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Thema: Mein Tod, meine Entscheidung?

  1. #1
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    Standard Mein Tod, meine Entscheidung?

    Guten Abend liebe Forummitglieder

    Seit längerem quält mich diese eine existentielle Frage: Habe ich das Recht über meinen eigenen Tod selbst zu bestimmen? Juristisch gesehen ist diese Frage mit ja zu beantworten aber moralisch gesehen?

    Zu meiner Person: Ich bin noch jung und habe ein gute Schulbildung genossen. Ich hatte in der Vergangenheit eine mittelschwere depressive Episode und eine Agoraphobie, sprich ich konnte zuletzt das Haus nicht mehr verlassen und lebte sozial isoliert über 3-4 Jahre. Ausserdem war ich Kreuzunglücklich und wollte mir das Leben nehmen, was ich aber nicht geschafft habe, da ich dazumal von Beruhigungsmitteln abhängig war und dermassen hinüber war, dass ich es nicht mehr hingekriegt habe. Es folge Polizeieinsatz ab in die Klinik erstmal dort 3 Monate bleiben und Medikamentös eingestellt werden. Schlimme Geschichte liegt alles etwa ein Jahr zurück. Zurzeit nehme ich Fluoxetin in einer relativ hohen Dosis und Risperdal.

    Zu meiner Situation jetzt: Ich habe einen Freundeskreis gefunden, mache regelmässig Sport und hab gerade mein Studium abgebrochen(mangelndes Interesse), was nicht so schlimm ist, ich geh jetzt halt ein Jahr arbeiten. Ich funktioniere hatte 11 Monate keine Panikattacke mehr und erfreue mich bester Gesundheit.

    Nun könnte man sich denken, ja läuft ja alles super aber was sollte die Einleitung mit der Todesfrage? Nun ich lebe nicht gerne. Ich bin mittlerweile der Überzeugung das, dass Leben sinnlos ist. Schlussendlich strengen wir uns ein ganzes Leben an, damit der Tod all das wieder zerstört was wir uns über die Jahre mühselig aufgebaut haben. Für mich ist das Leben eine reine Sisyphusarbeit, wir arbeiten und arbeiten und arbeiten und lernen und lernen und lernen, wozu? Nach dem Tod ist ohnehin alles wieder vorbei. Manche mögen nun einwerfen der Weg ist das Ziel, warum so nihilistisch usw... Kann sein, aber mir bereitet dieser Weg nunmal keine Freude. Ich finde es mühsam sich jeden Tag neu zu motivieren und gegen diese Sinnlosigkeit anzukämpfen.

    Früher konnte ich nicht aus dem Haus gehen ohne absolute Panik zu schieben, lebte zurückgezogen und isoliert nur noch Zuhause. Heute ist das anders. Ich könnte wenn ich den wollte alles tun und lassen was ich möchte. Ich kann reisen, neue Leute kennenlernen alles studieren was ich gerne möchte. Aber wozu, ich empfinde dabei nicht das Gefühl von Freude. Das Leben ist mir gleichgültig geworden. Ich weiss was eine Depression bedeutet und ich bin definitiv nicht mehr depressiv, aber ich habe eine verneinende Haltung dem Leben gegenüber.
    Als ich noch nicht Leben konnte wie ich wollte, wollte ich so gerne all diese Dinge machen und habe darunter gelitten. Nun wo ich Leben kann wie ich will, will ich nicht mehr das Leben entdecken. Ich habe schon so viele finstere Seiten des Lebens gesehen, dass ich eigentlich nicht leben möchte.

    Ich bin zurzeit nicht akut suizidal. Ich denke das, falls ich es tun würde, es erst in 3 Jahren soweit wäre, da ich mein Geschwisterchen noch gerne die Ausbildung beenden lassen möchte. Ich weiss das, dies ein ziemlicher Schock für Familie und Freunde wäre, doch ich lehne es persönlich ab, nur für jemanden anders weiterzuleben.

    Habe ich dieses Recht diese Freiheit? Muss man Leben nur um anderen Menschen nicht zu schockieren? Ich weiss es nicht.

  2. #2
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    Zitat Zitat von teamdeath Beitrag anzeigen

    Nun könnte man sich denken, ja läuft ja alles super aber was sollte die Einleitung mit der Todesfrage? Nun ich lebe nicht gerne. Ich bin mittlerweile der Überzeugung das, dass Leben sinnlos ist. Schlussendlich strengen wir uns ein ganzes Leben an, damit der Tod all das wieder zerstört was wir uns über die Jahre mühselig aufgebaut haben. Für mich ist das Leben eine reine Sisyphusarbeit, wir arbeiten und arbeiten und arbeiten und lernen und lernen und lernen, wozu? Nach dem Tod ist ohnehin alles wieder vorbei. Manche mögen nun einwerfen der Weg ist das Ziel, warum so nihilistisch usw... Kann sein, aber mir bereitet dieser Weg nunmal keine Freude. Ich finde es mühsam sich jeden Tag neu zu motivieren und gegen diese Sinnlosigkeit anzukämpfen.
    Der Weg ist das Ziel könnte man einwerfen, aber in erster Linie wirfst Du es ja selbst ein. In deiner Vorstellung ist der Weg beschwerlich und (vielleicht) voller Hindernisse. Auf so einen Weg hätte ich auch keinen Bock...

    Zitat Zitat von teamdeath Beitrag anzeigen
    Zu meiner Situation jetzt: Ich habe einen Freundeskreis gefunden, mache regelmässig Sport und hab gerade mein Studium abgebrochen(mangelndes Interesse), was nicht so schlimm ist, ich geh jetzt halt ein Jahr arbeiten. Ich funktioniere hatte 11 Monate keine Panikattacke mehr und erfreue mich bester Gesundheit.
    Freundeskreis, Sport, (abgebrochenes) Studium, Arbeiten, Funktionieren und beste Gesundheit.. alles Attribute eines vollwertigen Mitgliedes unserer Gesellschaft. So lange man damit glücklich ist, ist alles Gut. Aber das Du diese Attribute aufzählst ist auch ein Zeichen dafür, dass mit ihnen etwas nicht stimmt...
    Eigentlich kommt man schnell auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Und in meiner Vorstellung hat der sicher auch etwas mit dem Weg zu tun, wie ich mein Leben ausfülle und womit. Was ist mir wichtig und was kann in die Tonne und das völlig unabhängig gesellschaftlicher Normen und Vorgaben wie man sein Leben zu leben hat.

    Einen Satz habe ich schon früh für mich gefunden.. ich lebe nicht um zu arbeiten (und der Gesellschaft zu dienen), ich arbeite um zu leben (und nur so viel wie ich zum leben brauche). Ganz ohne gehts nicht, aber nur arbeiten und dienen ist sicher nicht mein Lebensziel oder Sinn meiner Existenz. Für mich spielt die Lust am Leben eine große Rolle, damit haben aber die Gesellschaft und ihre Erwartungen und Ansprüche sicher wenig zu tun.

    Hast Du das Recht auf suizid..? selbstverständlich hast Du das, genau wie Du das Recht auf Selbstermächtigung und ein selbstbestimmtes Leben hast. Was ich wählen würde, ist wohl klar.
    Geändert von Blase (28.11.2019 um 06:26 Uhr)

  3. #3
    SYNNY Alias: Zaunkoenigin-katty-Incognita
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    Vielleicht interessiert im Zusammenhang mit dem Thema dieses pdf-Formular -->

    file:///C:/Users/webmiss/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/IE/MWS2YTQV/2015-03-02_Menschenrechte_und_Suizidbeihilfe-2.pdf

  4. #4
    Neuling Avatar von Cailynn
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    Guten Morgen,

    es gab hier im Forum vor einiger Zeit einen Thread, der sehr ausführlich diskutiert wurde. Die damalige TE hat sich genau die gleichen Gedanken gemacht wie du es tust. Wenn du magst, schau doch mal in das Thema rein: https://www.psychologieforum.de/man-...len-38291.html

    Ich persönlich stehe dem sehr kritisch gegenüber und aus Respekt dir gegenüber möchte ich deine Fragen lieber nicht kommentieren. Aber vielleicht hilft dir das andere Thema ja weiter, wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und einen fruchtbaren Austausch hier im Forum

    lg Cailynn

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