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Thema: Persönlichkeitsstörung, Selbstzweifel, welche Rolle spielt die Gesellschaft?

  1. #1
    Neuling
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    Beitrag Persönlichkeitsstörung, Selbstzweifel, welche Rolle spielt die Gesellschaft?

    Hallo Zusammen,

    ich bin neu hier und würde gern eure Meinungen hören. Ich habe oft das Gefühl, nicht mehr zu wissen wer ich bin, nicht mehr adäquat zu reagieren, mich zurück zu ziehen, schwierigen Situationen nicht mehr gewachsen zu sein, usw. Bitte berichtigt mich, wenn ich falsch liege oder an einem Realitätsverlust leide (manchmal kommt es mir so vor), aber hier meine kleine Geschichte und Meinung:
    Vor einiger Zeit habe ich nicht annähernd so gedacht wie heute. Ich glaubte, es sei wichtig "stark" zu sein, alle Schwierigkeiten des Lebens ohne fremde Hilfe bewältigen zu können, denn am Ende könne ich mich nur auf mich selbst verlassen.
    Ich war als Kind ziemlich sensibel und schüchtern, aber habe schnell gemerkt, dass das eher eine schlechte Charaktereigenschaft ist. Ich bewunderte die Starken und wollte selbst so sein. Ich bin den Weg gegangen, den ich glaubte immer gehen zu wollte. Ich wollte jemand werden, der sich durchboxt, Karriere macht, viele Freunde hat, aber sich am Ende trotzdem immer nur auf sich selbst verlassen kann. Das alles am besten ohne Emotionen und Mitgefühl für mich und andere.
    Erst als ich zu bewusstseinserweiternden Mitteln griff und viel über mich und die Welt nachdachte, geriet ich ins Wanken. Denn ich erkannte, dass ich gar nicht so bin, wie ich es mir Jahrelang einredete und antrainierte. Nun spürte ich wieder die Unsicherheit und die Zweifel aus Kindheitstagen. Ich fühlte mich, durch die neu- oder wiedergewonnene Selbstkritik, wie ein Kind, welches nicht weiß, wie es handeln soll und wie es auf andere wirkt. Mein ständiges Zweifeln und der Versuch alles richtig zu machen, führten wie ein Kreislauf zu dem Gefühl unecht, aber vor allem nicht gut genug zu sein. Ich hatte langsam das Gefühl ein Freak zu werden und eine Persönlichkeitsstörung zu entwickeln.
    Ich glaube nun, dass ich seit meiner Kindheit meine Persönlichkeit so anpasste, dass ich bei anderen gut ankomme. Ich habe so gehandelt, wie ich gern sein wollte. Wenn ich mich stark gebe, bin ich auch stark. Das hat alles vermeintlich super funktioniert, bis jetzt. Berauschende Substanzen können gerade Menschen mit psychischen Problemen kaputt machen, so heißt es. Dem kann ich nur zustimmen. Erst dadurch habe ich die ganzen Widersprüche erkannt, also zu dem der ich bin und zu dem, der ich zu sein glaubte. Ich wusste nun gar nichts mehr und es ließ mich verzweifeln.
    Ich glaube nun, dass ich mich selbst belogen habe. Also fragte ich mich, was erwarte ICH eigentlich vom MEINEM Leben (und nicht meine Eltern, meine Umgebung und die Gesellschaft)? Will ich das wirklich, was ich die ganze Zeit für erstrebenswert hielt? Was ist wenn ich 70 Jahre alt bin und mein Leben so gut wie gelebt habe. Dann bereue ich vielleicht, nur gefallen zu wollen, mich angepasst zu haben und an meiner Karriere gebastelt zu haben. Vielleicht würde mir ein einfaches Leben, mit kleinem Garten ausreichen.
    Mir wurde immer bewusster, dass ich gar nicht dieser rationale kalte Mensch sein muss um glücklich zu werden und mich selbst zu mögen. Die Gesellschaft suggeriert individualistisch zu sein, alle Probleme selbst zu bewältigen, die Ellenbogen einzusetzen, um im Leben etwas zu erreichen. Natürlich überhaupt erst einmal was zu erreichen, d.h. einen bestimmten Status zu erlangen. Nur so kann man für die Gesellschaft produktiv sein und seinen Beitrag leisten. Die Geisteswissenschaften („Du studiert Geschichte? Was willst du denn damit mal machen?) oder die sozialen Berufe werden belächelt und unterbezahlt. Da kann man ja nun mal auch kein Kapital schlagen. Wie soll man da auch selbstbewusst durch die Welt laufen, wenn man dem nicht gerecht wird? Sind andere Werte nicht auch wichtig? Ich denke, es sollte nicht darum gehen, sich auf biegen und brechen anzupassen. Aber ständig versuche ich genau das. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht auch manchmal Hilfe. Er sollte diese annehmen können und auch selbst leisten. Der Mensch war und ist kein Einzelgänger. Warum sollte man das dann aber anstreben? Er ist in der Lage sich selbst zu reflektieren. Dazu benötigt er jedoch auch Feedback anderer. Wenn heute nur derjenige gutes Feedback erfährt, der stark ist, damit meine ich „ohne Gefühle“, rational, leistungsfähig und möglichst individualistisch denkt und handelt, möchte ich nicht wissen, wo die Gesellschaft in ein paar Jahren steht. Denn welche Werte werden dann den Kindern mit auf den Weg gegeben?
    Vielleicht hat der ein oder andere von euch auch das Gefühl, in dieser Gesellschaft nicht bestehen zu können, weil einige Werte heutzutage einfach nichts erstrebenswertes mehr sind. Ich bin nicht gläubig, aber da zählen nun mal andere Werte, die in der materialistischen Zeit nichts mehr bedeuten (damit meine ich nicht radikal Gläubige). Auch Atheisten können natürlich ähnliche Moralvorstellungen haben. Damit will ich nur sagen, dass es in unserer Zeit, in der immer weniger Menschen an etwas Höheres glauben und immer mehr Wert auf Rationalität und Wissenschaft gelegt wird, sich auch ihre Kinder immer weniger mit solchen Themen auseinander setzen. So wird die Welt zunehmend materialistischer.
    Ich würde mich über ein Feedback und eure Meinungen freuen !

  2. #2
    Neuling
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    Hi Sinus-Milieu,

    es ist nachvollziehbar das dich ein solcher Gedanke früher oder später in deinem Leben begegnet, aber das ist völlig normal. Aber zerbrech dir nicht zu sehr den Kopf darüber es war schon immer so und wird immer so sein die Menschen sind nun halt mal Materialisten und waren es schon früher; im Gegensatz zu den Allgemein verbreiteten falschen Bildern. Genauso sind Religion und Wissenschaft keine Gegensätze zumindest nicht für das Christentum. Islam und co. sind da wahrlich nicht mit vereinbarbar mit der Naturwissenschaft, aber auch nur weil die Religiösen Führer dies als solches entschieden haben. Es gibt viele verschiedenen Wissenschaften.

    Ich sag es nun mal immer so als "reicher Mensch" der nicht Hungersnot oder tatsächliche Misere gekannt hat ist es immer einfach zu behaupten dass man zu viel hat und auf vieles verzichten könnte. Aber wenn du es mal von der anderen Seite miterlebt hast oder gesehen hast, dann beurteilst du die Sache anderst als du sie jetzt Geschildert hast. Ich sage nun mal ehrlich wie ich es denke, die Probleme die ein mancher in unserer Gesellschaft begegnet und damit Probleme haben sind Pipifax im Gegensatz zu den tatsächlichen Problemen die es auf der Welt gibt. Das beste Beispiel ist dass es immer mehr leute mit PTBS gibt, nicht weil es immer bekannter wird oder die Problematik erst jetzt angesprochen wird, sondern weil einfach die meisten Menschen tatsächlichen Stresssituationen nicht mehr gewachsen sind weil sie nur Situationen auf einer ganz anderen Ebene ihr Leben lang gekannt haben. Jemand der in Gewalt aufwächst wird weniger anfällig für Traumatische Erlebnisse als einer der in seiner Rosa ponywelt aufgewachsen ist, in der wir nun mal leben. Im Fazit ja es mag villeicht einfach klingen zu behaupten das man auf vieles verzichten könnte nur weil man schon immer so viel gehabt hat. Aber sobald du wieder weniger haben wirst, wirst du dich wieder nach mehr sehnen bis du wieder gemütlich leben kannst.

    Aber bezieh das ganze nicht auf die heutige Gesellschaft es war schon immer so und wird immer so sein!

  3. #3
    mops
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    Die Gesellschaft spielt eine große Rolle. Es ist noch nicht die Rolle der Sprache -- Dialog, Diskussion, Streit, Gespräch usw. -- erforscht.

    Will der andere mir es unbedingt weiß machen. Ich soll das unbedingt Glauben?
    Was hat mit Glauben zu tun und was ist Wahr?
    Gerade im Verhalten gegenüber anderen Menschen spielt der Glaube ein große Rolle. Der Glaube es richtig gemacht zu haben.
    Die Meinungen was richtig und was falsch ist gehen auseinander. Früher regelte es noch Sitte und Brauch. Die sind weg. Jeder glaubt es richtig gemacht zu haben.
    Ich habe den Eindruck, im Moment habe wir ein Chaos im Kopf. Was ist Wahr und was ist Glaube?

    Es kommt etwas neues, das Handeln nach Kenntnissen und Erfahrungen, aber das ist neu und recht unbekannt.


    gruß mops

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei mops für den sinnvollen Beitrag:

    Sinus-Milieu (27.07.2013)

  5. #4
    Neuling
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    Was du gerade ansprichst mops ist der Unterschied zwischen eine "Konservativen" und einer "Modernistischen" Gesellschaft. Der einzigste unterschied zwischen den beiden ist dass man in der konservativen Gesellschaft auf Erfahrungswerte aus der Vergangenheit basiert, weil der Mensch immernoch der gleiche ist, war und sein wird; die Modernistische basiert darauf die ganzen Erfahrungen selbst zu machen und eventuell die gleichen Fehler wie unsere vorfahren zu machen aber ihre Erfahrungswerte nicht zu beachten.

    Neu ist dass nicht und Modern schon mal garnicht, wohl eher ein Modetrend und meiner Meinung nach vermischst du ganz schön arg die beiden Vorgehensweisen. Das ganze hat vor etwa 300-400 Jahren begonnen als die Europäer sich von der Situation entfernt haben sich auf die Apokalypse zu fixieren, auf das wann und wie sie sterben um zu verstehen wie sie entstanden sind und wie der Anfang war. Und dieser Modetrend der sehr ausgeprägt in den letzten 30-40 Jahren war ist meinen Beobachtungen nach im verschwinden. Es ist ganz einfach: was ist letztendlich überwiegend in der Medienkultur heutzutage? Filme über das ende der menschheit, Zombies, Monster, Sterbende Menschen. Die Interessen kehren eher wieder in die andere Richtung, da die meisten Menschen ja für sich eine Antwort gefunden haben mit dem Teilchenbeschleuniger .

    So fern vom Glauben sind die Menschen ehrlich gesagt nicht. Denn jeder Europäer hat mittlerweile die Christlichen werte in und durch seine Erziehung verinnerlicht ob er es nun will oder nicht. Was viele als Religiös nicht vereinbar schätzen ist dieses Ungehorsam und wildes Sexualleben, weil es ja angeblich Sünde ist und zur Bestrafung führt(Theologisch nicht Begründbar: alles nur gefährliches Halbwissen). Was es aber alles schon immer gab.

    @mops dies soll kein Schlagaustausch werden, gell!

    Es kommt etwas neues, das Handeln nach Kenntnissen und Erfahrungen, aber das ist neu und recht unbekannt.

    Aber ich verstehe dass du eine andere Ansicht hast ich habe aufgehört mir eine Meinung bilden zu wollen, weil es in meiner Berufsbranche den Menschlichen Untergang bedeutet, man beruht sich auf bereits gemachte Erfahrungen und passt diese der Situation an. Was nun mal "Konservativ" ist und nicht "Progressistisch" wie du es nun mal fälschlicher weise, meines Verständnisses nach angegeben hast.

    Aber hättest du es so formuliert: Erkentniss= Selbsterkenntniss; Erfahrungen= Persönliche Erfahrungen dann wäre es das was du gemeint hattest.
    Wie stehst du zum Schulsystem? Zur Litteratur? Kunst? Was letztendlich übertragene Erfahrungen sind die deine eignene Meinungsbildung stützen was wiederum keine Progressistische Ansicht ist sondern eine Konservative.
    Was ich noch damit erläutern will ist dass es nun mal den Anschein auf Selbsterkenntnis haben kann aber nur eine Selbsterkentniss in einem bereits konservativen Bereich ist, was wiederrum bedeutet das der konservative Bereich sich auch auf neu gemachten Erfahrungen weiterentwickelt. Wiedersrprüchlich? Nein! Den niemand meint er müsse sich in das eine oder andere Extrem lehnen, was Grundsätzlich unmöglich ist.

    Der mensch kann icht von Selbsterkenntniss alleine Überleben. Ich glaube Karl der Große war das der 2 Zwillinge in ein Turm sperrte um zu sehen wie sie sich weiterentwickeln und ob sie die Sprachfähigkeit entwickeln. Was kam raus? Als er den Turm wieder betrat waren die Kinder tot. Die erkenntniss daraus ist einfach: der Mensch ist kein Wesen das alleine überleben kann in der freien Natur, deswegen hat er dass geschaffen was nun mal heute die Gesellschaft ist. Um zu Überleben. Das ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Was wiederrum heißt das der Mensch nicht volständig von selbsterkentniss Leben kann er muss sich auf bereits aufgebauten beruhen um neues aufzubauen. Also kann man nur Selbsterkentniss erlangen wenn man sich auf bereits gemachte erfahrung stütz was nun mal Konservativ bleibt. Denn anderst ist es für den Menschen nicht möglich.

    Um zum Bereich psychologie zurückzukehren, denn wir weichen sehr stark aus:
    "Der Schein trübt" Die Naturwissenschaftliche Entwicklung des Menschen seit der Industriellen Revolution geht sehr schnell voran und steigert sich exponentiell, dadurch ercheint dem ein oder anderen das der Mensch sich verändert, dennoch ist es nicht so, es ist nur ein Eindruck ein psychischer mechanismus den man durch seine kurze Lebenszeit und der erhöten Warhnehmungsmöglichkeit, durch die heutigen Medien, dass es einem so vorkommt. Nein, nichts neues nur den Eindruck das vieles neu ist im Menschen!

  6. #5
    Neuling
    Themenstarter

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    Hallo Mastranova,

    Aber zerbrech dir nicht zu sehr den Kopf darüber es war schon immer so und wird immer so sein die Menschen sind nun halt mal Materialisten und waren es schon früher; im Gegensatz zu den Allgemein verbreiteten falschen Bildern.
    Ja, in den 5.000 Jahren Kulturgeschichte, die wir kennen (ohne dass es zur Parawissenschaft wird) waren die Menschen materialistisch. Es wurden immer Kriege geführt und Menschen ausgebeutet. Die Grundbedürfnisse sind jedoch bei allen Menschen die gleichen und dazu gehört nicht der ganze Überfluss heutzutage. Die Menschen sind jedoch manipulierbar, solange sie das Wesentliche nicht erkannt haben und das hat nichts mit leerlaufenden Innovationen zu tun.


    Filme über das ende der menschheit, Zombies, Monster, Sterbende Menschen. Die Interessen kehren eher wieder in die andere Richtung,
    Die Medien und Filme, von denen du sprichst, haben die Menschen doch nicht zum Glauben geführt. Der Dogmatismus der Religion (Monotheismus) und die einseitig materialistische Wissenschaft (Atheismus) unterdrücken die Spiritualität.

    Was ich noch damit erläutern will ist dass es nun mal den Anschein auf Selbsterkenntnis haben kann aber nur eine Selbsterkentniss in einem bereits konservativen Bereich ist, was wiederrum bedeutet das der konservative Bereich sich auch auf neu gemachten Erfahrungen weiterentwickelt.
    Sicher bildet man sich seine Meinung anhand persönlicher Erfahrungen und den Erfahrungen anderer. Die neuronalen Strukturen in unserem Gehirn bilden sich durch Wahrnehmungen und Emotionen. Folglich ist klar, dass es so viele "Realitäten" gibt, wie es Individuen gibt. Fragen kann man sich, welche Erfahrungen von Außen und anderen kommen und welche aus dem Inneren. Der falsche Anspruch und die Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft machen Letzteres schwierig.

    Ich glaube Karl der Große war das der 2 Zwillinge in ein Turm sperrte um zu sehen wie sie sich weiterentwickeln und ob sie die Sprachfähigkeit entwickeln. Was kam raus? Als er den Turm wieder betrat waren die Kinder tot. Die erkenntniss daraus ist einfach: der Mensch ist kein Wesen das alleine überleben kann in der freien Natur, deswegen hat er dass geschaffen was nun mal heute die Gesellschaft ist. Um zu Überleben. Das ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier.
    Der Unterschied zwischen Menschen und Tieren ist nicht der, dass der Mensch nur in der Gesellschaft überleben kann und ein Tier diese nicht braucht. Es gibt Rudel- und Herdentiere, die allein nicht überleben können. (Der Unterschied zwischen Menschen und Tieren ist das Bewusstsein. Tiere können sich selbst nicht hinterfragen.

    In deiner Geschichte geht es um Freiheitsentzug und die freie Wahl, die den Kindern genommen wurde. Diese hat der Mensch nämlich nur, solange andere nicht auf ihn einwirken. (Es gibt Menschen, die sich für ein Einsiedlerleben bewusst entscheiden: Mönche/ Nonnen/ Spirituelle)

    Aber du sagst es, gerade weil die Menschen soziale Wesen sind, leben sie in einer Gesellschaft. Wenn einige Wenige (Hochfinanz) mittels Instrumenten, wie Bildung, Politik, Ernährung und Medien, ein von Grund auf materialistisches Weltbild etablieren und die Gesellschaft hinnimmt, in Abhängigkeit und Angst zu leben und falschen Idealen zu folgen, kann es mit einem freien Willen nicht weit her sein.

    Mops, deine Frage trifft es auf den Punkt:

    Was hat mit Glauben zu tun und was ist Wahr?
    Alles ist Glaube, ob Wissenschaft oder Religion. Man lernt Neues dazu, indem man das Neue mit altem Wissen vergleicht und darauf aufbaut. Man kann jedoch nicht "wissen", ob etwas wahr ist, man kann es von Anfang an nur glauben. So wie man von einem wissenschaftlichen Model zunächst einmal ausgehen muss, um es anzuwenden.

    >>Doch alles, was wesentlich ist, ist für das Auge unsichtbar und damit für Realisten unerreichbar. [...] Wir brauchen nur nach Innen zu hören. Aber wir leben nicht unsere wahre Identität, sondern haben gelernt, bestimmte Rollen zu spielen. Wir haben gelernt, uns so zu verhalten, dass wir Erfolg haben und Anerkennung finden. Wir sind so, wie wir sind, weil die anderen uns so haben wollen, und nennen das Ergebnis auch noch stolz unsere "Persönlichkeit".<<
    (Kurt Tepperwein)
    Geändert von Sinus-Milieu (27.07.2013 um 16:57 Uhr)

  7. #6
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    Hallo in die Runde,

    Gedanken über mein Ich und die Gesellschaft? Gerne.

    ich selbst habe im Leben die Erfahrung gemacht, dass meine Art sozial und kommunikativ zu sein, bei Tieren und kleinen Kindern sehr gut ankommt, aber in den jeweiligen Peergroups ist es schwierig. So kam ich auch als Kind mit anderen Kindern nicht so gut klar, hab aber als Erwachsener einen ausgesprochen guten Draht zu Kindern. Kenne es auch, dass alle möglichen Frauen mit mir sehr gerne über Beziehungen sprechen wollten, es meist aber nicht anstrebten, mit mir eine zu führen. Sie waren dann eher mit Männern zusammen, mit denen sie so gut wie gar nicht sprechen konnten. Es schien für diese Frauen ok zu sein, dass sie das "Tun" und das "Sprechen darüber" nicht einem Mann alleine zumuten wollten. Hat wohl auch was mit Spezialisierung in unserer Gesellschaft zu tun. Man wird festegeslegt auf das, was man am Besten kann und wird dann ausschließlich dafür verwendet.

    Meine ethischen Vorstellungen bewegen sich in einem Bereich, der mir Sätze wie "Sie sind ein zu guter Mensch" eingebracht haben. Schon als Kind habe ich am meisten Freude dabei empfunden freundlich und gerecht zu sein und ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich dazu beitragen könnte, die Welt besser zu machen. Ich wollte schon immer gerne helfen.

    Obwohl ich sehr sozial bin, bin ich doch am liebsten alleine, weil ich Anforderungen ausweichen möchte, die Menschen an mich stellen, die ich aber nicht erfüllen kann oder will.

    Ich bin überzeugt davon, dass eine andere Welt möglich wäre, wenn wir sie wollen würde. Daher geh ich davon aus, dass die WElt so gewollt ist, wie sie ist, auch wenn die Leute viel jammern und klagen.

    Gruß

    Johannes

  8. #7
    mops
    Gast

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    mastranova

    du bringst mich auf einige neue Gedanken.

    "Bauer bleib auf deinem Hof"
    Eigentlich ist es ein alter Spruch von früher.
    Der Bauer lebt in einem kleinen Kreis von Menschen. Er weiß über das Leben im Dorf, in dem Kreis der Menschen Bescheid.
    Vieles was ausserhalb des Kreises passiert bekommt er nicht mit. Die Veränderungen im Leben des Menschen.
    Das Wissen der Menschen passt noch in eine Aktentasche.

    In meiner Kindheit gab es nur einen Arzt, was man heute als Hausarzt bezeichnet.
    Das Wissen des Arztes ist klein und bescheiden.

    Wie viele Arztberufe gibt es heute? Die Frage der Spezialisierung.
    Wie groß ist das Wissen der Medizin.

    Man sagt "Der Menschen sei an seinen Grenzen gestoßen"
    Was die Aktetasche angeht stimmt es.
    Geht es im persönlichen Leben auch immer mehr um das eigene speziellen Wissen?
    Dass nicht mehr alles in die Aktentasche geht, sondern nur dass was jeder selbst braucht.


    Ich kann mir vorstellen, dass es nicht einfach ist, sich in der Aktentasche zurecht zu finden ist,
    wenn jeder uns was reinstecken will.
    Die Eltern, die Schulkameraden, die Freunde, Facebook usw.
    Können uns die Eltern bei Facebook helfen?


    Die Jugend ist die treibende Kraft.
    Es gab schon immer Streit zwischen den Eltern und ihren Kindern.
    Die Eltern haben oft Ansichten und Vorstellungen, die der Zeit nicht mehr entsprechen.


    gruß mops

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