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Thema: "Männerleben"

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Cailynn
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    Standard "Männerleben"

    Hallo

    Ich habe vorhin eine sehr interessante Doku gesehen, die ich gerne hier zur Diskussion stellen würde. Ich weiß das Thema ist emotional sehr aufgeladen und bietet eine Menge Zündstoff, daher bitte ich euch im voraus euch nicht gegenseitig zu bekriegen^^
    Die Doku lief auf MDR Sachsen und hieß "Männerleben". Sicher ist sie auch noch in de Mediathek zu finden falls jemand sie sich ansehen möchte.
    Ganz kurz zusammengefasst ging es um die Rolle des Mannes in der heutigen Gesellschaft im Vergleich zur Rolle der Frau. Es wurden ein paar Menschen mit der Kamera begleitet die sehr unterschiedlich leben und es wurde eine Umfrage in der Stadt gemacht, in der Menschen verschiedenen Alters nach ihrer Meinung gefragt wurden. Es ging um die Frage, wie fair die klassische Rollenverteilung früher/heute ist, dann kam noch die Frage nach Gleichberechtigung und auch die weibliche Emanzipation war Thema.
    Die Antworten waren, könnt ihr euch sicher denken, kunterbunt aber einige davon haben mich doch schon sehr schmunzeln lassen.

    Da war da z.B. die (durchaus ehrliche) Antwort eines jungen Mannes der meinte "warum sollten Männer sich aus dem Rollenbild befreien wollen wenn sie doch in der privilegierteren Position sind"?

    Zuerst kam Wut in mir hoch aber dann dachte ich, ja, er hat irgendwo Recht. Wir Menschen mögen es eben gern bequem und haben gern Privilegien. Natürlich wäre es dumm diese teilweise oder komplett aufzugeben. Fair finde ich es trotzdem nicht.

    Dann war da dieser ältere Herr, der sagte das Haushalt und Einkauf die Sache seiner Frau sei. Und er höchstens ein Mal im Jahr, z.B. zu Weihnachten mitkommt um zu sehen ob sie auch nichts auftischt was ihm nicht schmeckt. Da spürte ich wieder eine Wut und im zweiten Gang dachte ich dann, dass er einfach auch ein "Opfer" seiner Generation und der Erziehung ist.

    Ein weiterer jüngerer Mann meinte, das Männer durch die Gleichberechtigung von Mann und Frau heute weicher werden würden. Auch da habe ich mich gefragt, ist es denn Falsch "weich" zu sein? Muss ein Mann denn hart sein? Ist ein weicher Charakter in den Augen dieses Mensches denn nur etwas, was Frauen haben?

    Und dann war da noch ein allein erziehender Vater, der auf Grund seiner Situation Dinge zu spüren bekam, die meist Frauen erleben, die Kinder groß ziehen. Er war mir sehr sympathisch weil er sehr bodenständig rüber kam.

    Erschreckend fand ich jedenfalls, dass so viele junge Männer Ansichten haben, die ich persönlich als sehr veraltet empfinde.

    Ich sehe das so: NIEMAND sucht sich das Geschlecht aus, mit dem er geboren wird. NIEMAND kann etwas dafür, dass er/sie als Mädchen oder Junge geboren wird. Wir ALLE werden in gewissen Maße in unser Geschlecht "hinein erzogen". Das muss m.M.n. nicht per se schlecht sein. Manchmal, wenn ich solche Aussagen wie in der Doku höre aber auch, wenn ich sehe wie in manchen Bereichen unserer Gesellschaft aber auch in anderen Ländern mit den verschiedenen Geschlechtern umgegangen wird (z.B. weniger Gehalt trotz selber Ausbildung, Nachteile wenn man Kinder hat, Rolle der Frau in der Religion, Unterdrückung und Verhüllung von Mädchen und Frauen, weibliche Beschneidung etc.) frage ich mich, ob Mädchen und Frauen in den Augen mancher Länder und Personen Menschen zweiter Klasse sind? Minderwertig, weniger wertvoll....
    Das stimmt mich nachdenklich, sind wir doch schließlich alle Menschen.

    Ich möchte meine Tochter zu einer offenen, selbstbewussten Frau erziehen. Wie wird sie damit umgehen, dass sie, nur auf Grund ihres Geschlechtes evtl. Nachteile im Leben hat? Wie soll ich ihr das erklären?
    Außerdem habe ich es nun selbst erlebt:
    Mein Arbeitsvertrag war auf 2 Jahre befristet und es war im Gespräch, dass er nach diesen 2 Jahren in ein unbefristetes Verhältnis übergeht. Mir wurde Mut gemacht, mir wurden Hoffnungen gemacht, alles stimmte, ich freute mich. Dann wurde ich schwanger und vor einem Monat wurde mir dann in einem persönlichen Gespräch gesagt, dass man sich nun doch dazu entschlossen hat meinen Vertrag nicht zu verlängern weil ich nun Mutter bin. Und man die Befürchtung hätte, das ich nun wegen meines Kindes öfter fehlen könnte. Und damit würde ich mich wirtschaftlich nicht lohnen. Bäm!
    Mein Freund, der im selben Betrieb arbeitet wie ich, nun ja auch Vater ist und im Prinzip auch wegen unseres Kindes fehlen könnte, darf bleiben.

    Das sind die Dinge, die mich nachdenklich stimmen und ja, auch wütend machen. Und wenn ich dann an die Aussage des jungen Mannes zurück denke, der offen zugibt keine Gleichberechtigung zu wünschen weil er als Mann ja in der privilegierteren Position ist, fällt es mir wirklich sehr schwer keinen Bluthochdruck zu bekommen.

    Am Ende meinte ein Wissenschaftler, dass es bei dieser ganzen Sache nur um Macht geht. Und die haben Menschen gerne. Menschen haben gerne Macht und Kontrolle und darum ist eine Gleichberechtigung nahezu unmöglich. Was haltet ihr von diesem Statement?

    Mich würde also an dieser Stelle mal eure Meinung, eure Sicht und eure Erfahrung mit dem Thema Gleichberechtigung interessieren. Ich bitte euch aber noch Mal, dabei fair und sachlich zu bleiben weil mich das Thema sehr interessiert und ich nicht möchte, dass es auf Grund von Zankereien irgendwann geschlossen wird Und das schreibe ich mir jetzt auch selbst hinter die Ohren^^

    lg Cailynn

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    Der rote Faden (17.05.2020),Natalia (23.05.2020),Steinchen.im.Schuh (17.05.2020)

  3. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Puh....“Kontrolle und Macht“.....(?)

    Ich selbst habe diese Erfahrung zwar leider gemacht, bin u. a. auch deshalb in Psychotherapie. Bisher war ich nicht davon ausgegangen, dass Männer durch die Bank so sind. Glaube ich ehrlich gesagt auch nicht.

    Der Knackpunkt könnte nach wie vor sein, dass Frauen, wenn sie Kinder zur Welt bringen, wirtschaftlich abhängig(er) sind. Beispielsweise:
    - vom Partner
    - ggf. von Sozialleistungen
    - von der Einstellung des Arbeitgebers

    Mich wollte mein Arbeitgeber nach der Familienpause auch loswerden bzw. ist mich losgeworden.

    Auf mein Schreiben bezüglich Rückkehr in Teilzeit hatte er zunächst gar nicht reagiert. Erst unmittelbar vor Ablauf der gesetzlichen Frist. Man könne mir keine Teilzeitbeschäftigung anbieten.

    Vor Gericht hätte ich mit Sicherheit recht bekommen - bis dahin (Wartezeit auf Gerichtstermin bis zu 1 Jahr) hätte ich Vollzeit arbeiten müssen plus eventuell wie vor den Kindern auf Kongressen und Seminaren weg von zuhause arbeiten müssen. Das war nicht möglich, u. a. aufgrund v. Therapien meines Sohnes, der Entwicklungsverzögerungen hatte. Also bin ich gegangen....

    Bei der Erziehung meiner Söhne ist es mir wichtig, dass....hm.....sich dies nicht fortsetzt....sie Eigenverantwortung und ein gutes Miteinander lernen.

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    Cailynn (17.05.2020),Der rote Faden (17.05.2020),Mona-Lisa (17.05.2020)

  5. #3
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    Hallo Cailynn,

    danke für die Eröffnung des Themas. Zuerst dachte ich, du beziehst dich auf den Beitrag "Männerwelten", der vor einigen Tagen auf Pro7 ausgestrahlt wurde und auch ein großes mediales Echo nach sich zog, vermutlich haben die meisten von euch davon gehört (?). Falls nicht: 15 Minuten Sendezeit zur "prime time", die dem Thema Sexismus, sexuelle Belästigung, sexuelle Gewalt gewidmet sind. Der Stil der Sendung ist nicht so meins aber da das Format Menschen erreicht, die sich sonst vermutlich eher weniger mit Feminismus beschäftigen, definitiv sehr wichtig. Dazu findet man gerade vieles online.
    Viele der Situationen in dem Beitrag habe ich selbst erlebt und vermutlich auch viele andere Frauen. Von den unangenehmen, anzüglichen Kommentaren auf social media, über Belästigung auf der Straße und Übergriffe im Freundeskreis (nächtliches Betatschen etc.). Ich kenne auch keine Frau, die solche Situationen nicht kennt und finde wichtig, dass darüber immer und immer wieder diskutiert wird.

    Ich kenne den von dir genannten Beitrag nicht aber ich finde an sich auch eher positiv, dass der junge Mann so ehrlich benannt hat, dass er seine privilegierte Position schätzt. Damit umzugehen finde ich einfacher, als das häufige "so ein quatsch, Frauen und Männer sind längst gleichberechtigt". Ich bin nicht der Meinung, dass wir Gleichberechtigung erreicht haben aber denke auch, dass das unterschiedliche Frauen sehr unterschiedlich zu spüren bekommen und unterschiedlich bewerten. Viele (oft attraktive, selbstbewusste) Frauen, die sich eher antifeministisch äußern, sehen als Privileg an, dass der eigene Körper auf Männer wirkt und sich damit Türen für sie öffnen. Dabei vergessen sie, dass viele Frauen genau das als sehr unangenehm empfinden und Frauen, die als wenig attraktiv wahrgenommen werden, diese Möglichkeiten nicht bekommen, bzw. häufig damit leben müssen, dass der eigene Körper ungefragt abgewertet wird.

    Berufliche Diskriminierung habe ich aufgrund meiner geringen Berufserfahrung bisher nicht erfahren aber genug davon gehört oder gelesen.
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Steinchen.im.Schuh für den sinnvollen Beitrag:

    Cailynn (17.05.2020),Der rote Faden (17.05.2020)

  7. #4
    Verleger Avatar von Draugr
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    Und weil du eine Doku gesehen hast und vielleicht gerade selbst von deiner momentanen Situation gestresst und frustriert bist, haben tatsächlich gleich viele Männer eine solch konservative Haltung?
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

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    derJohannes (19.05.2020)

  9. #5
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    Zitat Zitat von Draugr Beitrag anzeigen
    Und weil du eine Doku gesehen hast und vielleicht gerade selbst von deiner momentanen Situation gestresst und frustriert bist, haben tatsächlich gleich viele Männer eine solch konservative Haltung?
    Hallo Daugr,

    das habe ich auch nie behauptet bitte richtig lesen oder mir die Stelle zitieren, in der du sowas rausgelesen hast, damit ich Stellung beziehen kann. Ich bezog mich auf die Aussagen des Mannes aus der Doku. Nicht mehr, nicht weniger. Dass dies nur eine Meinung/Haltung unter vielen ist und er nicht die breite Masse darstellt sollte doch eigentlich klar sein. Auch hat das nichts mit meiner Enttäuschung bezgl. meiner Arbeitsstelle zu tun wenn ich einen Mann in einer Doku zitiere^^
    Bitte nicht auf diese persönliche Ebene gehen und mir Dinge unterstellen, die nicht auf mich zutreffen.
    Ich weiß aber, dass dich das Thema Frauen/Männer auch sehr interessiert und habe mir schon gedacht dass du dich kritisch dazu äußern wirst. Damit habe ich kein Problem, bitte dich aber auf einer Sachebene zu bleiben und die Diskussion um den Inhalt der Doku nun nicht als Anlass zu nehmen um mein Leben zu analysieren
    Mir geht es hier generell um das Thema Gleichberechtigung.

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    Blase (18.05.2020),Der rote Faden (17.05.2020)

  11. #6
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    Ich antworte euch später ausführlicher, mein Baby ist grade quengelig und ich möchte mir Zeit für die Antworten nehmen.

  12. #7
    Verleger Avatar von Draugr
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    Du schriebst wörtlich, dass du erschrocken darüber seiest, wie viele junge Männer doch Ansichten hätten, welche du als veraltet empfinden würdest.
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  13. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Draugr für den sinnvollen Beitrag:

    derJohannes (19.05.2020)

  14. #8
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    Mh, richtig, das stimmt. Viele jungen Männer in dieser Doku. Auf die ich mich die ganze Zeit beziehe. Ich beziehe mich nicht auf alle Männer dieser Welt. Das wäre auch albern, denn ich kenne nicht alle Männer. Die Jungs die dort befragt wurden sahen es zum Großteil so und das hat mich erschrocken. Ist das denn nicht legitim? Wenn du magst schau dir den Film doch mal an, er ist nicht so lang (30 Minuten ca.).
    Ich schreibe es noch Mal für alle, die sich an diesem Thema beteiligen möchten:

    All meine Zitate und Gedanken dazu, meine Empfindungen, beziehen sich auf die Befragten Personen in der Doku und nicht auf alle Menschen dieser Erde. Ich hoffe, das ist nun deutlicher. Ich hoffe, dass sich nicht noch mehr Personen (Männer) dadurch provoziert fühlen. Ich habe nichts gegen Männer und lebe glücklich mit einem zusammen

  15. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Cailynn für den sinnvollen Beitrag:

    Der rote Faden (17.05.2020)

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