Guten Tag,

ich schreibe heute über die Erfahrungen und die Probleme einer mir nahe stehenden Person.
Nenne ihn hier mal "D".
Zum besseren Verständnis, wir haben den Text gemeinsam verfasst und schreibe in der ICH Form.



Ich und meine damalige Ehepartnerin (hier "EX1" genannt) haben uns im Jahre 2012 getrennt, da sie mich über einen längeren Zeitraum mit wahrscheinlich mehreren Männern betrogen hat. Bin jetzt 44 Jahre alt.
Zu dem Zeitpunkt der Trennung hatte sie bereits einen neuen Freund (seit ca. 2 Monaten).


Zur Zeit besitze ich einen Schwerbehindertenstatus, da mir durch einen Unfall im Jahre 2001 mehrere Knochenfragmente zwischen den Halswirbeln direkt in den Nervenbund drücken.
Dies verursacht sehr starke Schmerzen, sowie körperliche Ausfälle.

Zum Zeitpunkt unserer Trennung, hatte sich dieser Zustand aber erst bemerkbar gemacht. Die Behinderung trat also erst kurz davor in Erscheinung, was denke ich mit ein Grund für meine damalige Ehepartnerin gewesen ist, mich zu verlassen.
Wir haben uns davor oft gestritten, auf Grund von Meinungsverschiedenheiten.

Ich bin Vater von 3 leiblichen Kindern, sowie 2 Adoptivkindern. Zwei meiner leiblichen Kinder sind mit meiner EX1 entstanden. Die beiden Adoptivkinder kamen von meiner EX1 mit in die Beziehung.
Mein jüngstes Kind habe ich mit meiner zweiten Ehepartnerin (hier "EX2")2015 bekommen.

Zur Zeit bin ich dabei ein neues Haus zu bauen, was mit vielen finanziellen, sowie körperlichen Problemen verbunden ist. In der Vergangenheit habe ich mir oft neue Verletzungen in Form von Brüchen, offene Unterschenkelfraktur (mit Komplikationen), der Trombose, Muskelrissen etc. zugezogen.

Ich nehme zur Zeit folgende Medikamente:

Cymbalta (Duloxetin),

Fentanyl 1-A Pharma 150 mikrogramm/Matrixpflaster,

Amitryptylin-CT 75mg

Pregabalin, Lyrica 200mg

Dronabinol 2,5% Tropfen

Abstral 400 Mikrogramm

MOVICOL V

Doxylamin hydrogensuccinat Schlafsterne

Falithrom 3mg

Ramipril 2,5mg + 5mg

Amlodipin 5mg

zudem bin ich Raucher, trinke aber so gut wie keinen Alkohol.


Ich fühle mich zur Zeit beschissen. Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder, (wegen meiner Gesundheit). Meine beiden Leiblichen von EX1 leben zur Zeit bei mir und sind 10 und 12 Jahre alt. Der Hausbau und die Finanzen bereiten mir auch große Ängste, da ich stark verschuldet bin. Da meine EX2 mir 30000 Euro gestohlen hat. War mit ihr auch verheiratet, sie hat mich aber verlassen und mir vieles genommen.

Für 4 Jahre war ich schon in Psychotherapie (Gesprächspsych-.).
Da ich mit meiner Therapeutin über all die Dinge sprechen konnte, über das ständige Auf und Ab in meinem Leben, konnte ich mich wenigstens jemandem mitteilen ohne zu befürchten, den Anderen damit zu belasten und das hat mir sehr geholfen.

Es fällt mir schwer gute Freunde zu finden, da ich ein extremer Perfektionist bin. Das bedeutet, das ich oft sehr sauber arbeiten möchte, auch wenn es gesundheitlich nicht als förderlich bezeichnet werden kann und dies zu vielen meiner letzten schweren Verletzungen geführt hat.
Ich stelle mir einen Freund folgendermaßen vor: Jemand der auf mich eingehen kann, mit dem man über Probleme redet, ohne das ich befürchten muss das der Andere mich nicht ernst nimmt.
Ich möchte ein tiefes Vertrauen zu Jemandem, welches sich auf der gegenseitigen Wertschätzung und Ergänzung erbaut. Es sollte jemand sein der ebenfalls sein Bestes gibt und bedingungslos für Andere da ist.

Das soll nicht bedeuten, das dieser Mensch perfekt sein soll, sondern das er z.b: Fleiß, Disziplin und Aufopferung als wichtige Bestandteile seines Selbst versteht.
Zugegeben ist es für mich schwer Vertrauen aufzubauen, da ich von so vielen Freunden und ehemaligen Bekannten ausgenutzt wurde.

Ich habe immer geholfen, ohne Frage oder Bedingung aber am Ende des Lieds stand ich alleine da. Ich vermisse gute Gespräche und möchte mich einfach mal sicher und geborgen fühlen und mich fallen lassen können, ohne Angst haben zu müssen, das der Andere mich enttäuscht. Ich möchte Ablenkung von all dem Stress und mal Spaß haben. Am Schlimmsten ist es für mich wenn meine Kinder im Bett sind und ich alleine daliege oder sitze. Dann fühle mich ängstlich, schwach, depressiv. Gedanken darüber dem Druck nicht mehr standhalten zu können und den einzigen Ausweg im Suizid zu sehen. Dafür schäme ich mich, es ist aber kein Dauerzustand. Dennoch macht es mir Angst, das ich mich dazu getrieben fühle, solche Gedanken in Betracht zu ziehen. Als wenn man die Kontrolle über seinen Geist verliert und Angst haben muss das man etwas Dummes tut, wovor man sich aber irgendwie nicht schützen kann. ( Zum jetzigen Zeitpunkt !keine Suizidgedanken!)


Früher habe ich sehr viel Fußball gespielt, ich meine wirklich sehr viel. Fußball war ein entscheidender Teil meines Lebens, aber seit 2001 (dem Unfall) konnte ich nicht mehr spielen und oft denke ich heute an die Zeit zurück, als ich selber noch aktiv gespielt habe und es schmerzt mich sehr, jetzt damit konfrontiert zu werden. Mit Etwas was ich damals so gerne gemacht habe. Meine Karriere musste ich also ohne eigenes Mitspracherecht sofort beenden und sah mich gezwungen aus einem tiefen Loch zu steigen und die Trauer so gut es geht zu unterdrücken.


Ich fühle mich oft sehr alleine mit meinen Gedanken und Problemen und die Einsamkeit macht es für mich sehr schwer weiter positiv zu bleiben, da ich manchmal das Gefühl habe das es nur eine Frage der Zeit ist bis wieder etwas passiert.



Gerne würde ich von euch da draußen mal hören wie ihr mit so vielen Dingen umgeht oder umgegangen seid und was euch geholfen hat.


Mit lieben Grüßen D