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Thema: Fülle und Glück, Grundnahrung oder Delikatessen des Lebens

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Helmfried
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    Standard Fülle und Glück, Grundnahrung oder Delikatessen des Lebens

    Fülle und Glück
    Grundnahrung oder Delikatessen des Lebens

    Hallo Euch

    Es gibt Menschen, die reichlich Fülle und Glück in ihrem Leben verspüren und dies auch entsprechend ausstrahlen, auch ohne sich jemals darüber Gedanken gemacht zu haben. Das ist dann demnach kein Ergebnis von Demut und Dankbarkeit (oder anderen philosophischen Überlegungen); es hat offensichtlich andere Ursachen. Nun könnte man sagen, dass ist eben ihr Wesen; sie sind einfach positive Menschen.
    Zu diesem Thema hört man ja oft Meinungen wie diese:
    Jeder hat das Recht und auch die Chance auf ein glückliches erfülltes Leben
    Jeder ist seines Glückes Schmied
    Jeder muss die Verantwortung für sein Leben übernehmen
    Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass alle die, die nur wenig Glück oder Fülle in ihrem Leben empfinden, ihr Recht nicht wahrnehmen, schlechte Schmiede sind oder verantwortungslos mit ihrem Leben umgehen.
    Die Frage, die mich dabei bewegt ist : `Ist das wirklich so einfach?`
    Auch wenn viele überzeugt sein mögen, dass wahres Glück nur von innen kommt und alles eine Frage der Lebenseinstellung ist, gibt es da nicht auch noch ganz andere (auch das ´Außen` betreffende) Faktoren.
    Wenn ich z. B. als ein hübsches Kind in einem Elternhaus aufwachse, wo zwangloses Fördern, von Anfang an, auf das Stärken der `kleinen` Persönlichkeit ausgerichtet ist, werden doch hier schon Fundamente geschaffen, die beim Fehlen solcher Startbedingungen später nur schwerlich aufzuholen sind.
    Die Attraktivität eines Menschen spielt dabei schon eine nicht zu unterschätzende Rolle. Attraktiv, begehrt und umworben zu sein produziert regelrecht Gefühle des Selbstwertes und der inneren Freiheit.
    Ganz andere Gefühle entstehen bei denen, die sich im Vergleich (mit denen, bei denen alles läuft) in schmerzlicher Form zurückgesetzt sehen.
    Das sind ja Dinge, die sich auch in der Partnerwahl und in der späteren Partnerschaft widerspiegeln. Nach dem einen schauen sehr viele, nach dem anderen schauen wenige oder niemand. Und keiner soll sagen, dass sich die diesbezüglichen Erfahrungen nicht in die Seele einbrennen wie ein glühendes Eisen und großen Einfluss auf weitere Weichenstellungen haben.
    Ich möchte das nicht ausdehnen; bei diesem Thema wird auch viel unehrlich und oberflächlich diskutiert. Ich möchte zurück zum Thema Fülle und Glück.
    Was rate ich einem Menschen, der sich nach Fülle und Glück sehnt und meint, auf diese „Qualitäten“ unzureichend „Zugriff“ zu haben.
    Mir ist klar, dass die Ursachen hierfür sehr vielschichtig sein können. Vieles wird subjektiv sein; es gibt aber auch reichlich widrige objektive Gegebenheiten. Und mit einem anderen Blickwinkel oder einem positiveren Denken ist vieles nicht aus der Welt zu schaffen.
    Ich möchte anmerken, dass ich mir persönlich keinen Rat (für mich) erhoffe, da ich glücklicherweise in einer erfüllenden Lebenssituation leben darf, das Gegenteil aber auch sehr gut kenne. Das Thema halte ich aber für sehr wichtig, weil sich hier, das Lebensgefühl des Einzelnen betreffend, sehr vieles entscheidet.
    Für eure Gedanken bin ich dankbar.
    L. G. Helmfried

    P.S.: Die Frage ist, wie kann gefühlter Mangel (an Glück und Fülle) überwunden werden?
    Das Leben kann schön sein.

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Helmfried für den sinnvollen Beitrag:

    seelen (22.04.2018)

  3. #2
    Schreibkraft Avatar von Miraly
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    Standard

    Was genau bedeutet "Fülle"?

  4. #3
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    Avatar von Helmfried
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    Hi Miraly,
    danke für deine Reaktion.
    Du fragst: „Was bedeutet Fülle?“

    Mal ganz grob, Fülle steht – aus meiner Sicht – für erfülltes Leben für ein (Er-) Leben ohne gefühlten Mangel.
    Ein Indiz dafür könnte vielleicht sein, ohne Smartfon, ohne Freunde ganz allein im Wald und sich dabei sauwohl fühlen. Wohlfühlen weil mir nichts fehlt, weil ich mir selbst genug bin und ich unter solchen Bedingungen leichter zu meiner Mitte finde.
    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich liebe es unter Menschen zu sein, ich arbeite auch viel mit dem Smartfon und für allerlei action bin ich stets offen. Ich bin davon aber nicht zwanghaft abhängig.
    Viele Menschen verspüren aber eine beißende Einsamkeit sobald sie alleine sind. Das Gefühl der Leere (wohl das Gegenteil von Fülle) macht inneren Frieden fast unmöglich und ist ein guter Nährboden für Emotionen wie Neid und Eifersucht. Konfliktfreie Gelassenheit (ein durchaus erstrebenswerter Zustand) ist – so – nicht erreichbar.
    Es ist auch ein Anliegen dieses Threads, über Wege zu reden, die schrittweise aus dem Mangelempfinden heraus führen.
    Soweit erst einmal.
    VG Helmfried
    Das Leben kann schön sein.

  5. #4
    Schreibkraft Avatar von Miraly
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    Zitat Zitat von Helmfried Beitrag anzeigen
    P.S.: Die Frage ist, wie kann gefühlter Mangel (an Glück und Fülle) überwunden werden?
    hm, also dann würde ich sagen, dass das durch "abtrennen" funktioniert.

    Kein guter Weg, bei mir scheint es aber so zu funktionieren. Ich fühle mich allein in der Natur nicht einsam, empfinde keine Leere, aber ich empfinde allgemein auch nicht sonderlich viel, von daher nicht repräsentativ. Das meine ich auch mit "abtrennen", Gefühle, Erinnerungen, Erlebnisse von sich abtrennen.

    Kann mir aber ehrlich nicht vorstellen, dass jemand Einsamkeit empfindet in der Natur. Gibt es nicht diesen Spruch, dass ein Wald ein guter Therapeut sein kann? Heißt es nicht immer, dass die Natur so erholsam ist?
    In einer Großstadt würde ich mich glaube ich eher einsam fühlen.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Miraly für den sinnvollen Beitrag:

    Helmfried (24.04.2018)

  7. #5
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    Zitat Zitat von Helmfried Beitrag anzeigen
    P.S.: Die Frage ist, wie kann gefühlter Mangel (an Glück und Fülle) überwunden werden?

    Wir Menschen benötigen den oder die anderen Menschen und ihre Bestätigung. Bemerken wir, dass man uns auf diese oder jene Weise toll findet, dann hebt dies unser Selbstwertgefühl und verschafft uns auch Glücksgefühle. Die wichtigste Basis für unsere Glücksbasis wird in der Kindheit gelegt. Wir entdecken und erfahren uns selbst sowie die Umwelt. Wir erfahren, dass sich unser Verstehen, unser Verständnis unserer Umwelt mit der Realität, also mit unseren Erfahrungen deckt. Das stärkt uns. Innere Stärke ist ein Baustein für Glück.

    Die Selbsterfahrung halte ich für besonders wichtig. Das Kleinkind lernt, dass es einen Willen hat und diesen Willen in die Tat erfolgreich umsetzen kann. Das Kind kommt von der liegenden Position aus eigener Kraft in die sitzende Position und lernt anschließend das Laufen. Es ist nicht nur Kind, sondern es ist jetzt ein Läufer. Der Ball fühlt sich gut an. Das Kind kann ihn werfen. Es ist jetzt ein Werfer. Beine zu haben reicht nicht. Laufen können, wenn ich will, ist wichtig. So definiert es sein Sein durch seine zunehmenden Fähigkeiten. Das Kind ist nicht mehr "nur" Mamas Liebling, sondern auch ein Werfer und ein Läufer. Es ist ein Werfer und ein Läufer, auch ohne Mama. Aber das Werfersein und das Läufersein sind kein Hindernis, um Mamas Liebe uneingeschränkt weiter zu erhalten.

    Das Kind erfährt, dass nicht alles und auf keinen Fall sofort gelingt. Es lernt, Hindernisse zu überwinden. So kann es z.B. nach 3 Fehlversuchen dann doch auf den Stuhl klettern. Das Lernen, dass Hindernisse überwindbar sind, stärkt das Kind und ist n.m.M. ein sehr starker Glücksfaktor. Das Wissen um meine Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, macht fast ebenso glücklich wie der Erfolg und ist durch seine Beständigkeit wichtiger als der Einzelerfolg. Die Wirkung des Einzelerfolges vergeht, die Fähigkeit bleibt und wird ggf. noch verbessert.

    Auf diese Art und Weise erreicht jeder Mensch eine Glücksausgangsbasis. Auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht z.B. Klaus einen Grundwert 65. Dies ist seine Ausgangsbasis im Eintritt in das Leben als Erwachsener. Kurzfristige Erfolgserlebnisse heben den Glückswert z.B. auf 70. Aber mittel- bis langfristig sinkt der Wert wieder auf den Grundwert zurück. Umgekehrt sorgt ein Unglück oder Misserfolg für das Absinken des Glücksniveaus z.B. auf 50. Mittel- und langfristig steigt das Glücksniveau wieder auf den Grundwert. Das lang anhaltende Erleben von Gelingen oder von Unglück sorgt für den dauerhaft bleibenden neuen Grundwert, der je nachdem höher oder niedriger sein kann.

    Entscheidend für persönliches Glück ist n.m.M. die Erkenntnis,
    ... dass mein Sein in seiner Qualität nicht davon abhängig ist, ob andere das ebenso sehen ("ich bin wertvoll" und nicht: "Ich bin wertvoll, weil Du das sagst")
    ... dass ich Zusammenhänge verstehe, also Ursache und Wirkung, meine Vergangenheit und Zukunft, und mich dies in die Lage versetzt, gute Entscheidungen für mein Morgen zu treffen.

    So wird Glück zu einem Produkt der Erkenntnis und ein Mangel an Glück wird behoben durch Verbesserung meiner Erkenntnis.

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Nordrheiner für den sinnvollen Beitrag:

    Helmfried (24.04.2018)

  9. #6
    Verleger Avatar von Ibwh1968
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    Zitat Zitat von Helmfried Beitrag anzeigen
    P.S.: Die Frage ist, wie kann gefühlter Mangel (an Glück und Fülle) überwunden werden?

    Loslassen, sich frei machen. Hast du keine Erwartungen dann hast du auch kein Enttäuschungen welche dir das Gefühl geben, du hättest Mangel an Glück und Fülle. Wobei Glück und Fülle, sehr, sehr individuell sein können. Wenn du 10 Leute fragst, bekommt du 20 verschiedene Antworten.

    Der Mensch ist nicht, was er denkt, er ist, was er verbirgt. André Malraux

  10. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ibwh1968 für den sinnvollen Beitrag:

    Helmfried (24.04.2018)

  11. #7
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    Zitat Zitat von Ibwh1968 Beitrag anzeigen
    Loslassen, sich frei machen. Hast du keine Erwartungen dann hast du auch kein Enttäuschungen welche dir das Gefühl geben, du hättest Mangel an Glück und Fülle. Wobei Glück und Fülle, sehr, sehr individuell sein können. Wenn du 10 Leute fragst, bekommt du 20 verschiedene Antworten.
    Stimmt. Der Vorteil dieser Art zu denken: Das Risiko enttäuscht zu werden, sinkt. Der Nachteil: Die Chance, das gute Gefühl des schönen und wichtigen Erfolges zu spüren, sinkt auch.

  12. #8
    Verleger Avatar von Ibwh1968
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    Zitat Zitat von Nordrheiner Beitrag anzeigen
    Stimmt. Der Vorteil dieser Art zu denken: Das Risiko enttäuscht zu werden, sinkt. Der Nachteil: Die Chance, das gute Gefühl des schönen und wichtigen Erfolges zu spüren, sinkt auch.
    Man freut sich einfach über alles was kommt. Und wenn einem was besonders gut gelingt oder man mit jemanden etwas tolles unternimmt, dann ist es ja noch schöner... Es heißt ja nicht nur wie der Angler zu warten, das etwas oder jemand anbeisst. Das nimmt auch, das aktiv im Leben bleiben nicht weg.
    Ein klein wenig muss man doch seines Glückes Schmied sein.

    Der Mensch ist nicht, was er denkt, er ist, was er verbirgt. André Malraux

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