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Thema: Ich bin zu selbstständig - wieso sorgt sich keiner um mich?

  1. #1
    Smillaa
    Gast

    Idee Ich bin zu selbstständig - wieso sorgt sich keiner um mich?

    Hallo,

    ich führe eig ein sehr gutes Leben. Ich arbeite, studiere, habe eine eine Wohnung, tolle Familie, einen Freund.
    Ich bin sehr selbstständig, finanziere mich größtenteils selbst und regeln immer alles. Keiner macht sich Sorgen. Wieso auch. Läuft ja alles.

    Meine Arbeit, oder das, was ich tue (Klempner rufen, arbeiten, Sachen regeln...) wird als selbstverständlich angenommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich erst Anfang 20 bin und ich nicht finde, dass das alles selbstverständlich ist. Gleichaltrige Bekannte bekommen das meistens alles nicht so gut geregelt. Irgendwas läuft immer falsch bei denen.

    Wieso will ich dafür so anerkannt werden? Wieso will ich, dass sich auch mal jemand um mich sorgt? Gibt es da eine psychologische Erklärung für?

    Vielleicht kann mir einer helfen!

  2. #2
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    Mitterfels in Niederbayern
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    61 mal in 44 Beiträgen bedankt

    Standard Herzlichen Glückwunsch zu Deinem so überaus guten Leben!


    Hallo, liebe Smilla,
    Du bist in einer äußersten beneidenswerten Situation - jung, gesund, gescheit, gebildet, geliebt mit genug Geld, einem Liebesfreund und einer Dich liebenden Herkunftsfamilie!

    Du hättest also allen Grund überaus dankbar und glücklich zu sein!

    Darüber hinaus lebst Du im beliebtesten, reichsten, sozialsten und dem am besten organisiertesten Lande der Welt!

    Also, was willst Du eigentlich noch mehr?

    Das einzige, was mir bei Dir zu fehlen scheint, ist echte, tiefe Dankbarkeit dem Leben und Gott gegenüber und die Frage: "Wie könnte ich meine Dankbarkeit für das großartige Geschenk dieses wunderbare Lebens am besten zum Ausdruck bringen?"

    Frage also besser nicht, was Du noch vom Leben zu bekommen hättest, sondern was Du dem Leben, Deinem Land und Deinem Mitmenschen geben könntest, um dieses unverdiente Geschenk wenigstens ansatzweise zu würdigen!

  3. #3
    Neuling
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    Beiträge
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    2
    4 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Smilaa,

    ich stimme mit Rainer-JGS nicht überein. Es hilft nichts, Leuten ein schlechtes Gewissen einzureden, weil es ihnen gut geht. Ich nehme an, Smilaa weiß, wie gut es ihr im Vergleich zu vielen anderen geht und genau stellt sie diese Frage. Weil sie nicht weiß, warum sie trotzdem so fühlt und ob sie überhaupt das Recht dazu hat.

    Liebe Smilaa, ich kenne deine Situation ja nicht. Viele Leute, die sich über ähnliches beschweren, tun das ja genau deshalb, weil sie unselbstständig sind. Grundschüler. Menschen, die daran gewohnt sind, alles gleich zu bekommen. Die erwarten oft, dass man ihnen alles auf Händen trägt. Bei dir ist das ja anscheinend nicht so, da du dein Leben selbst in der Hand zu haben scheinst. Für mich klingt deine Frage ein bisschen so, als würdest du dich einsam fühlen, unsicher, in der Luft schwebend. Ohne Sicherheitsnetz. Was wäre, wenn du das alles, was du jetzt tust, plötzlich nicht mehr tätest? Vielleicht hast du Angst, dass dann alles zusammenbrechen würde. Dass du auf dich allein gestellt bist. Vielleicht ist dir die Last zu groß, du spürst eine zu große Verantwortung, obwohl es Leute in deinem Leben gibt, die dir helfen könnten. Vielleicht liege ich falsch, korrigiere mich bitte.

    Ich finde, dass es für eine Anfang Zwanzigjährige schon etwas Besonderes ist, das eigene Leben so zu meistern und ich glaube auch, dass so etwas Anerkennung erfordert. Das lernt man schließlich nicht in der Schule, man wird völlig unvorbereitet hineingestoßen. Und es braucht Mut dazu, plötzlich selber für alles verantwortlich zu sein.

    Es ist auf keinen Fall falsch, wenn du dich nach Anerkennung sehnst, natürlich solange das in gesunden Maßen abläuft. Hast du schon mal versucht, darüber zu reden? Dass es anstrengend ist, dass du über dies und das diese Woche besonders stolz warst? Dass dir der Job Sorgen macht? Das würde dir vielleicht schon etwas Ballast von den Schultern nehmen und den anderen zeigen, dass du mehr als eine gut funktionierende Maschine bist.

    Und, du darfst diese Seite von dir zeigen, die unsichere oder unzufriedene Das tun andere auch.

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Niagara für den sinnvollen Beitrag:


  5. #4
    Smillaa
    Gast

    Standard

    Vielen Dank für beide Beiträge. In der Tat, ich bin überaus dankbar für mein Leben uns bin mir auch meiner Situation bewusst. Trotzdem geht es mir nicht gut, daher habe ich dieses Forum genutzt!

    Ich habe gestern noch ein mal lange über meine Worte nachgedacht und wohl gemerkt, woran es liegt. Du hast total recht, Niagara, mit dem was du schreibst. "einsam, in der Luft schwebend". Dazu kommt die Verantwortung. Meine Mutter befindet sich momentan in einer sehr schwierigen Situation. Sie ist alleine, unsicher, im Job unzufrieden und mit sich selbst. Für alles möchte sie Anerkennung und Bestätigung haben und fragt mich immer um Rat und erzählt mir jede noch so gut gelaufene Kleinigkeit. Verstehe mich nicht falsch, ich liebe meine Mama unendlich doll und ich freue mich, wenn etwas bei ihr gut läuft. Aber ich bekomme für wenig Anerkennung, einfach weil es bei mir immer lief. Ich übernehme gerade ihre Rolle und ich finde, das ist nicht meine Aufgabe. Parentifizierung? Ich möchte ihr das halt auch alles so ungern sagen, weil ich sie nicht traurig machen möchte. Ich bin die einzige Person, der sie das alles erzählt. Und Verbesserungsvorschläge oder ähnliches überhört sie meist. Das macht es so anstrengend und so wiederholend.

    Ich glaube, dass hier mein Schwerpunkt liegt und ich muss einen Weg finden, mich von meiner Mutter mehr zu lösen - bzw. sie von mir - ohne dass ich sie verletzte.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Smillaa für den sinnvollen Beitrag:

    Rainer-JGS (02.04.2017)

  7. #5
    Mariposa
    Gast

    Standard

    Hallo Smillaa,

    dass es deiner Mutter nicht gut geht, ist das bei ihr eher ein Dauerzustand, oder nur vorübergehend?
    Dass du dich ablösen solltest ist richtig, falls es ihr nur momentan nicht gut geht ist das jetzt vllt der falsche Zeitpunkt.
    Hast du schon einmal drüber nachgedacht ob es vllt sein kann, dass du ggü anderen Menschen nicht gern "Verantwortung" i.S.v. "etwas zurückgeben" übernimmst?
    Oder hast du das Gefühl dass deine Mutter ein ich-bezogener Mensch ist und deshalb das, was du leistest, kaum anerkennt, in dem Fall könnte es dir an Liebe fehlen oder schon immer gefehlt haben, was deine Mutter betrifft...
    LG Mari (privat)

  8. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Mariposa für den sinnvollen Beitrag:

    Mirjam (02.04.2017),Rainer-JGS (02.04.2017)

  9. #6
    Smillaa
    Gast

    Standard

    Hej Mariposa,

    danke für deine Nachricht so früh am Morgen!

    Wie meinst du das genau: "Hast du schon einmal drüber nachgedacht ob es vllt sein kann, dass du ggü anderen Menschen nicht gern "Verantwortung" i.S.v. "etwas zurückgeben" übernimmst?" ?

    Meiner Mama geht es schon seit circa 2 Jahren nicht so gut, so stark aber erst seit einem 3/4 Jahr. Naürlich bin ich auch für sie da, gar keine Frage. Und jetzt komplett Lösen möchte ich natürlich auch nicht. Nur momentan ist sie sehr ich-bezogen und das raubt mir unheimlich viel Kraft, die ich eig für Uni und Arbeit aufbringen muss. An Liebe hat es mir, trotz Scheidungskind, nicht gefehlt.

  10. #7
    mops
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Smillaa Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich führe eig ein sehr gutes Leben. Ich arbeite, studiere, habe eine eine Wohnung, tolle Familie, einen Freund.
    Ich bin sehr selbstständig, finanziere mich größtenteils selbst und regeln immer alles. Keiner macht sich Sorgen. Wieso auch. Läuft ja alles.

    Meine Arbeit, oder das, was ich tue (Klempner rufen, arbeiten, Sachen regeln...) wird als selbstverständlich angenommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich erst Anfang 20 bin und ich nicht finde, dass das alles selbstverständlich ist. Gleichaltrige Bekannte bekommen das meistens alles nicht so gut geregelt. Irgendwas läuft immer falsch bei denen.

    Wieso will ich dafür so anerkannt werden? Wieso will ich, dass sich auch mal jemand um mich sorgt? Gibt es da eine psychologische Erklärung für?

    Vielleicht kann mir einer helfen!
    Der Mensch vergleicht sich gerne mit anderen Menschen!
    Der Vergleich von dir und den Gleichaltriegen, die es nicht so gut hinbekommen wie DU!
    Wobei der Vergleich auch wieder dazu führt, warum du dich so glücklich fühlst. Das bei dir im Leben vieles besser läuft, als bei anderen Menschen.


    gruss mops

  11. Der folgende Benutzer bedankte sich bei mops für den sinnvollen Beitrag:

    Rainer-JGS (02.04.2017)

  12. #8
    Wanderseele
    Gast

    Standard

    Bei mir kommen beim Lesen folgende Gedanken (allgemein, ohne zu sagen, dass es in diesem Fall hier so und so ist. Vielleicht sind aber ein paar Denkansätze dabei, die weiter helfen können, das Thema "aufzudröseln").

    Zum Einen: Ist es mehr ein "Ich würde gerne, dass sich um mich jemand Sorgen macht (obwohl es bei mir gut läuft?)" oder ist es mehr ein "Ich hätte gerne, dass man jemand nachfragt, wie es mir geht (auch wenn es gut läuft)"?
    Das ist vielleicht eine Definitionssache von "Sorgen machen". Sorgen machen, weil es Schwierigkeiten gibt oder eben einfach auch nur mal fragen, wie es einem geht?
    Es mag in Einzelfällen sogar Menschen geben, die eifersüchtig auf andere sind, um die sich, zumindestens nach Außen hin, mehr "gesorgt" wird, als wie es einem selbst erlebt. ...und das "nur" weil es einem selbst besser geht? Warum sorgt sich ein Menschen um einen anderen? Weil er Sorge um ihn hat, weil es ihm nicht gut geht?...oder einfach, weil er jemanden gerne mag und fragen will, wie es ihm geht?

    Zum Anderen: Denkt man, dass andere Menschen anders reagieren sollten und man selber so und so reagieren sollte (Mutter mehr Verantwortung übernehmen, man selber kann; Parentifizierung?) oder fühlt man es wirklich so? Also will man sich mehr um die Mutter sorgen oder denkt man, dass man es tun sollte? Denkt man, dass man zuviel Verantwortung für die andere übernimmt oder ist es wirklich so, fühlt es sich so für einen an? Hat man ein bestimmtes Bild davon, wie etwas sein sollte und bewertet Situationen danach oder fühlt man es wirklich so?

    Hat man Angst, dass sich irgendwann niemand mehr um einen kümmert, wenn es einem "nach Außen" hin, "zu gut geht"...oder kann man sich auch vorstellen, dass andere auch froh, beruhigt sind, dass es....dem Kind, der Nichte, der Schwester, der Freundin, der Enkelin,....gut geht,...und das nicht gleichbedeutend heißt, dass man nie wieder danach gefragt wird, wie es einem geht oder dass man jemanden ansprechen kann, wenn es einem nicht so gut geht?

    Leben ist ja wandelbar. Vielleicht geht es eine Weile der Mutter besser, als der Tochter, vielleicht auch anders herum. Ähnlich lässt sich das mit Freunden, Geschwistern, etc. drehen.
    Kann man für den Moment sehen, dass die Mutter mehr braucht, auch an Zuspruch und Anerkennung? Hat man das anders herum von der Mutter früher bekommen?
    In wie weit sieht man "Mutter und Tochter" und in wie weit "Mensch und Mensch"?
    Wo ist der gefühlte Grad (nicht das gedachte, wo man denkt, dass es sein soll) zwischen "Ja, ich möchte und kann etwas geben" und "Ja, jetzt brauche ich mal etwas mehr Zeit für mich"?...und wie lange können diese Zustände anhalten? Welcher Weg ist richtig für einen?

  13. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Wanderseele für den sinnvollen Beitrag:


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