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Thema: Meine Mutter- ich habe es so satt

  1. #1
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    Standard Meine Mutter- ich habe es so satt

    Liebe Forumsmitglieder,

    zu meiner Person: ich bin 36 Jahre und lebe mit Mann und 2 wunderbaren Kindern (2+5) .
    Ich weiß seit längerem, dass meine Mutter stark narzisstische Tendenzen hat (ihre Therapeutin hätte ihr gesagt, sie wäre eine Narzisstin, sie macht immer wieder sehr dramenhafte, strange, übergriffige Sachen, es treffen so viele Dinge, die eine NPS-Person ausmachen, auf sie zu). Sie schadet mir ohne Rücksicht auf meine Gefühle, nur damit ihr "Selbstwert" aufgewertet wird. Ich bin ihr so egal, sie hatte noch nie Interesse an meinem Leben, solange es nicht ein gutes Licht auf sie geworfen hat. Meine Kindheit war bescheiden, so viel Angst, komische, nicht greifbare Stimmung, verbale und auch körperliche Gewalt. Mein Bruder empfindet genauso wie ich.

    Ich hatte den Kontakt mit ihr auf ein Minimum reduziert, das hat sie nicht wirklich weiter gestört, sofern sie meine Kinder auch weiterhin sehen konnte. Ich wollte ihr nicht die Enkel nehmen, zumal die Beiden sie mögen. Sie hat nun aber wiederholt auch komische Dinge mit meinen Kindern gemacht, als sie mit ihnen allein war (z.B. bei einem Wutanfall abgeduscht, mein 2-Jähriger kann noch nicht gut reden, darum durfte er erst den Keks, wenn er auch Keks sagen kann)

    Ich bin es einfach satt, mir Gedanken machen zu müssen, wenn sie mit ihnen unterwegs ist. Darum habe ich nach dem letztem Drama den Kontakt pausiert. Etwas in mir lehnt sich komplett auf, wenn ich sie nur sehe. Nun ruft sie 10 x hintereinander hier an, schreibt meinem Mann, beklagt sich bei jedem erreichbaren, wie sehr ich sie ausgrenze, stellt sich als Opfer dar, pocht auf ihr Recht, weiterhin die Kinder sehen zu wollen. Und ich denke an die vergangenen 36 Jahre und denke, wie viel Mist ich durch sie erleben durfte. Und habe Angst, dass sie meinen Kindern auch so schadet.

    Natürlich ist es für sie auch schmerzhaft, meine Kinder nicht mehr zu sehen, aber ich weiß keinen anderen Ausweg, ich muss meine Kinder schützen. Es gibt keinen, mit dem ich mich austauschen kann. Meine Freunde/mein Mann verstehen mich nicht, die hatten alle ganz liebevolle Mütter und können sich nicht reinversetzen.

    Ich empfinde mich gerade als so hart und kalt. Gibt es eine Lösung, die humaner ist? Wer hat Erfahrungen?

    Liebe Grüße, Sabine

  2. #2
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    Willkommen hier im Forum.
    Du bist nicht die erste und einzige. Schau mal hier: https://www.psychologieforum.de/frag...ern-49844.html
    Grenzen setzen ist Ausdruck deiner Liebe zu dir selbst. Grenzen achten ist Ausdruck deiner Liebe zu Anderen.

  3. #3
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    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen

    Ich empfinde mich gerade als so hart und kalt. Gibt es eine Lösung, die humaner ist? Wer hat Erfahrungen?
    Hallo Sabine, ja, Du bist nicht die einzige...

    Hart und kalt zu sein, ist die einzige Möglichkeit um sich diesen Situationen zu entziehen. Und, aus meiner Sicht und Erfahrung, erspare deinen Kindern die Einflüsse deiner Mutter, Du machst alles richtig wenn Du sie von ihr fernhälst. "Menschlich" zu deiner Mutter zu sein bzw diese von ihr eingefordert zu bekommen ist bei dieser Form der Störung ein elementarer Aspekt, genau darauf ziehlt sie ab und aktiviert diese Schuldgefühle bei dir. Ich kann nur raten, lass dich nicht darauf ein. Wenn Du jetzt den Absprung geschafft hast, bleib dabei.

    ....dein Mann versteht dich nicht?
    Geändert von Blase (10.02.2020 um 07:35 Uhr)

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Blase für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (17.02.2020)

  5. #4
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    Hallo Sabine,

    auch ich finde das es der richtige Weg ist den du gerade gehst.
    Spätestens beim "abduschen" wäre für mich Schluss gewesen, was sind denn das für Methoden?
    Und auch das Umfeld (dein Mann, Familie) müsste doch nach dieser heftigen erzieherischen Maßnahme einsehen das du nur deine Kinder schützen willst?!

    Wie sieht dein Bruder die Sache? Steht er hinter dir?

  6. #5
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    Erstmal, ja, genauso klingt es; und es muss ein guter Therapeut gewesen sein, dass er es so erkannt und auch ausgesprochen hat.

    Nun ruft sie 10 x hintereinander hier an, schreibt meinem Mann, beklagt sich bei jedem erreichbaren, wie sehr ich sie ausgrenze, stellt sich als Opfer dar, pocht auf ihr Recht, weiterhin die Kinder sehen zu wollen.
    Einfach jeder würde sich in der Situation fragen, was er falsch gemacht hat. Ab da würde es sich vielleicht klären. Aber Leute mit dieser Persönlichkeitsstörung ticken einfach so verdammt merkwürdig, und die Frage taucht überhaupt nicht im Kopf auf. Ein "Wieso?" gibt es da garnicht, weil allein das ihren Selbstwert gefährdet. Und einfach jeder würde sich von selbst zurückziehen, anstatt jetzt noch präsenter zu sein, Ehemann Nachrichten schicken, Botschaften ausrichten, kein normaler Mensch reagiert so, wenn er zurückgewiesen wird.
    Ich finde Menschen mit NPS eher interessant und verstörend, ich war kein Opfer so eines Verhaltens, und es tut mir leid für die Leute, die eines sind.

    Aber man kann an der Stelle auch des Teufels Advocat sein; meine Großväter waren zu ihren Kindern gewalttätige, herrschsüchtige Diktatoren, auch mit etwas narzistischen Zügen. Ich weiss nicht, warum, aber bei ihren Enkelkindern wurden sie ziemlich zahm, entspannt und liebevoll. Und es soll oft so sein, dass Großeltern, weil die Enkel weiter weg von ihnen selbst und ihrer Eltern-Rolle sind, sehr viel entspannter werden. Vielleicht kann das der Fall sein? Du schreibst, dass deine Kinder sie gern haben. Vielleicht ist sie bei ihnen nicht so, und hat eventuell garnicht den Einfluss, um so werden zu können, oder es richtet nicht den selben Schaden an, wie bei dir. Und wieviel geht es darum, selbst keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben, und wieviel um die Kinder?
    Ich würde die Entscheidung deinen Kindern überlassen, so komisch das auch klingt. Wenn sie gerne mit ihr Zeit verbringen, sollte das möglich sein, auch wenn das für dich schwieriger wird.
    Die organisatorischen Sachen, die dich zwingen würden, mit ihr zu tun zu haben, kannst du vielleicht deinem Mann überlassen. Jedenfalls stimme ich zu, dass du selbst Abstand brauchst.
    Auch eine Möglichkeit wäre, Bedingungen zu stellen wie : Kein Abduschen. Keine merkwürdigen Psychospielchen mit einem zweijährigen. Und zwar wird sie vielleicht sowieso dagegen verstoßen, und dann weisst du endgültig zweifelsfrei, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Diese Regeln muss man aber erstmal aufstellen und genau das kannst und solltest du tun; und dann liegt es bei ihr. Und bei allen restlichen Zweifeln sollte man immer bedenken, wie die Kinder das ganze empfinden; du warst dein Leben lang typischerweise nur eine Erweiterung ihrer Mutterrolle oder was auch immer sie für einen Film schiebt als Narzistin, aber bei Enkelkindern kann das, wie gesagt, wieder völlig anders aussehen.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Bogart für den sinnvollen Beitrag:

    Mona-Lisa (11.02.2020)

  8. #6
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    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    z.B. bei einem Wutanfall abgeduscht
    Oh, ich bin entsetzt!

    Letztendlich bist Du als Erziehungsberechtigte für das Wohl der Kinder verantwortlich. Das nennt man "Sorgerecht".

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    pocht auf ihr Recht, weiterhin die Kinder sehen zu wollen.
    Und nein, sie hat kein Recht, ihre Enkelkinder zu sehen, denn die Erziehungsberechtigten haben das Sorgerecht. Wenn Deine Mutter also mit solchen Begrifflichkeiten daher kommt, kannst Du sie getrost auf die Rechtsprechung verweisen.

    In BGB § 1631 Abs. 2 steht: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    z.B. bei einem Wutanfall abgeduscht
    Ich werte dieses Vorgehen Deiner Mutter als gewaltvoll.

    Insofern würde ich Deine Kinder mit Deiner Mutter nicht alleine lassen und ihr das auch klar so kommunizieren.

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es für sie auch schmerzhaft, meine Kinder nicht mehr zu sehen, aber ich weiß keinen anderen Ausweg, ich muss meine Kinder schützen
    Den Einzigen Ausweg, den ich sehe, ist
    1.) Ihr klare Grenzen zu setzen und Deine Kindern nur in Deiner Anwesenheit oder der Deiner Mannes kontakt zu ihr gewähren

    gleichzeitig

    2.) ihr Dein Mitgefühl auszudrücken, so wie Du es hier formulierst

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es für sie auch schmerzhaft, meine Kinder nicht mehr zu sehen,
    und drittens Deine eigene Ohnmacht bzgl. der Situation ihr gegenüber zum Ausdruck bringst, wie Du es hier machst:

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    aber ich weiß keinen anderen Ausweg, ich muss meine Kinder schützen
    Sicherlich hat sie sich ebenfalls Ohnmächtig gefühlt bei dem Wutanfall des Kindes. Auch diese Vermutung könntest Du empathisch ihr gegenüber äußern ... ohne jedoch ihr Vorgehen damit rechtferigen oder entschuldigen zu wollen.

    Ist sicherlich eine rethorische Gradwanderung, wenn sie sich eh schon in der Opferrolle sieht.

    Ja, und sie mit Deinem eigenen Schmerz konfrontierst:

    Zitat Zitat von sabine83 Beitrag anzeigen
    Und ich denke an die vergangenen 36 Jahre und denke, wie viel Mist ich durch sie erleben durfte. Und habe Angst, dass sie meinen Kindern auch so schadet.
    Also zusammengefasst empathisch sein kannst mit allen Seiten: Der Kinder, Deiner und der Deiner Mutter ...

    ... und vielleicht so ... laaaangfristig ... was bewegst.

    Das ist aber wahrscheinlich aber wohl eher schwierig, wenn man selbst in der Situation steckt.

    Deshalb ...

    wäre eine Möglichkeit vielleicht auch die einer systemischen Familientherapie ... sofern sie sich darauf einlässt.
    Geändert von Hirsch (12.02.2020 um 00:13 Uhr)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Hirsch für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (17.02.2020)

  10. #7
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    Bei der Mutter einer Bekannten von mir ist es sehr ähnlich. Meine Bekannte war wegen der schlechten Kindheit wegen der lieblosen und psychisch kranken Mutter Jahre beim Therapeuten, der ihr geraten hat den Kontakt zur Mutter ganz abzubrechen. Es wird mit der Mutter einfach nicht besser und für meine Bekannte ist ein Kontaktversuch nur ein Rückfall in alte Leiden, der nicht hilft sich aus dem Ganzen wieder rauszuarbeiten.

    Meine Bekannte hat noch eine Schwester mit einem Kind. Die Schwester hatte ihrer Mutter den Kontakt zu ihrer Tochter dann untersagt, nachdem diese einmal aufgelöst nach Hause gekommen sei, weil die Großmutter schlechte Dinge über ihre Tochter gesagt hatte. Die Großmutter ging daraufhin zum Jugendamt und forderte ein Besuchsrecht für ihre Enkelin ein. Es gab dann eine Einigung außergerichtlich für eine bestimmte Anzahl Besuche im Jahr. So ganz einfach wird man die narzisstische Mutter/Großmutter dann doch nicht los.
    Geändert von Micha789 (12.02.2020 um 01:13 Uhr)

  11. #8
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    Zitat Zitat von Micha789 Beitrag anzeigen
    Es gab dann eine Einigung außergerichtlich für eine bestimmte Anzahl Besuche im Jahr. So ganz einfach wird man die narzisstische Mutter/Großmutter dann doch nicht los.
    Da hätte ich es aber auf eine gerichtliche Entscheidung ankommen lassen... eine Frau die Jahre damit verbringt therapeutisch ihre Kindheit aufzuarbeiten, soll gerichtlich gezwungen werden ihr eigenes Kind zu der Großmutter zu geben? da hätte ich aber auf Gutachten und andere Entscheidungshilfen für den Jugendamtrichter gesetzt.

    Alles ist aber anders wenn das Kind gerne zur Großmutter geht, dann finde ich, hat es ein Besuchsrecht. Das war bei uns auch so, der jüngste war eine Zeit lang ganz gerne bei ihr, das haben wir ihm dann natürlich nicht verwehrt.

  12. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Blase für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (17.02.2020),Pullus (12.02.2020)

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