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Thema: habe ich das SissyBoy-syndrom?

  1. #17
    Neuling
    Registriert seit
    07.08.2011
    Beiträge
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    Danke
    0
    3 mal in 1 Beitrag bedankt

    Standard Sissiboy, na und?

    Hallo Aris,
    ich habe Deine Forum-Frage eher zufällig gefunden, als ich nach dem Begriff Sissiboy gegoogelt habe (animiert durch den Song "Tomboy" von Mary Gauthier). Als ich vor längerer Zeit das erste Mal über das Thema Sissiboy gelesen habe, dachte ich, nett da gibt es doch tatsächlich einen Begriff für das was ich in meiner Jugend war, oder besser was ich immer noch bin. Als Kind war ich sicher kein typischer Junge, war schüchtern und introvertiert, wünschte mir eine Puppe wie meine kleine Schwester sie hatte (ich bekam sie auch, sie hieß Susie ;-) und füllte mich auch als Jugendlicher und Erwachsener in der Gesellschaft von Mädchen/Frauen wohler als in der von "typischen" Jungen/Männer. Homo- oder Bisexualität war allerdings nie ein ernsthaftes Thema für mich. Höchstens in der Abgrenzung: Ich wollte deutlich machen, dass ich trotz meiner femininen Seite nicht schwul bin. Auch ein Mädchen, eine Frau wollte ich nie sein, allerdings habe ich sie oft beneidet, dass sie so feminin und schwach sein konnten, ohne sich rechtfertigen zu müssen... Heute (ich bin inzwischen Ende Vierzig) sehe ich das alles deutlich gelassener. Ich bin später, aber glücklicher Familienvater, habe hetero- und homosexuelle Freunde und vertrete meine "weichen" Einstellungen (ich schreibe hier bewusst nicht von "femininen" Einstellungen, denn warum sollen sie nicht zur Bandbreite der "maskulinen" Einstellungen gehören?) immer selbstbewusster.
    Was will ich Dir, Aris, mit diesen Ausführungen sagen? Vielleicht, dass das Sissiboy-Syndrom keine "Krankheit" ist, sondern ein, wie ich finde, normales Verhalten im Rahmen der Bandbreite männlichen Verhaltens. Dabei ist es völlig egal ob es sich letztendlich in Hetero-, Be- oder Homosexualität manifestiert. Ich denke hier können heterosexuelle Männer von den homosexuellen lernen, weiche, "feminine" Seiten als männlich zu akzeptieren und zu propagieren.
    Lebe Dein Leben wie Du bist (ich weiß, dass dies nicht immer einfach ist oft lange Jahre braucht, aber es ist ein lohnenswertes Ziel!)
    Best Wishes
    JoePP

  2. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei JoePP für den sinnvollen Beitrag:

    Suppenhuhn (07.08.2011)

  3. #18
    Gast784
    Gast

    Standard

    der Fred ist zwar schon etwas älter, aber vll liest Aris ja noch mit.

    Zitat Zitat von Glasheuler
    Was nutzt ihm eine rosa Glitzerwelt wenn seine Gedanken oft um seine verkorkste Kindheit kreisen ?
    war die Kindheit denn so verkorkst?

    Aris, Du hattest schöne Kontakte zu den Mädels, Deine Träume und Deine eigene friedliche Welt. Es gibt andere Gründe, um zum Aussenseiter zu werden, oder sogar grundlos gemobbt zu werden. Wir lesen hier doch täglich von jungen Menschen, die sich als Außenseiter fühlen. Demnach dürfte es ja schon fast keine "Insider" mehr geben

    Aber Außenseiter sein hat auch Vorteile: Du bist nicht dauernd damit beschäftigt, dem mainstream hinterher zu rennen und hast statt dessen mehr Energie und weniger Einfluß,um Deinen eigenen Weg zu finden. Und mit der phantasievollen Ausstattung hast Du doch super Chancen, wenn Du es schaffst, Dir jetzt noch etwas Struktur zu erarbeiten. Aber dafür sind z.b. Ausbildungen da.

    Du kannst Deinen Blick in die Zukunft richten und hast eigentlich keine schlechte Auswahl. Vll was kreatives (muss nicht unbedingt künstlerisch sein), je nachdem, mit welchen Ausdrucksmitteln Du gerne arbeitest, oder für welche Bereiche Du Dich interessierst - ich bin sicher, dass es tolle Möglichkeiten gibt.

    Die sexuelle Entwicklung kannst Du doch gelassen auf Dich zukommen lassen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die in dem Alter noch schwankt. Bei nicht gerade wenigen Menschen schwankt die ein Leben lang. Gerade da, wo viel Kreativität und Leben vorhanden ist. Na und? Du wirst Deine "Artgenossen" finden. Vll musst Du dazu in eine Stadt, vll in ein anderes Land, nicht jede Umgebung eignet sich für so ein reichhaltiges Innenleben. Aber Du hast die Zeit, um Deinen Platz zu finden.

    Ich habe diesen Ausdruck "Sissy-boy" noch nie gehört, muss ich gestehen, finde es aber traurig, dass man allem einen Namen geben und womöglich auch noch pathologisieren muss
    Es sollte doch eigentlich egal sein, wie es ein Mensch umsetzt, friedlich und erfüllt zu leben, und sich sozial integrieren zu können. Und das kannst Du, so wie Du Dich liest. Du hast nur Deinen Platz noch nicht gefunden. Aber das wird klappen, wenn Du Dir selber treu bleibst
    Geändert von Gast784 (07.08.2011 um 10:54 Uhr)

  4. #19
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ich bin später, aber glücklicher Familienvater, habe hetero- und homosexuelle Freunde und vertrete meine "weichen" Einstellungen (ich schreibe hier bewusst nicht von "femininen" Einstellungen, denn warum sollen sie nicht zur Bandbreite der "maskulinen" Einstellungen gehören?) immer selbstbewusster.
    danke dafür Joe.

    Mir fiel in dem Zusammenhang ein, dass es den umgekehrten "Fall" ja auch nicht grad wenig gibt: dass Mädchen gerne mit sog. Bubenspielzeug spielen, und sich eher in den Interessensgebieten wiederfinden, die den Jungen zugeschrieben wurden. Dies wurde zwar zumindest noch in meiner Kindheit (aber da wars zum Glück schon am kippen) noch als entweiblichend gewertet, jedoch gab und gibt es da wohl eine größere Toleranz.

    Das hat wohl mit der immer noch vorhandenden Zuordnung und Bewertung von "weiblich" und "männlich" zu tun, wobei alles, was in richtung "männlich" geht, als aufwertend gilt, während der umgekehrte Fall abgewertet wird. Merkt man dann auch promt an der Pathologisierung

    Drum find ich es toll, von Dir zu lesen, wie positiv und bereichernd trotz aller Schwierigkeiten Du Dein Leben lebst und auch die Unsinnigkeit dieser geschlechtsspezifischen Zuordnungen. Wir nehmen uns dadurch nur unseren inneren Reichtum, den wir alle mehr oder weniger haben.

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