Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 26

Thema: Helfersyndrom

  1. #1
    Nachwuchs Autor
    Registriert seit
    01.10.2016
    Beiträge
    775
    Danke
    30
    349 mal in 239 Beiträgen bedankt

    Standard Helfersyndrom

    Hallo liebe Mitleser und Mitleserinnen,

    heute hatte ich mit einer Kollegin eine Diskussion über das Helfersyndrom.

    Die Grundzüge des Helfersyndroms sind mir bekannt und sind auch auf Wikipedia unter dem einschlägigen Eintrag nachzulesen.

    Was mich vielmehr interessiert, ist die Frage, gibt es für das Helfersyndrom eine "Legaldefinition" (wenn alle Punkte erfüllt sind, spricht man vom Helfersyndrom)?

    Gibt es beim Helfersyndrom nur 0 oder 100 % oder auch abgeschwächte Formen?

    Gehört zum Helfersyndrom auch eine "Überheblichkeit / Arroganz" des Helfenden gegenüber dem "Hilfsempfänger"?

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  2. #2
    Verleger Avatar von Draugr
    Registriert seit
    31.12.2016
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.066
    Danke
    624
    1.385 mal in 951 Beiträgen bedankt

    Standard

    Wenn jemand anderen seine Hilfe ungefragt aufdrängt, ist das meiner Meinung nach immer mit einer Überheblichkeit verbunden bzw das gegenüber wird abgewertet; jedoch denke ich, dass dieses dem übereifrigen Helfer mitunter gar nicht bewusst ist.
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  3. #3
    Verleger Avatar von cats50
    Registriert seit
    06.02.2016
    Beiträge
    5.948
    Danke
    424
    669 mal in 498 Beiträgen bedankt

    Standard

    Diese Überheblickeit gegenüber dem Hilfeempfänger:" Ich weiß am besten was für dich gut ist,ich habe die Lösung,den Königsweg und du musst es genauso
    umsetzen wie ich es sage sonst bin ich tödlich beleidigt." ist in meinen Augen kein Helfersyndrom sondern Dominanzbestreben.
    So tickt meine Ex-Bekannte R. und in abgeschwächter Form auch die Tierheimleiterin.
    Manipulatives aufopfern und Gutmenschentum zum reinen Zwecke der Anerkennungsbeschaffung,damut der andere dann im Gegenzug verpflichtet ist
    zu machen was man selbst will,so hat es meine Schwester praktiziert,sehe ich auch nicht als Helfersyndrom.
    Ein Helfersyndrom ist die Sucht gebraucht zu werden ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit,die eigenen Kräfte,sich nicht abgrenzen,nicht nein
    sagen können,die Zufriedenheit,die Bedürfnisbefriedigung des anderen wichtiger nehmen als sich selbst.
    Dafür war meine vorletzte Ex-Thera die HP ein gutes Beispiel.
    Klar kann ich versuchen
    weniger egoistisch zu denken.
    Ich weiß nur nicht
    was ich davon habe ?

  4. Die folgenden 5 Benutzer bedankten sich bei cats50 für den sinnvollen Beitrag:

    AnnDe (25.11.2019),mobila (23.11.2019),Mona-Lisa (24.11.2019),simonjohannes (23.11.2019)

  5. #4
    Nachwuchs Autor
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.10.2016
    Beiträge
    775
    Danke
    30
    349 mal in 239 Beiträgen bedankt

    Standard

    "Übergriffigkeit und übereifrige Hilfe" sind für mich keine "automatische Überheblichkeit".

    Zur Überheblichkeit / Arroganz gehört für mich, dass man sie gegenüber einem anderen äußert oder einen anderen "negativ vorführt".

    Interessant für mich wäre jetzt noch, ob das "Helfersyndrom" jetzt so etwas ist, wie z.B.: eine Depression (leichte, mittlere, schwere Depression) oder es ist wie eine blutende Wunde (entweder man hat eine oder man hat keine).
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  6. #5
    Schreibkraft
    Registriert seit
    23.11.2019
    Beiträge
    140
    Danke
    27
    18 mal in 18 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von simonjohannes Beitrag anzeigen
    Interessant für mich wäre jetzt noch, ob das "Helfersyndrom" jetzt so etwas ist, wie z.B.: eine Depression (leichte, mittlere, schwere Depression) oder es ist wie eine blutende Wunde (entweder man hat eine oder man hat keine).
    Ein Helfersyndrom ergibt ja eigentlich nur im professionellen Rahmen Sinn, also wenn eine Person innerhalb ihres Helferberufs über Gebühr arbeitet. Denn Menschen, die gern Helfen, machen das zu ihrem Beruf. Dann gibt es noch Spielarten, wie das Münchhausen-Syndrom, wo jemand auch gebraucht werden möchte.

    Ich glaube, es gibt keine Menschen mit generellem Helfersyndrom. Das ist meiner Meinung nach nur auf einige wenige Menschen bezogen, wo vielleicht auch so etwas wie Statusprobleme hineinspielen. Zumindest kenne ich keine Menschen, mit Helfersyndrom. Die Personen, die überhaupt in der Lage sind zu helfen, sind schon wenige und wenn, dann sind das hochfunktionale Empathen. Sicher keine Übergriffigkeit.

  7. #6
    Verleger Avatar von Mirjam
    Registriert seit
    22.06.2015
    Beiträge
    6.675
    Danke
    4.307
    3.431 mal in 2.347 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich habe in meinem direkten Umfeld eine Person, die ein Helfersyndrom hat. Wenn ich geschrieben hätte “daran leidet“, dann wäre das sachlich nicht zutreffend.....zumindest ist ihr das Krankhafte nicht bewusst.

    Ihr Nutzen daraus, ist Wertschätzung. Nicht nur von außen, sondern sich selbst gegenüber. Um ihrer selbst Willen kann sie sich offenbar nicht mögen/lieben.

    Weiterhin vermute ich, dass Einflussnahme auf die betreffenden Personen eine Rolle spielen könnte.

    Mein Therapeut hat dafür folgende Formulierung verwendet : “ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis aufbauen.....“

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (25.11.2019)

  9. #7
    katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita
    Gast

    Standard

    Diese Überheblickeit gegenüber dem Hilfeempfänger:" Ich weiß am besten was für dich gut ist,ich habe die Lösung,den Königsweg und du musst es genauso
    umsetzen wie ich es sage sonst bin ich tödlich beleidigt." ist in meinen Augen kein Helfersyndrom sondern Dominanzbestreben.
    Ein solches Dominanzbestreben kann sich durchaus hinter einer vorgeblich aufopfernden Haltung des Helfenden verbergen. In der Konstellation passiert es, dass der Helfende tatsächlich der Meinung ist, doch alles für den Hilfebedürftigen zu tun, dieser ist jedoch einfach nicht fähig, nicht in der Lage ist, seine Hilfe richtig umzusetzen.

    Auch hier kann dann das Phänomen des "Helfersyndroms" vorliegen. Das sich dahinter verbergende Dominanzbestreben dürfte seine Ursache in der persönlichen Geschichte des Helfenden haben. Jemand, der nach Dominanz, Macht strebt und fordert, dass andere ihm gegenüber folgsam sind, hat unter Umständen eigene Missbrauchserfahrungen in welcher Art auch immer gemacht, die damit verbundene Ohnmacht abgespaltet und nicht entsprechend aufgearbeitet/ verarbeitet.

    Diese Form der Hilfe orientiert sich in keiner Form an den Hilfeempfänger. Holt ihn nicht mit ins Boot, um ihn zu befähigen. Berücksichtigt weder seine Probleme noch seine Ressourcen. Kann es auch nicht, da der Helfende ausschließlich sich selbst im Blick hat. Die Hilfe hier zum Selbstzweck wird.

    Diese Hilfeprozesse müssen in der Zusammenarbeit scheitern. Das Schlimme in dem Fall ist, dass hierbei aus Sicht des Helfenden immer der Hilfebedürftige der Schuldige ist. Nicht nur, dass dem Menschen, der Hilfe benötigt, keine tatsächliche Hilfe erfährt. Er ist auch noch selbst Schuld, dass ihm nicht geholfen wurde.

    In solchen Fällen sind, so meine Beobachtungen, auch professionelle Helfer tatsächlich verzweifelt, wenn sie feststellen, dass die Hilfe nicht ankommt. Dass die Zusammenarbeit zu keinen positiven Veränderungen führt.

  10. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (25.11.2019),Helma (25.11.2019),Mirjam (24.11.2019)

  11. #8
    Schreibkraft
    Registriert seit
    23.11.2019
    Beiträge
    140
    Danke
    27
    18 mal in 18 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Mirjam Beitrag anzeigen
    Mein Therapeut hat dafür folgende Formulierung verwendet : “ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis aufbauen.....“
    Wenn ich so lese, was Therapeuten äußern, da kann ich nur den Kopf schütteln über so viel Grandeur. Ich finde, Menschen sind gar nicht so berechnend und wenn, dann wäre das doch heimtückisch: ich helfe, damit du mir was schuldest. Wie verbogen ist das denn? Es ist doch eher so: Menschen kriegen kaum was geregelt und bitten mich um Hilfe. Was sollen solche Menschen denn machen? Nicht helfen?

Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Umgang mit Helfersyndrom
    Von Akronym im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 14.02.2018, 09:47
  2. Helfersyndrom!
    Von Hannah86 im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 23.07.2012, 22:16
  3. Egomanie und Helfersyndrom
    Von mera1 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.04.2012, 19:07
  4. Helfersyndrom!!!
    Von girly87 im Forum Zwänge
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 26.12.2011, 17:31
  5. Helfersyndrom?
    Von paparatzi im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 31.05.2009, 12:33

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •