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Thema: Ich trage die Welt auf meinen Schultern

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Ich trage die Welt auf meinen Schultern

    Hallo alle,

    überall auf der Welt werden auch heutzutage, meist religiös "begründet", Frauen wie Sklaven behandelt.
    Meine eigene Erziehung sah so aus, dass ich als Mädchen "irgendwie falsch, verkehrt, wie ein verkrüppelter Junge" war. Meine Oma war katholisch und enttäuscht, dass ich kein Junge war. Sie ließ mich das durch frühkindliche Gehirnwäsche seeehr gut spüren.

    In der Bibel steht, dass Jungen doppelt so wertvoll wie Mädchen sind. Dabei ist alles, worin Männer besser sind, die Muskelkraft. Auf die geschlechtsbezogenen Erhebungen in anderen Bereichen gehe ich hier nicht weiter ein, da die Unterschiede vor allem kulturell bedingt sind und innerhalb der Individuen stark variieren.

    Langsam gleicht es sich aus, doch es gibt immer noch so viele Vollidioten, die der Ansicht sind, dass Frauen schon viel zu viele Rechte hätten.
    Ich fürchte mich außerdem vor der Ausuferung des Islams, der, wie alle monotheistischen Religionen, sehr frauenfeindlich ist.
    (Und außerdem, wie vermutlich alle Religionen, lächerlich unwissenschaftlich. Ein Bollwerk gegen die Intelligenz und Selbstbestimmung.)

    Ich habe Angst. Ich fühle mich, als läge die Last der ganzen Welt auf meinen Schultern. Ich finde es grauenhaft, was den Frauen in vorwiegend muslimischen Ländern angetan und zugemutet wird. Es ist nicht in Worte zu fassen. Und ich kann so wenig dagegen tun.

    Manchmal schäme ich mich vor Männern für mein Frausein. Das liegt daran, dass mir unbewusst glaubhaft gemacht wurde, dass Frauen hauptsächlich Sexobjekte seien, und wenn ich mich irgendeinem Mann dazu nicht bereitstellen will, wäre ich zu nichts zu gebrauchen. Und das, obwohl ich einige Talente besitze.

    Immer, wenn ich ab und zu unerwartet glücklich bin, bricht doch dieses Problem über mich hinein. Ich war noch nie dauerhaft glücklich oder ausgeglichen.


  2. #2
    Deus Ex
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    Diese Denke, dass Frauen Menschen 2. oder 3. Grades sind, wird in Deutschland auch wieder zunehmen, da hier immer mehr Menschen mit beschissenem Frauenbild herkommen und Frauen hier als frei verfügbares Vieh sehen. Spiegelt sich auch in den Straftaten wieder.

    Dich persönlich zwingt aber keiner, dich selbst mit so einem negativen, abschätzigen Blick zu betrachten. Sei gut zu dir und sei dir selbst was wert. Wenn du dich nicht für wertvoll und gleichwertig hälst zu anderen, wer soll es dann sonst tun?

    Und in der Bibel steht so allerhand Unsinn. ... Du kannst dich ja mal fragen, wem das etwas nützt, wenn du glaubst, was dir über dich/dein Geschlecht erzählt worden und eingeredet worden ist. Welchen Vorteil haben andere, wenn sie dich kleinhalten können?
    Dich selbst behindert das letztlich nur vor deiner Selbstentfaltung. Wäre doch schade um deine Talente. Warum den Idioten, die solchen Unsinn raushauen, um ihr kümmerliches Ego aufzurichten und zu schützen, den Vortritt lassen?

    (und warum willst du dir die gesamte Welt aufhalsen? Magst du die selbstgewählte Märtyrer-Rolle? ... Da kann kann man sich so schön sich selbstbemitleidend als Opfer der Welt stilisieren. Masochismus mit Größenwahn oder so ähnlich. Aber bitte, ich tue dir den Gefallen: Armes Tucktuck.)
    Geändert von Deus Ex (07.05.2017 um 06:44 Uhr)

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    Homunkulus (07.05.2017)

  4. #3
    Roman Verfasser Avatar von Seidenschnabel
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    Hm, Angst habe ich keine, aber deine Gedanken bezüglich der Rolle von Frauen in der Religion kann ich gut nachvollziehen. Egal in welcher Religion, Frauen sind immer benachteiligt, haben weniger Rechte usw. Ein Grund von vielen für mich, mich von Religion und Kirchen fernzuhalten.

    Für mich war und ist es völlig selbstverständlich, dass Frauen und Männer zwar in manchen Dingen verschieden sind, aber die gleichen Rechte und Pflichten haben. So bin ich auch erzogen worden und habe das tief verinnerlicht. Mich macht es wütend, wenn Männer glauben, sie wären was Besseres/mehr wert/hätten mehr Rechte wie Frauen und möglichst noch mit der Begründung, das sei halt gottgewollt. Das steht für mich auf der gleichen Stufe wie die Behauptung, Menschen mit weißer Hautfarbe wären wertvoller und besser wie Menschen anderer Hautfarbe. Da könnte ich kotzen, wenn ich sowas höre.

    Es ist wirklich traurig, dass du schon als Kind mit solchem Gedankengut konfrontiert wurdest und dass so sehr, dass dich das bis heute beeinflusst und dich vom Glücklichsein abhält. Versuche, dich davon freizumachen. Du bist genau richtig, so wie du bist, lass dir von niemandem was anderes einreden!
    Liebe Grüße von Seidenschnabel

    Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!

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    Geist-03 (07.05.2017),Pullus (07.05.2017)

  6. #4
    Milly
    Gast

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    Die Rolle der Frau im Islam und ihr Ausleben auch in der westlichen Welt bekümmert mich ebenfalls. Über die Frauen in Afghanistan darf ich erst gar nicht nachdenken, sonst kommt mir das heulende Elend...Aber es gibt wunderbare Menschen beiderlei Geschlechts, die nicht die Spur sexistisch sind. Suche deren Nähe.
    Sexistisches Gebaren ist meiner Erfahrung nach auch schichtabhängig - du wirst eher von einem Trupp Bauarbeiter sexistisch runtergemacht, als etwas von einer Gruppe Philosophen. Menschen, die nicht reflektieren, schikanieren irgendwann. Meistens merken sie es gar nicht.
    Umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun. Studiere die anderen, aber gib dich nicht mit ihnen ab.

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    Geist-03 (07.05.2017)

  8. #5
    Cailynn
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    Hi Geist,

    ich kann deine Gefühle und Empfindungen gut verstehen. Mir geht es oft ähnlich aber ich bemühe mich immer zu differenzieren, auf jeden Menschen einzeln zu schauen und nicht alle Männer in die Richtung Macho zu schieben.

    Gestern hatte ich noch eine Situation die diese Gefühle in mir ausgelöst haben. Ich war in einem Cafe mit zwei Freundinnen verabredet und bin durch einen Park gegangen (das Cafe ist in dem Park). Eine Gruppe junger Männer kam mir entgegen, ich schätze so zwischen 18 und 22 Jahren, sie sahen aus als hätten sie ausländische Wurzeln (Syrer vielleicht?) und haben sich in einer anderen Sprache unterhalten.
    Ich bin ja immer ein bisschen sozialphobisch und werde so oder so unruhig wenn ich alleine einer größeren Menschengruppe entgegen komme. Ich hab richtig gespürt wie unsicher ich wurde. Ich glaube die Jungs haben das auch gemerkt, und sind auf meine Seite gekommen und extrem dicht an mir vorbei gegangen. Mir schlug das Herz fast zum Hals raus so ne Angst habe ich bekommen. Ich bin im Laufschritt zum Cafe und musste erstmal durchatmen.

    Später habe ich das für mich reflektiert. Junge Männer haben halt dieses Balzgehabe... ich denke das ist normal. Vor allem wenn sie im Rudel sind. Das ist ja auch bei Mädels in unserem Alter so. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mich genauso bedroht gefühlt hätte wenn das Deutsche Jungs gewesen wären. Männer, deren Sprache ich verstanden hätte, die vielleicht helle Haare gehabt hätten.
    Und ich kam zu dem Schluss dass ich mich dann weniger bedroht gefühlt hätte. Eigentlich traurig, denn ich weiss ja gar nicht was die Jungs wollten. Vielleicht haben sie sich dabei nichts gedacht oder haben einfach Quatsch gemacht.

    Allein die Tatsache das sie nach Islam aussahen hat in meinem Kopf einen Panik-Schalter umgelegt. Weil ich nämlich den Islam oder die östlichen Ländern genau damit verbinde: mit Gewalt, mit Verbrechen, mit Frauen die Freiwild sind, im Rudel vergewaltigt werden, Frauen, die weniger bis nichts wert sind.
    Dabei gibt es Gewalt und Verbrechen auch hier, in Deutschland, von Menschen die Deutsch sind. Es liegt an dem Bild in meinem Kopf das mir sagt: Islam= Gefahr.
    Weil ich in allen Medien nur Horrornachrichten von Terroranschlägen, Einzelattentätern oder anderen schlimmen Dingen höre. Und das, obwohl ich schon des öfteren Kontakt zu Flüchtlingen hatte, die allesamt super nett und höflich waren.

    Ganz schlimm finde ich z.B. auch die Beschneidung von Mädchen in Somalia... das ist für mich so ziemlich die größte Gewalt gegen das weibliche Geschlecht. Wie brutal die Mädchen beschnitten werden und dann verheiratet, sie in dem Zustand oft Kinder gebären müssen und daran sterben...

    Auf der anderen Seite bin ich auch froh und dankbar in einem Land zu leben, dass mir als Mädel die selben Rechte und den selben Wert gibt wie meinen männlichen Mitmenschen. Und ich man darf auch nicht aus den Augen verlieren, wie viel sich schon getan hat in den letzten Jahrhunderten. Wie viel Rechte sich Frauen schon erkämpft haben und wie viel Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfand. Das ist ja auch eine positive Entwicklung.
    Aber überlege mal, wie viel Zeit das gebraucht hat. Wir können nun nicht verlangen, dass andere Länder in denen eine völlig andere Kultur gelebt wird sich von heute auf morgen dem anpassen. Auch wenn da vieles stattfindet was ich persönlich schlimm finde. Die Entwicklung braucht Zeit... da herrschen andere moralische Vorstellungen und das wird man so schnell nicht aus den Köpfen der Menschen bekommen.

    Du selbst brauchst dich aber nicht klein halten indem du dich von deiner Angst beherrschen lässt. Das ist was, was ich auch gerade lerne. Du bist hier hier in Deutschland, in einem freien Land und kannst dich entfalten wie du es möchtest. Genieße das und nutze es. Du hilft niemanden, weder dir selbst noch anderen Frauen die vielleicht unterdrückt werden, wenn du dich selbst einigelst.

    lg Cailynn
    Geändert von Cailynn (07.05.2017 um 12:46 Uhr)

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    Geist-03 (07.05.2017)

  10. #6
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    Deus Ex: Danke für deinen guten Kommentar. Nein, ich will mich nicht bemitleiden, denn in der Opferrolle bringt man's zu nichts. Wenn es so rüberkam, dann war es mit Sicherheit nicht beabsichtigt.

  11. #7
    Neuling
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    Seidenschnabel, vielen Dank für deinen großartigen Kommentar Gerade den letzten Absatz finde ich wirklich schön.

  12. #8
    Roman Verfasser
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    Als Mann würde ich sagen, dass man dieses Denken bei Männern aller Schichten antreffen kann. Wenn ich es mit Männern zu tun habe, die in einer gewissen Auffälligkeit ständig um das andere Geschlecht zu kreisen scheinen, ist eine gewisse Wahrscheinlichkeit gegeben. Ich gehe davon aus, dass deren abfällige, abwertende Sicht auf Frauen aus der Verärgerung darüber resultiert , dass Frauen für sie so unnormal wichtig sind und aus dem Frust, dass sie darauf keinen Einfluss haben. Bei Männern, deren Interesse am weiblichen Geschlecht lediglich normal ausgeprägt ist, habe ich noch nie erlebt, dass sie abwertend und reduzierend über Frauen reden.
    Geändert von Arbeiter (08.05.2017 um 10:36 Uhr)

  13. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Arbeiter für den sinnvollen Beitrag:

    Geist-03 (08.05.2017)

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