Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Irgendwas stimmt mit mir nicht ...?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    26.10.2019
    Beiträge
    36
    Danke
    34
    13 mal in 10 Beiträgen bedankt

    Standard Irgendwas stimmt mit mir nicht ...?

    Hallo zusammen, ich möchte ein Thema ansprechen das mich schon seit meiner Kindheit verfolgt und jetzt wieder hochgekommen ist. Ich bin mir mit meiner sexuellen Orientierung nicht sicher, schon mein ganzes Leben lang. Ich habe das Thema bewusst in den Bereich "Liebe & ..." geschrieben, weil das für mich auch etwas mit Selbstliebe zu tun hat. Zum Einen mich selbst zu lieben, was aktuell nicht der Fall ist und zum Anderen, auch so zu sein das ich mich selbst lieben würde.

    Es hat sich für mich schon als Kind (vom Alter würde ich schätzen Grundschulzeit) gedanklich "falsch" angefühlt, Kontakt mit Jungs zu haben zum Beispiel zum zusammen spielen. Ohne das ich mir das aber erklären könnte, in meiner Erziehung war das nie ein Problem das Mädchen und Jungs zusammen spielen. Auch später in meiner Jugend blieb dieses Gefühl das es "falsch" wäre wenn ich privat etwas mit Jugs zu tun habe weiter bestehen. Wenn andere Mädchen z.B. Freundinnen etwas mit Jungs zu tun hatten war das für mich kein Problem, nur bei mir selbst. Meine erste Beziehung (hetero) hatte ich mit 19 und ich hatte davor immer die Sorge, das meine Eltern mich für homosexuell halten könnten weil ich noch keinen Freund hatte. Auch hier, ohne das es einen Grund für diese Sorge gegeben hätte, meine Eltern hätten damit vermutlich kein Problem gehabt.

    Auch war es schon immer so, das ich immer anders war wie "normale" Mädchen, ob Freundinnnen, Klassenkameradinnen, etc. Ich hatte nie Interesse an Schminke oder anderem "Mädchenkram" was zwar Klischees sind, aber ich habe mich auch nie weiblich gefühlt. Gerade in meiner Pubertät (die biologisch/körperlich und hormonell normal verlaufen ist, was ich aufgrund meines Gefühls medizinisch abklären lies) war dieses "sich nicht weiblich fühlen" eine große Belastung für mich. Ich komme bis heute nicht mit meiner Periode klar und bin froh das ich sie (aus medizinischen Gründen) gar nicht mehr habe. In kurzen Hosen meine Beine zu rasieren empfand ich eher als "gesellschaftlichen Zwang" aber ich selbst fand es nicht selbstverständlich. Auch anderen "Beautykram" nicht. Es ist auch so, das ich es mir in keinster Weise vorstellen kann selbst schwanger zu sein/werden.

    Ich kann das alles nicht einordnen und fage mich, bin ich vielleicht homosexuell? Bin ich vielleicht asexuell? Habe ich früher vielleicht die Dinge wie hetero-Partnerschaften nur gemacht, weil ich dachte das es so sein müsste? Oder bin ich vielleicht "normal" und habe irgendwelche "gesellschaftlichen Normen" im Hinterkopf wie ich als normale Frau sein müsste? Aber woher sollten solche Ansichten kommen, meine Mutter war auch nicht "typisch weiblich" weder optisch, noch von ihrer Art, ihrer Berufswahl. usw. Oder könnte mir gerade deshalb ein "weiblicheres" Vorbild gefehlt haben? Ich schreibe das hier keinesfalls um Antworten auf meine Fragen zu erwarten, das kann nur ich mir selbst beantworten. Ich schreibe es, weil mich diese Unklarheit belastet und ich nicht weiß, wo ich das sonst ansprechen könnte. Und ich hoffe das ich mit meinen Formulierungen nirgends angeeckt bin.

    LG Tiffie.

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    15.05.2020
    Beiträge
    17
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Tiffie.

    Ich schleiche mich hier mal an und schreibe trotzdem
    Übrigens aus dem gleichen Grund wie du. Dinge ansprechen befreit ungemein!

    Aus der Sicht eines fremden Lesers mit wenig Informationen, eigenen Problemen und 42 Jahren Lebenserfahrung:

    Du bist du. Und zwar so wie du dich wohlfühlst. Heutzutage geht das zum Glück. Im Mittelalter hätten sie dich einfach als Hexe verbrannt

    Wie sieht es denn mit deinen intimen Vorlieben aus? Spricht dich ein weiblicher oder männlicher Körper mehr an? Das wäre doch eine erste Einordnung.

    Ich bin nicht der Meinung, dass ein Vorbild aus dir eine genormte Frau gemacht hätte. Vielleicht ein gesamte Umfeld, aber auch nicht zwingend. Wenn eine Person einen starken Charakter hat, ist der erzieherische Einfluss des Umfelds in der Regel unbedeutend.
    Daher denke ich, dass du deine wertvolle Energie verschwendest - so wie ich es auch noch immer gerne mache - darüber zu grübeln, was hätte anders laufen können, müssen, sollen. Du bist aus dem Alter der Orientierung raus (denke ich?). Dann kannst du doch jetzt frei leben. Nimm dir Mann oder Frau. Lass deine Beinhaare bis zu den Achseln wachsen und werde erster männlicher Gewichtheber. Ach egal. du weißt was ich sagen will. Nicht die Vergangenheit zählt, sondern das JETZT.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Knubbell für den sinnvollen Beitrag:

    Tiffie (16.05.2020)

  4. #3
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    26.10.2019
    Beiträge
    36
    Danke
    34
    13 mal in 10 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Knubbell Beitrag anzeigen
    Dann kannst du doch jetzt frei leben.
    Was die Äußerlichkeiten angeht ja. Aber zum Einen weiß ich vor lauter Unklarheit nicht, in welche Richtung das überhaupt geht oder gehen könnte. Klar bin ich ich, aber ich weiß ja nicht Mal wie sich das definiert. Aktuell weiß ich nur, wie sich das anfühlt und was nicht zutrifft. Über die Frage was mich anspricht habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, bisher war es zwar männlich aber irgendwie auch nicht ausschließlich. Deshalb bin ich mir auch nicht sicher, ob ich bisher vielleicht meinte eine Norm erfüllen zu müssen und deshalb andere Gedanken oder Richtungen erst gar nicht zugelassen hatte.

    Ich werde mir aber nochmal, vielleicht auch mehrfach, die Zeit nehmen mir ausführlicher Gedanken über deine Worte zu machen. Danke dir.

  5. #4
    Neuling
    Registriert seit
    15.05.2020
    Beiträge
    3
    Danke
    1
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Hallo Tiffie,
    grundsätzlich finde ich es gut, dass du deine Gedanken offenbarst und damit abkanalisieren kannst. Es bringt nichts, wenn du
    sämtliche Gedanken in dich hinein frisst und damit unnötig Zeit vergeudest und die Probleme dadurch ggf. noch größer werden.
    Ich würde darauf tippen, dass du dich dem "Zwang" der Gesellschaft gebeugt hast und das getan hast, was von dir "verlangt" wurde
    bzw. was "typisch" für eine Frau ist. Jedoch muss man (aus meiner Sicht, ich bin leider selber betroffen) sehr aufpassen, dass man
    nur noch dafür lebt anderen zu gefallen statt selbst zu bestimmen und nur das zu tun oder zu lassen was man selber möchte.

    Du haderst anscheinend mit dir selbst. Hör auf damit bzw. strenge dich an, dass du eher zu einer "mir doch egal, was die von mir denken"-
    Einstellung kommst. Zwar nicht egoistisch aber komplett selbstbestimmt. DU lebst und DU denkst nur für DICH, nicht für andere.
    Also horche in dich hinein, was du wirklich willst.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Hobbysänger für den sinnvollen Beitrag:

    Tiffie (20.05.2020)

  7. #5
    Verleger Avatar von LukeHB
    Registriert seit
    10.04.2014
    Ort
    HB
    Beiträge
    5.130
    Danke
    1.453
    3.124 mal in 1.964 Beiträgen bedankt

    Standard

    Du versuchst herauszufinden, was Du eigentlich bist. Aber ich frage mal provokant: Wozu? Damit Du dich selber in eine eigene Schublade stecken kannst?

    Wenn Du Frauen magst, sei bei Frauen. Wenn Du Männer magst, sei bei Männern. Nein, falsch! Man muss es nicht nach Geschlecht einordnen ... sei bei den Personen, die dir gut tun, unabhängig vom Geschlecht. Ich habe mich selber noch die definiert, vielleicht weil es klar ist, vielleicht weil es gar nicht nötig ist.

    Definitiv richtig ist nur eins: Du bist Mensch. Und die sind nun mal verschieden. Du bist ein einzigartiges Individuum, betrachte dich auch als solches.
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

  8. #6
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    26.10.2019
    Beiträge
    36
    Danke
    34
    13 mal in 10 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von LukeHB Beitrag anzeigen
    Du versuchst herauszufinden, was Du eigentlich bist. Aber ich frage mal provokant: Wozu? Damit Du dich selber in eine eigene Schublade stecken kannst?
    Ich schätze, ja. An einer Schublade sehe ich nicht nur negatives. Zum Einen gibt mir so was in meiner Unsicherheit eine Art Rahmen oder Orientierung. Und zum Anderen findet man durch Schubladen auch Gleichgesinnte zum Beispiel für Austausch oder Verständnis. Ich bin keine Persönlichkeit, die einfach macht wonach ihr der Sinn steht. Ich bin nachdenklich, eher introvertiert (woran ich nichts ändern möchte) ich bin nicht die Selbstsicherheit in Person, wofür der Thread vermutlich auch ein Beispiel ist.

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tiffie für den sinnvollen Beitrag:

    GrayBear (21.05.2020)

  10. #7
    Neuling
    Registriert seit
    21.04.2018
    Beiträge
    14
    Danke
    0
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Tiffie,

    schön dass du deine Gedanken offen legst.
    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, sei wer du bist, egal welches Wort dahinter steht. Zieh an was du willst, gebe dich wie du willst, gehe mit deinem Körper so um,wie du es für richtig hältst und vergiss alle Gesellschaftlichen Normen. Zum Glück leben wir in einem Land, in dem man sich frei entfalten kann.
    Finde für dich selbst heraus, welche Körper und Seelen du anziehend findest. Ich würde dir vielleicht raten mutig zu sein und romantische Erfahrungen mit beiden "physischen" Geschlechtern zu sammeln.

    Ich mache jetzt mal ein paar Schubladen als Denkanreiz auf, in die du dich aber auf keinen Fall stecken musst:


    Wenn du irgendwelche "Begrifflichkeiten" finden willst, gibt es neben Heterosexuell,Asexuell und homosexuell ja auch noch bisexuell und Transsexualität.
    Vielleicht trifft für dich aber auch die Pansexualität zu?(ist eine sexuelle Orientierung, bei der Personen in ihrem Begehren keine Vorauswahl nach Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität treffen. Der Begriff Pansexualität leitet sich von der griechischen Vorsilbe pan (gesamt, umfassend, alles) ab.i)

    Liebe Grüße

  11. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Redvibes für den sinnvollen Beitrag:

    Tiffie (Heute)

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 27.09.2019, 21:13
  2. Irgendwas stimmt im Kopf nicht
    Von Krielt im Forum Gedächtnis und Lernen
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 28.08.2016, 11:27
  3. Irgendwas stimmt mit mir nicht :/
    Von KyleSP im Forum Depression
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 28.07.2013, 10:07
  4. irgendwas stimmt nicht
    Von Kata loves fire im Forum Ängste
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.12.2012, 18:04
  5. irgendwas stimmt mit mir nicht
    Von roserot im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 09.11.2012, 16:36

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •