Hallo zusammen,

ehrlich gesagt weiß ich nicht wirklich weshalb ich hier in das Forum schreibe. Vielleicht hab ich die Hoffnung nach einem Ausweg doch noch nicht ganz aufgegeben.
Ich muss zur Erklärung allerdings etwas weiter ausholen. Ich war auch schon 3 Jahre in Psychotherapie wegen Depressionen und es hat mir auch sehr geholfen. Allerdings gibt es immer wieder "Rückschläge" und ich sehe mich wieder vor meinen alten Problemen und bekomme sie einfach nicht gelöst.

Ich hatte in meiner Kindheit eine recht stark ausgeprägte Trichterbrust und wurde deshalb von Anderen häufig gemobbt und wie ein Außerirdischer betrachtet. Meine Eltern waren damals gegen eine OP und fanden das auch alles nicht so schlimm. Mir hat es aber wohl einen ziemlichen Knacks verpasst. Hinzu kommt noch, dass ich für meine Eltern auch nie gut genug war und ich daher recht perfektionistisch bin. Viel mehr kann ich zu meiner Kindheit eigentlich auch nicht sagen. In der Therapie hat man festgestellt, dass ich eine dissoziative Amnesie habe. Es wurde mehrmals versucht diese Erinnerungen zurückzuholen, jedoch ohne Erfolg. Ich weiß mittlerweile auch gar nicht mehr, ob ich das überhaupt möchte.

Dementsprechend problematisch war auch mein Verhältnis zu Frauen bzw. zu Sex. Ich hatte ein paar wenige Freunde mit denen ich mich aber auch nicht getraut habe darüber zu reden. Allerdings war das andere Geschlecht, zumindest in meinem Freundeskreis, eins DER Gesprächsthemen, was sich dann auch im Studium nicht wirklich geändert hat – und das hat mich doch sehr stark belastet. Mit 21 hab ich mich dann mit Suizidgedanken getragen. Ich hab mich dann allerdings für eine OP entschieden, so nach dem Motto wenn das nicht funktioniert bleibt die Option ja immernoch. Nach der OP war ich dann auch erstmal recht happy, allerdings hat sich das recht schnell wieder gelegt weil ich gemerkt habe, dass sich zwar mein Körper verändert hat, aber meine Gedanken immer noch die gleichen waren. Wenn mir beispielsweise jemand die Hand auf die Brust gelegt hat, bin ich regelrecht zusammengezuckt. So mit 25, als ich dann noch immer weder eine Beziehung noch Sex hatte, war ich dann tatsächlich kurz davor Suizid zu begehen. Zudem hat sich dann eben noch der Gedanke verstärkt, dass ich vielleicht einfach nicht gut genug bin. Drei Tage nachdem ich dem Tod nochmal von der Klippe gesprungen bin, hatte ich dann tatsächlich jemanden kennengelernt und wir hatten etwas später auch Sex. Allerdings hat sie gemerkt, dass ich halt während der ganzen Zweisamkeit völlig unentspannt war. Ich konnte/wollte ihr auch nicht die Wahrheit sagen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie mit jemandem darüber gesprochen. Außerdem war ich noch völlig verwirrt von der Suizidaktion. Ich dachte, dass die Beziehung vielleicht mein Ausweg ist und mir wieder etwas Selbstvertrauen zurückgibt. Das Ganze ging dann auch noch etwa vier Wochen und dann war Schluss. Seitdem habe ich immer wieder mal (allerdings schon recht selten) jemanden kennengelernt, aber nach wenigen Wochen war es dann wieder aus. Ich glaube mittlerweile, dass es einfach daran liegt, dass ich mich nicht so recht traue mich darauf einzulassen. Ich habe Angst davor die Wahrheit zu sagen, weil ich denke, dass sie dann erst recht geht. Eigentlich wünsche ich mir nichts mehr als eine längere Beziehung, aber es kommt irgendwie nie zustande. Hinzu kommt noch, dass sich auf Grund der ganzen Situation eine Pornosucht entwickelt hat (wann kann ich schlecht sagen, aber ich weiß auf jeden Fall, dass es mit etwa Mitte 20 schon recht ausgeprägt war), die ich auch nicht unter Kontrolle habe. Hab schon mehrere Versuche gehabt davon loszukommen. Manche erfolgreicher als andere, aber letzten Endes hab ich es nie geschafft. Das wirkt sich vermutlich auch nicht gerade positiv auf eine Beziehung aus.
Mit 31 habe ich dann Panikattacken bekommen und daraufhin habe ich dann eine Therapie gemacht. Ich weiß, dass ich das schon viel früher hätte machen müssen, aber wenn man sich mit keinem über das Thema austauschen kann und sonst auch keinen Kontakt damit hatte.... ich wäre niemals auf die Idee gekommen - am Anfang.
Bis dahin hatte ich auch nicht den Überblick über die Zusammenhänge, wie ich ihn jetzt habe.

Vielleicht hat ja noch jemand Ideen wie ich mich dem Ganzen nähern kann, bzw. auch vielleicht herausfinden kann, weshalb die Beziehungen immer gescheitert sind. Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile fast keine Hoffnungen mehr habe, dass ich das irgendwann hinbekomme und das macht mich schon sehr traurig. Meine Freunde verstehen auch nicht, weshalb ich keine Freundin habe und die Frauen macht es glaube ich misstrauisch. Es weiß aber auch keiner meiner Freunde die Wahrheit. Und den Schein aufrechtzuerhalten bzw. sich irgendwelche Ausreden einfallen zu lassen ist für mich ebenfalls sehr belastend.

So ich glaube ich habe erstmal das erzählt, was ich erzählen wollte. Schon mal vielen Dank fürs Lesen.