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Thema: Ist Hoffnung etwas Gutes?

  1. #1
    Nachwuchs Autor
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    Standard Ist Hoffnung etwas Gutes?

    Hallo euch allen.

    Seid bestimmten Ereignissen vor einiger Zeit frage ich mich, ob Hoffnung etwas Gutes ist? Etwas, was das Leben schöner, angenehmer oder gar besser macht oder etwas, was das Leben nur erschwert, beschwert und schwer erträglich macht?

    Zitat Zitat von Empty Beitrag anzeigen
    Ist Hoffnung nicht eine bequeme Art des Nichtstun und der Verdrängung? So wie ich hoffe das Wetter wird besser und mich bei Regen nicht raus traue. Aber egal wie viel ich hoffe, es regnet oder es scheint die Sonne - daran kann ich nichts ändern. Ich kann auch aufhören zu hoffen, den Regenschirm nehmen und losgehen...
    Ist dem Depressiven damit geholfen, dass er hofft es wird besser? Geht er dann tatsächlich los und macht es besser?
    Ist dem Verliebten damit geholfen, wenn er sich Hoffnungen macht? Wird der/die andere dann noch eher diese Liebe erwidern?
    Bringt es was zu hoffen, jemand ändert sich zum "besseren?" Bessert der andere sich dann eher?

    Oder in der Politik: Bringt es was zu hoffen, eine Regierung wird schon wissen was sie tut? Tut sie dann eher das Richtige?
    Oder in den Medien: Bringt es was zu hoffen, dass Journalisten möglichst wahrheitsgetreu, ohne (bewusste und unbewusste) Verfälschungen berichten? Werden die Berichte dadurch wahrer?

    Ist Hoffnung nicht eine auf die Zukunft gerichtete Illusion die einem vom jetzigen Moment ablenkt und die in ent-täuschung (was ja per se nichts schlechtes sein muss) und in Schmerz endet, sobald die Hoffnung stirbt*?

    Wenn möglich würde mich eure Meinung interessieren, losgelöst von mir und meinen eigenen Problemen.


    (* "Andere sagen immer 'Die Hoffnung stirbt zuletzt.' Ich sage: Aber sie stirbt." - Nico Semsrott)
    Geändert von Empty (09.12.2015 um 15:53 Uhr)
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  2. #2
    silbo
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    Es gibt beides, die Hoffnung, die lähmt, die Hoffnung, die hilft. Andere Worte dafür wären Illusion und Zuversicht. Letzteres ist auch mit einer eigenen Handlung assoziiert, "etwas mit Zuversicht angehen".
    Der Illusion "Alles wird gut" kann schon trügerisch sein.

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei silbo für den sinnvollen Beitrag:


  4. #3
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    Das scheint mir aber ein schmaler Grat zu sein. Ich kann auch etwas mit Zuversicht angehen, was doch nur eine Illusion ist. In dem Fall die Illusion, dass es gut ist was ich da angehe. Ich kann auch zuversichtlich sein mal einen Marathon bis zum Ende zu laufen oder gar zu gewinnen, aber bei all der Zuversicht kann ich mich auch zu Tode laufen... Ich kann voller Zuversicht einen Job verlassen um vielleicht was eigenes zu machen, aber die Hoffnung lässt mich dieses Unterfangen nicht gelingen oder doch? Sie lässt mich vielleicht durchhalten, zum guten oder zum schlechten. Aber kann ich nicht auch etwas tun, weil ich es tun will, ohne die Hoffnung auf etwas zu haben was vielleicht oder vielleicht auch nicht passieren könnte?
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  5. #4
    Schreiberling Avatar von keepcontrol
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    Hi Empty,
    vielleicht verwechselst du hier Hoffnung mit Erwartung.
    Wenn man erwartet, dass etwas wie gewünscht eintritt, ist man enttäuscht, wenn es nicht so kommt.
    Wenn man hofft, dass etwas bestimmtes eintritt, ist man sich irgendwo auch im klaren, dass es anders kommen könnte, behält aber vorrangig die positive Entwicklung im Auge.

    Ich erwarte, dass es in 5 Minuten aufhört zu regnen -> ich bin enttäuscht, wenn es nicht so ist (und habe im schlimmsten Fall auch keinen Regenschirm mehr, weil ich ihn voller Erwartung auf Sonnenschein aus dem Fenster geworfen habe).
    Ich hoffe, dass es in 5 Minuten aufhört zu regnen -> ich weiß, dass ich einen Regenschirm habe, lasse ihn aber noch in der Ecke stehen, falls doch noch die Sonne raus kommt (weil mir das am liebsten wäre und ich mir nicht im vornherein die Laune verderben will).

    Insofern finde ich die Begriffe von Silbo schon recht zutreffend: Zuversicht vs. Illusion.

    Manche Dinge kann man nicht beeinflussen, wie z.B. das Wetter, anderes schon.
    Bei Dingen, die man selbst ändern kann, macht es vielleicht weniger Sinn nur zu hoffen, sondern man sollte/muss auch direkt eingreifen und etwas dafür tun.
    "It is often said that before you die your life passes before your eyes. It is in fact true. It's called living." - Terry Pratchett

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei keepcontrol für den sinnvollen Beitrag:

    Empty (09.12.2015)

  7. #5
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    Zitat Zitat von keepcontrol Beitrag anzeigen
    Hi Empty,
    vielleicht verwechselst du hier Hoffnung mit Erwartung.
    Wenn man erwartet, dass etwas wie gewünscht eintritt, ist man enttäuscht, wenn es nicht so kommt.
    Wenn man hofft, dass etwas bestimmtes eintritt, ist man sich irgendwo auch im klaren, dass es anders kommen könnte, behält aber vorrangig die positive Entwicklung im Auge.
    Aber wer besitzt denn die Fähigkeit das praktisch zu unterscheiden? Wer ist denn nicht enttäuscht, wenn die positive Entwicklung, die man im Auge hatte, nicht eintrifft?

    "Das Beste hoffen und mit dem Schlimmsten rechnen" heißt es. Aber wie geht das? Erwartungen und Hoffnungen mögen von den Begrifflichkeiten sehr unterschiedlich sein, aber sind sie es im alltäglichen Leben auch? Ich kriege das jedenfalls nicht hin, wie ich merken musste. Bei mir sind Hoffnungen praktisch das selbe wie Erwartungen. Ich kann mir noch so sehr sagen "Ich hoffe auf.... aber es kann natürlich auch schief gehen." Ich bin dennoch enttäuscht, wenn es denn schief geht.

    Und ich kann ja auch das "falsche" hoffen... Ich kann hoffen ich gewinne einen fetten SUV, aber ich habe weder einen Führerschein noch das Geld für Benzin und Instandhaltung. Was habe ich dann von meiner Hoffnung?
    Oder ich habe die Hoffnung (bin zuversichtlich) einmal eine Million Euro zu verdienen. Aber wenn ich sie denn habe, will ich sie dann noch? Bin ich dann glücklicher? War es die Mühen wert? Das kann ich alles heute doch nicht wissen.
    Oder ich hoffe Person XY ist meine Traumfrau und wenn wir dann zusammenkommen können wir uns gegenseitig nicht ausstehen. Und wenn wir nicht zusammenkommen bin ich enttäuscht (weil ich gehofft habe) - obwohl wir gar nicht passten.


    *Edit*
    Hoffnung:
    [1] Glaube bzw. Erwartung eines erwünschten Ereignisses in der Zukunft, ohne dass Gewissheit darüber besteht, ob es auch wirklich eintreten wird
    (Quelle: wiktionary, Hervorhebung durch mich)
    Erwartung:
    [1] Zustand der Spannung, des Wartens, Ungeduld
    [2] Vorstellung von dem, was geschehen wird
    (Quelle: wiktionary)
    Finde die Begriffe eigentlich sehr ähnlich. Sie werden gegenseitig aber nicht als Synonyme aufgelistet.
    Geändert von Empty (09.12.2015 um 17:37 Uhr)
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  8. #6
    silbo
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    Ist klar dass die Zuversicht auch mal zu einem schlechten Ergebnis führen können. Aber meine "Leistung" wird besser wenn ich zuversichtlich bin.

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei silbo für den sinnvollen Beitrag:

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  10. #7
    Nachwuchs Autor
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    Aber ist es gut, wenn man seine "Leistung" verbessert und es dem Abgrund quasi (umso schneller) entgegen geht?
    Oder ist es die Sache überhaupt wert, wenn ich Hoffnung/Zuversicht brauche um mich zu motivieren oder überhaupt in Bewegung zu bringen?

    Ich kann ja jeden Tag in die Mucki-Bude gehen in der Hoffnung irgendwann mal wohldefinierte Muskeln zu haben (und bin dann enttäuscht, weil man die Muskeln nur richtig sieht, wenn man seinen Körperfettanteil bis zum kritischen reduziert oder weil ich ständig stagniere)... Oder ich mache es, weil es Spaß macht (die Tätigkeit/Sache an sich) und ich mich gerne bewege und dieses brennen in den Muskeln gerne spüre.

    *Edit*
    Oder der Depressive: Bringt ihm die Hoffnung etwas, dass es besser werden kann? Was wenn es genau richtig ist, was er da spürt, weil etwas falsch läuft in seinem Leben. Sollte man ihn mit Hoffnung aus etwas potentiell Gutem (wenn auch schmerzhaftem) locken damit er sich in der "Wohlfühl"-Gesellschaft wieder zurecht findet? Als es mir richtig schlecht ging habe ich in dem Leid einen Sinn gesehen. Es sollte mir zeigen, dass ich "hier" nicht sein wollte/durfte. Ich musste (aus innerem Antrieb) woanders hin. Ich brauchte keine Hoffnung. Als ich noch hoffte das nach einem Tief auch wieder ein Hoch kommt ging es mir nicht besser (und dieses Hoch kam bis heute auch noch nicht, also wäre ich ganz schön enttäuscht jetzt)...
    Geändert von Empty (09.12.2015 um 18:29 Uhr)
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  11. #8
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    Ich habe für mich gelernt nicht all zu hohe Anprüche/Hoffnung an das Leben und an andere Menschen zu stellen. Auch wenn es sich pessimistisch anfühlt. Man wird weitaus weniger enttschäuscht...

  12. Der folgende Benutzer bedankte sich bei stranwberry für den sinnvollen Beitrag:

    Empty (10.12.2015)

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