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Thema: Kann man Asperger mit schizoiden Zügen haben?

  1. #1
    Neuling Avatar von Sibelius
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    Standard Kann man Asperger mit schizoiden Zügen haben?

    Guten Tag,

    mich beschäftigt in letzter Zeit die Frage, ob man Asperger mit schizoiden Zügen haben kann, da bei mir mit sechs Jahren das Asperger-Syndrom festgestellt wurde und ich einige seiner typischen Merkmale (besondere Interessen,Vermeiden von Blickkontakt, stark introvertiertes Auftreten, Unfähigkeit, angemessen sozial zu interagieren und die Unfähigkeit, im sozialen Bereich Zusammenhänge herzustellen sowie eine motorische Ungeschicktheit bei sportlichen Aktivitäten) aufweise, mir einige Symptome jedoch fehlen (ich konnte schon immer Mimiken richtig deuten und hatte nie Probleme mit Metaphern und kann mir Gesichter merken, auch wenn ich laute Veranstaltungen meide, hatte ich nie "Overloads" oder Ähnliches, war als Kind jedoch empfindlich gegenüber Geräuschen und Gerüchen, was sich inzwischen jedoch gelegt hat).


    Da ich nun in einem Alter bin, wo die soziale Interaktion immer wichtiger wird, sind mir in den letzten 1,5-2 Jahren meine Defizite wirklich bewusst geworden, sodass ich mich verstärkt mit Psychologie beschäftigt habe und dabei auf die schizoide Persönlichkeitsstörung gestoßen bin, bei der ich mich TEILS wiederfand. Ich hatte nämlich schon immer die Tendenz dazu, Gefühle einfach "abzuspalten" oder sie versuchen, vor mir zu verstecken, wenn sie mir nicht behagten und war schon immer relativ perfektionistisch und bin vielleicht auch diesen Gründen seit letztem Herbst stark religiös geworden. Des Weiteren war ich schon immer extrem misstrauisch und unterstelle leider den Menschen in meinem Umfeld nur die niedersten Absichten und reagiere, wenn ich auf meine Gefühle angesprochen werde ziemlich "archaisch", da dies mir vielleicht auch aufgrund meiner Unfähigkeit, auf der sozialen Ebene Zusammenhänge herzustellen und meines ständigen Versuches des "Abspaltens" extrem unangenehm ist, was mir hinterher jedoch häufig leidtut und mir neben meiner Unfähigkeit, angemessen sozial zu agieren viele Schwierigkeiten einbringt, weil ich zum Beispiel Blickkontakt meine und auf Smalltalk etc. nicht eingehen KANN und wegen meines extremem Misstrauens dazu tendiere, automatisch "archaisch" darauf zu reagieren, was, wie ich herausgefunden habe typisch für Schizoide ist, wobei ich jedoch über ein sehr geringes Selbstwertgefühl verfüge und oft zwanghaft über Thematiken wie Krieg, Krankheit und Tod nachdenke. Ich hoffe, hier eine Antwort zu finden. Beantworte auch weitere Fragen gerne, wenn es hilft :-)

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von Taedium vitae
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    Hallo Sibelius,

    auch ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der sog. schizoiden Persönlichkeitsstörung da ich ebenfalls viele Kriterien erfülle.
    Asperger und schizoide haben ja sehr viele Überlappungen. Ich bin sicher kein Profi aber habe mir halt auch schon so einiges gelesen.

    Wenn man das Asperger-Syndrom wie Du hat, ist es denke ich ganz normal auch schizoide und ebne introvertierte Züge zu zeigen bzw. zu entwickeln.
    Umgekehrt ist es nur nicht so > schizoide/intros müssen nicht zwangsläufig Asperger haben.

    Einiges was Du schreibst ist für mich sehr vertraut bzw. das geht mir auch so (Gefühle einfach "abzuspalten", Abneigung gegen Smalltalk,...)

    Wie Alt bist Du denn? Leidest Du? Wieso führt Dich Perfektionismus zur Religiosität? Was genau meinst du mit "Archaisch"?

  3. #3
    Neuling Avatar von Jedimeisterin
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    Hallo Sibelius,

    kuck mal hier rein: https://de.wikipedia.org/wiki/Asperg...terscheinungen
    "Manchmal tritt das Asperger-Syndrom aber auch gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auf (Komorbidität):
    Zu den häufigsten Begleiterscheinungen zählt die Depression, die meist durch Beeinträchtigungen im Privat- und Berufsleben mitbedingt ist.[1]
    Einige Menschen mit Asperger-Syndrom erfüllen auch die Kriterien für eine Zwangsstörung oder eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Im Falle einer einfachen Zwangsstörung ist die Abgrenzung vom Asperger-Syndrom einfacher als im Falle einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Asperger-Syndrom und Zwangsstörung können aber auch gleichzeitig vorliegen.[69]
    Wenn Konzentrationsschwierigkeiten vorliegen, wird das Asperger-Syndrom leicht mit ADHS verwechselt.[57] Beide Störungen können aber auch gemeinsam auftreten. In einer Übersicht von 2012 wird betont, dass sowohl ihre Überlappungen als auch ihre Unterschiede beachtet werden müssen.[70]
    Gelegentlich ist ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Tourette-Syndrom beschrieben worden. Wenn ein Asperger-Syndrom alleine vorliegt, ist es vom Tourette-Syndrom jedoch gut zu unterscheiden.[13]
    Manchmal wird auch ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Magersucht (Anorexia nervosa) beobachtet.[71]"

    Bei Asperger Syndrom sind wirklich viele Sachen dabei.

    LG Jedi

  4. #4
    Neuling
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    Guten Tag,

    1.) Ich bin zurzeit 18 Jahre alt, also in dem Alter, indem man den Unterschied wirklich wahr nimmt. Dass ich das habe und ich anders bin, wusste ich schon vorher, jedoch sind mir meine Unterschiede nicht wirklich aufgefallen, da sie mich einfach nicht interessiert haben.

    2.) Gerade deswegen, weil ich seit einigen Jahren dadurch begingt ziemlich oft missverstanden wurde und mir dies alles erst vor einigen Monaten wirklich aufgefallen ist, was für Defizite ich im sozialen Umgang habe, habe ich angefangen mich damit zu beschäftigen.

    3.) Ich habe mich als Kind schon immer für Übernatürliches (damals waren es UFOs, mythologische Vorstellungen und Ähnliches) interessiert. Als der Leidensdruck dann irgendwann zu groß wurde, habe ich mich angefangen mit Metaphysik und Theologie zu beschäftigen. ich weiß, dass viele Menschen religiöse Vorschriften als weltfremd oder als Bürde empfinden, für mich ist dies jedoch positiv, da ich so meinem Hang zum Perfektionismus Raum verschaffen kann und meinen "Abspaltungen" etwas Positives abgewinnen kann.


    4.) Das Wort habe ich in diesem Zusammenhang auf einer Seite über die schizoide Persönlichkeitsstörung gelesen und fand es passend, da ich immer dazu tendierte, dann reflexartig eine barsche Antwort zu geben.


    Ich bin erst auf den Gedanken, mich mit der Schizoidie zu beschäftigen gekommen, als ich begonnen habe, mich verstärkt mit den Auswirkungen meiner Störung zu befassen.

  5. #5
    Neuling
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    Um mal die Fragen zu beantworten:

    1.) Ich bin derzeit 18 Jahre alt und habe in den letzten zwei Jahren meine Defizite im sozialen Bereich überdeutlich zu spüren bekommen, was ich aber erst letzten Herbst wirklich bemerkt habe

    2/3.) Deswegen weil ich es sonst nicht mehr ausgehalten hätte, bin ich ziemlich religiös geworden. Ich habe mich als Kind schon für Übernatürliches (damals waren es UFOs, Mythen, Kreaturen wie Nessi oder Big Foot) interessiert. Später begann ich dann, wegen meiner Krankheit über den Sinn des Lebens nachzudenken und nach einem Warum zu fragen und mich mit Theologie und Metaphysik zu beschäftigen. In Bezug auf Religion kommt mir dabei die klare Struktur und die Vorschriften fürs Verhalten entgegen, da das Abspalten von negativen Eigenschaften, (auch Sachen, die ich schon vorher abgespalten habe) um ein besserer Mensch zu werden mir bereits bekannt ist und dies mir so einen Sinn gibt und mir dabei hilft, mich über Wasser zu halten und nicht vollkommen psychisch krank zu werden, da ich sowieso immer über Krieg und Krankheit nachdenken muss und leider etwas zu häufig kleinere Mengen (1-1,5l Bier oder 2 Schnapsgläser Whisky oder Aquavit) Alkohol zu mir nehme, da dieser mir mit klassischer Musik bei der Entspannung hilft. Bin aber nie wirklich betrunken davon und habe nie einen Filmriss.


    4.) Mit archaisch meine ich, dass ich dann instinktiv, ohne nachzudenken barsch reagiere und es mir m Nachhinein häufig leidtut. Hier einmal ein schönes Zitat dazu:

    "Angst und Aggression
    Angst und Aggression hängen eng zusammen. Als Säugling sind wir Unwohlsein und Angst hilflos ausgeliefert. Unsere erste mögliche Reaktion dagegen ist schreien, und strampeln. Diese archaische Angst ist sehr groß und wird als Existenzbedrohung empfunden.
    Es gibt zwei Möglichkeiten mit dieser Angst umzugehen. Entweder Flucht, ein sich zurücknehmen bis zum Todstellreflex, oder Angriff, d.h. Aggression nach außen.
    Ein bindungsloser Mensch, wie Menschen mit ambivalenten Verhaltensmustern, erlebt sich nicht geborgen und ungeschützt. Dementsprechend ist die Reaktion archaisch, also rücksichtslose Aggression. Die bremsende Kraft eines ganzheitlichen, emotionalen Erlebens fehlt, ebenso wie die Vorstellung, wie ihre Reaktion auf ihr Gegenüber wirkt. Daher sind ihre Reaktionen oft brüsk und verletzend, ohne dass sie sich dessen bewusst sind." https://www.praxis-pandya.de/die-sch...rsoenlichkeit/

    @Jedimeisterin: Danke für den Link. Ich hatte schon vorher vermutet, dass eine psychische Störung häufig andere psychische Störungen, die durch äußere Faktoren bedingt sind, mit sich zieht. Ebenfalls halte ich es für wahrscheinlich, dass bestimmte Störungen vererbbar oder genetisch bedingt sind, obwohl ich in meiner Familie der einzige bin, der eine psychische Störung hat.

  6. #6
    Neuling Avatar von DraganGirl
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    Ich bin Asperger mit schizoiden Anteilen, so stehts in meinem Bericht vom Psychiåtrie Spesjålist!

  7. #7
    Neuling Avatar von Jedimeisterin
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    Zitat Zitat von Sibelius Beitrag anzeigen
    @Jedimeisterin: Danke für den Link. Ich hatte schon vorher vermutet, dass eine psychische Störung häufig andere psychische Störungen, die durch äußere Faktoren bedingt sind, mit sich zieht. Ebenfalls halte ich es für wahrscheinlich, dass bestimmte Störungen vererbbar oder genetisch bedingt sind, obwohl ich in meiner Familie der einzige bin, der eine psychische Störung hat.
    Hallo Sibelius,

    ich betreue ab und an einen Azubi mit Asperger Autismus, wenn er lt. Ausbildungsplan in unserer Abteilung ist. Vor gar nicht allzu langer Zeit erzählte er das er unter gewisser Depri (ohne aber näher darauf einzugehen) und erklärte mir, dass in seiner Familie Angehörige Depris haben. Er aber der einzigste mit Asperger Syndrom. Bei ihm spielen soziale Aspekte dazu noch eine Rolle wie die Probleme mit Kontakt zu anderen Menschen. Und das belastet ihn. Und ganz ehrlich, davor habe ich auch Angst als Mutter eines frühkindlichen Autisten, der sich verbal ganz schlecht äußern kann. Unser Azubi ist aber in psychologischer Behandlung.


    Vielleicht wäre es gut wenn du dich in psychologischer oder psychiatrische Behandlung begibst. Wichtig wäre aber auch der Aspekt, dass du Autismus hast. Also nicht irgendwelche Fachleute, sondern auch den Schwerpunkt Autismus haben.


    LG Jedi

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