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Thema: Im Alptraum auf das Bedrohliche zugehen?

  1. #1
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    Standard Im Alptraum auf das Bedrohliche zugehen?

    Mein verstorbener Bruder war paranoid schizophren und litt unter Alpträumen. Er hat mir erzählt, dass er gelernt habe, seiner Alpträume Herr zu werden, indem er im Traum auf die Bedrohung zugegangen sei, anstatt vor ihr zu fliehen.

    Nun habe ich intensiv mit einer anderen Person zu tun, die ebenfalls sehr unter Alpträumen leidet. Ich habe ihr diese Methode vorgeschlagen, sie hat aber Angst diese Technik anzuwenden, da sie meint, dies falle unter luzides Träumen und dieses könne zu einer Neigung zur Schlafparalyse führen, in der man halb wach, halb bewußt mitunter mit offenen Augen träumt und sich aus diesem Zustand nicht befreien könne. Als Mensch mit der Erfahrung, das Träumen meistens heftige Alpträume bedeutet, hat diese Person vor so einem Zustand Angst.

    Hat hier jemand Erfahrung mit dieser Thematik? Weiß vielleicht jemand etwas wissenschaftlich fundiertes dazu?

    Die betreffende Person begibt sich übrigens gerade in psychotherapeutische Behandlung, hat dazu bereits 6 unterschiedliche Therapeuten kennengelernt, darunter einen, den sie gut, empathisch, einfühlsam und nicht verurteilend findet. Daneben einige, die ich unter Honks fassen würde: Manipulativ, vorschnell wertend, verurteilend, auch einen, der mehr auf Abrechnungen fixiert scheint, als auf das Wohl des Patienten. Für mich ist das eine interessante mittelbare Erfahrung. Folgerung am Rande: Wer sich in Therapie begeben will, sollte unbedingt mindestens 5 Therapeuten zu einem Erstgespräch aufsuchen und sich nicht zu schnell auf einen Therapeuten festlegen. Das muss persönlich gut passen und der Therapeut muss professionell, distanziert und zugleich empathisch sein.

    Ich habe auch schon einige Therapeuten gefragt, die ich privat kenne. Bisher kann mir hierzu aber niemand eine Auskunft erteilen, die über das grundsätzlich-professionelle "damit würde ich vorsichtig sein" hinaus geht. Klar, mit etwas, was ich nicht beurteilen kann, wäre ich auch vorsichtig. Deshalb recherchiere ich ja, unter anderem, indem ich auch hier frage.

  2. #2
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    Hi

    bei soetwas würde ich mich immer fragen: Wenn die Lösung so einfach ist, warum kennt sie nicht jeder?

    Trotzdem ist das sehr nett von dir, dass du versuchst, Leuten zu helfen und auch extra Themen eröffnest dafür, und wie du sagst, recherchierst.

    Sich der Angst zu stellen kann schon hilfreich sein. Falls die Albträume auch genau das enthalten, wovor man sich fürchtet. Aber wahrscheinlich nicht für jeden. Leider ist das auch häufig so; was dem einen das Leben rettet, ist für den anderen als Information ziemlich wertlos

    sie hat aber Angst diese Technik anzuwenden, da sie meint, dies falle unter luzides Träumen und dieses könne zu einer Neigung zur Schlafparalyse führen

    Das sind viele Behauptungen auf einmal, von der ich keine einzige glaube.
    Noch dazu kenne ich Schlafparalyse selbst, und da gibt es nichts, dass es irgendwie hervorruft. Stress soll es begünstigen, und vieles andere, aber direkt hervorrufen tut es nichts besonderes. Es ist unangenehm, aber die Beschreibungen der Leute sind überzogen und wahnsinnig dramatisch, so wie bei fast allem.

    6 Therapeuten aufzusuchen, bevor man einen findet, mit dem es funktioniert, ist auch leicht verdächtig. Da sind schon viele schwarze Schafe und dein Ratschlag ist sogesehen richtig, es ist sinnlos, wenn man mit jemandem nicht reden kann.. aber 6 Therapeuten sind eine ganze Menge. Das heisst quasi, dass die fast alle Aasgeier sind.

  3. #3
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    Hi hans96,

    Vor ab bin definitiv kein Experte. Hab aber selber eine Zeit versucht Luzid zu träumen. Hat auch ab und zu geklappt ca 3 mal im Monat. Seit dem ich nicht mehr die Übungen machen ist es deutlich weniger geworden.
    Ich habe auch ab und zu Schlafparalyse(ich weiß nicht ob es davon kommt, könnte aber sein) dass ist natürlich nicht angenehm aber meistens auch nicht soooo schlimm und nach einer weile erwache ich davon auch (ich denke aus eigener Kraft , kann ich mir aber auch einbilden).
    Der Tipp mit dem auf die Bedrohung zu zugehen kann helfen wobei dass bei mir meistens bewirkt dass ich aufwache. Also es kann schon "funktionieren".
    Aber jeder Mensch ist anders und reagiert anders. Deswegen denke ich sollte "die Person" dass nur tun wenn sie sich dabei wohl fühlt.
    Mir hat es geholfen auf die Bedrohung zu zugehen . Denn wie gesagt wach ich dann einfach auf und der Albtraum endet dann widerstehe ich dem Drang direkt weiter zu schlafen für ein zwei Minuten (denn meisten geht der Albtraum einfach weiter ) werde ein bisschen klar im Kopf und lege mich dann wieder hin. Meistens funktioniert dass sehr gut. Aber wie gesagt jeder ist anders und mann müsste es testen aber halt nur wenn man sich auch wohl dabei fühlt.

    Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen.

    MfG

    Nolan

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Nolan_Kubrick_Fincher für den sinnvollen Beitrag:

    hans96 (20.11.2019)

  5. #4
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    Zitat Zitat von Bogart Beitrag anzeigen
    Hi

    bei soetwas würde ich mich immer fragen: Wenn die Lösung so einfach ist, warum kennt sie nicht jeder?
    Ein schwer schizophrener Mensch mit ausgeprägt paranoider Neigung ist nicht der Durchschnittsmensch. Mein Bruder hat seit er ca. 20 Jahre alt war immer wieder sehr lange, mitunter Jahre in psychiatrischen Krankenhäusern verbringen müssen, wenn er in akuten Psychosen war bis er danach erst allmählich wieder die Fähigkeit aufbaute, allein zu wohnen. Er hat sich mit 61 Jahren suizidiert, hat also mindestens 40 Jahre mit dieser schweren und sehr belastenden Krankheit gelebt. [/quote]

    Zitat Zitat von Bogart Beitrag anzeigen
    Trotzdem ist das sehr nett von dir, dass du versuchst, Leuten zu helfen und auch extra Themen eröffnest dafür, und wie du sagst, recherchierst.

    Sich der Angst zu stellen kann schon hilfreich sein. Falls die Albträume auch genau das enthalten, wovor man sich fürchtet. Aber wahrscheinlich nicht für jeden. Leider ist das auch häufig so; was dem einen das Leben rettet, ist für den anderen als Information ziemlich wertlos




    Das sind viele Behauptungen auf einmal, von der ich keine einzige glaube.
    Noch dazu kenne ich Schlafparalyse selbst, und da gibt es nichts, dass es irgendwie hervorruft. Stress soll es begünstigen, und vieles andere, aber direkt hervorrufen tut es nichts besonderes. Es ist unangenehm, aber die Beschreibungen der Leute sind überzogen und wahnsinnig dramatisch, so wie bei fast allem.
    Danke!

    Zitat Zitat von Bogart Beitrag anzeigen
    6 Therapeuten aufzusuchen, bevor man einen findet, mit dem es funktioniert, ist auch leicht verdächtig. Da sind schon viele schwarze Schafe und dein Ratschlag ist sogesehen richtig, es ist sinnlos, wenn man mit jemandem nicht reden kann.. aber 6 Therapeuten sind eine ganze Menge. Das heißt quasi, dass die fast alle Aasgeier sind.
    Ich finde, dass hat diese Person sehr richtig und geradezu professionell gemacht.

    Nachdem der erste Therapeut sich im Verlauf von 7 Sitzungen gezeigt hat, dass er mehr auf seine eigenen Einnahmen als das Patientenwohl fixiert war, hatte diese Person die Therapie schon einfach beiseite schieben wollen. Ich habe sie ermuntert, da noch einmal organisiert heranzugehen. Ergebnis: Eine generalstabsmäßig organisierte Akte, strukturiert nach Tag und Uhrzeit der telefonischen Erreichbarkeit und fünf Gesprächsverabredungen schon am ersten Tag. Das fand ich klasse.

    Der erste danach aufgesuchte Therapeut ist es übrigens geworden. Da ist nun der erste reguläre Termin vereinbart. Dieser hatte der Person ausdrücklich dazu geraten, die ganzen vereinbarten Erstgesprächstermine wahrzunehmen und erst danach zu entscheiden.

    Andere Therapeuten haben die Person z.B. schnell mit Werturteilen überzogen, z.B. zur Partnerwahl. Erstens sind mE Werturteile grundsätzlich unangebracht, zweitens würde man dazu wesentlich länger und genauer zuhören müssen, als was mir dazu berichtet wurde. Oder es kamen Aussagen, wie dass der Therapeut dasselbe Geschlecht haben müsse, wie der Patient, weil der Therapeut nur dann richtig mitfühlen könne. Darüber z.B. habe ich mit anderen Therapeuten gesprochen, die diese Auffassung nicht nachvollziehen konnten. Ich denke das spiegelt dann eher Probleme des Therapeuten wieder, der dann für sich gerne beschließen mag, sich auf Patienten seines eigenen Geschlechts zu konzentrieren. Daneben sollte dieser Therapeut vielleicht in der Supervision versuchen, sein Problem mit dem anderen Geschlecht zu bearbeiten.

    Wenn die Person sich aber leichter jemandem vom anderen Geschlecht anvertraut, finde ich das als generalisierende Aussage (also auch auf andere Psychotherapeuten allgemein bezogen) unprofessionell. Ich habe mündlich recht ausführliche Erfahrungsberichte über die weiteren 5 Erstgespräche erhalten und war einigermaßen ernüchtert von der glaubhaft berichtet nach objektiven Kriterien schlechten Qualität. Dazu kommt dann ja erst die Frage, ob das empathische Verhältnis zwischen Patienten und Therapeuten funktioniert. Wenn das nicht gegeben ist, finde ich eine Psychotherapie eher gefährlich als günstig.

    Insofern würde ich jedem nur raten:
    1. Psychotherapie ist wirklich sinnvoll (sogar für die meisten einigermaßen gesunden Menschen)
    2. Man sollte das nur mit einem Therapeuten machen, bei dem man sich emotional gut aufgehoben fühlt und der wirklich kompetent erscheint.

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