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Thema: Glaube, wir haben da einen dicken Knoten.

  1. #1
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    Standard Glaube, wir haben da einen dicken Knoten.

    Ist vermutlich tl;tr. Nur wenn wer Zeit hat.

    Hintergrund
    Es geht um eine Freundin von mir. Wir kennen uns jetzt etwas über zehn Jahre und haben eine Menge Zeit miteinander verbracht. Letztendlich ist es klar, dass man sich eventuell irgendwann auseinanderlebt, aber wir haben uns eigentlich recht ernst dazu entschlossen, dies nicht zu tun.

    Wir waren immer ein recht ungleiches Paar. Sie groß, schön, schlank, beliebt und meist vergeben, ich dagegen nicht ganz so groß, speckig, unbeliebt und Single bis in meine frühen Zwanziger. Zur Zeit ist sie immer noch groß, schön und schlank, aber doch doll am knabbern was das finden einer neuen Beziehung betrifft (ich kann verstehen, dass sie das stört, ich war so ewig alleine und weiß, wie das ist). Ich bin jetzt immernoch nicht so groß, kurvig und ein bisschen trainiert, menschenscheu und seit einiger Zeit auch vergeben. Unsere freundschaftliche Beziehung war immer geprägt von Konkurrenz, jedenfalls aus meiner Sicht. Obwohl ich eh immer das Gefühl habe, weder gegen ihre Persönlichkeit noch gegen ihr Aussehen irgendwann mal einen passenden Gegenpart bieten zu können, setze ich mir immer als Ziel, irgendwann mal genauso fedrig leicht, durchsetzungsfähig und offen was manche Dinge betrifft zu sein. Ich weiß nicht, ob letztendlich nicht auch bei ihr große Unsicherheiten vorhanden sind.

    Was sie in den letzten Monaten sehr ausgemacht hat, ist ihre Krankengeschichte. Sie leidet unter zwei Problemen, die definitiv, und das weiß ich, vemutlich länger, wenn nicht auf Lebenszeit, mit Tabletten behandelt werden müssen. Keine Dinge, die jetzt selten wären oder extremst einschränkend, da sie aber noch recht jung ist, war beides schon einschlagend.

    Jetzt habe ich mich explizit wegen Ängsten in Therapie begeben, in dem Zuge hat der Hausarzt, weil ich ihm wohl depressiv aufgefallen bin, eine Routineuntersuchung der Schilddrüse angeordnet. Just gestern habe ich dann erfahren, dass meine Werte wohl nicht ganz so gut sind. Wenn sie schlimmer werden, bzw. die Drüse auf dem Schall in einem Monat nicht gut aussieht, muss da wohl eingestellt werden. Passt mir nicht besonders, ich habe habe massive Ängste vor Ärzten und Krankenhäusern.


    Worum geht's jetzt hier?
    Ich bin dann, nachdem ich ihr von den Vorfall erzählt habe, am Telefon akribisch ausgefragt worden. Was habe ich gegooglet, dass ich das überhaupt bemerkt habe? Woran habe ich das bemerkt? Welche Symptome hatte ich denn davon? Müdigkeit kann sie sich ja denken und mit dem Gewicht 'musst du ja wissen'. Wieso sei das nicht früher bemerkt worden, oder würde ich denn nie Blutbilder machen lassen? Letztendlich fragte sie mich dann noch in einem seltsamen Ton, wie ich mich denn nun fühlen würde, nachdem ich 'endlich die Lösung für meine Probleme gefunden hätte'. Sie haut oft Dinge raus, die sie wohl nicht so meint oder eben doch, aber nicht kapiert, dass man das so nicht formulieren sollte.

    Als ich ihr dann sagte, dass das wohl eh eher nebensächlich ist, weil ich A eh immer kaputt bin und dass auch schon seit dem letzten Mal vor zich Jahren, als das schonmal getestet wurde, B nicht depressiv bin sondern wegen Angsterkrankungen und schlechten Erfahrungen bezüglich der Kernfamilie ein paar Sachen aufarbeiten will, weil sie unter anderem mein Denken und Handeln direkt betreffen und C definitv kein Problem mit der Abnahme von Körperfett habe; kam nicht mehr wirklich viel von ihr. Ich frage mich an der Stelle, ob sie denkt, ich wäre ein kleiner Boxsack, dem nichts passiert, wenn man gegen haut.

    Ich verstehe das schlicht nicht. Mein Freund meinte zu mir, dass sie wohl ein kleiner Hypochonder ist und jetzt plötzlich Angst hat, auch irgendwas in die Richtung zu haben. Auf der anderen Seite wittere ich ganz böse, dass sie sich extrem über ihr elfenhaftes Gewicht definiert und Angst hat, ich könnte mit einem eventuellen Medikament wieder auf mein magersuchtartiges Tiefstgewicht zurückfallen, dass ich vor vier Jahren mal hatte. Dann hätte sie mir das nicht mehr voraus, weil sie weiß, dass ich seit jeher ein wenig neidisch bin, weil sie wirklich in alles einpasst, was so im Schaufenster hängt.

    Ich glaube, ich tue ihr da nicht mal Unrecht. Sie steht neben mir und fühlt sich gut, weil sie groß und dünn ist. Ich stehe neben ihr und denke mir meistens, 'okay, dann bist du halt weniger attraktiv und das alles, aber dein Abschluss ist besser und du hast einen Freund.' Ich glaube, das war schon immer so. Wir haben erst eine freundschaftliche Beziehung gehabt, in der sie charakterlich zu mir und ich optisch zu ihr aufgesehen hat. Jetzt ärgere ich mich meistens nur noch darüber, dass ich die Finger nicht von Keksen lassen kann und genetisch und trainiert breite Arme und Oberschenkel habe. Sie dagegen fühlt sich ein wenig abgeschlagen und eingeholt, schätze ich.


    Letztendlich? Gibt es Wege, solche Beziehungen wieder zu entschärfen? Mit reden ist zur Zeit noch nicht viel, sie kommt mir nicht wirklich reflektiert vor. ... oder ich bins zu wenig. Keine Ahnung. Ich habe es eine Zeit lang versucht, wie es ein Bekannter mir mal geraten hat. 'Be her pillow' ist nur recht anstrengend, wenn sie alles was ich dann von mir erzähle, eigentlich sofort auf sich bezieht, anstatt das erzählte wenigstens kurz auf sich wirken zu lassen. Am Ende trifft sie meistens Aussage über mich, die aus meiner Sicht meistens nicht zutreffen. Ich arbeite hart für den kleinen Status und das kleine Leben was ich habe, und das habe ich ihr auch mehrfach gesagt. Es ist nicht alles so einfach, wie es aussieht.

    Ich bin kein Freund von 'einfach gehen lassen' oder 'abwarten und ignorieren' oder 'führt doch mal ein ordentliches Gespräch blublublub'. Sowas mache ich, wenns denn angebracht ist. Ich will sie verstehen, obwohl sie sich selbst wohl nicht versteht. Um ihr ein gutes Gefühl zu bereiten, muss ich viel Energie aufbringen und manchmal verliere ich die Geduld. Ich will keine Vorurteile mitbringen, wenn wir uns treffen. Da ist auch kein aber.

  2. #2
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    Das erste, was ich dachte, als ich von deiner Schilddrüsensache las, war "Hashimoto".
    Muss ja nicht sein, aber ich weiß, dass wenn endlich man weiß, das man das hat und richtig eingestellt wird, sich das Leben tatsächlich um 180 Grad drehen kann.
    Die Müdigkeit geht weg, man ist plötzlich voller Energie, Speckpolster verschwinden, man kann plötzlich wieder mehr essen, eventuelle Panikattacken sind weg.
    Das ist wirklich ein Einschnitt.
    Wenn deine Freundin da interessiert nachfragt ist das doch eher positiv zu bewerten.
    Warum bist du misstrauisch, dass da etwas böses dahintersteckt?

  3. #3
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    Man wird sehen, was es ist. Ich hoffe einfach auf einen Messfehler oder sowas. Auch, wenns unwahrscheinlich ist. Im übrigen habe ich zur Zeit absolut keine Speckpolster.


    Wegen der Art und Weise, wie sie kommuniziert, sich interessiert und ihre Aufmerksamkeit auf Dinge verteilt, die ich erzähle. Andere Themen nickt sie einfach als uninteressant ab, solange die sie nicht betreffen oder sie sich nicht darin wiederfindet. Ich bin mir schon recht sicher, dass sie irgendwo ehrliches Interesse hat, aber sobald es sie getriggert wird, wirds einfach komisch. Und darüber kann ich mit ihr nicht reden, weil sie dann einfach immer meint, da wäre nichts.

    Es geht mir hier auch mehr um das ganze Konkurrenzdenken als um eine vielleicht nicht vorhandene Schilddrüsenunterfunktion.

  4. #4
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    Ich verstehe dich!
    Nur glaube ich, dass man sich Fall für Fall wirklich ansehen sollte, bevor man die Schublade aufreißt.
    Natürlich ist es möglich, dass manche Dinge in eine bestimmte Richtung weisen.
    Aber auch möglich, dass du alles dahingehend interpretierst, als ob es zu deinem Schaden sei, obwohl es das gar nicht ist.

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