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Thema: Kompromissloser und egoistischer Partner?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Kompromissloser und egoistischer Partner?

    Hallo,

    ich würde gerne mit einem Anliegen auf euch zukommen und mir eine unabhängige Meinung einholen. Die derzeitige Situation belastet mich nämlich sehr.

    Hintergrund:

    Ich bin jetzt ca. seit einem halben Jahr mit meiner Freundin zusammen. Sie befindet sich in der Endphase ihrer Masterarbeit und ist parallel auf Jobsuche. Ich befinde mich seit 2 Jahren in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und wohne derzeit in einer Kleinstadt mit 20 Minuten Fahrzeit zur Arbeit. Meine Wohnung ist schön und für die top Lage ein echtes „Schnäppchen“. Mein aktueller Wohnort liegt in der Mitte eines Dreiecks von 3 großen Städten. Meine Freundin sucht auch genau in diesem Umkreis einen Job. Irgendwann kam das Thema zusammenziehen auf. Sie möchte nicht auf dem Land oder in einer Kleinstadt wohnen. Aus diesem Grund bin ich von mir aus den Kompromiss eingegangen zu sagen, dass ich bereit bin in einer dieser drei großen Städte mit ihr zu ziehen, je nachdem wo sie schlussendlich einen Job findet. Den hat sie jetzt auch gefunden! Dort ist Sie nicht angestellt sondern arbeitet freiberuflich und wird pro erstelltem Gutachten bezahlt. Zusätzlich fängt sie noch ein berufsbegleitendes Studium an, welches einmal im Monat am Wochenende stattfindet und pro Monat 500 Euro kostet.

    Problem:

    Ich würde über mich behaupten, dass ich bei finanziellen Themen sehr rational, realistisch und verantwortungsbewusst bin. Ich rechne bei der besagten Stadt mit min. 500 Euro Mietkosten pro Person. Zusätzlich kostet ihr Studium wie bereits erwähnt, weitere 500 Euro pro Monat. Das sind für sie alleine ohne Auto, Versicherungen, Essen etc. schon 1000 Euro Fixkosten im Monat. Sie wird in ihrem Hauptjob nach erstelltem Gutachten bezahlt und wird deshalb in den ersten 5-6 Monaten kein Geld verdienen. Wie viel Geld sie für ein Gutachten bekommen wird, weiß sie nicht. Wie viele Gutachten sie in einem Jahr überhaupt schreiben kann und wie viele Aufträge sie durch das Institut bekommen wird kann sie mir ebenfalls nicht beantworten. Daraufhin meinte sie, dass sie sich zu beginn einen Teilzeitjob in der Gastro suchen möchte. Ich habe ihr dann gesagt, dass dies oft 450 Euro Studentenjobs sind, mit dem sie in meinen Augen schlecht ihren Lebensunterhalt finanzieren kann. Daraufhin erwiderte sie, dass sie sich dann eben zwei 450 Euro Jobs suchen wird. Das dies finanziell quatsch ist, brauche ich ja nicht weiter ausführen. Zu mal sie dann einen Hauptjob, zwei Nebenjobs plus ein berufsbegleitendes Studium hat und ich bezweifle, dass sie das schafft bzw. lange durchhalten würde. Aus diesem Grund habe ich ihr vorgeschlagen, dass sie für die ersten 5-6 Monate bei mir einziehen kann. Ja meine Wohnung ist zu zweit klein (55 qm), aber es soll ja nur als Zwischenlösung dienen. Zum Bahnhof sind es 15 Minuten und von dort 30 Minuten mit der Bahn in die Stadt, wo sie arbeiten wird. Weiter habe ich ihr angeboten, dass Sie bei mir umsonst wohnen kann, sodass sie sich erstmal keine Sorgen um ihre finanzielle Situation machen muss und in Ruhe einen vernünftigen Nebenjob suchen kann oder sich die bis dahin ihr Hauptjob rechnet. Des Weiteren könnten wir so in ruhe ohne Zeitdruck nach einer gemeinsamen Wohnung suchen. Ich habe ihr auch angeboten, in den ersten Monaten einen größeren Anteil der gemeinsamen Miete zu zahlen, wenn es bei ihr nach 5-6 Monaten immer noch finanziell eng sein sollte. Auf das Angebot bei mir einzuziehen ist sie nicht weiter eingegangen, hat dagegen aber ein Besichtigungstermin für eine Wohnung ausgemacht. Ich habe ihr dann gesagt, das mir das zu schnell geht, ich mich damit nicht wohlfühle und wir nach meinem empfinden bereits 3 Schritte zu weit sind. Ich habe dann auch nochmal nachgefragt, was denn dagegen spricht, bei mir einzuziehen. Sie hat mein Angebot mit der Begründung abgelehnt, das sie in der Stadt leben will, wo sie arbeitet.

    Ich habe ihr dann wiederholt gesagt, dass ich zu aller erst mal eine Kosten/Einnahmen-Aufstellung mit ihr zusammen aufstellen möchte, da ich aktuell überhaupt keinen Überblick über das ganze habe. Zu mal dann weitere Kosten wie Kaution, Küche, Umzug, evtl. benötigte Möbel etc. auf uns zukommen würden. Ich habe sie dann auch gefragt, was denn sei, wenn sie feststellt das Hauptjob, Nebenjob und Studium zusammen einfach zu viel sind und sie den Nebenjob aufgeben muss. Daraufhin wich sie mehrfach aus, aber ich habe weiterhin auf einer Antwort bestanden. Dann war 30 Sekunden stille und sie sagte, dass sie in diesem Fall von ihrem ersparten leben würde. Als sie merkte, dass sie bei mir nicht weiterkommt, fing sie an zu weinen und sagte, dass sie das gerade nicht mehr weiter besprechen kann. Ich solle dies respektiere Dies ist ein immer wiederkehrendes Muster!

    Grundlegend Sie ist ein Mensch der sich extrem schwer tut, große Entscheidungen zu treffen. Sie rennt lieber solange davor weg, bis es irgendwann nicht mehr geht. Des Weiteren hat sie Angst vor Veränderungen, wie ein Umzug in eine neue Stadt. Sie fragt sich dann, ob sie sich dort wohlfühlen würde und ob sie Anschluss finden wird. Das sind alles Punkte, die ich absolut nachvollziehen kann und wofür ich Verständnis habe. Aber sie ist auch ein sehr kompromissloser Mensch. Ich habe das Gefühl, dass sie mit aller Macht in diese Stadt ziehen will und ich ihr natürlich dann erstmal Sicherheit gebe. Einfach mit dem Kopf durch die Wand. Wie dies alles finanziert werden soll, ist für mich mehr als fraglich. Sie gibt mir nicht das Gefühl, dass sie verantwortungsbewusst über die finanzielle Situation nachdenkt. Ganz im Gegenteil, es wirkt auf mich eher naiv, unreif und träumerisch. Sie hat derzeit überhaupt keine finanziellen Einnahmen. Und einen Nebenjob hat sie auch noch nicht. Für so viele Fragezeichen und Unsicherheiten soll ich dann meine schöne, bezahlbare Wohnung aufgeben?

    Das was mich schlussendlich aber so dermaßen enttäuscht und verletzt ist die Tatsache, dass sie mir vorhält nicht partnerschaftlich zu handeln und denken. Sie begründet das indem sie sagt, dass sie in der gleichen finanziellen Situation wäre, wenn sie alleine Wohnen würde. Das stimmt ja auch erstmal, aber dann betrifft es grundsätzlich nicht mein Leben. Sie hat sich diese Situation ja selbst geschaffen und ausgesucht. Dieser Vorwurf hat mich sehr getroffen und verletzt, da ich in meinen Augen alles versucht habe, eine vernünftige und verantwortungsvolle Lösung zu finden. Ich bin bereit viele Kompromisse einzugehen, wo auf ihrer Seite einfach gar nichts kommt.

    Wie seht ihr das? Vielen Dank für alle Antworten.

    Lg Dom

  2. #2
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    Hallo Dom,
    ich sehe die Sache wie du. Nur nicht so nett und positiv.
    Ich finde deine Freundin zeigt die Eigenschaft eines verwöhnten kleinen Mädchens, das gern Ansprüche stellt und dann "Papa" bezahlen lässt. Notfalls wird mit Tränen nachgeholfen.

    Dass sie einen Besichtigungstermin für die Stadtwohnung macht, obwohl sie weiß, dass sie das Geld dafür nicht hat und du dann in ihrer ungesicherten finanziellen Situation allein für die Miete aufkommen darfst. Noch hat sie keinen Cent verdient und ob das nach 6 Monaten ausreichen wird, eine teure Wohnung zu finanzieren steht noch in den Sternen. Ich hätte echt Vorbehalte bei der Dame.
    Wenn sie so kompromisslos ist, sollte sie auch selbst für die Folgen ihrer Kompromisslosigkeit aufkommen. Das z. B. wäre für mich alternativlos.
    Dass sie dir vorhält nicht partnerschaftlich zu handeln und zu denken finde ich frech. Hoffentlich ist es nur Unreife, ansonsten würde ich stark darüber nachdenken, wo sie mir sonst noch so negative Eigenschaften andichtet, die eigentlich die ihren sind.
    Sorry, dass mir nichts Nettes zu all dem einfällt. Aber ich mag gerade auch keine pinkfarbene Zuckersauce auf Dinge kippen, die ich nicht für gut halte.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  3. #3
    Roman Verfasser Avatar von Mona-Lisa
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    Hallo xDominik,

    Du schreibst, Ihr seid seit 6 Monaten zusammen. Hast Du sie erst vor 6 Monaten kennengelernt? Wie lebt sie jetzt? Und wie hoch ist Ihr Erspartes? 3 Schritte zu weit, das sehe ich auch so, aber würde jetzt ungern spekulieren, als was Du diese drei Schritte siehst.

    Verbringt Ihr derzeit viel Zeit miteinander und wart Ihr mal am Stück 2 - 3 Wochen zusammen? Ich finde es generell nicht so gut, zu Jemandem zu ziehen, meine Vorstellung ist, sich zusammen sozusagen ein Nest zu bauen. Aber nach 1/2 Jahr schon???

    Ein halbes Jahr mietfrei ist großzügig und dafür könnte man eigentlich schon eine 3/4 Stunde Fahrt einfach in Kauf nehmen, zumal sich im Zug gut lernen läßt. Innerhalb von großen Städten ist man oft länger unterwegs. Mir persönlich ginge sowas zu schnell, auch wenn das Gegenüber über ein erhebliches Sparguthaben verfügen würde. Ich finde auch, dass man sich nach 1/2 Jahr noch nicht ausreichend kennt, um sich eine Wohnung zu teilen. Andrerseits seit Ihr beide sehr jung. Und Dir scheint es in der Kleinstadt zu gefallen, 20 Minuten zur Arbeit sind auch optimal. Und eine bezahlbare Wohnung findet sich in manchen Gegenden auch nicht so einfach. Wie lange würdest Du von der neuen Stadt in die Arbeit brauchen?

    Theoretisch könnte sie für sich erst mal ein Apartement suchen. Wie lange dauert das Zusatzstudium? Es ist schon Einiges parallel von Ihr zu schultern, das sehe ich auch so wie Du.

    Alles Gute
    Mona-Lisa
    Man muß mit Allem rechnen, sogar mit dem Schönen!
    Es gibt tausend Gründe, alles beim Alten zu belassen, aber nur einen, etwas zu ändern, Du hältst es einfach nicht mehr aus!

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Mona-Lisa für den sinnvollen Beitrag:

    JannaW (25.02.2020),Mirjam (21.02.2020)

  5. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Weshalb hat sie sich eigentlich für den freiberuflichen Job entschieden? Bewusst oder hat sie nichts in Feststellung gefunden?

    Vielleicht geht mein Gedankengang zu weit - ich könnte mir vorstellen, so wie du sie beschrieben hast, dass sie ein fest geregeltes Arbeitsleben möglicherweise vermeidet. “Geregelt“ im Sinne von “sich an Regeln des Arbeitgebers halten...sich einfügen und ggf. unterordnen müssen.

  6. #5
    Neuling
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    Hallo Dominik,

    ich würde an deiner Stelle die Wohnung definitiv nicht aufgeben. Du rennst da sozusagen ins Ungewisse, weil du nicht weißt, wie sich eure finanzielle Situation entwickelt. Außerdem ist es eine gute Idee, wenn sie vorerst bei dir wohnen würde, einfach um zu sehen, wie die Beziehung funktioniert, wenn man zusammenwohnt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dann ganz andere und schwierige Dynamiken einer Beziehung zum Vorschein kommen können, wenn man zusammen wohnt. Ihr könnt dann sozusagen auf Probe zusammenleben und schauen, ob es überhaupt funktioniert. Wenn es nicht klappt, hast du deine Wohnung nicht verloren.

    Hat deine Freundin argumentiert, was sie als nicht partnerschaftlich empfindet? Im Grunde kannst du auch sagen, dass sie nicht partnerschaftlich handelt sondern egoistisch, weil sie in der Stadt leben will, wo sie arbeitet und über deine Wünsche drüberfährt. Du hingegen hast ihr angeboten, mietfrei zu leben und später, wenn ihr eine andere Wohnung gefunden habt, weiter einen größeren Teil der Miete zu bezahlen. Das ist in meinen Augen partnerschaftlich.

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