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Thema: Ist wirklich die Mutter schuld? Oder zu empfindlich?

  1. #1
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    Standard Ist wirklich die Mutter schuld? Oder zu empfindlich?

    Hallo!

    Ich bin gerade noch ziemlich am Anfang meiner Therapie und dabei kommt immer häufiger das Thema auf, welchen Einfluss meine Mutter auf diese ganze Thematik hat.
    Ich habe überhaupt kein Selbstwertgefühl, immmer schlimmer werdende Depressionen und bin seit Jahren heimlich essgestört (das artet momentan leider komplett aus). Ich habe seit ich klein bin alle Probleme in mich hineingefressen, alles mit mir selbst ausgemacht und bin mittlerweile unfähig weder mit Freunden noch mit sonst jemandem über Probleme/ geschweige denn Gefühle zu reden. Ich würde mich selbst auch als beziehungsunfähig bezeichnen, da ich die Nähe irgendwann einfach nicht mehr aushalte.

    Nun zum eigentlichen Thema: Kann die Ursache hinter dieser ganzen Geschichte wirklich bei der Mutter liegen, selbst wenn man die Kindheit als eigentlich ganz schön bezeichnen würde? Ich fühle mich jedesmal in der Therapie schlecht, weil ich das Gefühl habe, meine Mutter in ein schlechtes Licht zu rücken. Meine Eltern haben uns finanziell immer alles ermöglicht, wir sind jedes Jahr 2-3 Mal in den Urlaub gefahren, sie waren auch nicht sonderlich streng.
    Dennoch hat meine Mutter, egal was ich gemacht habe, alles schlecht geredet, sofern es nicht ihren Vorstellungen entsprach. Egal was ich gemacht habe, es hat nie gepasst. Meine 2 Schwestern haben immer viele Probleme gemacht, ich war immer das brave Kind.
    Mein Problem ist, dass ich nicht weiß ob ich einfach zu empfindlich bin und meiner Mutter gegenüber unrecht tue? Immer wenn ich eine Geschichte über meine Mutter erzähle bin ich mir nicht sicher ob ich nicht übertreibe?


    Zur Info: Ich bin 23 Jahre alt, wohne in einer Großstadt und wohne (finanziell bedingt) leider noch zu Hause.

    Meiner Mutter würde ich beispielsweise nie etwas über meine Therapie erzählen. Selbst wenn ich Krebs hätte, ich würde es ihr einfach nicht sagen.
    Das ist doch nicht normal oder?

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Hallo,

    das Wort “Schuld“....hm......ich mag es (in Bezug auf meine Mutter) nicht so.

    Manche meiner Verhaltensmuster, die mit meinen Depressionen zu tun hatten/haben, haben eindeutig ihren Ursprung in meiner Kindheit/Jugend.

    Unter anderem, dass Wertschätzung und Liebe von Leistung und Verhalten abhängig war. Dieses Muster hatte ich unbewusst auch in meiner Ehe und im Job praktiziert.

    Es ist mir relativ gut gelungen, denke ich, mir die Thematik in der Therapie anzuschauen mit dem Hinblick darauf, in Zukunft mehr auf meine Bedürfnisse zu achten. Wichtig ist, nicht beim Punkt “Ursache/Schuld“ stehen zu bleiben....

    Gib dir bisschen Zeit, das alles zu verdauen.

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  4. #3
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    Danke erstmal für die Antwort.

    Es geht mir gar nicht so sehr darum, jemandem die Schuld an "mir" zu geben (die suche ich meistens eh bei mir selbst).
    Ich frage mich einfach ob ich die Berechtigung habe, mich über meine Mutter zu beschweren, sie irgendwie auch in ein schlechtes Licht zu rücken.
    Mir ist natürlich klar, dass ich in der Therapie sagen kann was ich will, meine Mutter erfährt ja nichts davon.
    Aber auf der anderen Seite, weiß ich eben nicht ob ich mir nur was vormache und alles eigentlich schlimmer darstelle als es ist, mir eben meine Mutter vor dem Therapeuten als Sündenbock hinstelle, wenn eigentlich das Problem von mir aus geht?

  5. #4
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    Zitat Zitat von sirala Beitrag anzeigen
    Aber auf der anderen Seite, weiß ich eben nicht ob ich mir nur was vormache und alles eigentlich schlimmer darstelle als es ist, mir eben meine Mutter vor dem Therapeuten als Sündenbock hinstelle, wenn eigentlich das Problem von mir aus geht?
    Ich würde diesen Punkt an deiner Stelle mit in die Therapie nehmen.

    Wenn ich so darüber nachdenke, hat mich dieses “schlecht über andere reden“ (Therapie) auch schon (unbewusst) beschäftigt.....thematisiert habe ich das nie.

    Danke für“s Gedanken-Anschubsen.

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