Seite 8 von 8 ErsteErste ... 45678
Ergebnis 57 bis 62 von 62

Thema: Polyamore Beziehung mit monogamen Partner?

  1. #57
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
    Registriert seit
    10.11.2017
    Beiträge
    3.302
    Danke
    1.225
    2.208 mal in 1.365 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Jane,

    Ich denke schon, dass es klappen kann, ausgeschlossen ist wohl nichts.
    Ich denke, hier kann nur spekuliert werden, was hinter der (angeblich) polyamoren Neigung deines Partners steckt, ob dies tatsächlich ein fester Bestandteil seiner Persönlichkeit ist oder eher eine Phase, ein Anteil seines Selbst, den er gerade als sehr präsent fühlt, was aber in Monaten oder Jahren wieder anders sein kann. Da ich ihn nicht kenne, gehe ich einfach mal davon aus, dass diese Neigung in ihm ist, wie von ihm empfunden und geschildert.
    So wie ich Beziehung verstehe, ist sie oft in gewisser Weise ein Kompromiss. Zwei (oder mehr) Menschen tun sich zusammen, gehen Verbindungen ein, helfen sich durchs Leben (oder machen sich das Leben schwer, wie auch immer...). Ein Mensch besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Anteilen, Vorlieben, usw. Schlussendlich geht es ja hauptsächlich darum, dass die beteiligten Menschen schauen, ob das, was da ist in irgendeiner Weise vereinbar ist und ob der Wille da ist, miteinander durchs Leben zu gehen.
    Ich denke, ein Mensch kann bestimmte Neigungen, Vorlieben, sexuelle Präferenzen haben, ohne diesen nachzugehen und bei aufrichtigem Umgang, gutem Kontakt zu sich selbst und nahen Personen dennoch zufrieden sein.

    Sollte dein Mann tatsächlich diesen polyamoren Beziehungswunsch in sich tragen und das dauerhaft ist natürlich klar, dass einer von euch beiden (oder auch beide) ein Stück weit ein Nachsehen haben wird und auf Bedürfnisse verzichten muss. Dafür gibt es aber alternativ die Möglichkeit eine Beziehung, die euch beiden sehr viel wert zu sein scheint, weiter zu leben.

    Ich denke, dass zB sogar eine Beziehung zwischen einem homosexuell begehrenden und einem heterosexuell begehrenden Menschen möglich ist, wenn beide den tiefen Wunsch in sich tragen die Beziehung zu führen und offen mit den Bedürfnissen, die nicht gelebt werden, umgehen können. Wenn Bedürfnisse unterdrückt und zur Seite geschoben werden, ist es vermutlich wesentlich schwieriger dennoch zufrieden zu sein, als wenn Platz für offene, ehrliche Kommunikation ist.

    Um einen guten gemeinsamen Weg zu finden ist sicher eine Paartherapie sehr hilfreich.

    Ich wünsche euch alles Gute!
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Steinchen.im.Schuh für den sinnvollen Beitrag:

    ~Jane~ (23.09.2019)

  3. #58
    katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita
    Gast

    Standard

    Ich will im Moment einfach wahnsinnig viel wissen und daher meine Ursprungsfrage ja auch, ob es solche Konstellationen gibt, wo ein Partner weiter monogam bleibt oder ob das nie klappt.
    Rein pragmatisch betrachtet:

    Klar, kann das klappen. In polyamorösen Beziehungen ist es beiden ja freigestellt, mehrere Beziehungen parallel zu führen. Also darf auch einer von beiden entscheiden, keine zusätzliche Beziehung zu haben.

    Heißt also:

    Dein Mann, der von sich sagt, er ist polyamor, lebt das dann entsprechend und hat eine oder mehrere Beziehungen neben eurer Ehe.

    Und Du, die sagt, sie möchte monogam leben, tut das dann eben nicht und führt keine Beziehung parallel zur Ehe.

    Dein Mann respektiert, dass Du für Dich selbst entscheidest, nur ihn als Partner haben zu wollen.

    Du respektierst, dass Dein Mann Beziehungen mit anderen Frauen neben der Ehe eingeht. Mit allem, was dazu gehört, nur dass er eben rechtlich gesehen keine zweite Ehe schließen darf. Er lebt auch weiterhin mit Dir zusammen und wird dann wohl zeitweise nicht bei Dir sein, sondern bei der anderen Frau. Ist vermutlich eine Frage der Absprachen, wann Dein Mann dann mit der anderen Frau mal für 2 Wochen im Urlaub sein wird, wie oft er unter der Woche dann bei Dir ist und an welchen Tagen er dann bei der anderen Frau ist. Welche Nächte er dort verbringt und in welchen er dann zu Hause ist. Wie teilt man Geburtstage und auch Feiertage, wie bspw. Weihnachten auf. Ich schätze, eine Frau, die sich auf Deinen Mann und damit dann auch auf diese Konstellation einlässt, hätte Deinen Mann dann ja auch gern an bestimmten Tagen bei sich.

    Schließlich werdet ihr in diesem Konstrukt dann eines gemeinsam haben:

    Ihr teilt euch den gleichen Mann.


    Mit gutem Willen, einer gehörigen Portion Vernunft und klaren Absprachen wird das sicherlich alles entsprechend plan- und umsetzbar sein.


    Haben nicht die meisten Sachen im Leben einen Haken? Stimmt...

    Das könnte rein pragmatisch betrachtet alles so wunderbar umsetzbar sein, ist eben, wie gesagt, lediglich eine Frage der Planung...wenn da nur eines nicht wäre...

    Die Gefühle.

    Und an dem Punkt frage ich mich gerade, ob Deine Frage eigentlich diese sein müsste:

    Ist es für Dich als Ehefrau, die mit ihrem Mann eine monogame Beziehung führen möchte, emotional zu ertragen, dass ihr Mann den Wunsch hat, mit anderen Frauen Beziehungen einzugehen?

    Ein Mensch kann emotional gefestigt sein, und das trotzdem nicht ertragen, ganz einfach, weil er oder sie schlicht und ergreifend in so einer Konstellation nicht leben möchte und bereits vor irgendwelchen Versuchen, Experimenten oder Ausprobieren weiß, dass er damit emotional nicht klar kommen würde.

    Ob diesbezüglich dann Erfahrungsberichte anderer Paare wirklich hilfreich sind, bezweifle ich persönlich. Andere Paare können sicherlich davon berichten, dass es für sie funktioniert. Doch ich denke, das war es dann auch schon. Platt gesagt:

    Nur weil für den einen etwas Bestimmtes funktioniert, muss es das für den anderen noch lange nicht tun. Egal, welche Berichte man findet und dazu liest.

    Dass Dein Mann es begrüßt oder sich wünscht, dass Du eine Beziehung zu einem anderen Mann eingehen würdest, kann ich mir gut vorstellen. Machst Du das Gleiche wie er, dann seid ihr sozusagen quitt und er muss kein schlechtes Gewissen haben.

    Ihr könnt nun in Gesprächen versuchen, euch gegenseitig von eurem Standpunkt überzeugen. Du ihn vom monogamen Lebensstil. Er Dich vom polyamorösen. Er kann Dich wohl nicht zwingen, polyamorös zu werden, so wie Du ihn vermutlich von der Schiene nicht mehr runter bekommst, polyamorös zu sein. Es sei denn, er erkennt, dass er die Ehe mit Dir gefährdet und sich dazu entschließt, nur Dich als Partnerin zu haben. Oder Du erkennst, dass Dir die Beziehung mit Deinem Mann, eure Ehe Dir so wichtig ist, dass Du gewillt bist, andere Frauen neben Dir zu akzeptieren. Und musst dann sicherlich auch emotional damit zurecht kommen.

    Das könnte dann bspw. auch ein Thema für Deine Therapie sein, wenn es so weit ist.

    Wie bereits erwähnt:

    Ich glaube das Problem liegt weniger in den mangelnden Erfahrungsberichten, die es dazu zu finden gibt und eher woanders (siehe oben).

    Viele Grüße

    katta

  4. Die folgenden 5 Benutzer bedankten sich bei katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita für den sinnvollen Beitrag:

    Buche (24.09.2019),Ice Frozen Sunset (24.09.2019),LukeHB (24.09.2019),Mirjam (23.09.2019),~Jane~ (23.09.2019)

  5. #59
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
    Registriert seit
    10.11.2017
    Beiträge
    3.302
    Danke
    1.225
    2.208 mal in 1.365 Beiträgen bedankt

    Standard

    @katta oder aber er lebt als polyamor begehrender Mensch trotzdem monogam... es muss ja nicht zwingend ausgelebt werden.

  6. Die folgenden 4 Benutzer bedankten sich bei Steinchen.im.Schuh für den sinnvollen Beitrag:

    Buche (24.09.2019),keepcontrol (24.09.2019),LukeHB (24.09.2019)

  7. #60
    katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Steinchen.im.Schuh Beitrag anzeigen
    @katta oder aber er lebt als polyamor begehrender Mensch trotzdem monogam... es muss ja nicht zwingend ausgelebt werden.
    Klar, diese Möglichkeit besteht auch. Das hatte ich in dem Satz damit zum Ausdruck bringen wollen:

    Es sei denn, er erkennt, dass er die Ehe mit Dir gefährdet und sich dazu entschließt, nur Dich als Partnerin zu haben.
    Ich weiß gerade nicht, wer es hier geschrieben hat, doch ich meine, gelesen zu haben, dass man nicht zwingend jedem Gefühl/ jedem Bedürfnis/ jeder Neigung nachgehen muss.

    So sehe ich das auch. Man muss das wohl für sich abwägen, was einem wichtiger ist, welchen Verzicht man dafür in Kauf nimmt. Auf beiden Seiten.

  8. #61
    Nachwuchs Autor Avatar von Claire Grube
    Registriert seit
    12.12.2016
    Ort
    Am Rand der Welt
    Beiträge
    783
    Danke
    73
    522 mal in 330 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von ~Jane~ Beitrag anzeigen
    Urlaube fände ich auch nicht sonderlich toll ( die Frage kam im Laufe der Gespräche von mir auf, ob er mit solchen Menschen dann in den Urlaub fahren wolle. Er sagte "ja, wäre auch möglich"). Aber warum soll er nicht auf Ausflüge oder Essen gehen dürfen? Ich sperre meinen Mann doch nicht ein. o.O Ich mache ja gleiches mit meinen Freunden. Das war aber schon immer in Ordnung bei uns.

    Ich lasse mich auch nicht verbiegen. Ich schließe nur nicht aus, dass dieses Leben möglich ist, wenn ich meine eigene Person gefestigt habe und meine Ängste bearbeitet habe. Erst dann kann ich ja sicher sagen, wie ich dazu stehe. Ich will im Moment einfach wahnsinnig viel wissen und daher meine Ursprungsfrage ja auch, ob es solche Konstellationen gibt, wo ein Partner weiter monogam bleibt oder ob das nie klappt.
    Also für mich ist es schon ein Unterschied, ob mein Mann mit Freunden / einer guten Freundin ausgeht/etwas unternimmt oder mit einer Frau in die er verliebt ist.
    Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

    Albert Einstein

  9. #62
    Neuling
    Themenstarter
    Avatar von ~Jane~
    Registriert seit
    08.03.2018
    Beiträge
    28
    Danke
    4
    6 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich! (Noch kann man das ja wohl *g*)
    Ich dachte, da es schade ist, wenn solche Themen irgendwann einfach nicht weiter bearbeitet werden und man nicht weis wie es weitergegangen ist, schreibe ich einfach mal
    wie der aktuelle Stand der Dinge ist.
    Also das wichtigste vorab: Ja wir sind immer noch zusammen und haben auch immer noch vor es zu bleiben.
    Der aktuelle Zustand fühlt sich für mich zurzeit so an: Es hat sich vieles und nichts getan.
    Vieles in Sofern, dass wir natürlich noch einige Gespräche über die Thematik geführt haben. Wir verbringen viel Zeit miteinander, planen viele gemeinsame Dinge und versuchen unseren Alltagsstress irgendwie unter
    einen Hut zu bringen. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema Polyamorie, komme aber immer mehr zu der Vermutung, dass mein Mann eher in einer Midlife-Crisis lebt, statt einer Polyamorie. Ich glaube er macht sich
    selbst etwas vor oder kann sich nicht eingestehen, dass es doch hauptsächlich um Sexualität geht bei der ganzen Geschichte. Es ist schwer da ins Detail zu gehen. Aber Im Alltag merke ich es.
    Ja er hat noch Kontakt zu der Frau, zwangsweise, weil sie ja zusammen arbeiten. Auch privat pflegen sie noch Kontakt. Aber persönliche Treffen finden inzwischen viel weniger statt als vorher (zumindest von denen ich weis und ich hoffe inständig
    dass er nicht so dumm ist, mir Dinge zu verschweigen im vermeintlichen glauben es wäre besser, damit ich mich nicht aufrege). Ich bin nie begeistert davon, wenn sie sich sehen. Das mache ich ihm meistens doch sehr deutlich.
    Das liegt vor allem daran, dass er mir (als die Sache noch sehr akut war, da schrieb ich hier noch, dass er sich zu distanzieren scheint) viele schlechte Dinge über sie erzählt hat. Das war unser gemeinsamer Urlaub (der war total im Eimer deswegen -_-) in dem er jeden Tag darüber geklagt hat, was sie teilweise (wahrscheinlich, manches waren nur Vermutungen) für widerliche Dinge tut. Sie gehört zu der Kategorie, sich an verheiratete Männer heranzuschmeißen und redet sich selbst schön, dass sie denen ja hilft sich ihrer sexuellen Bedürfnisse klar zu werden. Er hat also viele Verhaltensweisen dargestellt, vermutet und sich negativ darüber geäußert. Solange bis wir wieder zu Hause waren und er wieder zur Arbeit ging. Dann war es wieder anders, er relativierte und stellte fest das er sich hier und da einen Film gefahren habe. Während des Urlaubes habe ich immer versucht die Dinge zu hinterfragen, in seine Richtung, warum ihn das so belastet etc. aber auch deutlich meine Meinung über die ihre Verhaltensweisen gesagt. Wichtig war mir hier, sehr deutlich zu machen, dass es zwar immer zwei sind, die zu Affären gehören, ich es aber für absolut verwerflich und abstoßend halte, sich bewusst an vergebene Menschen ran zu machen und sie zu Affären zu verführen. Dahingehend hab ich ihm dann auch klar gemacht, dass seine Wunschlebensform mit dieser Frau niemals möglich sein wird, da sie von Grund auf für mich nicht vertrauenswürdig ist. Das hat er sich scheinbar zu herzen genommen, so nach dem Motto "Ja, das hab ich mir wohl selber verbockt". Ich weis sie schreiben sich immer wieder mal, aber wenn man sich lieben würde, wäre doch der Wunsch nach häufigerem privaten Kontakt vordergründig.
    Ihm ist es seitdem wichtig, dass wir wieder viel mehr gemeinsame Zeit verbringen, was mich positiv stimmt. Gleichzeitig quälen mich Misstrauen und "Finstere Gedanken". Es überkommen mich immer wieder schlimme Phantasien über Situationen in denen ich am Ende vor vollendete Tatsachen oder bloßgestellt und schlichtweg wieder belogen werde. Es sind vorwiegend meine finsteren Phantasien. Nichts davon passiert aktuell. Macht aber mein "Trauma" in dieser Hinsicht deutlich. Ich habe immer das Bedürfnis seine Nachrichten lesen zu wollen und all das Eifersuchtsgedöns. Ich bemühe mich sehr stark, dagegen anzukommen.

    Und da sind wir an dem Punkt, das sich bisher nichts getan hat. Mein Erstgespräch bei der Therapeutin, wurde aus Krankheitsgründen seitens der Praxis eine Woche vorher abgesagt. Ich musste warten und tue das immer noch. Im Februar ist mein nächster Termin. Das macht mein persönliches Vorwärtskommen sehr schwierig und bereitet mir immer mehr Probleme im Alltag.
    Aber nunja, da gibts eben einiges aus der Kindheit aufzuarbeiten :/
    Soweit der aktuelle Stand der Dinge.
    Ich halte euch auf dem Laufenden. Fragen können bei Bedarf natürlich weiter gestellt werden

Seite 8 von 8 ErsteErste ... 45678

Ähnliche Themen

  1. Beziehung mit depressivem Partner ... noch?
    Von scorp78 im Forum Depression
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 17.04.2019, 07:13
  2. eine polyamore Beziehung scheint zu scheitern
    Von To-Jü-Da im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 19.01.2017, 10:40
  3. Polyamore Gefühle in der Ehe
    Von Senyin im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 17.09.2015, 08:03
  4. Polyamore das Beziehungsmodell der Zukunft?
    Von nonames im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 236
    Letzter Beitrag: 16.03.2015, 09:11
  5. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 14.08.2013, 12:29

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •