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Thema: Ich verliere jegliche Hoffnung

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich verliere jegliche Hoffnung

    Hallo allerseits.

    Um mich kurz vorzustellen, Ich heiße Wioleta und bin 14 Jahre alt. Und mir wird oft an den Kopf geworfen dass diese ganze "Phase" die ich gerade durchlaufe doch nur mit der Pubertät zusammenhängt. Naja komplett bestreiten möchte ich das nicht. Stimmungsschwankungen, Hormone, und das ganze Zeug hin oder her. Allerdings bezweifle ich stark dass es in meinem Falle normal ist. Ich habe mich hier angemeldet um mich vielleicht ein wenig austauschen zu können. Ich fange mal einfach an.
    Ich war schon immer ein schüchterner und etwas zurückhaltender Mensch. Ich hatte immer Angst vor der Einsamkeit, deshalb bin ich wahrscheinlich so anhänglich. Außerdem hatte ich nie eine starke Bindung zu meiner Familie, Ich wurde oftmals angeschrien und seltenfalls sogar geschlagen. Beleidigungen und Vorwürfe muss ich mir immer noch anhören. Früher hatte ich das immer ignoriert, denn meine Eltern sind leicht reizbar, und wenn man genervt ist plappert man schließlich auch aus Wut vor sich hin. In der Grundschule hatte ich kaum Freunde, zumindest keine richtigen. Ich hatte immer versucht irgendwie dazu zu gehören. Rückblickend erkenne ich erst, dass ich auch oft bloßgestellt wurde. Der Wechsel aufs Gymnasium verlief nahezu reibungslos. Auch hier hatte ich anfangs Probleme mich in die Klasse einzufinden und neue Kontakte zu knüpfen. Probleme im Bezug auf Noten gab und gibt es aber nicht wirklich. Mittlerweile habe ich wenige, aber gute Freunde (Hinzu kommt meine beste Freundin, die ich vor zwei Jahren übers Internet kennengelernt habe. Aber Internetfreundschaften sind ja ziemlich umstritten). Eigentlich sollte ich mich in dem Punkt nicht beklagen. In der letzten Woche vor den Winterferien (2014) realisierte ich dass meine zwei Schulfreundinnen anfingen mich zu ignorieren. Eine von ihnen war genervt dass ich so ruhig und in mich gekehrt geworden war, was mit den Verhältnissen bei mir zu Hause zu tun hatte. Das sagte sie mir auch direkt und offen, danach vermied sie jegliche Gespräche mit mir. Kurz vor Weihnachten spitzte sich die Lage zu. Ich begann die Beleidigungen und Beschimpfungen meiner Eltern ziemlich ernst zu nehmen, wodurch mein ohnehin schon grenzwertiges Selbstbewusstsein noch tiefer sank. Ich wurde noch nervöser gegenüber Menschen und gab mir für vieles selbst die Schuld. Das endete schließlich damit, dass ich ständig den Drang verspüre mich zu entschuldigen. Oft möchte ich mich sogar für das Entschuldigen entschuldigen. Ein ewiger Teufelskreis also. Noch vor Neujahr sank ich schließlich so tief, dass ich ständig Niedergeschlagen war, kaum Schlafen konnte Selbsthass und ein sehr ausgeprägtes Minderwertigkeitsgefühl hatte. Saisonale Depression, Winterdepression, dachte ich zunächst. Wo ich also zunächst dachte es würde bald ein Ende haben, verschwand der Glaube daran immer mehr. Den Gedanken, mich selbst zu verletzen schaffte ich beiseite, allerdings bekam ich dadurch, dass ich dies unterdrückte, ziemlich starke Selbstmordgedanken. Als die Schule wieder anfing bemühte ich mich, mich normal wie möglich zu verhalten. Das schaffte ich auch allerdings kostete es mich sehr viel Kraft. Nur durch die wöchentlichen Reitstunden konnte und kann ich mich ablenken und abschalten, da ich mich sehr konzentrieren muss, und es mir tatsächlich sehr viel Spaß macht. Doch sonst war ich ziemlich fertig. Ich habe meine ganze Lebensfreude verloren und selbst das zeichnen, etwas dass ich unglaublich gerne tue, konnte mich nicht ablenken. Im Januar, der 18. um genau zu sein, habe ich jemanden neuen kennengelernt. Allerdings wieder nur übers Internet. Wir haben viele Gemeinsamkeiten festgestellt und sie ist mir sehr schnell, sehr stark ans Herz gewachsen. Etwas kitschig dargestellt, sozusagen das Licht am Ende des Tunnels. Da diese neue Freundin nichts mit meiner Vergangenheit zu tun hatte, waren die Konversationen mit ihr immer eine Art Ausweg, eine Abschottung sozusagen. Allerdings gewann sie ziemlich schnell mein Vertrauen und bald berichtete ich ihr auch von ein paar Dingen, wie meine Niedergeschlagenheit. Meinen Entschuldigungs-Zwang hatte sie schon frühzeitig bemerkt. Ein mal bekam ich die Grippe, und musste eine Woche lang das Bett hüten. Das bedeutende daran ist, dass als ich am darauffolgendem Montag wieder zur Schule ging, bekam ich es mit der Angst zu tun. Das ist auch noch ein aktueller Zustand, den ich mir nicht erklären kann. Sobald ich das Schulgelände betrete, schnürt es mir die Luft ab, mein Magen verkrampft sich leicht, ich werde sehr nervös und meine Hände schwitzen. Manchmal zittere ich auch unkontrolliert, aber zum Glück äußerlich nicht wirklich merkbar. Sonst aus dem Haus gehen ist auch immer eine Überwindung. An diesen Zustand hatte ich mich schnell gewöhnt und ich sah den Weg zur Besserung. Die Selbstmordgedanken waren beinahe komplett verschwunden und die wenigen Freundschaften in der Schule schienen sich auch zu bessern. Trotzdem litt ich immer noch unter meinen Eltern, sodass ich anfing mir wieder selbst Vorwürfe zu machen, mir viele Sorgen zu machen und vieles anzuzweifeln. So zum Beispiel die neue Freundschaft. ,,Ich nerve bestimmt" ,,Ich wette sie will nichts mehr mit mir zu tun haben" ,,Sie hat mich bestimmt schon längst ersetzt" und noch ganz viele andere Sätze desgleichen setzen sich immer wieder in meinem Kopf fest. Zudem habe ich wieder angefangen mich selbst zu hassen.
    Eines Abends kam es zu einem ziemlich heftigen Streit bei mir zu Hause. Wie immer- mit einer unmenge an Beleidigungen und Demütigungen. Da ich selbst keine Kraft und Lust mehr dazu hatte, habe ich es meiner Mutter schließlich ziemlich wütend und aufgelöst erzählt. Über meine Selbstmordgedanken und das ganze drumrum. Das war so ungefähr um den 17. April denke ich. Meine Mutter suchte mir einen Termin bei einem Psychologen (Zuvor waren wir beim Arzt), aber mein Erstgespräch findet erst Ende dieses Monats statt. Außerdem darf ich bis dahin nicht mit meinen zwei Internetfreunden schreiben. Das nimmt mich immer noch ziemlich mit, da ich wie gesagt immer noch diese Selbstzweifel etc. habe. Ich habe Angst davor, dass eine der beiden einsieht, dass es ohne mich so oder so besser ist, oder dass der Therapeut mir sagt, ich sollte nicht mehr den Kontakt halten. die Beleidigungen haben aufgehört, allerdings hielt das nicht lange und seit letzter Zeit ist es wieder genau so wie vorher. Das wirft mich ziemlich zurück und seit kurzer Zeit habe ich wieder ausgeprägte Selbstmordgedanken, fühle mich sehr Einsam, und ich habe letztendlich auch angefangen mich selbst zu verletzen (Blaue Flecken.) Das gelingt mir nicht oft und deshalb halte ich mich auch meistens zurück. ich bin froh dass ich es kontrollieren kann, aber der Drang ist dennoch vorhanden.
    Mittlerweile habe ich keine Zukunftsambitionen. Auch keine Lebensfreude, Ziele kann ich mir auch nicht setzen. Ich lebe also elendig vor mich hin und bin in einem dunklen Loch gefangen. Habt ihr vielleicht Tipps wie ich mich ablenken kann? Oder wie ich zu einer kontrollierten Besserung beitragen kann? Ich würde mich sehr freuen :)

    Entschuldigung für das drumrumgerede und eventuelle überflüssige Infos.
    Liebe Grüße, Wio

  2. #2
    Ringelblume
    Gast

    Standard

    Hallo Wioleta,

    ist doch super, dass deine Mutter ein Gespräch mit einem Psychologen ausgemacht hat. Leider dauert es noch ein wenig zum Erstgespräch. Ich hoffe, dass er dich dann auch bald als Klientin aufnehmen kann und mit dir öfters Termine ausmacht.

    Sag ihm alles, was du auch hier geschrieben hast. Er wird dich sehr ernst nehmen. Vielleicht schlägt er deinen Eltern auch Gespräche vor. Wenn es den Kindern nicht gut geht, liegt es meistens an den Eltern, dass sie ihren Kindern zu wenig Aufmerksamkeit und Liebe schenken, z.B. dass sie ihre Kinder beleidigen. Es liegt wirklich nicht an dir oder an deiner Pubertät, dass es dir nicht gut geht.

    Wenn du Wut spürst oder den Drang dich selbst zu verletzten, könntest du evtl. versuchen joggen zu gehen oder zu rennen, danach wirst du ziemlich erledigt sein und dich vielleicht ein wenig besser fühlen.

    Jetzt warte mal den Termin mit dem Psychologen ab, vielleicht wird sich dann deine familiäre Situation mit der Zeit etwas entspannen.

  3. #3
    Neuling
    Themenstarter

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    Danke für die Antwort

    Zitat Zitat von Ringelblume Beitrag anzeigen
    Sag ihm alles, was du auch hier geschrieben hast.
    Davor habe ich allerdings ziemlich Angst, da ich davon ausgehe das meine Mutter dabei sein wird. Sie weiß nämlich vieles davon was ich hier geschildert habe nicht (Zum Beispiel das die Selbstmordphantasien mittlerweile wieder aktuell sind) , und sie wird mir vorwerfen dass ich mir das alles ausgedacht habe.

  4. #4
    Ringelblume
    Gast

    Standard

    Hallo Wioleta,

    du kannst dem Psychologen sagen, dass du ihn alleine sprechen möchtest. Ich könnte mir vorstellen, dass er dich in deinem Wunsch unterstützt, denn er möchte bestimmt dich erst einmal kennenlernen und von dir hören, welche Probleme du hast.
    Du könntest ihm auch sagen, dass du Angst hast, dass deine Mutter wieder sagen würde, du würdest dir das alles nur ausdenken.

    Falls deine Mutter von Anfang an dabei sitzt könntest du im Beisein des Psychologen sagen, dass du ihn gerne alleine sprechen möchtest, ohne es zu begründen, bzw. dass es für dich sehr hilfreich wäre.

    Das muss nichts mit deiner Mutter zu tun haben.
    Du bist 14 Jahre alt, in einigen Jahren wirst du erwachsen sein, da möchte man seine Eltern nicht mehr überall dabei haben und mehr Privatsphäre haben.

    Ich könnte mir vorstellen, dass er deinen Wunsch versteht und auf dich eingeht, so dass deine Mutter vor der Tür auf euch wartet. Du brauchst zunächst jemandem zu dem du Vertrauen aufbauen kannst, so dass du erst einmal vieles von dir in Ruhe erzählen kannst, ohne dich rechtfertigen zu müssen. Deine Suizidgedanken solltest du ihm mitteilen, damit er weiß wie sehr dich deine Situation belastet.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass er dich zunächst fragt, ob du deine Mutter dabei haben möchtest.
    Also, lass es mal auf dich zukommen, und schau was passiert.

    Ich kann deine Angst sehr gut verstehen, Eltern wollen oft Mitreden, sagen dass man sich alles ausdenkt, einbildet oder wie auch immer. Ich glaube da steht die Angst vor der Wahrheit (als Eltern versagt zu haben), so dass sie diese schnell auf Einbildung schieben können und sich nicht innerlich mit ihren Kindern auseinander setzten müssen, sich in deren Lage versetzen müssen.

    Aber ich finde es gut, dass deine Mutter den Termin ausgemacht hat und dich begleitet. Auch wenn sich dich größtenteils momentan nicht versteht, sie versteht zumindest, dass du dringend Hilfe brauchst. Das ist doch prima von ihr, dass sie dich insofern versucht zu unterstützen.

    Und ich finde es gut und mutig, dass du dir hier Unterstützung suchst!

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