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Thema: Muster durchbrechen/sich selbst ändern

  1. #1
    Neuling
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    Standard Muster durchbrechen/sich selbst ändern

    Hallo!

    Ich befinde mich zur Zeit in einer entscheidenden Phase meiner Ehe - man könnte auch Ehekrise sagen - diese zwingt mich dazu über mich und mein Verhalten gegenüber meinem Ehemann nachzudenken.
    Dabei sind mir bereits einige Sachen aufgefallen, die ich an mir selber nicht gut finde und die ich gern ändern möchte. Nun hab ich die Befürchtung, daß der gute Vorsatz alleine nicht reicht. Ich suche noch irgendwie nach Tipps wie man es wirklich schafft sich zu ändern. Diverse Muster habe ich erkannt, aber ich schaff es nicht mir vorzustellen, wie ich mich beim nächsten mal anders verhalten kann - also ich hab zwar im kopf das und das kann ich alternativ tun - aber wenn es dann soweit ist, dann machts irgendwie nicht klick und ich mach es anders, sondern ich falle wieder in die alten Verhaltensweisen zurück wie gehabt.
    Motivation wäre genug da, ich bin wie meine Mutter und wollte/will es nie sein und ich liebe meinen Mann und würde gern schaffen, das wir wieder eine gute Ehe führen und ausserdem mag ich einiges auch einfach an mir nicht.
    Weiss jemand Rat wie man das angeht?

    Danke!

    Gruß
    schnattchen

  2. #2
    Gast4137
    Gast

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    Hallo Schnattchen!

    Als erstes würde ich fragen, wie du dich gegenüber deinem Mann verhälst und was genau falsch daran ist es so und so zu tun?!
    Denn sonst kann ich dir nur schlecht helfen.

    LG,
    Amami

  3. #3
    Neuling
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    also ich reagiere sehr schnell gereizt auf Sachen die nicht so laufen wie ich es gern hätte, ich versuche ihm meine Vorstellungen aufzudrängen, daß er Sachen bitteschön genauso zu sehen hat wie ich und nur so wie ich sie sehe sind sie richtig, ich bin sehr ungeduldig was ihn angeht und ich muss ehrlich zugeben, das ich echt manchmal kleinkariert/engstirnig ihm gegenüber bin

    Also als Beispiel ich will etwas nicht was mein mann will - wir streiten und ich drücke es durch, das ich meinen Kopf durchsetzte - habe derweil aus einer Mücke einen Elefanten gemacht und irgendwann später stelle ich fest, ich hätte mir auch nix vergeben, wenn ich ihm hätte zugestimmt. Ich nehme mir vor beim nächsten mal, schon im Ansatz einer Diskussion um irgendwas, genau drüber nachzudenken wo der Schuh tatsächlich drückt und ihn einfach auch mal machen machen zu lassen und es lächelnd zu aktzeptieren was er will. Aber bin ich dann in der Situation drin hänge ich wieder in der gleichen Schleife fest und es gelingt mir kein gelassenes Lächeln mit den Worten "mach doch" - nein ich mache wieder erstmal ein Fass auf.
    Obwohl sich im nachhinein sehr oft rausstellt, das es unnötig war.

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von Osterinsel
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    Hallo Schnattchen,

    solche Veränderungen alt eingefahrener Muster brauchen seine Zeit. Als erstes ist mal wichtig, daß Du erkennst, daß es so ist. Hast Du ja schon getan! Glückwunsch! Dazu ist nicht jeder in der Lage. Der Verstand hat´s geschnallt, vergißt es aber im Eifer des Gefechts wieder. Ist völlig normal.
    Wenn wir alle nur verstandestechnisch erkennen müßten, was schiefläuft und uns vornehmen müßten, es ab heute besser zu machen, würden alle Neujahrsvorsätze in Erfüllung gehen. So ist der Mensch aber seltenst strukturiert...

    Der Punkt ist ja, irgendwann in Deinem Leben hast Du Dich bewußt oder unbewußt entschieden, diesen Kurs zu fahren. Und damals wird das auch seinen Grund gehabt haben. Und der bleibt gespeichert und löst jedesmal, wenn Du an die damalige Situation in irgendeinster Weise bewußt o. unbewußt erinnert wirst, eine automatische Reaktion aus, die dann quasi von ganz alleine abläuft. Da zu intervenieren, ist nicht leicht. Aber geht! Das Stichwort ist nur etwas unbequem und heißt: ÜBUNG.
    Wenn Du´s diesmal nicht geschafft hast, dann beim nächsten mal. Nicht aufgeben. Wie beim Laufenlernen. Hinfallen und wieder aufstehen. So lange, bis Du es kannst.

    Beschleunigen kannst Du den Prozeß, indem Du Dich fragst : Wo ist die Ursprungssituation? Wer hat mich so sehr überfahren, daß ich den Eindruck bekommen habe, ich muß ganz fest auf meinem Standpunkt bestehen, damit ich nicht untergehe? Gegen wen mußte ich mich immer wieder durchsetzen?

    Solche und ähnliche Fragen.

    Ganz wichtig ist auch, daß Du mit Deinem Mann darüber sprichst. Ihm erklärst, daß Du merkst, daß es nicht ok ist, wie Du reagierst, und daß Du daran arbeitest. Ihm klarmachen, daß dies ein Prozeß ist, der eine Weile dauert, und daß Du da auch seine Unterstützung brauchst.
    Es ist auch wichtig für Dich, zu unterscheiden lernen, wann Du Dir die Butter nicht vom Brot nehmen lassen darfst, und wann es ok ist, nachzugeben.

    Übrigens: Welche Rolle spielt Dein Mann denn in dem Spiel? Da gehören nämlich immer 2 zu!
    Meiner beschwert sich auch öfters, daß ich immer meinen Kopf durchsetzen muß, aber eigentlich ärgert ihn mehr, daß er seinen nicht so gut durchsetzen kann wie ich meinen...
    Muß bei Deinem nicht so sein, aber es ist wichtig, zu gucken, wie er in solchen Momenten reagiert und wie ihr euch gegenseitig die Bälle zuspielt!

    Liebe Grüße von der Osterinsel!
    "Life is intrinsically, well, boring and dangerous at the same time. At any given moment the floor may open up. Of course, it almost never does; that’s what makes it so boring.” ~Edward Gorey

  5. #5
    Neuling
    Themenstarter

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    Danke Osterinsel - die Art wie du die Warum Frage formuliert hast, ist für mich ein guter Ansatz, der mir zeigt, ich muss meine Fragen an mich selbst viel konkreter stellen als nur einfach "warum?"

    Ich hab mir deine Frage gestellt und komme bei der Beantwortung auf eine Antwort, mit der ich in der Form gar nicht gerechnet hab. Es gibt viel Teile innerhalb der Antwort die ich weiß - z.B. das meine Mutter sehr bestimmend war und mich als Person so wie ich bin nie angenommen hat, dann spielt vermutlich auch Kontrollverlust eine große Rollen und was mich aber sehr erstaunt hat, das ich auf das Thema Vertrauen komme bei der Beantwortung. Ich vertraue nicht genug. Vertrauen war zwar schon immer ein Thema in meinem Leben, aber das es hier in diesem Zusammenhang ein Rolle spielt hatte ich nicht erwartet.
    Vertrauen, nicht im Sinne von Eifersucht oder so, sondern im Sinne von darauf vertrauen, das andere etwas tun was mir gut tut bzw. das richtige für mich ist. Ich bin seit ich 16 bin auf mich allein gestellt und musste seither für mich selbst und dann später auch für mein Kind alleine Sorgen, sehr oft ist auch bis dahin mein Vertrauen enttäuscht worden. Sehr viel natürlich da im zusammenhang mit meiner Mutter - aber eben später auch immer mal.
    Naja die Antwort muss ich dann erstmal sacken lassen und schauen, was ich damit anfangen kann.

    Zum anderen - mein Mann reagiert mit Heimlichkeit und Rückzug von mir. Also er schiebt dann Arbeit vor und kommt noch weniger nach Hause. Leider.
    Abgesehen davon, wechselt er seine Meinung doch leider schon recht häufig -heute so morgen so und das erschwert die Sache auch ein wenig.
    Wir sind da sehr unterschiedlich - ich kann gut geradeaus gehen ohne mich ablenken zu lassen - er dagegen ist wie ein Schmetterling der von einer Blume zur nächsten fliegt. Ich kann gut auf etwas verzichten - er muss alles haben. Da hat sich leider in letzter Zeit auch ein ungeleichgewicht eingeschlichen, je mehr ich bremse umso mehr Gas gibt er und ich möchte gern jetzt einfach mal lernen loszulassen und zu schauen wo liegt seine Grenze und muss ich überhaupt bremsen.

  6. #6
    Neuling Avatar von elfe
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    Auch ich danke "Osterinsel" für die gute Beschreibung. Denn auch ich frage mich wie man denn immer und immer wieder ins gleiche "Fahrwasser" geraten kann.
    Mir ist danach dann auch immer bewußt, dass mein Verhalten falsch war-
    ( bei mir ist es anders- ich lasse mich immer zum Opfer machen, und ziehe mich zurück- bei mir spielen Ängste dabei eine große Rolle)
    Mir fehlen leider auch die Alternativen, und es läuft immer wieder ab wie ein Film den man schon zum x-ten mal sieht.

    Ich habe leider für mich auch noch keine Lösung gefunden- auch wenn ich mir über die Problematik im Klaren bin.

    Elfe
    "Belehrung findet man öfter in der Welt als Trost"
    G.C.Lichtenberg

  7. #7
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Hallo, mir selbst hat es geholfen, sozusagen so was wie ein Tagebuch der Gedanken und Gefühle zu führen. Man durchdenkt noch mal, was passiert ist, wenn man es aufschreibt, wird es deutlicher, man denkt noch weiter, erkennt auch Ursachen und schaut, was hätte ich denn nun eigentlich gern. Dadurch wird man mehr sensibilisiert für das Problem und schaut genauer hin, nimmt mehr wahr. Und irgendwann ist es so sicher in einem drin, dass man anfangen kann, das Verhalten zu ändern. Denn um all das so wirklich zu schaffen, braucht es Zeit, erst mal das Problem zu finden, dem nachzuspüren. Erst danach kann man anfangen, mal zu schauen, wie wäre es besser, was möchte man statt dem und wie könnte man es erreichen. Und auch dann braucht es wieder viel Zeit, immer wieder das Problem erleben, um es zu verinnerlichen und dann zu spüren, was ist möglich. Es muss einem schon sehr bewusst sein und es muss einem auch schlecht genug gehen, damit man etwas ändern kann/will. Veränderungen sind nicht leicht. Sie brauchen Zeit, viel Willen, viel Verständnis und dann viel Übung und Ausprobieren, was einen nun auf den Weg führt, den man gehen möchte. UND man braucht den Partner dazu. Kann ja sein, ich hab den besten Willen und der Partner sieht das alles ganz anders. Den kann man nämlich nicht mitändern. Der bleibt, wie er ist.

    viele Grüße, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  8. #8
    Neuling Avatar von Coolchen
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    Kennt hier Jemand die Geschichte vom Skorpion?

    Ein Skorpion wanderte am Ufer eines Flusses entlag und wollte auf die andere Seite des Flusses. Er traf einen Frosch und fragte Ihm: Hey Frosch kannst Du mich mit auf die andere Seite nehmen?
    Der Forsch meinte: Ich bin doch nicht blöd, Du bist ein Skorpion und wist mich stechen.
    Darauf der Skorpion: Sicherlich kann ich auch stechen, aber ich kann nicht schwimmen und wenn ich Dich beim rüberschwimmen steche saufe ich ab. Was ist nun nimmst Du mich mit?
    Der Frosch überlegte eine Weile und nahm den Skorpion mit.
    Auf der Hälfte des Flusses stach der Skorpion den Frosch.
    Darauf hin fragte Ihn der Frosch: Hey wieso hast Du das gemacht? Ich werde gleich sterben und Du säufst ab!
    Darauf hin der Skorpion: Sorry, aber es liegt in meiner Natur zustechen zu müssen!

    Wenn Dein Mann der Schmetterling ist, der von Blume zu Blume fliegt, dann macht Er dieses vielleicht ziellos – also nicht direkt – aber wohlwissend beim abfliegen wieder bei einer Blume zu landen. Du beneidest das, weil Du alles nur direkt machst – also nicht losfliegen würdest wenn keine Blume in Sicht ist.

    Ich denke, die Kunst liegt jetzt darin, dass Du mit Deinen Mann zusammen einmal ein Rollenwechsel vornimmt um voneinander zu lernen, aber in dem Wissen darum, dass man das seine Persönlichkeit so wie der Skorpion nie ändern kann.

    LG Coolchen

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