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Thema: Ohne Vater aufwachsen....Spätfolgen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ohne Vater aufwachsen....Spätfolgen?

    Meinen Sohn habe ich von Anfang an allein erzogen und dabei natürlich versucht, es so gut wie möglich zu machen.
    Meine Familie hat mir schon dabei geholfen und auch Freunde, mit denen ich zwei Jahre zusammen gewohnt habe und
    mein Sohn von daher sozusagen einen "Bruder" hat, mit dem ihn immer noch eine sehr gute Freundschaft verbindet.

    Als mein Sohn 8 Jahre alt war, bin ich mit einer anderen alleinerziehende Frau in ein altes großes Haus auf dem Land
    gezogen, nur 4km entfernt von meiner Arbeitsstelle und der alten Wohnung, in der Hoffnung, dort eine Alleinerziehenden-
    WG aufbauen zu können. Mein Sohn musste die Schule wechseln, weil wir nun zu einem anderen Landkreis gehörten.
    Diesen Umzug wirft er mir nun seit mindestens 15 Jahren vor. Bei jeder grundlegenden Auseinandersetzung (selten genug)
    kommt es immer wieder hoch, dass er meint, ein unglückliches Kind gewesen zu sein. Nur bis weit in seine 20er war das kein Thema.

    Als er so um die 25 war, hatte er eine Freundin, die offensichtlich gegen mich intrigierte. Sie zog mit ihm zusammen sogar bei mir ein.
    Da es mit der WG auf dem Land nicht wirklich funktioniert hatte, war ja Platz da. Ich half ihr sogar, nach einem Jahr ohne Schule,
    an meiner Schule aufgenommen zu werden. Auch da muss sie versucht haben, gegen mich Stimmung zu machen. Mein Sohn glaubte
    aber immer ihr, die selber einen Hass auf ihre eigene Mutter hatte, und zog dann mit ihr aus, obwohl er mir gesagt hatte, er würde
    bleiben und sie alleine ausziehen. Damals hat sie mir vorgeworfen (sollte mich verletzen), ich wäre ja manisch-depressiv und von
    daher eher ein Fall für die Anstalt, aber im Prinzip lag sie mit der Vermutung schon richtig. Sie und mein damaliger Chef haben aber
    genau diese Veranlagung ausgenutzt und mich systematisch fertig zu machen versucht. Seit der Zeit kenne ich Depressionen, die
    mich letztlich dann arbeitsunfähig gemacht haben.

    Mit meiner Veranlagung Bipo Typ 2, Diagnose dann endlich 2011, komme ich inzwischen recht gut klar, zumal ich auch keinen
    Hehl mehr daraus mache. Mein Sohn aber nicht. Inzwischen ist er verheiratet gewesen mit einer Frau, die mir auch das Leben schwer
    gemacht hat. U.a. hat sie mir zeitweise den Umgang mit meinem Enkel untersagt, d.h. verhindert. Meine Psychotherapeutin hat mir meine
    Ex-Schwiegertochter erklärt ( die ihre eigenen Probleme hat, die aber nicht sieht) und mir damit das Gefühl nehmen können, an allem
    schuld zu sein. Mein Sohn war auch mal bei ihr wegen unserem Verhältnis zueinander in der schwierigen Zeit, aber letztlich lässt er
    sich auch von ihr nichts sagen.

    Inzwischen ist er das dritte Mal mit einer Frau zusammen, die einen mich ablehnenden Einfluss zu haben scheint. Wir haben einen Konflikt,
    also mein Sohn und ich, der jetzt dermaßen eskaliert ist, dass er mir alles um die Ohren haut und mich als Mutter total ablehnt. Dabei haben
    wir fast ein Jahr zusammen in seinem Haus gewohnt, nachdem seine Frau ihn verlassen hat, und er jemanden brauchte für seinen eigenen Sohn
    (mein Enkel ist jetzt 5 ahre alt) und zur Finanzierung des Hauses (wobei meine ganze Rente drauf ging), wofür er sich teilweise sehr dankbar
    gezeigt hat. Ich habe aber das Gefühl, dass es zwischen uns immer dann eskaliert, wenn ich nicht nach seiner Pfeife tanze. Natürlich habe ich
    mich in der letzten Zeit, wo er nur unter Stress stand, mit meinen Dingen zurückgehalten, damit wir dem Kleinen zuliebe die gemeinsame Zeit
    heile überstehen.

    Aber jetzt hat jede/r eine eigene Wohnung. Das Haus ist gut vermietet, eine andere Immobilie aus Familienbesitz gut verkauft, sodass es ihm finanziell
    wieder gut geht. Nun will er mir sogar noch Geld abknöpfen, dass ich ihm angeblich schulde, wobei als Anlass des ganzen Streites meine Anschaffung
    eines Hundes aus dem Tierheim herhalten muss (angeblich wegen der Sorge um die Sicherheit seines Sohnes) und ich ihm zwei Wochen lang nicht ganz
    ehrlich gegenüber war (zugegeben). Er hat immer recht, so sieht er sich jedenfalls selbst. Argumente ziehen bei ihm nicht, er findet immer eine Möglichkeit,
    diese so umzukehren, dass alles gegen mich verwendet wird.

    Ist so ein Verhalten noch als Spätfolge eines vaterlosen Aufwachsens zu erklären, dass ihm wahrscheinlich nie jemand mal energisch die Grenzen
    aufgezeigt hat? Ich habe angeblich immer zu viel Verständnis gehabt und ihn machen lassen, was er mir jetzt vorwirft. Und in dieser speziellen Situation
    wendet er sich gerade an die beiden Frauen, die mir das Leben z.T. absichtlich schwer gemacht haben..... Natürlich werden die ihm seine üble Meinung
    über seine Mutter nur bestärken. Er ist gerade mit Freundin in Urlaub, nachdem er mir per mail die Rechnung geschickt hat und sein Wohnungsschloss
    ausgetauscht hat (noch schlimmr kann er mir ja seinen Vertrauensverlust nicht zeigen). Ich erkenne meinen Sohn nicht mehr, obwohl ich diese Art schon kenne.
    Aber nicht so verheerend.

    PS. Er hatte durchaus aber auch Freundinnen, mit denen ich gut klar kam und sie mit mir.
    Und er meint, er kann einfach nicht alleine sein. Für seine jetztige Freundin schiebt er sogar seinen so sehr geliebten Sohn zur Mama ab. So empfinde ich es halt.

  2. #2
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    Hallo Helma,

    der Verdacht, dass das mit eine Folge seines vaterlosen Aufwachsens ist, liegt nahe, aber ob das allein der Grund ist, kann niemand von uns sagen.
    Diagnosen gibt es hier im Forum nicht.

    Du musst Dir jetzt leider überlegen, ob Du ihn noch weiterhin finanziell unterstützen willst und als "nur der Notfallbabysitter" deinen Enkel sein möchtest.

    Ich würde als erstes alle Finanzierungen schlagartig einstellen. Er ist erwachsen und in der Lage einem Beruf nachzugehen. Wenn nicht - sollte das ab jetzt sein Problem sein.
    Das ist -so hart es klingt- wahrscheinlich der einzige Weg, ihn in die Realität zurückzuholen. Auch würde ich mich bei einem Fachanwalt erkundigen, ob Dir ein Umgangsrecht mit deinem Enkelkind zusteht und ggf. durchsetzen.

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  3. #3
    Neuling
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    Danke Simon, es gibt nur ein Missverständnis, nicht ich finanziere ihn, sondern er verweigert mir die finanzielle Unterstützung. Geschickterweise verhindert er den Umgang mit dem Enkel nicht, sondern stellt das dem Enkel und mir anheim, dafür müsste ich allerdings was tun...???

  4. #4
    Nachwuchs Autor
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    Hallo Helma,

    entschuldige bitte das Missverständnis, aber ich habe mich an dem Satz "wobei meine ganze Rente drauf ging" festgebissen.

    Wenn das so ist, dass er von Dir Geld fordert, dann würde ich von einem Anwalt prüfen lassen, od diese Ansprüche eine rechtliche Grundlage haben und ob nicht Du bei seiner guten finanziellen Situation Anspruch auf Unterstützung hast.

    Gruß
    Simon
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  5. #5
    Neuling
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    Das mit der Rente war nur monatlich gemeint. Jetzt habe ich sie ja für mich und meine eigene Wohnung.
    Es wurmt halt, dass man für etwas bezahlt hat, wofür man eigentlich selber "bezahlt" werden sollte.

    Aber ich habe heute beschlossen, die Finanzen erst einmal außen vor zu lassen, sondern mich mit mir zu beschäftigen.
    Ich glaube, dass ich viel zu sehr den Focus auf die Verteidigung gelegt habe, statt mir meiner Stärken und Talente bewußt zu sein
    (Spätfolge des Mobbing bei mir ;-) durch den Chef seinerzeit)

    Mein Sohn hat sich als Erwachsener für einen Weg eines Umgangs miteinander entschieden, der nicht meiner ist und den ich einfach nie begriffen habe.
    Natürlich denke ich viel über meine (und seine ) Vergangenheit nach und möchte die Schwachstellen in meinem Leben als Mutter aufspüren. Nicht, um mir selber
    Schuldgefühle zu verstärken, die ich bestimmt auch habe oder hatte als Alleinerziehende - getrennt lebende Eltern werden solche Schuldgefühle auch haben.
    Es wird darauf hinauslaufen, dass ich sehe, was hätte anders laufen können, aber eben ohne Schuldgefühle, weil ich immer nach bestem Wissen und Gewissen
    gehandelt und entschieden habe. Das hätte ich gerne vermittelt, aber das ist mir nicht gelungen.

    Ich sehe auch im Nachhinein die Schwachstellen meiner eigenen durchaus glücklichen Kindheit und Erziehung. Daraus habe ich erst spät lernen können, als ich bei meinem
    dann dement werdenden Vater endlich kapiert habe, wie er tickt. Das konnte er im seinem normalen Zustand nicht ausdrücken.
    Irgendwann muss man den Einfluß der Erziehung so durchdacht haben, dass man sich davon lösen und sich selber wirklich finden kann.
    Eltern, jedenfalls die, die es mit ihren Kindern ernst meinen und eigentlich gute sein wollen, sind ja auch nur Menschen und machen Fehler, die aber zum Leben dazugehören.
    Ich bin auch ein wenig erleichtert, da ich mich jetzt im hohen Alter endlich mal von der direkten Verantwortlichkeit für den Nachwuchs befreit fühle. Der Sohn muss sein Leben leben
    und dem Enkel geht es ja gut, auch wenn es mit mir als Oma noch andere Facetten in seinem Leben geben könnte. Die Option besteht ja weiterhin.

    Den Sinn meiner Erfahrungen sehe ich auch darin, dass ich sie weitergeben und damit anderen zweifelnden Menschen vielleicht ein wenig Rückenstärkung geben kann,
    aber eben nur, wenn sie das wollen. Leider hat man als Lehrer gelernt, den anderen zumindest den Willen der Lehrpläne aufdrücken zu müssen. Das war nicht meins,
    aber es war ja mein Beruf, und es hat lange gedauert, bis ich angefangen habe, mich davon zu distanzieren und anders mit Kindern und deren Lernen umzugehen.

    Mein Sohn hätte vielleicht öfter mal ne klare Ansage gebraucht, auch wo meine Grenzen sind. Vielleicht war ich zu verständnisvoll aufgrund der ganzen Situation.
    Deshalb immer noch für mich interessant: wie kann es sich für ein Kind auswirken, dass es ohne Vater aufwächst? Das von seinem Vater verleugnet wird,
    der nichts von ihm wissen will.

    Übrigens gab es im Leben meines Sohnes durchaus männliche Bezugspersonen gerade auch ohne Beziehung meinerseits.
    Einer davon war definitiv mein Vater mit einem wirklich gutem Einfluss. So einen Opa hätte ich meinem Enkel gegönnt.

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