Der Spiegel (!)

Hate Speech : Links gewinnt
Heute, liebe Leserinnen und Leser, möchte ich zu Beginn ein kleines Fragespiel mit Ihnen spielen. Erstens: Woran denken die meisten von Ihnen, wenn die Stichworte "Verrohung der Sprache" und "hate speech" fallen? Richtig: irgendwie an "rechts" oder an die AfD. Zweitens: Was fällt den meisten von Ihnen als Erstes ein, wenn es um den Text einer linken Autorin in der "taz" geht, in dem alle männlichen und weiblichen Polizisten Deutschlands, auch jene mit Migrationshintergrund, als Müll auf den Müll gewünscht werden? Richtig: an Innenminister Seehofer, der die Autorin anzeigen wollte und postwendend unter dem Vorwurf begraben wurde, er sei ein Feind der Pressefreiheit.
Für überzeugte Linke ist Toleranz immer noch allein die Bringschuld der anderen
Das linke Publikum gewährt mildernde Umstände nur für linke Missetaten
Für viele Linke sind die eigenen gute Absichten weiterhin Grund genug, mit zweierlei Maß zu messen
...folgende Idee: Wir kommen zurück auf die regula aurea, die goldene Regel, die nicht erst die Römer erfanden: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Klingt naiv, ist aber unübertreffbar. Wer es gern akademischer hätte, dem könnte ich irgendwie auch mit Kant und dem kategorischen Imperativ kommen. Aber Teile der anti-rassistischen Linken überführen Kant gerade zum wiederholten Mal als Rassisten. Darum lass ich das für heute.
Schön, dass ein "linkes" Nachrichtemagazin sich sowas traut.

Gruß

Jo