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Thema: Hallo! Ich bin 34 Jahre, arbeite vollzeit und habe auch einige Freunde. Trotzdem habe

  1. #1
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    Standard Hallo! Ich bin 34 Jahre, arbeite vollzeit und habe auch einige Freunde. Trotzdem habe

    Hallo!
    Ich bin 34 Jahre, arbeite vollzeit. Der Beruf macht Spaß und habe gegen 12 Uhr Feierabend. Richtige Freunde habe nur 2. Der Rest sind Bekanntschaften wo kein Verlass ist.
    Single bin ich jetzt seit August 2014. Ich hatte zwar von 2014-2018 eine toxische Beziehung mit einer Empathie losen und egoistischen Narzisstin. Damit habe ich aber abgeschlossen und zähle es nicht. Weil offiziell waren wir nie zusammen. Ich habe seit dem Angefangen 2-4 Mal die Woche Sport zu machen und habe dadurch wieder ein sehr gutes Körpergefühl. Meine Wohnung habe ich komplett renoviert weil ich danach sowas wie ein Neu Anfang brauchte. Aber mein Alltag sieht halt so aus:
    4.30 Uhr arbeiten
    12 Uhr Feierabend.
    12.30 zu Hause sein, was essen und Duschen
    13.30-14.10 sport.
    Das war es dann. Die richtigen Freunde haben selten Zeit wegen Arbeit und Familie und ich finde es wirklich schwer neue zu finden. Man lernt neue Leute kennen aber so schnell wie sie da sind. Sind sie auch wieder weg. Ich habe oft das Gefühl wir leben in einer egoistischen Gesellschaft wo jeder nur an sein Vorteil denkt. Das Internet macht es auch nicht einfacher. Dort bekommt man oft den Eindruck. Das die Leben von allen anderen aufregender und spannender sind. Ich habe ich immer das Gefühl mir fehlt im Leben etwas. Ich habe mir schon überlegt ein Hund ein neues Zuhause zu geben. Teilweise weiss ich nach Feierabend nicht, was ich machen soll. Ich frage mich auch immer, was andere eigentlich so jeden Tag machen. Wenn ich an meine Freunde oder Bekannte denke, kenne ich kaum jemanden der ein Hobbie hat, das er mehrmals wöchentlich betreibt aber trotzdem sind viele von denen immer "busy". Irgendwie passt das alles nicht. Wenn ich sage, "Ich habe zuviel Zeit" können das die wenigsten nachvollziehen. Kommt mir das nur so vor weil ich immer so früh Feierabend habe und andere immer viel länger Arbeiten müssen......Und ich stehe dann da wieder und frage mich dann wieder "Womit seit ihr denn so wahnsinnig beschäftigt, dass euer Alltag so erfüllt ist?" Ich möchte auch keine Partnerin als Freizeit Ersatz.

    Was mache ich falsch?

  2. #2
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    Ein Hund ist schonmal eine sehr gute Idee, sofern du dich wirklich verantwortungsbesusst und liebevoll und dauerhaft (vielleicht sogar 20 Jahre) um ihn kümmern kannst. Duch Hunde ist man sehr aktiv und man kommt und Leute.
    Davon abgesehen: Dieses "ich habe keine Zeit" ist natürlich gerade eine Modeerscheinung - und man sollte solche Aussagen nicht immer für bare Münze leben. Es ist derzeit sehr chic beschäftigt zu sein, sagt jemand er habe Langeweile oder nicht viel zu tun, wird das heutzutage leider immer mit Versagen, Faulheit, Unbeliebtheit und Nutzlosigkeit gleichgesetzt.
    Ich persönlich denke, die meisten Leute haben durchaus Zeit, sind aber sehr wählerisch mit dieser Zeit und wie sie sie verbringen wollen. Und unterschätze nicht, dass Leute, die wirklich den ganzen Tag gearbeitet haben, einfach platt und erschöpft und lustlos sind, als dass sie jetzt noch etwas unternehmen wollen. Ich arbeite freiberuflich, habe dementsprechend auch deutlich mehr Zeit als andere, und musste ähnliche Erfahrungen machen wie du. Auch ich kann nicht nachvollziehen, wenn normalsterbliche Menschen einfach "keine Zeit" haben, bzw. sich dermaßen vollknallen mit Aktivitäten, dass sie keine Zeit haben.

    Natürlich gibt es Leute, die haben 1000 Hobbys und Vereine und Sport und Gesangsunterricht und Klavier und Ehrenamt und die und das ... aber ich denke, wie gesagt, dass du meistens, wenn die Leute sagen "Ich habe keine Zeit" es übersetzen solltest mit "Ich habe keine Lust" oder noch wahrscheinlicher mit "Ich habe keinen Antrieb nach meiner Arbeit".
    Und ich denke, das klingt jetzt hart, dass viele Leute sehr wählerisch sind im Umgang mit Menschen und Du und ich womöglich oft nicht die erste Wahl sind. Eine Bekannte war wirklich einmal so ehrlich und hat mir das klippt und klar gesagt: "Benjamin, sei mir nicht böse, aber ich kenne so wahnsinnig viele Leute und ich muss auswählen und es gibt Leute, die mir einfach näher stehen als Du, Benjamin, und daher mache ich in meiner freien Zeit etwas mit denen".

    Das ist hart, aber war wenigstens ehrlich .... und ich denke, so denken viele. Und es ist nicht böse oder arrogant gemeint.

    Zwang und Grübeln bringt da nichts ... und mach Dir immer wieder bewusst: Es geht nicht nur Dir so und es ist (davon gehe ich zumindest aus) nicht deine "Schuld".

    Ab einem gewissen Alter - und das ist das Alter in dem Du und ich sind - ist es schwierig neue Leute kennenzulernen oder alte Freunde zu halten.
    Man plant mehr, man ist auch nicht mehr so neugiert auf andere (habe zumindest ich bei mir und anderen Gleichaltrigen festgestellt). Das Leben ist gesetzter, ruhiger, routinierter -auch ist dann oftmals die Emotionalität aus Beziehungen zu Freunden nicht mehr da wie früher, bzw. findet man neue Freunde schwieriger, weil die Emotionalität oft fehlt. War man in jüngeren Jahren noch begeisterungsfähig und Feuer und Flamme für eine Person, wird ab einen gewissen Altern eher rational entschieden: Bringt die Person Vorteile. Führt sie ein vergleichbares Leben. Passt sie in mein Leben. Ist die Person eine Person, die ich dauerhaft in meinem Leben haben will. Da reicht es nicht mehr, mal ein Bier trinken gehen oder mal einen netten Kinobesuch zu machen.

    Das ist womöglich als "egoistisch" der Anderen anzusehen, aber die ganz normale Entwicklung in dem Alter. 35jährige schließen anders Freundschaft und halten (!) ganz anders Freundschaft, als 20jährige.

    Ich denke, im "Alter" wird es einsamer - und man muss aufpassen, nicht in die "Einsamkeitsfalle" zu tappen, die sehr schnell zuschnappt. Ich bspw. habe keine Kollegen und nur sehr begrenzt Kontakte. Wenn du zwei wirklich Freunde hast, kannst du dich schon glücklich schätzen, auch wenn diese zeitlich "knapp" sind.

    Man sollte dennoch das Ganz ein wenig unverbissen, unverbittert sehen. Statt zu sagen "die sind egoistisch" sollte man vielleicht sagen "die Leben anders" oder "sie haben nun andere Prioritäten". Ist erstmal hart und kann verletzten, letztlich aber i.d.R. der Lauf der Dinge und des Lebens.

    Ich denke, was wirklich hilft, ist ein Betätigungsfeld zu finden, eine Beschäftigung, die einem Spaß macht und durch die man über kurz oder lang Leute kennenlernt, womöglich auch tiefer.
    Zum Beispiel über einen Hund. Zum Beispiel über eine Kirchengemeinde. Oder einen Verein. Das ist natürlich der "Standardrat" aber trotzdem ganz wichtig, damit man nicht in Verbitterung gerät nach dem Motto: "Die anderen mögen mich nicht oder sind egoistisch oder haben keinen Platz für mich".

    Und es hat, weil du ja fragst, auch nichts mit "was mache ich falsch" zu tun.

    Ich hoffe diese Antwort hilft, wie gesagt, wir sind in sehr ähnlichen Situationen.

  3. #3
    Neuling
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    Bringt die Person Vorteile..... also da gebe ich dir vollkommen Recht


    ch denke, was wirklich hilft, ist ein Betätigungsfeld zu finden, eine Beschäftigung, die einem Spaß macht und durch die man über kurz oder lang Leute kennenlernt, womöglich auch tiefer.


    Ich bin ja immer der Meinung, neue Leute bringen neuen Schwung in das Leben oder neue Erfahrungen und Kenntnisse. Aber wenn dann ab 30 nur noch jeder unter seines gleichen bleibt und nur oberflächlich Interesse hat funktioniert das nicht.

    Mit 34 Jahren, welchen Mannschaftssport kann man noch machen außer Fußball?

    Da bin ich auch dran wie z.b mit dem Hund.

  4. #4
    Neuling
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    Ich hab ja nicht gesagt, dass es leicht ist. Vielleicht solltest Du das Ganze etwas lockerer angehen und vor allem (das klingt bei Dir immer durch) ohne Verbitterung und Schuldzuweisungen.

    Immerhin schreibst Du:

    "bringt die Person Vorteile ... gebe ich Dir recht".
    "andere haben nur noch Interesse an oberflächlichen Tätigkeiten"
    "Freundin war empathielos und egoistischen Narzisstin"
    "wir leben in einer egoistischen Gesellschaft" = das denke ich übrigens nicht, siehe aktuell bswp. Corona-Solidarität im Großteil der Bevölkerung
    "Was mache ich falsch?"

    Es geht nicht um richtig oder falsch oder egoistisch oder oberflächlich. Das ist alles immer sehr wertend. Aber Fremde (potentielle Freunde) spüren sowas natürlich und distanzieren sich. Niemand, das ist nunmal so und daran werde weder ich oder du etwas ändern, möchte Negativität in seinem Leben. Du schreibst, du möchtest "Tiefe" in deinen Beziehungen, Freundschaften: Ja, das verstehe ich, will ich auch. Aber das kann man halt vorher nie wissen, ob es dazu kommt. Ob die andere Person dazu bereit ist. Wenn sie es nicht ist, dann ist es auch nicht schlimm. Das ist das von ihr nicht egoistisch oder oberflächlich.

    Man könnte jetzt sagen: Was gibt Dir überhaupt das recht, Tiefe von anderen zu erwarten? Ist das nicht egoistisch?

    Ersteinmal hast du nämlich überhaupt gar kein Recht, dass Menschen Zeit mit Dir verbringen, geschweige denn sich öffenen und "tief werden". Weshalb erwartest du das? Wie kommst du bloß auf die Idee, sowas zu erwarten?

    Weißt du, was ich meine?

    Wenn man das erkannt hat, so war es zumindest bei mir, ist ein Kampf schon gewonnen. Und man hat viel Verbitterung zurückgelassen.

    "Die Liebe / Freundschaft ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, *sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu."

    Ich kann nur dazu raten, aus eigener Erfahrung, locker an die Sache ranzugehen, unverbissen und ohne Schuldzuweisungen, Einschätzungen oder Urteile. Dann kommen die Leute, vielleicht nicht allerbesten Freunde aller Zeiten, verabschiede dich vielleicht von romantischen Freundschaften a la Huckleberry Finn und Tom Sawyer oder Timon und Pumba :-)

    Und ja, vielleicht sind Menschen egoistisch? Vielleicht sind sie nur auf ihren Vorteil bedacht? Vielleicht wollen sie nur von Freundschaften profitieren?
    Das mag stimmen oder nicht - aber daran änderst du nichts, darauf hast Du üüüüüüberhaupt keinen Einfluß. Du wirst das Wesen der Menschen nicht
    ändern. Du kannst nichts erzwingen, aber was du tun kannst, ist weiter offen zu sein, freundlich zu sein, auch bereit sein für "Enttäuschungen".

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