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Thema: Freude am Leben - was ist das?

  1. #1
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    Standard Freude am Leben - was ist das?

    Hallo liebe Forengemeinde,

    Ich bin momentan gerade wieder in einer richtigen Abwärtsspirale und weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Freude im Leben - was ist das? Ich kann mich nicht erinnern jemals wirklich unbeschwert oder glücklich gewesen zu sein.

    Wenn Leute mir sagen dass sie das Leben genießen und sich auf dies und jenes freuen kann ich das einfach nicht nachvollziehen, weil jeder Tag für mich einfach eine Qual ist. Ich bin nicht suizidär aber wenn mich ein Auto auf der Straße erwischen würde, würde ich auch nicht nein sagen. Ich habe noch nie extrem an meinem Leben festgehalten, hatte nie Angst davor mit Krebs im Endstadium diagnostiziert zu werden, weil es mir, ja, einfach gleichgültig ist.

    Ich hasse mich, und das wird leider immer schlimmer. Durch diesen selbsthass (kombiniert mit einer essstörung, einhergehender isolation und einem unausstehlichem Charakter) habe ich das 1 Studienjahr meines Traumstudiums versemmelt und das einzige was mir die ganzen Jahre noch antrieb gegeben hat (meine beruflichen/schulischen Leistungen) sind nun auch noch weg.

    Alle aus meinem Umfeld sind enttäuscht wegen des Studiums und verstehen es nicht, über meine Probleme kann ich mit ihnen nicht reden, sie spielen das ganze immer nur herunter.
    Meine Therapie habe ich nach 3 Monaten abgebrochen weil ich mir durch den Auszug die stunden nicht mehr leisten konnte. Bei der psychologischen studentenberatung bin ich aber da gibt's nur alle 6 Wochen einen Termin wenn man Glück hat.

    Ich bin einfach so verzweifelt und weiß nicht mehr was ich machen soll.
    Ich weiß auch gar nicht was ich mir hier erwarte wollte mir dass einfach mal von der Seele schreiben.

  2. #2
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    Hallo, warum musstest du Therapiestunden selbst zahlen, gibt's in deinen Breiten keine Krankenkassen?
    Kannst du deine Studienrichtung gar nicht mehr einschlagen, auch nichts verwandtes?
    Du bist doch bestimmt noch recht jung, ich vermute einfach mal, dass seine Situation aus objektiver Sicht weitaus weniger dramatisch ist, als du sie wahrnimmst.
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    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
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  3. #3
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    Hi Sirala,

    wenn ich auf so einen Film bin hat es mir immer geholfen zu wissen, dass es sehr viel schlaueren Menschen als mir genauso geht / ging. Die haben diesen Zustand genauer untersucht und ihn literarisch beschrieben, um Leuten wie uns damit zu helfen. Alleine zu realisieren das sowas zum Leben gehoert ist oft schon genug um darueber hinwegzukommen. So in etwa: Wenn man in einer Falle sitzt ist es das beste ruhig zu bleiben und versuchen ihren Mechanismus zu verstehen.

    Jean-Paul Sartre beschreibt solche Gefuehle z.B. in der Ekel.
    Die ganze Denkschiene des Existenzialismus zielt darauf ab, das man erstmal existiert und sich seinen Sinn selber erschaffen muss. Es gibt keinen intrinsischen Sinn auf den man sich berufen kann. Das ist sehr befreiend und eine dieser Erkenntnisse die erstmal Leichtigkeit verschaffen kann. Sartre kommt dann aber auch recht bald darauf das wir als Menschen 'zur Freiheit verdammt' sind, also unseren eigenen Sinn finden / erschaffen muessen um 'richtig' zu leben.

    Wenn du dich einigermassen mutig fuehlst kannst du auch "Der Mythos des Sisyphos" von Alber Camus lesen. Die Praemisse ist die Ueberlegung, warum man sich eigentlich nicht umbringen soll. Ist halt ein bisschen ne Challenge nuechtern darueber nachzudenken, wenn man selber gerade solche Tendenzen hat. Aber wie gesagt, es ist troestlich das sich andere damit auseinandergesetzt haben und zu einem Ergebniss kommen bzw einen Weg gegangen sind der aus dem Zustand herausfuehrt.

    Es ist halt nicht so einfach mit dem "Gluecklich sein"

    Wie genau hast du den dein Studium versemmelt?

    Liebe Gruesse

    Alex

  4. #4
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    Ich komme aus Österreich, da muss man die Stunden leider selbst bezahlen.

    Und genau diese Aussage ist der Grund warum mich niemand versteht. "ist ja alles halb so wild". Toll das andere das so sehen, aber für mich ist die ganze Situation sehr schlimm.
    Ich traue mich wegen meines Aussehens kaum noch raus, meine essstörung ist mittlerweile so schlimm dass ich überlege einfach komplett mit dem Essen aufzuhören und die weinattacken werden durch solche Sprüche leider auch nicht weniger

  5. #5
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    Ich habe nicht gesagt, dass alles halb so wild sei, sondern dass du aufgrund deiner seelischen Verfassung deine Situation womöglich als verfahrener und hoffnungsloser einschätzt, als sie es aus objektiver Sicht ist; erkennst du den Unterschied?
    Dass man depressiv und verzweifelt etc ist, glaube mir, ich weiß wovon ich rede..., bedeutet nicht, dass man sich tatenlos seinem Schicksal ergeben sollte.
    Ich bin raus hier, dass ich irgendwelche Sprüche kloppe, muss ich mir nicht sagen lassen....Gehst du im RL auch so mit Leuten um?
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  6. #6
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    Zitat Zitat von sirala Beitrag anzeigen
    Ich weiß auch gar nicht was ich mir hier erwarte wollte mir dass einfach mal von der Seele schreiben.
    Dann wäre das Anlegen eines Tagebuchs im Forum vielleicht sinnvoll.
    Falls in Dir noch eine konkrete Frage auftaucht, formuliere sie, ansonsten … verbuche ich das, was Du schreibst als Monolog.

  7. #7
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    Sich Dinge von der Seele zu schreiben kann richtig gut tun. Es kann manchmal sogar besser sein, als mit einem Therapeuten zu sprechen; zumindest ist das eine Erfahrung, die ich in meinem Leben mal gemacht habe. Mir hat damals vor allem die Regelmäßigkeit geholfen. Ich habe jeden Morgen handschriftlich drei Seiten geschrieben, egal ob etwas anstand oder nicht. Nach einer Zeit haben sich ganz neue Türen aufgetan und ich hatte neue Ideen, die mich weiterbrachten.

    Natürlich hatte ich auch Tage, da habe ich dann auf drei Seiten nur gejammert und mich im Selbstmitleid gesuhlt. War auch okay. Wichtig war für mich, dass es irgendwann besser wurde, weil ich mehr Klarheit über mich und meine Befindlichkeiten bzw. Probleme hatte.

    Hier gibt es auch einen Tagebuchbereich (wurde oben schon mal angesprochen). Einmal einen offenen, in dem auch andere Teilnehmer dir Feedback geben können - und einen geschlossenen, in dem wir zwar lesen können, aber dir niemand einen Kommentar drücken kann. In beiden Bereichen wird es meiner Erfahrung nach so gehandhabt, dass wirklich darauf geachtet wird, dass der Tagebuchinhaber die Kontrolle darüber hat, ob bzw. wie von Dritten geantwortet wird. Wenn man sich einfach mal freischreiben will, kann das richtig gut sein.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

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