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Thema: Jeden Tag Angstzustände

  1. #1
    Neuling
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    Frage Jeden Tag Angstzustände

    Hallo zusammen,

    Genau an meinem Geburtstag habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Panikattacke bekommen. Das ist jetzt 4 Wochen her. Nach der ersten Atracke ging mir es wieder gut. Mittlerweile hatte ich 3 weitere Attacken, die sich mit Herzrasen, verschwommenem sehen und starker Angst bemerkbar machen. Es wurden 2 große Blutbilder gemacht, ein Langzeit-EKG und meine Augen wurden auch gecheckt. Nun habe ich seit 3 Wochen jeden Tag das Gefühl, dass alles wie in einem Traum abläuft. Einige Tage bilden hier eine Ausnahme, an denen fühle ich mich absolut normal. Mein Sehen fühlt sich komisch an, ich habe keine Energie und könnte um 18 Uhr schlafen gehen.
    Wenn ich mich dann ins Bett lege kann ich nicht einschlafen und wache gefühlte tausendmal auf. Ich träume intensiv, allerdings keine Alpträume. Da es keine körperlichen Befunde gibt, wurde ich an einen Psychiater überwiesen. Einen Termin zubekommen ist die absolute Hölle. Erreichen meine Probleme ihren Höhepunkt, habe ich das Gefühl, dass ich das niemals aushalten werde. Ich habe Angst den Verstand zu verlieren, tausend Krankheiten rennen mir durch den Kopf. "Hab ich einen Gehirntumor oder doch einen Schlaganfall? Jetzt bekomme ich einen Herzinfarkt".. Ich bin 25 Jahre alt, körperlich gibt es keine Befunde und ich fühle mich als ob es mit mir zu Ende geht. Das kuriose: ich halte beruflich Vorträge vor vielen Menschen. An den Tagen an denen ich einen Vortrag gehalten habe, geht es mir immer gut.

    Hat jemand ein paar Tipps, wie ich die Zeit bis ich endlich einen Termin bekomme überbrücken kann. Einen Tipp, wie dieses Gefühl der Verzweiflung aufhört, dass ich das nicht lange aushalten? Ich war noch nie in psychiatrischer Behandlung und fühle mich aktuell so ausgelaugt, dass ich jeden Tag das Bedürfnis habe einen Arzt aufzusuchen.

    Danke!

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Liebe/r Fiani,

    oh, ich kenne das nur zu gut! Ich wurde zwar nicht körperlich abgecheckt, aber an das Herzrasen und die Beklommenheit kann ich mich gut erinnern. Bei mir führte ein Arbeitsplatzwechsel zu den Panikattacken, ich kannte sowas vorher überhaupt nicht. Ich hatte auch schweißnasse Hände und ein Gefühl als ob mein Kreilsauf gleich zusammenbrechen würde. Bei Arbeiten die ich ansonsten im Schlaf kann, saß ich auf einmal da und wusste nicht weiter.

    Auch die Energielosigkeit kenne ich, und dass man versucht den Tag irgendwie zu schaffen, nachts dann vor lauter Grübelei dann nicht Schlafen können. Ich habe auch ewig auf einen Termin warten müssen. Begleitend hab ich dann noch Depressionen entwickelt. Für akute Situationen hat mir mein Arzt damals Psychopax verschrieben, das ist ein stark angstlösendes Medikament. Sollte man aber wirklich nur in Akutsituationen nehmen da sie abhängig machen. Es sind Tropfen die sich gut individuell anpassen lassen.

    Anbei die Dinge dich ich gelernt habe und für mich als sinnvoll betrachte. Ist natürlich individuell, du must probieren was dir am besten hilft.

    Erstens: Panikattacken brauchen nicht unbedingt eine Ursache, meist gibt es aber eine auslösende Situation, die man vielleicht bewusst gar nicht so wahrnimmt. Das heisst du solltest mal überlegen ob in der leztten Zeit irgend etwas ungewöhnliches passiert ist.

    Zweitens: Mach dir bewusst dass eine Panikattacke selten länger als 15 bis 20 Minuten andauert. Danach fühlt man sich zwar nicht unbedingt super, aber das Schlimmste ist vorbei.

    Drittens: Atme! Mir hat bewusstes und tiefes Atmen extrem geholfen. Sobald du merkst dass die Panik in dir aufsteigt, konzentriere dich auf dein atmen. Klingt vielleicht wie der Blondinenwitz „einatmen – ausatmen – einatmen – ausatmen“, aber solange du bewusst an dein atmen denkst, denkst du an keine panikerzeugenden Dinge. Und durch die höhere Sauerstoffaufnahme beruhigst du dich. Wenn du wieder anfängst zu grübeln, sag dir bewusst „STOP!” und denke bewusst an etwas anderes.

    Viertens: Sport: Ich bin jetzt wahrlich kein Sportfreund, aber ich bin als es mir schlecht ging viel spazieren gegangen und auch gelaufen. Versuche auch in der dunklen Jahreszeit soviel Tageslicht wie möglich zu bekommen. Zusätzlich hab ich mir eine Sonnenbrille mit orangen Gläsern besorgt die ich dabei trage.

    Fünftens: Wenn du gut auf Gerüche reagierst, stell dir eine Duftlampe auf und such dir einen beruhigenden Duft. Lavendel z.B. wirkt nachweislich beruhigend und Schlaffördernd. Es gibt auch Lavendelspray fürs Kopfkissen oder ein Lavendelkissen mit getrockneten Blüten.

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    Mirjam (21.11.2019)

  4. #3
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    Pass gut auf dich auf und scheue dich nicht davor, erneut zu deinem Hausarzt zu gehen. Ein Notfallmedikament würde ich mir auf jeden Fall verordnen lassen.

    Ich will dir keine Angst machen - aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass sich solche Zustände verselbstständigen können. Meine Diagnose war: Depression und Angststörung, wobei die Panikattacken nie so schlimm waren, dass ich einen Notarzt gebraucht hätte.

    Unterstützend kann das Erlernen einer Entspannungstechnik hilfreich sein.

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