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Thema: Ich bin zu selbstständig - wieso sorgt sich keiner um mich?

  1. #9
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Hallo Smilaa,

    wie war das vielleicht mit zehn oder zwölf? Warst du da auch schon überdurchschnittlich selbstständig?

    Darf ich fragen, wie alt du warst, als deine Eltern sich getrennt hatten?

    Wie sieht das “Kümmern“ um deine Mutter konkret aus? Könntest du zum Beispiel zwei Wochen problemlos wegfahren?

    Hat sie sich nach der Scheidung stark auf dich fokussiert, dich vereinnahmt?

    LG - Mirjam

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  3. #10
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    Menschen, die stark sind und selbständig, ihre Sachen selber in die Hand nehmen und regeln, bekommen alle (früher oder später...) dieses Gefühl. Niemand scheint es anzuerkennen, wenn bei einem Menschen alles gut läuft, weil er sich selbst, seinem Wohbefinden etc. nicht den Vorrang gibt, sondern dem Gelingen der Sachen, des Alltags und des Lebens allgemein.

    Während dessen beobachtet man, dass Menschen, die das Gegenteil machen (sich selbst Vorrang geben - dafür dann eher mal Sachen schleifen lassen) meist über Helfer verfügen, über Unterstützung. Dadurch entsteht der Eindruck, diese Variante würde eher anerkannt und auch belohnt werden.

    Falls Du dieses Problem siehst, würde ich Dir dazu raten, öfter mal mit Menschen der älteren Generation zu sprechen. Hier wirst Du feststellen, dass es Anerkennung für Deine Art des Lebens gibt und auch Mitgefühl, Lob, Respekt für die Anstrengungen (weil die ältere Generation vielfach auch so gelebt hat und es somit nachfühlen kann.)

    Wenn Anerkennung ausbleibt, genügt vielfach ein Wechsel der Umgebung. Für nahezu jeden real gelebten Lebensentwurf gibt es eine dazu passende Umgebung. Da geht man einfach hin und schon wird man akzeptiert, es gibt Anerkennung und Hilfe. Diesen Weg halte ich für einfacher, als es "umgekehrt" zu versuchen und sich selbst, sein Wesen, seinen Lebensentwurf einer bestimmten Umgebung anzupassen.
    Geändert von Arbeiter (02.04.2017 um 11:05 Uhr)

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    Mondstaub (02.04.2017),willow (02.04.2017)

  5. #11
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    Wobei es auch viele Leute gibt, denen es weniger gut geht, denen manche Dinge weniger gut gelingen,...und die ziemlich einsam sind. Nur mal am Rande auch noch angemerkt.

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    Rainer-JGS (02.04.2017)

  7. #12
    Mariposa
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    Zitat Zitat von Smillaa Beitrag anzeigen
    Hej Mariposa,

    danke für deine Nachricht so früh am Morgen!

    Wie meinst du das genau: "Hast du schon einmal drüber nachgedacht ob es vllt sein kann, dass du ggü anderen Menschen nicht gern "Verantwortung" i.S.v. "etwas zurückgeben" übernimmst?" ?

    Meiner Mama geht es schon seit circa 2 Jahren nicht so gut, so stark aber erst seit einem 3/4 Jahr. Naürlich bin ich auch für sie da, gar keine Frage. Und jetzt komplett Lösen möchte ich natürlich auch nicht. Nur momentan ist sie sehr ich-bezogen und das raubt mir unheimlich viel Kraft, die ich eig für Uni und Arbeit aufbringen muss. An Liebe hat es mir, trotz Scheidungskind, nicht gefehlt.
    Mir sind diese Gedanken bzgl "Verantwortung übernehmen" deshalb gekommen, weil ich schon öfters anderen nahestehenden Menschen in schwierigen Situationen beigestanden habe, ich aber dann von einer Person dafür kritisiert wurde, ich solle mich schonen, ich brauche für mich selbst und meine Belange auch Energie, und verschwende einen Teil meiner Kraft für andere.
    Für mich ist das allerdings keine Verschwendung, denn solche Unterstützung findet insgesamt gesehen ja nicht nur ein eine Richtung statt; umgekehrt erfahre ich ebenfalls Unterstützung wenn ich sie brauche.
    Und dann etwas später ist mir aufgefallen, dass diese Person eben anders tickt als ich: es wird gern "genommen", aber nicht gern gegeben, wenn im Umfeld Probleme auftauchen wird die Flucht angetreten, sich zurückgezogen...
    Ich will dir das nicht unterstellen, du bist nicht verantwortlich für deine Mutter.
    Stark niedergeschlagene Menschen neigen manchmal dazu nur noch ihre eigenen Belange im Kopf zu haben, vllt ist das bei deiner Mutter momentan so.
    Ich bin ja sicher im Alter deiner Mutter, und bin selbst auch Mutter, deshalb denke ich, dass es letzten Endes auch die Liebe und Fürsorge deiner Mutter war, dass du befähigt wurdest zu einer jungen Frau zu werden, die fest mit beiden Beinen im Leben steht, keine Unterstützung nötig hat, dass du studieren kannst weil du die Voraussetzungen dafür erhalten hast, also kein bildungsfernes Elternhaus, dein Ehrgeiz ist entwickelt worden, du hast erfolgreich vermittelt bekommen welche Dinge im Leben wichtig sind etc.
    Was du über deine Mutter schreibst klingt eig nicht so als ob sie egoistisch wäre, ich hoffe also dass es nur eine ungünstige Phase in ihrem Leben ist, dass sie sich verstärkt mit dir über ihre Probleme austauschen möchte.
    Über "Loslösen", auch im kleineren Umfang, würde ich an deiner Stelle jetzt weniger nachdenken, selbstverständlich sollte aber dein Studium nicht wegen deiner Mutter gefährdet werden.
    Das richtige Maß zu finden, wann dir zu viel Energie wg deiner Mutter verloren geht ist sicherlich nicht leicht.
    LG Mari (privat)

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    Rainer-JGS (02.04.2017)

  9. #13
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    Zitat Zitat von Arbeiter Beitrag anzeigen
    Menschen, die stark sind und selbständig, ihre Sachen selber in die Hand nehmen und regeln, bekommen alle (früher oder später...) dieses Gefühl. Niemand scheint es anzuerkennen, wenn bei einem Menschen alles gut läuft, weil er sich selbst, seinem Wohbefinden etc. nicht den Vorrang gibt, sondern dem Gelingen der Sachen, des Alltags und des Lebens allgemein.

    Während dessen beobachtet man, dass Menschen, die das Gegenteil machen (sich selbst Vorrang geben - dafür dann eher mal Sachen schleifen lassen) meist über Helfer verfügen, über Unterstützung. Dadurch entsteht der Eindruck, diese Variante würde eher anerkannt und auch belohnt werden.
    Und genau so ist es.

    Es ist einsam an der Spitze, sagte mal ein guter Freund. Nicht nur die Tatsache, dass man alles für sich regeln und lösen kann, sondern auch das die Menschen, die es gern einmal schleifen lassen, erwarten, dass man -gerade weil man so ein toller "Macher" ist- Ihnen auch noch unter die Arme greift. Es lädt einem mehr Verantwortung auf, als man überhaupt will und wahrscheinlich auch, als es gesund ist.

    Dabei vergessen die Leute, auch wenn man stets alles schafft und regelt, selbst mal zu fragen, wie es läuft. Auch wenn man keine Hilfe benötigt, möchte man doch das Interesse von dem Gegenüber erhalten.

    Mir geht's ähnlich wie Dir, Smilaa.

    Es ist schwierig anderen Leuten und gerade der Mutter zu sagen, wenn etwas nicht ok ist oder man sich nicht mehr wahrgenommen fühlt, weil es nur noch um die Last des anderen geht und man selbst kein "Umsorgen" erhält.

    Wenn Du diesbezüglich nicht mit ihr sprechen kannst, kannst Du dennoch mal versuchen, mit ihr mehr über Dich zu reden. Du könntest versuchen ihr ein Thema aus Deinem Leben zu berichten und schaust wie sie darauf reagiert. Wird weiterhin über Dich gesprochen oder lenkt sie das Gespräch wieder auf sich selbst?!

    Die Menschen vergessen oft, dass "Macher" auch Gefühle haben..so hab ich es zumindest empfunden.

    Gruss willow
    wir können in des anderen Augen uns selbst sehen

    -wie die Dinge sich wohl anfühlen, wenn sie denn noch ganz wären-

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    Mirjam (02.04.2017),Rainer-JGS (02.04.2017)

  11. #14
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    Zitat Zitat von willow Beitrag anzeigen
    Die Menschen vergessen oft, dass "Macher" auch Gefühle haben..so hab ich es zumindest empfunden.
    Das hab ich sogar im Partnerschaftlichen erlebt. Aus dem Umstand, dass sie mich liebt und mich als ihren Partner wählte, schloß sie -> Ich bin "stark". Somit nicht schützenswert, sie muß mit mir kein Mitgefühl haben, sie kann mich mit Verletzendem konfrontieren.

    Analog dazu sah sie diejenigen Männer, die sie nicht wollte, verließ, abwies oder verschmähte, als die "Schwachen". Mit denen muss sie Mitgefühl haben, behutsam mit ihnen umgehen, nachsichtig sein, niemals was Verletzendes sagen etc.

    In diversen Bereichen des Lebens wird das so gesehen und auch so gehandhabt.
    Geändert von Arbeiter (02.04.2017 um 13:52 Uhr)

  12. #15
    Roman Verfasser Avatar von Pluto
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    Und dann gibt es aber auch noch die Kinder, die schnell erwachsen werden mussten, weil sich nie jemand um sie gekümmert hat. Die kriegens zwar hin und sind zum Teil sogar (sehr) erfolgreich, wenn sie sich in der Schule gut angepasst haben, bezahlen aber einen hohen Preis. Anscheinend ist es hier nicht so?!
    Geändert von Pluto (02.04.2017 um 18:18 Uhr)

  13. #16
    Roman Verfasser
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    Ich würde sagen, dass das in meinem Fall eher die Erwartungen einiger weniger Personen waren. Meine Kindheit soll so gewesen sein... Meine Schulzeit soll so gewesen sein... usw. Ich kann diese Erwartungen nicht erfüllen, weil es schlichtweg nicht so war. Ich war schließlich dabei, ich müsste das wissen. Auch heute bin ich selber dabei und weiß, wie ich mich fühle. Irgendwelche Versuche, die Erkenntnis in einen rein zu pflanzen, dass das eigene Leben in Wahrheit gar nicht schön ist, sondern Mist und auch früher nichts schön war, sondern in Wahrheit alles ganz schrecklich, verstehe ich nicht. Was soll sowas ? Auch was die Arbeit angeht, verdammt das ist mein Traum, ich liebe das. Ich würde es sogar umsonst machen. Für mich ist es furchtbar gewesen, mit dieser unerfüllbaren Erwartung konfrontiert zu werden, Arbeit als Last zu sehen, als Plage. Es ist mir auch nicht möglich, ein Haus als Last und als Plage zu sehen, weil man in einer Mietwohnung frei ist, flexibel und nichts selber machen muss. Wenn ich dauerhaft mit unerfüllbaren Erwartungen dieser Art konfrontiert bin (und es gibt verdammt viele dieser Art...), werde ich auf lange Sicht krank. Das möchte ich nicht, denn niemand ist zu dem Zweck geboren, sich selbst zu verleugnen, nur um es anderen recht zu machen oder passend zu anderen zu sein, finde ich.
    Geändert von Arbeiter (02.04.2017 um 19:21 Uhr)

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