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Thema: Faulheit durch Intelligenz?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Faulheit durch Intelligenz?

    Hallo, ich hoffe ich formuliere das jetzt nicht so, dass es irgendwie arrogant oder so rüberkommt!
    Also ich habe folgendes Problem: Meine Noten in der Schule waren immer ganz gut und ich hatte jedes Jahr so einen Schnitt von circa 2,2. Allerdings hab ich in meinem Leben nie wirklich gelernt, oder Hausaufgaben gemacht. Ich bin wirklich so der faulste Mensch, den ich kenne und mit dem ich je gesprochen habe. Ich hab ab der 9ten Klasse kein einziges Mal mehr Hausaufgaben gemacht und höchstens am Tag vor Schulaufgaben/Klausuren ein paar Stunden gelernt. Trotzdem waren eigentlich alle Noten immer gut. Meine schlechtesten Fächer waren Sport und Kunst.
    Ich hab mir immer eingeredet, dass sich das mit der Oberstufe ändern wird, weil ja dann alles in die Abinote zählt. Hat sich aber nicht geändert... Ich hab für Deutsch und Englisch Abitur NICHT gelernt und für Mathe und Chemie jeweils circa 2 Tage. Bei Philosophie hab ich mir kurz das Buch angeschaut und konnte eigentlich schon alles. Trotzdem hab ich es geschafft ein Abitur mit 1,9 in Bayern zu machen, während andere hart gearbeitet haben und es sehr schlecht war. Und da kommt mein großes Problem: Ich hab immer das Gefühl, dass ich das nicht verdient habe oder es eigentlich alles gar nicht kann. Dabei konnte ich immer Mitschülern alle Fragen leicht beantworten. Aber weil ich dafür nicht arbeiten muss hab ich es ja nicht verdient? Für meine Intelligenz kann ich ja schließlich nichts?!
    Jetzt habe ich meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften fast fertig und mein Gefühl hat sich nicht geändert. Im ersten Semester hab ich noch pro Klausur mehrere Tage gelernt und hab in jedem Modul eine 1,3 geschrieben. Allerdings hat das Lernen und Vor/Nachbereiten der Uni in den nächsten beiden Semestern stark nachgelassen. Trotzdem wurden meine Noten nicht viel schlechter. Ich war im 5ten Semester in der Hälfte der Module nicht einen Tag anwesend und hab nur 2 Tage pro Klausur gelernt und trotzdem in diesen Modulen 1,3 bekommen. Mein Gesamtschnitt ist jetzt 1,6 und daran wird sich nicht mehr viel ändern. Dabei verbringen andere Studenten für einen deutlich schlechteren Schnitt zig Stunden mit jedem Modul.
    Und wieder hab ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich das alles nicht verdient habe und nicht kann. Vor kurzem musste ich eine Arbeit schreiben, für die ich 4 Wochen Zeit hatte. Ich hab es dann (so wie alles) so lange aufgeschoben, bis es nicht mehr anders ging, und das ganze in 1 Woche geschrieben, obwohl sich die Kommilitonen teilweise beschwert haben, dass die 4 Wochen kaum ausreichen. Wenn ich mit anderen Studenten darüber rede glaubt mit keiner, dass ich ohne Anwesenheit und mit nur 6h lernen letztens eine 1,6 in einem Modul hatte.
    Wie gesagt, ich hab einfach immer Angst, dass ich mir eigentlich nur was vormache und eigentlich gar nichts kann und es irgendwann alle herausfinden werden. Deswegen habe ich schon immer sehr große Angst vor Präsentationen (obwohl ich im Nachhinein immer sehr gute Noten bekomme) und vor Diskussionen.
    Ist es nicht extrem unfair, dass sich manche so viel Mühe geben und ich das Zeug einfach "kann"?


    Vor einer Weile habe ich einen von meinem Studium komplett unabhängigen Aushilfsjob in den Semesterferien gemacht, der nicht sehr schwer war, aber für einen Aushilfsjob schon relativ anspruchsvoll. Ich habe gleichzeitig mit 6 anderen Studenten angefangen, aber schon nach wenigen Tagen hat der Chef die meisten komplexeren Aufgaben mir übertragen und "ich soll mir noch jemanden aussuchen". Das hat mir extrem gut getan und vor allem mein davor fast nicht existentes Selbstvertrauen enorm gestärkt, weil ich gesehen habe, dass ich doch viele Sachen einfach KANN. Da hatte ich zum ersten Mal nicht das Gefühl, dass ich halt einfach gut auswendig lernen kann oder dergleichen, weil ich ja tatsächliche echte Aufgaben lösen musste und mit diesen Leuten jeden Tag viele Stunden verbracht habe.

    Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, was genau meine Frage ist und warum ich das hier schreibe. Aber ich habe dieses Forum entdeckt und es tut einfach gut, dass alles mal aufzuschreiben. Sonst weiß kein Mensch, wie extrem wenig ich eigentlich tatsächlich tue, weil alle die es bisher wussten von meiner extremen Faulheit sehr erschrocken waren. Aber das hat sich einfach so entwickelt, weil ich immer mit einer 2 zufrieden war und ich dafür nichts tun musste. Und das ist dann irgendwie so geblieben. Und mittlerweile betrifft es einfach alle Bereiche meines Lebens. Nur wenn etwas schlecht läuft kann ich mich zusammenreißen und das retten. Aber leider läuft zu wenig schief...

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Milly
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    Ich würde mir da aktuell keinen Kopf machen. Je weiter du nach oben kommst, umso dünner wird die Luft. Mit einer 2 bist du faktisch raus, das wird dann schon automatisch motivieren.
    Schade ist in meinen Augen, wenn man eine Gabe nicht nutzt, aber wenn du gerne faul bist, ist doch alles ok.

  3. #3
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    Was studierst du? Gibt es etwas in deinem Leben, was dir tatsächlich Mühe macht, zu verstehen oder zu lernen? Oder geht dir wirklich alles gut von der Hand. Wie sieht es im Zwischenmenschlichen aus?

    Wenn die Katze sich hin und her wälzt dann wird das Wetter anders oder es bleibt wie es ist.

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ibwh1968 für den sinnvollen Beitrag:

    Fisch1999 (13.06.2018)

  5. #4
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    Hallo Kerie,

    du bist einfach nur sehr begabt und ich finde das toll. Anders als viele andere hast du dich dann nicht der Schule verweigert sondern einfach mit dem geringstmöglichen Auswand ein gutes Ergebnis erzielt. Klar hast du weniger Zeit investiert. als deine Kommilitonen, aber das sollte dich nicht belasten. Das Leben ist nicht fair in der Verteilung der Talente und dein Päckchen scheint zu sein, dass du zu Schuldgefühlen neigst, wo du keine haben solltest. (Ja, ich finde, du machst es dir hier unnötig schwer.)

    Warum nicht einfach dein Talent genießen, die Pflichtübungen mit wenig Aufwand erledigen und noch Ressourcen für andere Interessen übrig haben? Wenn du wirklich eine Luftnummer wärst, hätten die Unterrichtenden in Schule und Hochschule das längst mitgekriegt und dir das auch gespiegelt. Wenn du unbedingt etwas für andere Menschen tun möchtest, dann hadere nicht mit deinem Talent, sondern nutz es für ein Ehrenamt oder erfinde etwas, das der Menschheit hilft (technisch, sozial, philosophisch - vieles ist möglich).

    Du wirst vermutlich einige Neider haben. Nimm das einfach als Kompliment. Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass du auch noch ein angenehmer Zeitgenosse bist. Du wirkst kein bisschen arrogant auf mich und ich bilde mir ein, an dem Punkt recht feine Antennen zu haben.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  6. #5
    Neuling
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    War früher auch ein Minimalist, gerade in der Schulzeit. Das meiste ging locker, kaum gelernt oder mich lange mit Hausaufgaben aufgehalten. Bei so manchen Klausuren in der Oberstufe die für 4h oder so angesetzt waren, habe ich nach einer Stunde oder so abgegeben, eine Deutsch-Klausur mal mit einer Seite nach 20min und hatte ne 2, bei Mathe regelmäßig eine 1.
    Aber beim Informatikstudium bin ich im ersten Semester damit etwas auf die Schnauze gefallen weil ich da noch dasselbe Lernverhalten hatte und bin durch die ersten Klausuren gerasselt und gemerkt, so fast ohne Lernen schaffe ich es da nicht mehr. Hatte mich auf die Wiederholungen seriöser vorbereitet und es dann doch geschafft.
    Im Berufsleben fällt mir vieles noch immer leicht, gerade Einarbeitung, neue Bereiche lernen gehen recht schnell.

    So als Nachteil empfinde ich oft, dass es mir schon an gewisser Sorgfalt mangelt. Passierte und passiert nicht selten dass ich zwar eine komplexe Aufgabe schnell und gut löse, aber sich gerne kleinere Fehler einschleichen.

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