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Thema: Partner und Alkohol - wie gehe ich damit um?

  1. #1
    Neuling
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    Beitrag Partner und Alkohol - wie gehe ich damit um?

    Hallo,

    ich bin noch ganz neu hier, aber mich belastet der Alkoholkonsum meines Freundes sehr und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.
    Mal zur Erklärung: Mein Freund trinkt gerade 2-3 Mal die Woche um die 3-10 Flaschen Bier. Ich persönlich halte das nicht für "normalen" Konsum zum Genuss, aber ich möchte hier auch keine Diagnose stellen.
    Mich belastet sein Verhalten sehr, denn er ist kein sozialer Trinker, sondern er tut dies ganz alleine während er Musik hört und Computerspiele spielt. Diese Zeit geht dann tatsächlich meist von Mittags/Nachmittags bis Nachts so weiter und er geht immer nochmal 1-2 Mal zum Kiosk, um sich neues Bier zu kaufen. Dies geht dann meist auch in die Nacht hinein und ich kriege durch den Lärm und Stress kein Auge zu, er akzeptiert dann auch keine Zeiten in denen ich runterkommen und schlafen möchte.

    Ich mache mir wirklich Sorgen und vor allem geht es auch mir total an die Nieren. Ich habe es bereits versucht nüchtern anzusprechen, aber er sagt da einfach gar nichts - ich solle mich nicht so aufregen, dramatisiere das, er hätte da halt "Bock drauf" und ich solle das doch akzeptieren und ihn in Ruhe lassen. Angetrunken kann man mit ihm natürlich gar nicht diskutieren und es eskaliert in den Situationen eher zu Streitigkeiten, verbalen Verletzungen seiner Seite (Beschimpfungen) und es wurde auch schon zwei Mal körperlich in der Vergangenheit. Darauf meinte er dann , es wäre nur so eskaliert, weil ich ihn so bedrängt hätte. Ja ich gebe zu, natürlich sitze ich nicht still daneben und lass das zu, aber natürlich merke ich auch, dass Reden nichts bringt.

    Ich habe mehrmals versucht meine Grenzen zu setzen; dass ich das so nicht mehr akzeptiere und mich sonst gezwungen sehe Konsequenzen zu ziehen. Aber was soll ich schon machen? Wir wohnen leider auf engstem Raum (1-Zimmer-Wohnung), also abschotten ist auch nicht drin und sogar wenn ich ihn verbal rauswerfe macht er nichts, außer sich Kopfhörer aufzuziehen und weiter zu machen. Ich will doch nicht die Polizei rufen müssen...

    Generell lehnt er Therapien jeglicher Art ab. Ich habe ihn ein einziges Mal dazu bewegen können in die Drogenberatung zu gehen. Da war er dann auch, kam aber wieder und sagte, die hätten nur Kliniken empfohlen und dass ihm das nichts gebracht hätte (ich war nicht dabei).

    Vor allem macht er mir aber den Vorwurf und ich weiß nicht mehr was ich glauben soll. Kann mein eigenes Realitätsbild so verschoben sein? Ist er gar nicht süchtig und ich mache die Welle? Ich habe damit keine Erfahrungen. Ich denke ich selbst werde mal die Suchthilfe anrufen, aber auch die können IHN ja nicht dazu bringen etwas zu ändern.
    Er hat leider eine Vergangenheit mit Alkohol, seine Mutter war schwere Alkoholikerin (bis zum Tod), sein Vater gerade auch zu dem er keinen Kontakt hat, Heimaufenthalte, Großwerden bei der Großmutter etc. Aber ich denke mir, das alles kann doch nicht die Ausrede dafür sein, sich jetzt so zu verhalten...oder?
    Es gab auch schon bessere Zeiten, in denen der Tagesablauf geregelter war und der Konsum sich sehr eingeschränkt hat - auf der anderen Seite gab es aber auch schlimmere Zeiten. Der Alkoholkauf ist leider meist auch heimlich, sobald ich aus der Tür bin. Ich weiß nie, zu was ich nach Hause komme und wie ich dann reagieren soll.

    Hat jemand Erfahrungen, Tipps oder Ähnliches?

  2. #2
    Neuling
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    Hallo Captn..

    hier sind viele Fragen offen:
    -Wie lange geht das schon so?
    -Warum hat dein Freund keinen geregelten Tagesablauf mehr?


    Zumindest hat er sich dir anscheinend auch geöffnet, sonst würdetest du nicht wissen was er in seiner Kindheit durchgemacht hat. Das ist etwas positives.

    Schlägt er dich auch wenn er nüchtern ist? Wie ist er überhaupt wenn er nüchtern ist?

    Ein Kindheitstraum ist nicht zu unterschätzen. Es hört sich hier nach einem Hilferuf an, aber keinem drastischen. Sonst hättest du mit Sicherheit die Polizei gerufen,
    wenn er sich schon so ignorant verhält. Zumindest wenn er getrunken hat.
    Du sagtest zwar er wurde handgreiflich, scheinst aber selbst deinen Teil dazu beigetragen zu haben. Handgreiflich zu werden lehne ich komplett ab! Ich unterstütze mit meiner Aussage niemanden. Aber eine Münze hat immer zwei Seiten.

    Es wäre schön mehr über ihn und seine Beweggründe zu erfahren, bevor man hier ein Urteil fällen kann.

    Liebe Grüße

    Bianca

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Bianca,

    danke für deine Antwort.

    Vorne weg: Ich selbst bin nie handgreiflich geworden und ich beleidige auch nicht, mein Teil ist eher die verzweifelte Diskussion, die natürlich auch nicht wirkt und ihn wahrscheinlich nur nervt.

    Nüchtern ist er gar nicht so, ein sehr liebevoller sensibler Mensch. Ich weiß nicht, welche Persönlichkeit betrunken aus ihm rauskommt, er ist ganz anders als sonst.
    Leider war er nie der Typ, der lange einen Job hält. Er ist zu mir gezogen, da er in seiner Heimatstadt seinen Job verloren hat (vor 3 einhalb Jahren) und tat sich dann auch furchtbar schwer den Antrieb zu haben etwas Neues zu suchen. Das waren unsere Beziehungsanfänge und in der Zeit hat er viel getrunken. Aber ich denke auch schon vor unserer Beziehung hat er das, man will das beim Daten vielleicht nicht so wahr haben oder sieht es nicht, aber in Retrospektive...er hatte oft nen Kater weswegen Treffen flach fielen. Oder machte Versprechungen, die dann nicht eingehalten wurden (das ist heute oft auch noch so leider).
    Er hat zwar jetzt einen Job, ist aber durch Corona in Kurzarbeit, weswegen der geregelte Tagesablauf wegfällt. Man muss aber dazu sagen, dass ein Job ihn nicht vom Trinken abhält. Er trinkt auch wenn er weiß er müsste früh raus und da entschuldigt er sich dann auch manchmal auf der Arbeit.
    Ja, ich gebe dir Recht mit der Münze, aber an dem einen Mal handgreiflich war ich kurz davor die Polizei zu rufen. Er ist dann zum Glück zu seinem Freund gefahren und hat da geschlafen. Ist so nie wieder vorgekommen.
    Das Problem ist, Hilferuf hin oder her, ich kann ihn nicht dazu bewegen irgendwas in die Hand zu nehmen. Das scheint definitiv ein Trauma zu sein, aber er sucht sich keine Hilfe.

    LG

  4. #4
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    Es gibt Angehörigengruppen für Menschen, die mit Alkoholerkrankten leben oder mit ihnen verbunden sind. Die Adresse kriegst du über die Anonymen Alkoholiker bzw. die Caritas oder Diakonie. Ich kann dir nur dringend empfehlen, dich mit denen in Kontakt zu setzen, damit du die Unterstützung vor Ort kriegst, die du sicherlich gut gebrauchen kannst.
    Mit dir ist nichts falsch. Du dramatisierst auch nichts und nimmst auch nichts falsch wahr. Dein Freund hat ein ernsthaftes Alkoholproblem, welches er bagatellisiert bis hin zu Verleugnung. Das bedeutet auch, dass die Probleme größer werden und du nichts dagegen unternehmen kannst, da dein Freund ja uneinsichtig ist.
    Ich würde mich auch um eine eigene Wohnung kümmern. Vielleicht kommt der Mann ja zu sich, wenn er sieht, dass du bereit bist, wirklich Konsequenzen zu ziehen.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  5. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Buche für den sinnvollen Beitrag:

    monkey (20.05.2020),Pullus (20.05.2020)

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