat Zitat von MikeK Beitrag anzeigen
    Hallo , also aus meiner Erfahrung ist es ratsam , zuerst mal mit einem Bekannten zu sprechen . Menschen die einen "kennen" bevor man zu Ärzten oder Psychologen geht . Ich les hier oft raus , und meine Erfahrung ist die selbe , dass alles mit Fachleuten nur schlimmer wird. Egal ob bei Mobbing
    Kann ich nicht bestätigten. Erst recht nicht, was das Thema "Mobbing" bei mir betraf.

  12. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Beinwell (16.05.2019)

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