Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Ich muss Menschen, die ich liebe, wehtun.. Aber ich will es gar nicht!

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    19.05.2020
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Ausrufezeichen Ich muss Menschen, die ich liebe, wehtun.. Aber ich will es gar nicht!

    Guten Abend liebe Community Mitglieder,

    ich habe mich heute in diesem Forum registriert, um vielleicht einen Rat von Euch zu bekommen.

    Ich versuche, das Ganze so verständlich und dennoch kurz wie möglich zu gestalten.

    Mein Freund und ich sind seit einem Jahr zusammen und haben in letzer Zeit häufiger Stress. Das Problem ist nur, dass ich eine extrem unsoziale und toxische Art habe, zu streiten. Ich picke mir Sachen raus, von denen ich weiß, dass sie ihn verletzen. Ich fühle mich selbst nämlich verletzt und sehe das als Angriff bzw. als Ablehnung und will meinem Gegenüber dafür das Gleiche antun. Ich bin wirklich ziemlich gemein, dabei will ich es gar nicht sein. Ich MUSS es sein, ich zwinge mich irgendwie dazu. Dort fallen beispielsweise Sachen wie "wenn du weiter so egoistisch bist, brauchst du dich nicht wundern, wenn deine Mutter nochmals an Krebs erkrankt". Ich will das wirklich nicht, ich möchte ihn auf diese Art und Weise nicht verletzen.

    In meiner Kindheit habe ich in meinem Elternhaus viel Gewalt erfahren müssen. Rührt es vielleicht daher? Dass mir das quasi anerzogen wurde, dass man Menschen, die man lieb hat, auch mal verletzen muss, damit sie das tun, was man von ihnen möchte? Ich bin da mit 16 Jahren ausgezogen, weil ich überhaupt kein Teil davon sein wollte.

    Generell kommt dann das Problem, dass ich vor der Beziehung fest darauf bestand, dass er seine Freiheiten bewahren muss und sich auch unbedingt mit seinem Kumpels weiterhin allein treffen muss. Er soll das gleiche Leben wie vorher auch führen - unabhängig von mir. Er ist jemand, der auf Whatsapp & Co. nicht viel kommuniziert und auch dauernd zu spät kommt. Ich habe ihm immer versichert, dass ich ihn liebe, wie er ist und er so bleiben soll, wie er ist. Nur zeige ich ihm mittlerweile das Gegenteil und er sagte, er verliere so langsam das Vertrauen in meine Person. Das kann ich verstehen. Aber in meinem Kopf bzw. meinem Verstand, da weiß ich, dass das was ich tue, falsch ist und in meinem Verstand denke ich anders. Da denke ich, dass es okay ist und ich ihn liebe. Aber warum handle ich dann so? Ich möchte das alles nicht und ich möchte einen Weg finden, wie ich damit aufhören kann. Ich liebe ihn und ich liebe diese Beziehung. Also was ist falsch mit mir, warum muss ich sowas tun? Und wie kann ich dieses "zweite böse Ich" besiegen? Es ist so, als wäre mein Körper wie fremdgesteuert. Nur kann er das schwer glauben, wenn ich ihm das erzähle. Würde ich ihm aber natürlich auch nicht.

    Ich liebe ihn und ich will nur das Beste für ihn und endlich ich selbst sein!

    Ich danke für Eure Mühen

    Schönen Abend
    Nadine

  2. #2
    Verleger
    Registriert seit
    23.02.2013
    Beiträge
    2.430
    Danke
    1.065
    2.033 mal in 1.201 Beiträgen bedankt

    Standard

    Nun, wenn du das eine sagst und das andere tust, dann stimmt wohl etwas nicht mit dem, was du sagst. Vielleicht willst du gar nicht, dass er sich mit seinen Kumpeln trifft, willst es ihm aber auch nicht sagen, weil du nicht als Spielverderber dastehen willst. Also zeigst du es ihm auf eine Weise, dass er selbst darauf kommen muss, ohne dass du ihn um etwas bittest. Meine Vermutung.

    Ansonsten ist das halt alles nur Verhalten und Verhalten kann man ändern. Notfalls mithilfe eine Therapie, in der man auch erforschen kann, warum man sich so verhält und wie man es ändert.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  3. #3
    Moderator
    Registriert seit
    11.12.2016
    Ort
    Im Süden
    Beiträge
    169
    Danke
    63
    183 mal in 91 Beiträgen bedankt

    Standard

    Dass es bei Menschen zwischen Wollen und Tun schon mal einen gewaltigen Unterschied geben kann, liegt in der Natur des Menschen. Aber @Buche hat da schon Recht: für solche von Dir beschriebenen Handlungen gibt es Gründe, die Du selbst oder mit therapeutischer Unterstützung herausfinden kannst. Wenn Du Deinem Freund seine Freiheit lassen willst, dann mag das vielleicht Dein Verstand so darstellen, aber mögen und akzeptieren musst Du das deswegen noch lange nicht. Vielleicht bist Du eifersüchtig, hast Angst ihn zu verlieren und dann entladen sich solche Gefühle gerne einmal in angespannten Momenten.

    Also musst Du wohl als erstes herausfinden, was Dir Dein Bauch sagt und warum er dies tut. Und dann solltest Du damit arbeiten. Auf Dauer ist die Akzeptanz des eigenen Ichs besser und heilsamer, als nur die Hände zum Himmel zu strecken und die Verantwortung für das eigene Handeln abzulehnen. Auch in Dir "schlummern" dunkle Seiten, mit denen Du leben und arbeiten musst, damit sie Dich nicht immer wieder sabotieren.
    Geändert von GrayBear (21.05.2020 um 17:02 Uhr)

  4. #4
    Moderator Avatar von siddhi
    Registriert seit
    21.05.2015
    Ort
    Südlich des Rheins...
    Beiträge
    6.591
    Danke
    7.323
    9.554 mal in 5.201 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Nadine,

    Was mir spontan in den Sinn kommt, ist dein verletztes inneres Kind (falls du schon davon gehört hast). "Wenn ich nicht bekomme, was ich mir wünsche/verdient habe, dann werde ich böse, dann musst du bluten..." Ich denke, es wurde nicht anerzogen. Du hast es dir möglicherweise abgeschaut, zur Gewohnheit gemacht und so perfektioniert, dass es dir in jenen Momenten eine Art Befriedigung gibt, die eigene "Macht" zu spüren. Ist das zutreffend?

    Das Schöne im Erwachsenenalter ist, dass man der Ursache auf den Grund gehen kann. Wenn du lernst, zu akzeptieren, dass deine Gefühle von damals herrühren, du jetzt eine völlig andere Ausgangslage hast, deinen Freund liebst und nicht verändern willst, begreifst, dass er dir nicht absichtlich weh tun will, hast du eine gute Chance, bald darüber hinweg zu kommen. Das Gefühl von damals hat sich jetzt gezeigt, weil du jetzt fähig bist, es anzuschauen und zu bewältigen, um befreiter weiter leben zu können.

    LG siddhi (privat)

    Edit: Das 1. Jahr in einer Beziehung ist von daher das Schwierigste, weil gewisse Muster/Verhaltensweisen zum Vorschein kommen, die es eigentlich zu bewältigen gilt. Viele ziehen einen Schlussstrich, weil ihnen nicht klar ist, dass es teilweise eigene Muster von früher sind. Diese Muster kommen aber irgendwann wieder zum Vorschein, obwohl man denkt, mit dem nächsten wird es besser, anders sein. Sie sind nicht bewältigt und hindern uns daran, ganz uns selber zu sein. Deshalb ist es gut, wenn man jemanden wirklich gerne hat, mit der Arbeit an sich selber anzufangen, damit die Beziehung weiterhin eine gute Chance hat.
    Geändert von siddhi (20.05.2020 um 12:53 Uhr) Grund: Edit
    Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus. (Demokrit)

Ähnliche Themen

  1. Nicht ganz neu, aber Vorstellung muss sein.
    Von irgendwieirgendwo im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.05.2019, 20:34
  2. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 11.03.2018, 11:21
  3. Ich weiß nicht wie, aber ich muss das mal loswerden.
    Von cortex im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 01.09.2016, 09:55
  4. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 17.07.2013, 10:37
  5. Verliebt - aber nicht in den GANZEN Menschen...
    Von Maslow im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 22.05.2009, 19:53

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •