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Thema: Keine Ahnung, wie alles weitergeht

  1. #1
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    Standard Keine Ahnung, wie alles weitergeht

    Guten Tag,
    ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mein Problem öffentlich machen soll. Aber da das hier ein Hilfeforum ist, war es vielleicht doch kein Fehler.
    Zunächst erst was zu meiner Person: Ich bin 60 geworden und tja, hier gehts schon los, als Mann geboren, bin ich auch für Freunde, Kollegen und Familie noch. Also ich kann mich nicht mehr mit meinem Geburtsgeschlecht identifizieren, lebe in meinen vier Wänden überwiegend in der weiblichen Rolle. Obwohl eine Rolle ist es ja eigentlich gar nicht. Wie man sieht, erkennt man meine Probleme schon, die ich mit meiner geschlechtlichen Identifikation habe.
    Nur noch soviel zu mir. Ich habe seit 2016 eine Psychologin, weil ich deswegen zunehmend psychische Probleme bekam. Nur irgendwie kommen wir nicht so richtig voran, weil ich extreme Ängste wegen der Outings habe. Viele meiner Weggefährtinnen haben in dieser Zeit bereits ihren kompletten Wechsel mit Hormonbehandlungen, Namensänderungen und OP geschafft. Ich hingegen trete auf der Stelle, und treibe meine PT gewissermaßen in den Wahnsinn. Es ist einfach zum Verrücktwerden, einerseits fühle ich mich als Frau, auf der anderen Seite scheint der Leidensdruck doch noch nicht schlimm genug zu sein. Aber so kann es halt auch nicht weitergehen. Ich hoffe, ich habe nicht eine falsche Rubrik für meinen Thread erwischt.
    Vielen Dank fürs Erste und liebe Grüße
    Johanna

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Hallo Johanna,

    zu deinem eigentlichen Thema kann ich leider nicht viel beitragen.

    Zur Therapie: vielleicht würde eine Therapie-Pause wieder Bewegung in die Sache bringen (danach).

    Ich hatte vergangenen Sommer eine solche Pause gemacht - natürlich mit dem Therapeuten vereinbart/besprochen. Rückblickend war das eine gute Entscheidung.

    LG - Mirjam

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Cailynn
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    Hallo Johanna,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Ich kann gut verstehen das du mit dem Outing zögerst. Du bist ja 60 Jahre als Mann auf dieser Welt gewandert und da stelle ich mir das extrem schwierig vor. Du kommst ja auch aus einer Generation die vielleicht nicht so locker damit umgeht wie wir Jüngeren und die Hemmschwelle ist mit Sicherheit höher wenn dein Umfeld auch aus deiner Genereation besteht.
    Ich denke, es gibt nur leider "den Sprung ins kalte Wasser". Dir bleiben nur die beiden Möglichkeiten... entweder du lebst nach außen weiterhin als Mann und lebst deine Weiblichkeit Zuhause aus oder du versuchst dir ein ganz dickes Fell zuzulegen und dich zu outen und eventuell negative Reaktionen von dir fern zu halten.
    Ich weiß, dass das sich als Außenstehender leicht sagt.... sicher hast du auch Angst vor Anfeindungen o.ä. Aber so wie es jetzt ist, bist du tot unglücklich und vll solltest du dich fragen, wie du den Rest deines Lebens verbringen möchtest. Nach den Vorstellungen anderer oder nach deinem inneren Befinden

    Wie auch immer..... niemand sucht sich das Geschlecht aus mit dem er geboren wird. Du machst nichts falsch oder so. Du bist du. Und du bist wertvoll so wie du bist!

    lg Cailynn

    PS. Vielleicht gibt es ja Selbsthilfegruppen o.ä. die bereits ein Outing hinter sich haben und mit denen du dich austauschen kannst, die dich vll unterstützen

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Cailynn für den sinnvollen Beitrag:

    JannaW (02.05.2020)

  5. #4
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    Hallo Mirjam, Therapiepausen hatte ich mit meiner Therapeutin schon vor der Corona bedingten vereinbart. Statt unserer monatlichen Sitzung haben wir uns nur alle zwei Monate getroffen. Das hatte den Vorteil, daß ich mich nicht selbst unter Druck gesetzt habe, um bestimmte Therapieziele zu erreichen, wie z.B. Coming Out für den näheren Familienkreis vorzubereiten. Oder zum nächsten Mal einen Endokrinologen für die Hormonsubstitution zu finden. Zumindest eines konnte ich schon verwirklichen, nämlich in die Barteplation einzusteigen. Da habe ich bisher drei Doppelstunden bewältigt.
    Aber das Kernproblem ist mein Kopfkino. Angst, Unsicherheit, Scham. Ich fokussiere mich zu sehr auf das berufliche CO.

    LG Johanna

  6. #5
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    Hallo Caylinn, die gibt es natürlich. Ich habe auch schon diverse Stammtische besucht. Ich kenne auch zahlreiche Transidente persönlich und deren Lebensgeschichten. Im Grunde ähneln die sich alle, auch meine. Aber schlußendlich bin ich immer nur einmal dort gewesen, weil ich nicht der Mensch für größere Gruppen bin. Wenn ich mich mit einzelnen Frauen getroffen hatte, war das für mich hilfreicher. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß meine Therapeutin selbst Betroffene ist und damit schon einen Zugang zu meinen Problemen hat, ohne daß ich viel erklären mußte.
    LG
    Johanna

  7. #6
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    Zitat Zitat von LiebeHanne Beitrag anzeigen
    Hallo Caylinn, die gibt es natürlich. Ich habe auch schon diverse Stammtische besucht. Ich kenne auch zahlreiche Transidente persönlich und deren Lebensgeschichten. Im Grunde ähneln die sich alle, auch meine. Aber schlußendlich bin ich immer nur einmal dort gewesen, weil ich nicht der Mensch für größere Gruppen bin. Wenn ich mich mit einzelnen Frauen getroffen hatte, war das für mich hilfreicher. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß meine Therapeutin selbst Betroffene ist und damit schon einen Zugang zu meinen Problemen hat, ohne daß ich viel erklären mußte.
    LG
    Johanna
    Es freut mich für dich das du mit deiner Therapeutin so ein Glück hast. Es ist ja auch ganz wichtig sich mit dem Gegenüber wohl zu fühlen wenn sehr private Dinge besprochen werden.
    Allerdings wird dir niemand die Entscheidung abnehmen können und auch wenn du dich für ein Outing entscheidest, musst du da "durch". Andere Menschen können dich dabei nur begleiten. Was können wir hier im Forum also für dich tun? Welche Art Hilfe erhoffst du dir von uns hier?

    lg Cailynn

  8. #7
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    Mir reicht schon, wenn Nichtbetroffene zuhören und vielleicht ihre Sichtweise darlegen. Bisher hatte ich nur Rückmeldung aus meinem Transgenderbereich. Aber da sind keine objektiven Bewertungen möglich, auch nicht von meiner Therapeutin, und von meiner Frau schon gar nicht. Deshalb ist es für mich wichtig, von Menschen eine Rückmeldung zu bekommen, die wertneutral für dieses Thema sind, ohne Vorbehalt und vorgefaßter Meinung. Meine Erwartung ist einfach, zuhören und eine Meinung zu bilden. Ich brauche keine Bewertungen aus der "Szene", die kenne ich. Ich möchte mal ein unbefangenes Feedback von Menschen, die sich normalerweise nicht mit dem Thema Transidentät auseinandersetzen (müssen).

    LG Johanna

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei LiebeHanne für den sinnvollen Beitrag:

    Cailynn (02.05.2020)

  10. #8
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    Hi Johanna,

    wenn du dir Feedback von Menschen wünschst, die nicht (selbst) damit zu tun haben, dann möchte ich dir von meinem Freund erzählen. Und auch von mir Wir sind jetzt ca 1,5 Jahre zusammen und relativ schnell hat er mir seinen besten Freund vorgestellt. Die zwei kennen sich schon seit sie Kinder sind. Erst später habe ich erfahren, dass sein bester Freund eigentlich als Mädchen zur Welt kam.

    Ich habe ihn gefragt wie er damals darauf reagiert hat und auch wie seine Eltern reagiert haben als er sich geoutet hat. Seine Antwort fand ich so schön, mir wurde richtig warm ums Herz. Er sagte: "Das ist doch mein bester Freund, es ist mir doch egal welches Geschlecht er hat, es ist doch immer noch der gleiche Mensch im inneren". Ich fand diese Reaktion total toll!
    Mein Freund ist sogar mit ihm nach Düsseldorf gefahren und war an seiner Seite, als er die ersten OPs hatte. Er hat in dem ganzen Prozess von Mädchen zum Jungen zu ihm gehalten und ihm beigestanden.
    Für mich war es auch kein Problem als ich erfahren habe dass J. früher mal ein Mädchen war. Ich habe ihn ja auch als Mann kennengelernt und äußerlich sieht man es ihm gar nicht mehr an dass er mal ein Mädchen war. Aber auch wenn ich ihn noch als Mädel kennengelernt hätte, wäre es für mich kein Thema gewesen.
    Weil ich der Meinung bin, das niemand den Weg eines Menschen verurteilen sollte, der nicht selbst mal in solch einer Situation war. Und ich bin auch der Meinung, dass jeder Mensch tun soll, womit er glücklich ist. Denn er muss ja damit leben, nicht ich.

    J. Eltern haben gemischt reagiert. Sein Vater hat das wohl recht locker genommen und meinte, dass er nun eben einen Sohn hat. Seine Mutter hat sich damit etwas schwerer getan. Sie hat wohl am Anfang viel geweint und hat Zeit gebraucht, das zu akzeptieren. Im Endeffekt hat sie es aber getan, weil sie ihr Kind liebt. Heute ist es ganz normal, dass J. ein Mann ist (er ist jetzt Mitte 20).
    Ich habe eine kleine Tochter (4 Monate alt) und sie werde ich genauso offen erziehen. Ich möchte ihr diese Werte mit auf den Weg geben, das jeder Mensch wertvoll ist, unabhängig von Geschlecht oder anderen Dingen. Finde es sehr schade und teilweise auch schlimm, dass das früher so verurteilt wurde, gar bestraft (mein Opa hat mir mal erzählt das in seiner Jugend schwule Männer sogar verhaftet wurden - mein Opa ist vorgestern 80 geworden).

    Ich denke, das wichtigste im Leben ist, sich selbst treu zu bleiben. Sich nicht für andere Menschen zu etwas zu verbiegen, dass nicht zum inneren passt. Darum möchte ich dir Mut zusprechen, zu dir zu stehen liebe Johanna egal was andere davon halten.

    lg von Cailynn
    Geändert von Cailynn (02.05.2020 um 08:30 Uhr)

  11. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Cailynn für den sinnvollen Beitrag:

    GrayBear (02.05.2020),JannaW (02.05.2020),Mona-Lisa (04.05.2020)

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