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Thema: Mein bisheriger Lebensweg - Ich benötige Hilfe / Ratschläge etc.

  1. #1
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    Standard Mein bisheriger Lebensweg - Ich benötige Hilfe / Ratschläge etc.

    Hallo,

    ich bin neu hier im Forum. Ich weiß, dass nur schwache Männer zurückschauen und starke Männer hingegen nach vorne..das man im "Hier und Jetzt" leben sollte. Aber das sagt sich in meinem Fall so einfach. Ich wuchs in einem sehr einsam gelegenen Dorf auf und der letzte Kontakt aus Schulzeiten ist vor ca. 6 Jahren eingeschlafen. Es handelte sich dabei um meinem besten Freund. Als dieser seine damalige Freundin fand, war man irgendwie abgemeldet und der Kontakt ist sukzessive eingeschlafen. Ich war damals ein sehr schüchterner Mensch, sehr introvertiert und auch ängstlich. Ich habe eigentlich schon immer das ganze Leben auf die Klappe bekommen (Mobbingopfer in der Schule, Mobbingopfer in der Berufsausbildung, man schenkte mir wenig bis gar keine Beachtung im Zivildienst, beim Nachholen des Fachabis ebenfalls wieder Mobbingopfer). Ich habe nie wirklich verstanden, warum ich immer wieder in diese Rolle gefallen bin, zweifelte an mir selbst. An meinem Äußeren lag es mit Sicherheit nicht, hier erhielt ich in der Vergangenheit aus dem familären Kreis eher viele positive Rückmeldungen (Kleidungsstil, Aussehen, etc.). Ich habe vielleicht nur einen einzigen guten Freund gehabt (den ich oben genannt habe). Frauen waren bis hierhin eher mal zufällig in mein Leben gestolpert und Kontakte hielten hier auch nicht wirklich lange.

    In den Lebensjahren von 15 bis 23 Jahren bin auch häufig mit dem besagten Kumpel feiern gewesen, waren viel Diskotheken unterwegs und auch auf vielen regional- und überregionalen Feiern und Festivals elektronischer Musik. Es ist also nicht so, dass man rein gar nichts erlebt hätte. Man hat halt vieles eben nur zu zweit gemacht, anstatt in einer großen Freundesclique.

    Ich habe viele gute junge Lebensjahre aufgeben müssen für mein Studium. Das Studium lief von dem Resultaten her eigentlich sehr gut ab, haben mein Diplom mit 1,7 machen können. Dafür habe ich aber auch auf Einiges verzichten müssen. Ich habe das Studium aufgrund eines nicht ausreichenden NCs zuerst an einer anderen Hochschule beginnen müssen, bin dann nach einem Semester an die FH in meiner Heimatstadt gewechselt und habe leider von 8 Scheinen nur einen angerechnet bekommen. Ich musste also 7 Prüfungen nachholen. Nur leider ging das nicht mehr so ohne weiteres, weil ich genau zu dem Zeitpunkt an die Hochschule wechselte, das Diplom auslief und der Bachelor nachrückte. Zusätzlich zu den 7 nachzuholenden Prüfungen (für die es auch keine Lehrveranstaltungen mehr gab), mussten auch noch die anderen Prüfungen aus den jeweils aktuellen Semestern möglichst schnell abgelegt werden, da man das Studium sonst vergessen konnte. Ich könnt euch bestimmt vorstellen, dass das nicht leicht war. Irgendwie habe ich mich trotzdem dort durchgebissen, was in dieser Zeit aber total auf der Strecke geblieben ist, ist der Aufbau von sozialen Kontakten. Für das Thema Frauen bzw. eine Partnerin war irgendwie keine Zeit da. Mir war die gute Ausbildung einfach wichtiger, zumal die Berufsausbildung und das Fachabi zuvor auch nicht allzu berauschend abgelaufen sind. Ich musste erstmal versuchen, langfristig gesehen meine eigenen Sachen zu regeln...

    Und seit ich diese Ausbildung absolviert habe, schlägt mir der Neid innerhalb der noch vorhandenen Familie zunehmend ins Gesicht. Mein Bruder ist total neidisch auf mich und bei seiner Freundin habe ich zunehmend das Gefühl, dass sie mich hasst. Mein Bruder und ich reden heute mittlerweile kein Wort mehr miteinander. Das ist schlimm, aber leider ist das heute Stand der Dinge. Seine Freundin hat ihn leider sehr stark zum Negativen verändert.

    Im Studium stellte sich also der Erfolg ein und konnte aus der Arbeit endlich etwas Positves für mich gewinnen. Man war endlich jemand, kein Fussabtreter mehr. Ich konzentrierte mich immer mehr aufs Arbeiten, aufs Lernen und sich Weiterbilden in jeder möglichen Richtung. Das gab mir Bestätigung, das gab mir auch eine gewisse Souveränität und auch eine große Portion Selbstwert. Trotzdem, richtige Freunde fand ich auch in dieser Zeitspanne nicht. Es waren alles eher oberflächliche Kontakte, welche ich in Richtung Bekanntschaften ansiedeln würde, mit denen man auch nur über die Arbeit reden konnte. Dann irgendwann startete zwangsläufig das Berufsleben. Ich habe seitdem das Gefühl, dass ich nie mehr richtig gute Freunde finden kann, dass der Zug abgefahren ist und alle Leute irgendwie in ihren festen Cliquen aus der Jugend verwachsen sind. Auch die Gewissheit, dass ich nie auf einer Hochzeit guter Freunde sein werde stimmt mich traurig. Ich habe die Hoffnung auch schon aufgegeben und zog mich auch immer weiter zurück. Ich ging arbeiten und danach nach Hause. Ich fühlte mich damit auch glücklich und zufrieden. Ich hatte ja alles, was ich für mich brauchte und kann für mich selbst sorgen. Ich bin somit unabhängig und möchte auch auch bleiben oder besser gesagt mein Glück und Wohlbefinden nie wieder von anderen Personen abhängig machen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich aufgrund dieses "sich hochziehens" an Erfolgen oder Leistungen an einer Vorstufe des Burnoutsyndroms erkrankte. Ich war nach dem Studium körperlich und geistig einfach total leer und ausgebrannt und benötigte dringend eine Pause. Ich habe dann fast ein Jahr lang trotz sehr gutem Abschluss erstmal nichts gemacht.

    Dann erkrankte ein Jahr später mein Vater ganz plötzlich schwer an Krebs und überlebte das nach einigen OPs nur sehr knapp. Ich war damals 28 Jahre alt und er lebt heute noch zum Glück. Gut 1 1/2 Jahre später ist meine Mutter plötzlich einfach tot umgefallen, Herzstillstand. Ich vermute ganz stark, dass das mit meinem Vater zuviel für sie gewesen ist. Sie konnte zwar nach einigen Minuten noch von einem Notarzt reanimiert werden, erlitt allerdings irreperable Gehirnschäden und litt noch gute 8 bis 9 Wochen als Wachkomaptientin, bis der nächste unerwartete Herzstillstand ihr dann endgültig das Leben nahm. Ich versuchte sie noch in dieser Zeit durch regelmäßige Besuche und durch Gespräche wieder zum Aufwachen zu bewegen, aber leider gelang mir das nicht. Auch das war alles andere als eine leichte Zeit.

    Nach der Beerdigung zog ich mich immer weiter zurück, blieb für mich und konzentrierte mich aufs Berufsleben. Private Kontakte (sofern überhaupt noch vorhanden oder als solche überhaupt bezeichnet werden können), schliefen zunehmend ein. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich in dieser Zeit auch nicht alleine oder sogar einsam gefühlt habe. Mir war es sogar recht, ich fühlte mich nicht unwohl und vielleicht war es in diesem Moment auch das Richtige. Irgendwie versuchen das Erlebte zu verarbeiten, Abstand gewinnen, zu mir selbst zurückzufinden. Meine Mutter starb fast zeitgleich mit meinem 30 Geburtstag. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie dieser ausgesehen hat. Gut eine Woche danach fand die Beerdigung statt. Meine Mutter ist nun seit gut 5 bis 6 Jahren tot. Ich hatte in dieser Zeit keine guten Freunde zum Reden, ich musste es irgendwie versuchen alleine durchzustehen.

    Aktuell bin ich 35 1/2 Jahre alt und nun gut 7 Jahre im Berufsleben und somit in Lohn und Brot und habe einen aus meiner Sicht sicheren Arbeitsplatz in einer zukunftssicheren Branche. Mr ist aber auch klar, dass man im Berufsleben noch weniger bis gar keine Möglichkeiten mehr hat, dauerhafte und tiefgehende Freundschaften zu knüpfen. Hier gilt doch nach meinen Erfahrungen eher das Prinzip "jeder ist sich selbst der Nächste". Das erste, was ich gemacht habe, ist mir ein gesundes Geldpolster anzusparen (eben weil ich in der Vergangenheit nie wirklich Geld zur Verfügung hatte...ein solche mittellose Situation möchte ich nicht noch einmal erleben müssen). In den Jahren so zwischen 16 und 35 habe also bisher wenig vom Leben gehabt, verreist bin ich das letzte mal mit 16 Jahren. In der Berufsausbildung, dem Zivi und dem Studium war dafür nie Geld vorhanden. Ich hatte das große Glück, dass ich damals umsonst bei Eltern wohnen konnte und nicht noch zu der unglücklichen Studienkonstellation noch Arbeiten gehen musste. Tja, was soll man sagen...diese Lebensjahre sind für immer weg und ich habe das Gefühl, dass ich sie zu einem gewissen Teil selbst verschwendet habe und teilweise war es sicherlich auch den unglücklichen privaten Zuständen geschuldet. Mit diesem Umstand muss ich heute irgendwie versuchen zurecht zukommen. Es fällt mir allerdings verdammt schwer, dass alles so hinzubekommen und mache mir teilweise sogar Vorwürfe...das man evtl. früher die Prioritäten hätte anders setzen sollen usw.. Auch die Gewissheit, dass man seinen 40 Geburtstag wohl alleine feiern wird, schmerzt...
    Geändert von Andre80 (06.07.2018 um 16:50 Uhr)

  2. #2
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    Bisher hatte ich eigentlich noch irgendwie alles ganz gut im Griff, was mir aber momentan total den Boden unter den Füßen wegzieht ist eine Frau, die ich von der Arbeit kenne. Zwischen uns läuft nichts und das soll auch so bleiben und es ist nicht mein Ziel, daran irgendetwas zu ändern. Es liegt an anderen Dingen, weshalb es mir wegen ihr schlecht geht. Sie weiß von all den oben beschriebenen Dingen aus meinem bisherigen Leben nichts, kennt mich also wenn überhaupt nur oberflächlich. Sie erzählt allerdings viel von sich, wenn mal andere Kollegen mit im Büro sind, zu denen sie einen etwas besseren Draht hat und da bekomme ich leider momentan so einige Dinge mit, die mir persönlich richtig an die Nieren gehen. Sie erzählt immer mal wieder was aus ihrer Jugendzeit, welche große Freudesclique sie doch bis heute hat, ihr derzeitiger Mann, ihre Schwestern und viele mit ihnen gemeinsam verbundenen Freunde sind bis heute eine eingeschworende Gemeinschaft und wohl wirklich dicke Freunde (auch hier kam mir wieder die Erkenntnis, dass man selbst so etwas schönes nie haben wird und das solche Freundeskreise auch keine weiteren Personen mehr hineinlassen werden). Diese fahren auch immer mal wieder gemeinsam in den Urlaub. Sie und ihre Schwestern haben mittlerweile Kinder. Die Arbeitskollegin erzählte auch von ihrer Mutter, die sie wohl alle 3 Tage besuchen kommt (ein Anreiseweg von knapp 200KM ist da kein Problem), um sich auch mit um die Kinder zu kümmern. Auch das war für mich ein Tiefschlag nach den gemachten Erfahrungen mit meiner Mutter. Die Frau erzählte kürzlich auch davon, dass sie sich 1x jährlich mit ihren Studienkollegen trifft und diese ein gemeinsames Wochenende am Chiemsee verbringen...das war für mich ein weiterer Tiefschlag nach meinen Erfahrungen aus der Studienzeit...

    Letztens erzählte sie von 3 Freunden, die nun berufsbedingt in Norddeutschland leben. Als ich das hörte, war es endgültig zuviel für mich. Sie erzählte, dass diese in ihrer Jugendzeit in dem Nachbarhaus neben ihrem Elternhaus gelebt haben und sie sich auch aufgrund ihrer Eltern somit von der Sandkastenzeit auf kennen und sie in diesen beiden so etwas wie Geschwister sieht. Man kann ihr solche Aussagen ja noch nicht einmal zum Vorwurf machen, geschweige denn übel nehmen...warum sollte man auch? Sie kennt mich ja schließlich nicht. Ich bin auch nicht neidisch auf sie und verachte sie jetzt für irgendetwas. Eigentlich sind solche Freundschaften doch etwas sehr schönes und wertschätzendes. Trotzdem verkörpert diese Frau momentan alles, was mir nur wehtun kann. Weil sie eben genau das inne hat, was ich mir immer gewünscht habe...einen stabilen und zuverlässigen Freundeskreis und ein gesundes und gutes Verhältnis zu den Geschwistern. Ihre Partnerschaft und das damit verbundene Glück ist mir kein Dorn im Auge. Was mich mittlerweile allerdings sehr nachdenklich ist, ist die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit erst so richtig in den letzten 2 bis 3 Jahren bei mir angekommen bin und mir immer mehr klar wird, was einen persönlich überhaupt ausmacht, was sein eigenen Naturell ist usw.. Mir ist das aufgrund der vielen negativen Erlebnisse aus der Vergangenheit zuvor nie wirklich bewusst gewesen. Andere Personen im gleichen Alter hingegen bekommen bereits Kinder und haben sich wohl schon ihrem Alter entsprechend weiterentwickelt. Ich habe irgendwie das Gefühl dort noch lange nicht zu sein und mir irgendetwas fehlt, ich aber nicht weiß, was das genau ist. Und das aufgrund der früher eingetretenden Umstände ich nicht mehr weiß, ob ich überhaupt mal Kinder haben möchte, oder doch irgendwann dafür zu alt sein werde. Außerdem habe ich Angst davor, dass wenn ich mal eine Frau kennenlerne und sich mal etwas längeres ergeben kann, dass diese hinter die Kulissen schauen könnte und sieht, wer ich wirklich bin. Die Vorstellung, dass mich diese mal nach Fotos aus der Vergangenheit fragt (Urlaube, Freunde, Partys usw.), erzeugt bei mir ein unangenehmes Gefühl. Die besagte Kollegin erwähnte mal in irgendeinem unbedeutenen Zusammenhang, dass sie und ihr Mann zu Hause eine große Festplatte mit ganz vielen Fotos haben und das man sich Sorgen um die Sicherung der Bilder macht. Eigentlich eine total banale und nicht weiter erwähnenswerte Aussage und denoch trifft einen selbst so eine Randnotiz irgendwo...

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass es mir seit der Erzählung ihrer drei Freunde in Norddeutschland körperlich und seelisch wirklich beschissen geht, wie schon seit langem nicht mehr und ich mir langsam Sorgen mache, weil dieser Zustand seit Wochen anhält und nicht wirklich besser wird. Die Erkenntnis, dass man selbst nie das Glück und die Gelegenheit hatte, solche Leute, mit denen man über alles unbefangen reden und so unglaublich viele Erinnerungen teilen kann, in seinem Leben treffen zu können und wohl auch nie wieder wird, schmerzt. Das tut unglaublich weh und belastet ungemein. Ich weiß momentan nicht, wie es wirklich in Zukunft weitergehen soll und wie ich die Erfahrungen aus der Vergangenheit für mich in etwas Positives ummünzen kann. Ich fühle mich wie in einer Art Gefängnis. Wenn ich mir das Glück anderer Leute anschaue (insbesondere der oben genannten Frau), dann frage ich mich manchmal schon, ob ich aufgrund all dieser negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit bestraft wurde. Ich empfinde es als ungerecht, dass andere Menschen soviel Glück im Leben haben, während ich mich durch alles mühseelig "durchquälen" und leiden muss. Kann man nicht auch einfach einmal etwas Glück im Leben haben? Diese ganzen Erlebnisse aus der Vergangenheit belasten mich und werden momentan auch durch die Äußerungen besagter Frau alle wieder aufgewühlt. Ich habe seit diesen Äußerungen zunehmend mehr und mehr den Drang nicht mehr soviel Zeit zu Hause zu verbringen und verspüre das Gefühl, dass ich irgendetwas in meinem Leben ändern muss.

    Vielen Dank für alle zukünftigen Beiträge. Ich musste das einfach mal loswerden und mir etwas Luft verschaffen...Ich hoffe, dass es kein Problem darstellt, dass ich meinen Text auf 2 Posts aufteilen musste...

    Mfg
    Andre

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  4. #3
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    Hallo Andre,

    ich möchte Dich zunächst einmal hier im Forum begrüßen !
    Manchmal dauert es einen Augenblick, aber Du wirst sicher einiges an hilfreichen Nachrichten erhalten.

    Ich werde mich auch noch ausführlicher bei Dir melden. Nun bin ich nur gerade etwas müde, weil es schon so spät ist.

    Viele Grüße

    Physalis

  5. #4
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    Hallo Andre,

    erst einmal willkommen im Forum.

    Zitat Zitat von Andre80 Beitrag anzeigen
    Ich weiß, dass nur schwache Männer zurückschauen und starke Männer hingegen nach vorne..das man im "Hier und Jetzt" leben sollte. Aber das sagt sich in
    Das ist Blödsinn. Man muss stark sein, um sich mit Fehlern der Vergangenheit auseinanderzusetzen, denn nur dann hat man die Chance, die restlichen Jahre etwas besser zu machen. Klar, gibt es straighte Menschen, die verfolgen einen Plan, erreichen scheinbar alles, haben alles und jeden. Ich habe aber so meine Erfahrung, dass oft nur Schein ist, was so ideal aussieht. Klar, des Nachbarn Rasen ist grüner.
    Und ich denke, nach jedem Tal kommt auch mal ein Hügel, und nur wenn man auch unten war, weiß wie es ist, weiß wie man mit Menschen umgehen kann, sollte, die dann aktuell in der Misere stecken.
    Du erkennst was die fehlt. Weil die extrinsische Motivation nach Erfolg im Leben, sprich, Geld, guten Job etc. nicht deine innere Motivation ist. Du möchtest in Kontakt mit Menschen treten, und das nicht nur meist oberflächlich auf Arbeit. Du musst deinen inneren Wünschen mehr Raum geben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht eine Krankschreibung wegen Depression, vielleicht eine (ambulante,teilstationäre, stationäre) Therapie.

    Ich habe auch oft Neid empfunden, weil ich oft genug nicht viel hatte in meinen Augen, und mich gleichzeitig für den Neid gehasst. Teufelskreislauf. Mir hat es geholfen, das auszusprechen. "Ich beneide dich darum, dass du so.....viel Glück hast." Nimmt viel von dem innerlich zerfressenden Neid und wird dann irgendwie zu einer Bewunderung. Die mit Sicherheit nicht so schädlich ist.

  6. #5
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    Hallo Andre,

    mir ist aufgefallen, dass Du zuviel als unabänderlich gegeben ansiehst.

    Nichts ist vorgegeben. Alles lässt sich positiv verändern, je nach dem was man möchte.

  7. #6
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    Zitat Zitat von Andre80 Beitrag anzeigen
    Auch die Gewissheit, dass man seinen 40 Geburtstag wohl alleine feiern wird, schmerzt...
    Du bist 35 und gehst davon aus, auch mit 40 allein zu sein.
    Wenn Du diese Gewissheit hast, strahlst Du sie auch aus.....

    Was ich auch schade finde, ist, dass Du die Jahre des Lernens und Studierens als Zeit ansiehst, in der Du wenig vom Leben hattest. Es hängt alles von der Sichtweise ab. Ich hatte in diesen Zeiten auch wenig Geld, bin nicht verreist, hatte keine stabile Partnerschaft - und sehe die Studienjahre dennoch als glückliche Jahre. Ich war dankbar dafür, als Kind vom Dorf (so wie Du also) und aus einfachen Verhältnissen, diesen Weg gehen zu können und freute mich darüber, lernen zu dürfen.

    Auch so Dinge wie "der Zug ist abgefahren" was Freunde angeht: Natürlich wird es schwieriger, da sich viele ein Umfeld aufgebaut haben. Aber der Gedanke, dass man unter so vielen Menschen der einzige sei, der gerade allein ist, entspricht natürlich nicht der Realität. Klar gibt es auch andere Singles in dem Alter, nicht jeder hat eine Großfamilie, in der sich alle liebevoll in den Armen liegen und nicht jeder trifft sich täglich mit den 15 Leuten, die mit ihm zusammen in der Kindergartengruppe waren.

    Die Kunst besteht darin, heraus zu finden, wie man die Menschen findet, denen es so geht wie einem selbst.

    Übrigens habe ich den Eindruck, dass sich viele GERADE im Job kennen lernen, dort Partner und Freunde finden......Weil man dort eben viel Zeit verbringt und sich kennen lernt.

    Noch zu Deinem Verhältnis zum Bruder und dessen Freundin: Der Neid schlägt leider häufig im engsten Familienumfeld zu. Da ich von dem Problem auch betroffen bin, hatte ich den Wunsch, mich auszutauschen und habe so erfahren, dass dieser Konflikt häufig vorkommt. Ich war hingegen so naiv und dachte, in der Familie gönnt man anderen einen Erfolg, vor allem, wenn dieser hart erarbeitet ist und man selbst die Mühe nicht auf sich nehmen wollte.

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:

    Andre80 (08.07.2018)

  9. #7
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Was ich auch schade finde, ist, dass Du die Jahre des Lernens und Studierens als Zeit ansiehst, in der Du wenig vom Leben hattest. Es hängt alles von der Sichtweise ab. Ich hatte in diesen Zeiten auch wenig Geld, bin nicht verreist, hatte keine stabile Partnerschaft - und sehe die Studienjahre dennoch als glückliche Jahre. Ich war dankbar dafür, als Kind vom Dorf (so wie Du also) und aus einfachen Verhältnissen, diesen Weg gehen zu können und freute mich darüber, lernen zu dürfen.
    Ist es Dir denn während der Studienzeit genauso ergangen wie mir? Du hattest doch sicherlich von Beginn an Deine feste Studiengruppe, mit denen Du dann das ganze restliche Studium durchgezogen hast und vebringen konntest, oder? Mir selbst ist dieses Glück leider verwährt geblieben und ich musste komplett alleine klarkommen und hatte nie irgendwie die Gelegenheit, mich um einen "Anschluß" zu kümmern. Normalerweise nimmt man doch Leute aus dieser Zeit für sein restliches Leben mit und hält die Kontakte...und genau das ist es, was schmerzt...diese bittere Erkenntnis in dieser Zeit aufgrund des Systems einfach "Pech gehabt" zu haben...

  10. #8
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    Hallo Andre,

    ich habe eine Kontakte aus der Studienzeit.

    Ich hatte auch keine feste Studiengruppe bis zum Schluss, da wir uns gegen Ende nicht alle gleich orientierten. Ca. 6 Semester hatte ich Leute, mit denen ich viele Veranstaltungen gemeinsam besuchte, ja. Wir saßen eben zusammen in einer Reihe. Privat hatte wir kaum miteinander zu tun, Freundschaften entstanden keine. Es war eine Zwecksgemeinschaft, mit der ich auch regelmäßig mal in die Mensa ging. Kein Ort, um dort Sorgen zu teilen. Das erlebte ich knallhart als mein Vater verstarb ich und ich jemanden zu Reden suchte und mich dann an denjenigen wandte, mit dem ich mich am engsten verbunden fühlte. Da wurde mir knallhart vermittelt, nicht zur Verfügung zu stehen. Das war im 4. Semester. Von da an waren die Schotten bei mir dicht.
    Ein Studium entscheidet sich im Wesentlichen allein daheim am Schreibtisch.

    Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst, dass es normal sei, für sein "restliches Leben" Studienkontakte zu pflegen. Sicher gibt es solche Freundschaften fürs Leben. Treffe ich aber mal jemanden aus einer Fortbildung, erzählt jeder, mit den Leuten von der Uni nichts mehr zu tun zu haben.

    Ich vermute, Du hängst in einigen Dingen Idealvorstellungen nach.

    Weder aus der Kindergartenzeit, noch der Schulzeit, der Berufsausbildung, dem Studium, oder allem, was danach kam, habe ich dauerhaft Kontakte behalten. Eben weil es Zwecksgemeinschaften waren und es immer wieder neue Zweckgemeinschaften gibt, mit denen man eine Zeitlang sein Leben in Teilbereichen zusammen verbringt.
    Auch die vielen, vielen Menschen, die ich über den Sport kennen lernte, traf ich nicht mehr, sobald ich weg zog oder den Verein wechselte.
    Mit Ehrenämtern war es genau so.

    Menschen kommen und gehen.

    Nur sehr wenige Menschen, eine Handvoll vielleicht, blieb mir dauerhaft erhalten. Wir wohnen aber so weit voneinander entfernt, dass ein Kontakt fast nur telefonisch/eletronisch möglich ist.

  11. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:

    Andre80 (08.07.2018),mops (08.07.2018)

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