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Thema: Ich bin einfach zu nett?

  1. #1
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    Standard Ich bin einfach zu nett?

    Hi,

    schon wieder war ich einfach viel zu nett und was bringt es mir? Nichts.

    Wir haben heute über unsere Arbeitszeit diskutiert, wer etwas länger bleibt, hat sich keiner bereit dazu erklärt. Obwohl ich um 7 Uhr da bin, bin ich bis 17 Uhr geblieben, die anderen sind schon um 16 Uhr abgehauen.
    Davor gab es halt eine große Diskussion, damit ich mich daraus klinken kann, habe ich dann einfach gesagt. Na gut, ich bleibe jeden Tag bis 17 Uhr, damit die anderen früher Feierabend machen können.

    Warum mach ich das? Was habe ich nur aus meinem Leben gelernt, wer zu nett ist, wird nur verarscht und hat davon nichts. Ich will mich doch gerne verändern, gerne zum größten A***** der Welt werden, mir purer Ignoranz und Selbstverliebheit, mit dem Gedanken, ist mir doch egal, ob andere das gefällt. Warum schafft man das einfach nicht? Ich will nicht mehr der Nette sein.
    Ich bin ein wertloser Id***. - 31.12.2019

  2. #2
    Verleger Avatar von Draugr
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    Mit Nettigkeit hat das meiner Meinung nach aber nichts zu tun; entweder bist du zu bequem oder dir fehlt es an Selbstbewusstsein.
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  3. #3
    Marianna
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    Ich glaube auch, dass es nicht der richtige Begriff ist. Mir fällt dazu eher "zu brav/ zu artig" ein (soll nicht blöd gemeint sein).

    Ps
    Hast du eigentlich einfach nicht gewagt, auch nein zu sagen, oder hast du dir was gewünscht, insgeheim, dafür, dass du länger bleibst?

  4. #4
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
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    Ich glaube auch nicht, dass das Problem die Nettigkeit ist. Aber wie auch in anderen Threads kommst du immer wieder darauf zurück, obwohl ich das, was du schreibst oft eher wenig nett finde. Es ist durchaus möglich nett zu sein und sich dennoch abzugrenzen, zu sagen, dass man früher nach Hause gehen möchte aus Grund xy.
    Ich denke auch, dass es eher am Selbstbewusstsein mangelt. Daran, dass du selbst spürst, was du möchtest und dich dann auch dafür einsetzt.
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  5. #5
    Roman Verfasser
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    Hallo prkda,

    der erste Schritt ist zu klären, warum Du "ja" sagst, wenn Du nein sagen willst, aber das ist ein Prozess, den Du nur allein für dich klären kannst.

    1) Liebst Du die Arbeit so sehr, dass Du wirklich gerne länger bleibst?

    2) Wie lange müsst ihr denn vertraglich arbeiten? Bekommst Du mehr Geld, wenn Du länger bleibst oder habt ihr ein "Zeitkonto" bei dem Dir die Zeit gutgeschrieben wird und Du dadurch zusätzlichen Urlaub hast?

    3) Flüchtest Du davor Zeit zu Hause zu verbringen?

    4) Hast Du Angst, "nein" zu sagen, weil man von Dir ein "ja" erwartet oder ist dir ein "Nein" einfach unangenehm, weil dann deine Kollegen selber arbeiten müssen?

    5) Hast Du Angst davor, durch ein "nein" bei deinen Kollegen unbeliebt zu werden, weil sie Dich für dein "ja" mögen?

    Du musst Dir überlegen was der Grund ist. Ich ertappe mich selber auch immer wieder dabei, dass ich um des "lieben Friedens willen" lieber "ja" wie "nein" sage. Das machen viele Menschen so und da sind wir beide in guter Gesellschaft.
    Nur gibt es leider auch viele Menschen, die das für sich ausnutzen. Auch ist es so, dass man nicht gleich oder gar nicht merkt, dass man da "ausgenutzt" wird. Es ist auch nicht schlimm, wenn man ab und zu "ja" sagt und etwas für andere macht, wenn man selbst die Zeit dazu hat.

    Leider ist es dann aber oft so, dass man "ja" sagt, egal ob man selber gerade Zeit hat oder nicht. Es hat auch auch nichts damit zu tun, zu einem Axxxxx zu werden, wenn man "nein" sagt.

    "Nein" zu sagen ist auch ein Schutz, gegen Ausnutzung und Überlastung.

    "Nein", kann man auf mehrere Arten sagen.
    1) Unvermittelt und direkt das Wort "NEIN" (mit oder ohne Begründung) und den anderen damit (mehr oder weniger höflich) "vor den Kopf stoßen"
    2) Konstruktiv und verständnisvoll und eventuell erst gar nicht das Wort "Nein" in den Mund nehmen.

    Manchmal gibt es auch "Kompromisse" / andere Lösungswege, wenn Du kostruktive "Gegenvorschläge" bringst.

    Ich gebe Dir mal mehrere Beispiele:

    Eine Kollegin, der Du zum gefühlten 1.000sten mal erklärst, wie Sie etwas machen muss kommt zu Dir und frägt, od Du <das> für Sie erledigen kannst, weil Sie es immer noch nicht verstanden hat.
    1) Nein, (Begründung)
    2) Frau <Name>, wir können uns gerne jetzt (ggf. andere Zeitangabe, wenn grade keine Zeit dafür ist) zusammensetzen und das gemeinsam durchspielen. Ich kann Ihnen gerne auch eine Anleitung dazu erstellen, damit Sie es das nächste mal ohne meine Hilfe erledigen können.

    Die Kollegen fragen, ob Du etwas für die Weihnachtsfeier organisieren könntest (und dir graust es davor, weil Du dann "alles allein" machen musst)
    1) Nein, (Begründung)
    2) Wenn Sie dafür <irgendetwas anderes bei der Organisation d. Weihnachtsfeier / einen bestimmten Teil deiner Arbeit > übernehmen würden, werde ich mir (gerne) die Zeit für ..... nehmen.

    Jemand möchte Dir etwas telefonisch verkaufen
    1) Nein, (ggf. Begründung - auflegen)
    2) Danke für Ihr Angebot, aber ich habe dafür keinen Bedarf.

    Nein sagen kann man lernen und selbst wenn man es lernt, fällt man manchmal doch auf manche Masche herein und es fällt zum Teil trotzdem schwer. Da sitze ich (zum Teil) mit Dir im selben Boot.

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei simonjohannes für den sinnvollen Beitrag:

    Malembe (20.11.2019),prkda (20.11.2019)

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