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Thema: Ideen zur Entwicklung des Individuums

  1. #1
    Verleger Avatar von martinspin
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    Standard Gedanken zur Entwicklung des Individuums

    Hallo Leute

    Ich interessiere mich schon lange für die Entwicklung von uns Menschen über das gesamte Leben. Wenn es ein verbindliches Modell gäbe, könnte sich der Einzelne besser begreifen, wo er grad steht, was die Chancen und Gefahren sind und letztlich ein sinnerfülltes Leben zu führen.

    Das angestrebte Modell hat folgende zwei Prämissen:

    • Entwicklung erfolgt in Stufen und ein Stadium muss vollständig durchlaufen werden, bis die nächste Stufe folgt.
    • Die Stufen sind universell und kommen in jeder Kultur vor.



    Ich arbeite mit einem einfachstes Modell auf der höchsten Betrachtungsebene: Vom ICH zum DU zum WIR zum GANZEN

    ICH --> Ab ca. 3. Lebensjahr bis Pubertät
    DU --> Ab Pubertät bis zum Erwachsenenalter
    WIR --> Ab Erwachsenenalter bis ???
    GANZE --> Ab ??? bis ???

    Diese vier ganz grossen Phasen werden in Teilphasen durchlebt. Da kann ich noch nix Konkretes darüber sagen.

    Interessant erscheinen mir gewisse typische Abläufe innerhalb einer Stufe:

    • Die neue Etappe stellt zunächst eine grosse Herausforderung dar und der Mensch tendiert erst mal dazu, einen Schritt zurück zu gehen.
    • Die Regression führt dazu, dass er einen Dipol braucht, damit das System lebensfähig ist. Das führt zu riesigen Ausschlägen zwischen zwei dipolaren Kraften.
    • Nach langem Hin und Her besinnt sich der Mensch, dann doch das Thema anzugehen. Erst Erfahrungen sind jedoch sehr ernüchternd und die Misserfolge müssen kompensiert werden.
    • Erst wenn das aktuelle Lebensthema richtig durchgekaut und verdaut wird, geht es zum nächsten Level.



    Damit das nicht so theoretisch ist, hier ein Beispiel.

    • Der pubertierende Jugendliche (DU) zieht es zu Beginn dieser Phase eigentlich nach draussen, um gemeinsam mit Gleichaltrigen die Welt zu entdecken. Er spürt das, getraut sich noch vieles nicht und flüchtet sich gerne in kindliche Zustände (ICH).
    • Als Reaktion auf das kindliche Verhalten der Jugendlichen braucht es dieses erwachsene Element (WIR). Es entstehen Cliquen als Ersatz für die Ablösung vom Elternhaus. Aber auch in der Clique fühlt sich der Jugendliche nicht oft verstanden und er fühlt sich hin und her gerissen zwischen dem ICH und dem WIR.
    • Irgendwann kommt es wie es kommen muss, die ersten Liebeserfahrungen sind das Tor zum DU. Oft mündet das in grösste Enttäuschungen und der Jugendliche flüchtet sich in eine universelle Welt (GANZE).
    • Erst wenn das DU bzw. die ganzen Beziehungen so gut wie möglich verarbeitet wurden, geht es zur nächsten grossen Phase.



    Das sind so meine ersten zaghaften Schritte zu meiner Entwicklungspsychologie.

    Habt ihr eigene Gedanken zum Thema?
    Geändert von martinspin (14.02.2012 um 09:55 Uhr)
    Liebe Grüsse,Martin

    Lass sie nie enden, deine Verwandlung! Dadurch erfüllst du die Welt mit Geist, Liebe, Leben und Frieden. ***

  2. #2
    Ste
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    Standard

    Wenn ich richtig verstanden habe, suchst du ein Ideal als Orientierung?
    Ich denke, das gibt es nicht. Theoretisch schon, aber praktisch nicht.

    Das heisst aber auch, wenn es keine ideale Persönlichkeitsentwicklung gibt (ausser im Labor), dann gibt es auch keine idealen Persönlichkeiten, keine idealen Menschen.

    Es heisst auch, dass niemand davon befreit werden kann, sich seinen eigenen Weg durchs Lebens zu pflügen. Niemand kann eine optimale Entwicklung "buchen" (Rundumsorglospaket incl. Pubertät deluxe).

    In deinem Model gehst du davon aus, dass man "seriell" zum Ziel kommt. Erst dies und dann das. Nur wer alle Aufgaben eines Levels erfüllt hat, wird freigeschaltet für den nächsthöheren Level. Das ist sicher nicht schlecht gedacht, aber wird es der menschlichen Entwicklung wirklich gerecht?

    Du gehst davon aus, dass es ein Wertesystem gibt (meine Interpretation).
    Am Anfang steht das einfache "ICH". Es ist primitiv, es hat noch nichts gelernt. Dann kommt das höherwertige "DU", es ist nun schon menschlich, es kennt nicht nur Egoismus. Nun kommt das "WIR", eine kultivierte und moralische Form des Seins. Aber noch nicht makellos. Am Ende steht "das GANZE", nun ist es perfekt!

    Ich merke grade, dass da ein ganzer Batzen christlicher Theologie drin steckt. Das Leben selbst nu als Weg zum großen Ganzen, man muss die ICH-Schuld abtragen, um im großen Ganze aufzugehen? Ist jetzt nur meine Interpretation.

    Ich bin weniger für die serielle Erklärung. Ich denke, dass das große Ganze immer da ist und das wir immer ICH sind und bleiben. Wir werden sogar im Laufe des Lebens immer mehr ICH. Dieses ICH beinhaltet aber viel mehr DU und WIR als es ein Ego beinhaltet. Man versteht das ICH falsch, wenn man es als EGO versteht, als Gegensatz zum DU und WIR, denke ich.

    Mehr fällt mir jetzt noch nicht dazu ein, wollte nur einige Gedanekn dazu einbringen.

    Grüße

    Ste

  3. #3
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    Hi Ste

    Ich suche nach Gesetzmässigkeiten, die uns alle prägen. So quasi ein übergeordneter Plan.

    Innerhalb der vier grossen Phasen gibt es wieder vier solche Phasen. Innerhalb der ICH-Phase gibt es alle vier Phasen, aber immer aus der Optik des ICH.

    1a ICH - ICH; Das Kind erkennt sich selbst (im Spiegel)
    1b ICH - DU; Das Kind lernt zwischen dem ICH und dem DU unterscheiden
    1c ICH - WIR; Das Kind findet seinen Platz innerhalb der Familie, der Schule, usw.
    1d ICH-GANZE; Das Kind entdeckt Religion, Philosophie, Sinn des Lebens, usw.

    usw.


    @ all
    Es macht in diesem Thread keinen Sinn, so ein System grundsätzlich zu hinterfragen. Entweder man glaub an solche Dinge oder man findet das Quatsch. Ich freue mich daher über Inputs von Leuten, die sowas grundsätzlich für möglich halten und eigene Ideen dazu haben
    Liebe Grüsse,Martin

    Lass sie nie enden, deine Verwandlung! Dadurch erfüllst du die Welt mit Geist, Liebe, Leben und Frieden. ***

  4. #4
    Ste
    Gast

    Standard

    mhm, ich zweifle ja nicht an, dass unser Leben systemisch bedingt ist, ich habe nur eine andere Auffassung von Systematik als du.

    Zudem macht es ja keinen Sinn, wenn man deine Systematik nicht hinterfragen darf, oder? Ich meine, diese Dinge sind ja erforscht und es gibt tonnenweise Literatur darüber, neu erfinden müssen wir das nicht.

    Schade, dass du auf meine Theorien nicht eingegangen bist, sondern deine eigenen forciert hast. Ich sehe es so, dass du hier über deine Sicht der Dinge talken willst und nur über diese?

    Darum werd ich jetzt mal in den ROM Modus gehen, ist ja dein gutes Recht dein eigenes Ding ungestört abzuziehen.

    Grüße

    Ste

  5. #5
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    Hi Ste

    Was ist denn deine Auffassung von Systematik? Du beschreibst eher mehr, was es nicht ist als was es ist

    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    Wir werden sogar im Laufe des Lebens immer mehr ICH. Dieses ICH beinhaltet aber viel mehr DU und WIR als es ein Ego beinhaltet. Man versteht das ICH falsch, wenn man es als EGO versteht, als Gegensatz zum DU und WIR, denke ich.
    Da bin ganz deiner Meinung. Mir fehlt noch der Punkt, dass das ICH auch Teil des GANZEN ist bzw. sich als Teil eines grossen Ganzen wahrnimmt.

    Ich möchte einfach vermeiden, dass hier seitenweise Inputs entstehen, die eine solche Idee grundsätzlich hinterfragt oder gar ablehnt. Das ist eine Geschichte des eigenen Glaubens und nix Wissenschaftliches.

    In manchen Angelegenheiten fahre ich mit einer seriellen Vorgehensweise besser und in vielen anderen Dinge fahre ich super gerne parallel
    Geändert von martinspin (14.02.2012 um 12:50 Uhr)
    Liebe Grüsse,Martin

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  6. #6
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    Hallo Leute

    Mir geht es absolut nicht darum, meinen eigenen Ansatz so quasi im Alleingang durch zu ziehen.

    Ich bin an allen möglichen Inputs interessiert, die versuchen, die Entwicklung des Individuums vom Kleinkind bis zum Greis zu beschreiben.
    Liebe Grüsse,Martin

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  7. #7
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    Hoi zäme

    Bin nach wie vor an der Entwicklungspsychologie interessiert. Mir hilft das unendlich, mein momentan Aufgabe zu erkennen. Es ist nicht so wichtig, in welcher grossen Phase wir stecken. Entweder ist hier einer noch Jugendlicher, Erwachsener oder gar der "Homo Sapiens". Wichtiger ist, zu erkennen, in welcher Unter-Phase wir momentan stecken und dies es zu bewältigen gilt. Es ist entweder das Ich, Du, Wir oder das Ganze. Ich stecke momentan im Beginn einer Du-Phase. Mir hilft es ungemein, zu erkennen, dass ich mich bloss auf das Du zu konzentrieren habe. Ein schizoides (Ich) oder zwanghaftes (Wir) Weltbild zu leben nützt hier gar nix. Meine Aufgabe ist es, mich bloss auf das Du zu konzentrieren, damit ich diese Phase gründlich und auch effizient bewältigen kann
    Liebe Grüsse,Martin

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