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Thema: Meine komplette Persönlichkeit zerfällt

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meine komplette Persönlichkeit zerfällt

    Hi,

    ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber ich versuche es einfach mal. Kleine Warnung: Das wird ein langer Text.

    Ich bin im Moment Anfang 20. Meine Kindheit ist eigentlich recht normal verlaufen, ich habe mich sehr früh für Naturwissenschaften interessiert. Ich habe dann auch nach der Schule ein Biologie Studium angefangen, nach einem Semester dann aber zu Physik gewechselt, da ich dieses als Nebenfach hatte und deutlich interessanter als mein Hauptfach fand. Dieser Wechsel war meinen Eltern damals nicht so wirklich recht, vor allem da ich in der Schule am Ende Physik abgewählt hatte. Trotzdem blühte ich damals auf, habe in den meisten Prüfungen die besten Noten meines Semester gehabt, Stipendien bekommen, schon während des Bachelors Paper in angesehenen Zeitschriften mitveröffentlicht... Ich hatte damals auf jeden Fall den Eindruck, dass Physik das richtige für mich ist und dass es mir Spaß macht. Für Physik hatte / habe ich ein Talent, um diese Sachen zu erreichen musste ich nur unwesentlich mehr Zeit investieren als der Durchschnittsstudent. Auch mit meinem Freundeskreis und mit meinen Hobbies war ich zufrieden. Das einzige, was damals "nicht in Ordnung" war, war dass ich seit meiner Jugend häufiger das Gefühl hatte, schwul zu sein, ich habe das glaube ich aber unterdrückt. Ich weiß aber gar nicht genau, warum das für mich überhaupt ein Problem war.

    Vor ca. anderthalb Jahren hatte ich dann meine erste Freundin. Diese Beziehung habe ich (dummerweise) nur angefangen, weil ich dachte, dass ich so spät dran bin mit der ersten Freundin und unbedingt Erfahrungen machen musste. Ich hatte eigentlich kein Interesse an ihr. Jedenfalls fing es da an, dass es mir sehr schlecht ging. Mein erster Gedanke war natürlich, dass ich wirklich schwul wäre. Wie gesagt, im Nachhinein weiß ich nicht, warum mir dieser Gedanke so schlimm vorkam. Nach ein paar Monaten aber wurde es deutlich schlimmer, ich weiß noch das genaue Datum, an welchen dieser Gedanke umschlug in den Gedanken: Ich bin im falschen Körper (also ein Mädchen in einem Jungenkörper). Dann begann mein ganzes Leben vor mir zu zerfallen. Ich habe zwei komplette Nächte nicht eine Minute geschlafen. Das erste, woran ich das Interesse verlor, waren Sport und andere Hobbies. Ich hatte das Gedanken, dass mich meine Hobbies nie wirklich interessiert hätten und ich mir das nur vorgespielt habe. Mein Freundeskreis hatte sich in dieser Zeit auch recht ausgedünnt, da ich für mehrere Monate im Ausland war. Als letztes, und das war der schlimmste Schlag, verlor ich das Interesse an Physik. Auch hier kam dann immer wieder der Gedanke, dass Physik nie das richtige für mich gewesen ist und ich mir dieses Interesse nur vorgespielt hätte. Es kamen extrem starke Wünsche auf, mein Studium (welches so gut wie zu Ende ist) abzubrechen und dafür z.B. bei Starbucks oder in einem Klamottengeschäft zu arbeiten. Die einzelnen Berufswünsche blieben recht kurz, waren aber immer sehr intensiv. Meine Beziehung ging zu Ende.

    Danach kamen Wünsche, welche mittlerweile bestimmt 9 Monate bestehen. Diese wären Soziale Arbeit zu studieren und danach dann in die Altenpflege zu gehen, Ballett zu machen... Ich bin erst im Nachhinein darauf gekommen, dass ein Mädchen, mit dem ich in der Zeit davor "unfreiwillig" viel zu tun hatte, genau diese Dinge macht. Ich glaube nicht, dass dies ein Zufall ist. Ich will nicht beleidigend sein, aber dieses Mädchen entspricht dem typischen Vorurteil der Blondine. Ich habe nicht den Wunsch, so wie beispielsweise Mädchen in meinem Studium zu sein. Ich habe den Wunsch wie die Art von Mädchen ("typische Blondine") zu sein. Zeitweise stand auch wirklich der Wunsch, dumm zu sein, im Vordergrund, so merkwürdig das auch klingt. Wenn dieses Mädchen vor mir über Physik gelästert hat (das tat sie auch gerne), habe ich ihr innerlich zugestimmt. Mittlerweile habe ich zu ihr keinen Kontakt mehr.

    Die Wünsche habe ich aber immer noch und das tut mir sehr weh. Wenn ich mir die Verwirklichung dieser Wünsche vorstelle, kommt sehr viel Freude in mir auf. Dies stört mich aber sehr, da es mich auf Dauer sehr unglücklich macht / ich unglücklich bin. Ich habe nur noch sehr wenig Spaß im Leben. Ich frage mich immer wieder, warum ich diese Wünsche habe, warum sollte ich mein Studium wegwerfen und in die Altenpflege gehen? Es gibt so viele Berichte zu den miesen Arbeitsbedingungen dort. Außerdem kann ich nicht verstehen, was mich daran interessiert, bei meinen voherigen Interessen konnte ich das immer sagen. Ich habe früher nie vorgehabt, einen sozialen Beruf auszuüben, mal davon abgesehen liegen dort auf keinen Fall meine Stärken. Vor allem in der Schule waren meine sozialen Fähigkeiten sehr schlecht, in der Uni habe ich diese durch Mühe verbessert, sie sind meiner Einschätzung nach trotzdem leicht unterdurchschnittlich. Und warum sollen auf einmal all meine Hobbies und Interessen nichts mehr für mich sein?

    Das Gefühl, im falschen Körper zu sein, zweifle ich häufig an. In meiner Kindheit / Jugend gab es auch rückblickend nicht wirklich irgendwelche Anzeichen dafür. Aber auch wie bei den Berufs/Hobbywünschen kommt viel Freude in mir auf, wenn ich mir vorstelle, einen Mädchenkörper zu haben. Ich habe häufig den Gedanken, dass mein komplettes bisheriges Leben nur eine Fassade ist, die ich aufgebaut habe, um mich dem Erwartungsbild vom Mann anzupassen. Dieser Gedanke kommt ursprünglich nicht von mir, ich habe ihn in einem Forum im Internet gelesen und er lässt mich nicht mehr los. Eigentlich macht er nicht viel Sinn, meine Hobbies sind zu gleichen Teilen "Mädchen- und Jungshobbies". In Physik ist natürlich der Männeranteil sehr hoch, trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht typisch männlich, es gibt auch genug Mädchen, die mit Leidenschaft dabei sind.

    Ich befinde mich schon in Psychotherapie (bald seit einem Jahr). Wenn man meinen Text so liest, kommt es rüber, als dass mein Leben zu großen Teilen nur aus meinem Studium bestand. Dies ist nicht so, ich habe Physik nur als wichtiges Beispiel ausgewählt, wenn ich Hobbies etc. auch so ausführlich beschrieben hätte, würde ich den Rahmen noch viel mehr sprengen als ich das hier sowieso schon tue.

    Falls ihr hier angekommen seit, vielen Dank für's Lesen und was meint ihr dazu? Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ich freue mich auf Antworten.

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hallo Nocturnal,

    du beschreibst sehr schwere Identitätsstörungen, deren Ursache meist in frühen Störungen der Persönlichkeitsentwicklung und/oder transgenerationalen Störungen liegen.

    Was für eine Art Psychotherapie machst du? Hilft sie dir?

  3. #3
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    Hallo Nocturnal,

    meiner Meinung nach bist Du auf dem Weg dich selbst zu finden und manches dabei erschreckt dich vielleicht.

    Ich an deiner Stelle würde (so viel wie nur irgendwie möglich / mich) neu ausprobieren. Tanze Ballet, spiele Rugby, lerne Instrumente, nimm Reitunterricht, mach Kampfsport, male, fahre "Rennautos", singe. Wenn Du merkst, dass dir etwas gut tut, behalte es (eine Weile) bei. Wenn Du merkst, dass dir etwas nicht (mehr) gut tut, lass es bzw. leg es als "Erfahrung" ab.
    Wenn Du der Meinung bist, dass Du im falschen Körper steckst, dann triff dich mit Betroffenen und lass dir deren "Geschichte" erzählen. Prüfe einfach, in wie weit ihre Geschichten deine eigenen Geschichten sind.

    Zum Thema Sozialberuf:
    Sozialberufe (z.B.: Altenpflege / Krankenpflege) sind in der Regel harte Berufe, die auch (leider) in der Regel mehr schlecht wie recht bezahlt werden. Schlechte Bezahlung, Überstunden, zu wenig Personal und leider wenig Aussichten auf baldige Verbesserung.
    Ich bin ehrlich gesagt unsicher, ob ich Dir einen Sozialberuf empfehlen kann, wenn Du so eine (-ich nenne das jetzt einfach mal so-) "Identitätskrise" hast. Natürlich will ich dir aber auch nicht im Weg stehen, wenn das dein "absolutes Lebensglück und -elexier" wäre. Ich gehöre zu einer der letzten Generationen von denen, die noch Wehr- oder Zivildienst ableisten mussten (in meinem Fall Zivildienst im Alten- und Pflegeheim) und darf bei diesem Thema deshalb durchaus mitreden und ich muss sagen, dass diese Arbeit durchaus "an die Substanz" geht - egal wie sehr man auch versucht sich dagegen zu wappnen und zu schützen.

    Wenn es dein Traum sein sollte, besprich dies bitte mit deinem Therapeuten / deiner Therapeutin.

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  4. #4
    Neuling
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    Zitat Zitat von Lilola Beitrag anzeigen
    Hallo Nocturnal,

    du beschreibst sehr schwere Identitätsstörungen, deren Ursache meist in frühen Störungen der Persönlichkeitsentwicklung und/oder transgenerationalen Störungen liegen.

    Was für eine Art Psychotherapie machst du? Hilft sie dir?
    Hi, ich denke, dass die Therapie hilft, genau kann ich es nicht sagen. Zu Beginn habe ich mein Anliegen nicht richtig rüber bringen können, das liegt aber eher an meiner Unfähigkeit als an der des Therapeuten. Daher hat es sehr lange gedauert, bis der Therapeut die Ernsthaftigkeit der Situation begriffen hat. Welche Arten von Psychotherapie gibt es denn? Ich weiß nicht, in welche Kategorie meine fällt.

    Was würdest du mir denn empfehlen, zu machen, wenn es solche Identitätsstörungen sind?

    Zitat Zitat von simonjohannes Beitrag anzeigen
    Hallo Nocturnal,

    meiner Meinung nach bist Du auf dem Weg dich selbst zu finden und manches dabei erschreckt dich vielleicht.

    Ich an deiner Stelle würde (so viel wie nur irgendwie möglich / mich) neu ausprobieren. Tanze Ballet, spiele Rugby, lerne Instrumente, nimm Reitunterricht, mach Kampfsport, male, fahre "Rennautos", singe. Wenn Du merkst, dass dir etwas gut tut, behalte es (eine Weile) bei. Wenn Du merkst, dass dir etwas nicht (mehr) gut tut, lass es bzw. leg es als "Erfahrung" ab.
    Wenn Du der Meinung bist, dass Du im falschen Körper steckst, dann triff dich mit Betroffenen und lass dir deren "Geschichte" erzählen. Prüfe einfach, in wie weit ihre Geschichten deine eigenen Geschichten sind.

    Zum Thema Sozialberuf:
    Sozialberufe (z.B.: Altenpflege / Krankenpflege) sind in der Regel harte Berufe, die auch (leider) in der Regel mehr schlecht wie recht bezahlt werden. Schlechte Bezahlung, Überstunden, zu wenig Personal und leider wenig Aussichten auf baldige Verbesserung.
    Ich bin ehrlich gesagt unsicher, ob ich Dir einen Sozialberuf empfehlen kann, wenn Du so eine (-ich nenne das jetzt einfach mal so-) "Identitätskrise" hast. Natürlich will ich dir aber auch nicht im Weg stehen, wenn das dein "absolutes Lebensglück und -elexier" wäre. Ich gehöre zu einer der letzten Generationen von denen, die noch Wehr- oder Zivildienst ableisten mussten (in meinem Fall Zivildienst im Alten- und Pflegeheim) und darf bei diesem Thema deshalb durchaus mitreden und ich muss sagen, dass diese Arbeit durchaus "an die Substanz" geht - egal wie sehr man auch versucht sich dagegen zu wappnen und zu schützen.

    Wenn es dein Traum sein sollte, besprich dies bitte mit deinem Therapeuten / deiner Therapeutin.

    Gruß
    Simon
    Hi, leider erschreckt mich so ziemlich alles, was ich finde, nicht nur manches. Neue Dinge ausprobieren ist vielleicht eine Möglichkeit, bis auf Ballett und Rugby habe ich deine Beispiele schon (länger oder kürzer, aber alles vor der jetzigen Krise) gemacht. Wenn ich jetzt den Wunsch hätte, Reitstunden zu nehmen, hätte ich kein Problem damit, im Gegenteil, ich würde es schön finden. Aber meine "alte Identität" hat etwas von Reiten "gehalten", daher habe ich es im Moment nicht als Wunsch. Die Wünsche die ich im Moment habe, haben alle gemeinsam, dass sie so weit weg von meiner alten Identität wie nur möglich liegen. Zusätzlich gehen sie in die "weibliche" Richtung, z.B. Ballett. Rugby wäre ein Beispiel für "nicht mit meiner alten Identität vereinbar, aber männliche Richtung". Diese Art von Wunsch habe ich (zum Glück) nicht (auch noch). Alle anderen Beispiele bis auf Ballett und Rugby waren mit meiner alten Identität "vereinbar".

    Beruflich haben die bisherigen Wünsche alle gemeinsam, dass sie von der Gesellschaft eher als typisch weiblich gesehen werden, dass sie sehr schlecht bezahlt werden, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind und dass der Kopf nicht sonderlich gefordert wird. Das ist in etwa das Gegenteil von dem, was ich mir vorher gewünscht habe. Warum muss das so sein?? Ist das nur Zufall oder kommen diese Wünsche gerade wegen diesen Kriterien auf? Ich hätte ja kein Problem damit, wenn ich mir nur wünschen würde, etwas soziales zu machen, was primär darauf ausgerichtet ist, den Menschen direkt zu helfen. Ich wäre froh, wenn ich mir zum Beispiel wünschen würde, Arzt zu werden, mir würde es nichts ausmachen, noch ein Medizinstudium dranzuhängen. Als Arzt wird immerhin der Kopf gefordert und man wird für den Stress anständig bezahlt. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn mein Wunsch wäre, Sanitäter zu werden. Dort würden immerhin noch Überschneidungen mit meiner zerfallenden Persönlichkeit zu finden sein. Aber meine Wünsche müssen ja das komplette Gegenteil sein.

    Aber möglicherweise hast du Recht und der einzige Weg hier raus ist, verschiedenste Dinge auszuprobieren. Ich habe halt gerade bei den Berufswünschen Angst, dass sie mir beim Auszuprobieren dann wirklich Spaß machen. Aber wenn ich dann dafür "bestimmt" bin, alte Menschen zu füttern, waschen, herumzutragen und beim Sterben zu begleiten dann muss ich mich wohl damit abfinden.

  5. #5
    Schreiberling Avatar von Kai68
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    Zitat Zitat von Nocturnal Beitrag anzeigen
    Aber möglicherweise hast du Recht und der einzige Weg hier raus ist, verschiedenste Dinge auszuprobieren. Ich habe halt gerade bei den Berufswünschen Angst, dass sie mir beim Auszuprobieren dann wirklich Spaß machen. Aber wenn ich dann dafür "bestimmt" bin, alte Menschen zu füttern, waschen, herumzutragen und beim Sterben zu begleiten dann muss ich mich wohl damit abfinden.

    Und? Wo ist das Problem, wenn dir die Arbeit Spaß macht?
    Dann ist doch alles gut. Da muss man keine Angst vor haben. Jede Arbeit ist wichtig, egal ob du die Statik einer Brücke berechnest, oder im Kindergarten die Fenster putzt. Das tut nichts zur Sache. Wichtig und gemacht werden, muss beides.
    Und das ist entscheidene. Seine Arbeit nicht herabsetzen, egal wie banal einem die Tätigkeit erscheinen mag.
    Du bist noch so jung und musst noch so lange arbeiten. Da sollte es Spaß machen.
    Und wenn du das Gefühl hast, für Aufgabe C bestimmt zu sein, dann finde dich nicht damit ab, sondern lass dich davon erfüllen.


    Darf ich fragen, wie häufig du zur Therapie gehst?

    Und was ist schon typisch weiblich? Oder typisch männlich?
    Die Ansichten zerfallen jetzt langsam zu Staub.
    Und so eine "Findungsphase" machen - meiner Meinung nach - nahezu alle Männer früher oder später mal durch.
    Ich wollte unbedingt mit Anfang 20 umschulen zum Kindergärtner.
    Ich habe es nur nicht gemacht, weil ich durch einen Zufall meinen Traumberuf gefunden habe.
    Grüße
    Kai



    Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.

    Buddha

  6. #6
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    Ich denke, ich habe ausführlich genug beschrieben, warum das ein Problem (zumindest für mich) ist. Wenn es für dich keins ist / wäre, ist das ja schön, für mich ist es eins. Das mit typisch weiblich oder männlich habe ich wohl falsch ausgedrückt. In dem was ich geschrieben habe, geht es nicht darum, ob ein Beruf typisch männlich oder weiblich ist, sondern ob er von der Gesellschaft als typisch männlich oder weiblich gesehen wird. Diese Ansichten gehen natürlich zurück, sind aber noch vorhanden.

  7. #7
    Neuling
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    Zitat Zitat von Kai68 Beitrag anzeigen
    Und? Wo ist das Problem, wenn dir die Arbeit Spaß macht?
    Dann ist doch alles gut.
    Sorry, das "Wenn es für dich keins ist / wäre, ist das ja schön" kann man vielleicht falsch verstehen. Ich schreibe doch noch ein wenig dazu, dass es für mich ein Problem ist. Erstens entnehme ich Erfahrungsberichten, dass der Job einem viel Lebensenergie raubt. Außerdem ist die Bezahlung sehr schlecht, eine Familie zu gründen ist extrem schwierig solange man keinen Partner findet, der besser verdient. Es gibt genug Studien, die belegen, dass Menschen mit einem höheren Gehalt glücklicher sind - bis zu einer gewissen Grenze, reiche Menschen sind nicht glücklicher als wohlhabende Menschen. Aber man möchte ja nicht gehaltstechnisch von Monat zu Monat leben. Es kommt noch dazu, dass Altenpflege unvereinbar ist mit meiner "alten Identität". Es wäre ja ok, wenn ich mir z.B. wünschen würde, Rettungssanitäter zu werden. Vom Gehalt her sähe es wahrscheinlich nicht besser aus, aber mein früheres Ich könnte sich mit der Art der Arbeit noch irgendwie identifizieren. Oder meinetwegen auch Krankenpfleger, das wird wohl recht ähnlich wie Altenpfleger vom Job sein, aber man würde immerhin viel bewirken, Menschen wieder gesund pflegen, welche dann möglicherweise noch ein schönes Leben führen können. Zusammenfassend würde ich also sagen, dass zumindest meiner Meinung nach Spaß im Job sehr wichtig ist, aber auch nicht alles.

    P.S.: Außerdem würde ich nicht sagen, dass jede Arbeit wichtig ist. Es gibt definitiv (meist eher gutbezahlte) Jobs, welche kaum der Gesellschaft nutzen. Beispielsweise wären wir meiner Meinung nach besser dran, wenn nicht Unmengen an Geld von Unternehmen in die Werbebranche gesteckt würde. Nahrungsmittelspekulanten tragen sogar eher kontraproduktiv bei. Außerdem sind viele (meist eher schlechtbezahlte) Jobs in dem Sinne nicht auf Dauer wichtig, dass sie in absehbarer Zeit von Maschinen ersetzt werden. Das trifft auf die Altenpflege natürlich nicht zu, ist also nicht auf meiner Problemliste mit dem Wunsch. Ich wollte das nur anmerken zu dem Satz "Jede Arbeit ist wichtig".
    Geändert von Nocturnal (14.01.2020 um 23:12 Uhr)

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