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Thema: Polyamore Beziehung mit monogamen Partner?

  1. #1
    Neuling Avatar von ~Jane~
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    Standard Polyamore Beziehung mit monogamen Partner?

    Hallo,
    ich bin ja hier eher selten aktiv. Aber aktuell treibt mich einiges um und ich hätte gern mal Erfahrungswerte und Meinungen dazu.

    Mein Mann hat mir vor kurzem eröffnet, für sich die Erkenntnis gewonnen zu haben (auch mit Hilfe seiner Therapeutin), dass er polyamor ist. Es ist so, dass er auch tiefe Gefühle für eine andere Frau (seine Arbeitskollegin) hat. Die beiden sind befreundet und tauschen sich viel aus.
    Sexuell ist dort aber nichts. Er hatte mal die Idee, hat aber gemerkt es sind eher Sehnsüchte, die wir besprochen haben. Sie lehnt es auch ab, da sie die Freundschaft zu ihm nicht gefährden möchte. Ich kenne sie nicht persönlich und muss das erst mal so glauben.
    Nun bringt diese ganze Sache unsere Beziehung ja völlig durcheinander, vor allem mich. Nach 18 Jahren Beziehung, ist das ein ganz schöner Hammer.
    Ich bin jetzt extrem verunsichert, da ich generell mit Verlustängsten zu kämpfen habe und ich erst jetzt soweit bin eine Therapie zu machen (erster Termin ist jedoch erst im Dezember).
    Die generelle Frage die sich mir aktuell stellt: Kann so eine Beziehung bestehen, wenn der langjährige Partner (in dem Fall ich) weiter monogam leben will? Ich habe noch nie zu jemandem anderen Liebe verspürt und kann das ganze generell nur sehr schwer nachvollziehen.
    Ich finde auch kaum Erfahrungsberichte dazu. Gibt es das einfach nicht ? Ist es zum Scheitern verurteilt ? Oder erzählt nur keiner von den positiven Erfahrungen???
    gruß Jane

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Standard

    Hallo Jane,

    ein paar Gedanken hierzu:

    Mein Mann hat mir vor kurzem eröffnet, für sich die Erkenntnis gewonnen zu haben (auch mit Hilfe seiner Therapeutin)
    Darf ich fragen, warum er ursprünglich in Therapie gegangen ist?

    Es ist so, dass er auch tiefe Gefühle für eine andere Frau (seine Arbeitskollegin) hat. Die beiden sind befreundet und tauschen sich viel aus.
    Sexuell ist dort aber nichts. Er hatte mal die Idee, hat aber gemerkt es sind eher Sehnsüchte, die wir besprochen haben. Sie lehnt es auch ab, da sie die Freundschaft zu ihm nicht gefährden möchte.
    Was ist dann sein Anliegen, wenn es mit dieser Frau keine Beziehung geben wird? Will er das grundsätzlich mit dir besprochen haben im Hinblick auf andere Frauen, die möglicherweise infrage kommen? Hast du schon einmal daran gedacht, dass er dir in Bezug auf die Kollegin nicht ganz die Wahrzeit sagt? Zwischen den beiden vielleicht schon längst sexuell was gelaufen ist und er jetzt einen möglichst "eleganten" Weg sucht? Sprich zwei Frauen, die ihm das Rundum-Sorglos-Wohlfühlpaket bieten.

    Gedankenspiel: Mal angenommen, es wäre umgekehrt....du wärst auf ihn mit einem solchen Vorschlag zugekommen? Wäre er offen gewesen, zunächst für ein Gespräch mit dir sowie ggf. Öffnung der Beziehung?

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    Ice Frozen Sunset (24.09.2019)

  4. #3
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    Ich habe nur eine Meinung, keine Erfahrung.
    Zitat Zitat von ~Jane~ Beitrag anzeigen
    Mein Mann hat mir vor kurzem eröffnet, ... dass er polyamor ist. Es ist so, dass er auch tiefe Gefühle für eine andere Frau... hat. Die beiden sind befreundet und tauschen sich viel aus.
    Sexuell ist dort aber nichts. Er hatte mal die Idee, hat aber gemerkt es sind eher Sehnsüchte, die wir besprochen haben. Sie lehnt es auch ab, da sie die Freundschaft zu ihm nicht gefährden möchte.
    Die generelle Frage die sich mir aktuell stellt: Kann so eine Beziehung bestehen, wenn der langjährige Partner (in dem Fall ich) weiter monogam leben will?
    Deine Frage zuerst: Ich nehme an Du beziehst monogam auf körperliches, was er denkt ist ja eh sein Ding. Mit ihr sprechen ok, berühren und weitergehendes nicht. Das ist doch ein klares Statement! Du hast deine Haltung damit schon festgelegt. Er kann nun entscheiden ob er es so leben wird oder ob er die Beziehung zu dir dann in Frage stellt. Denn mit dir geht es nicht!

    Sie lehnt es ab ... vielleicht liebt sie ihn nicht, sondern er ist der Schwärmer? Es könnte nach körperlichen ja schnell so werden, dass er mehr will und dann wird es nervig und anstrengend, dann wird sie ihn nicht mehr los. Und: "Never f*ck the company" Unter Kollegen ist es eh schwieriger, eine Trennung dann noch einmal.

    Du hast mit ihm seine Sehnsüchte besprochen?

    Ich denke er verwechselt die Verliebtheit zu der anderen mit der Liebe zu dir.

    Mein Rat: Mach nix, was Du nicht willst. Wenn Du eine monogame Beziehung willst, und die seid ihr beide eingegangen, dann ist das so. Das sind eben die Rahmenbedingungen.
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

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    Ice Frozen Sunset (24.09.2019)

  6. #4
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    ich habe den Eindruck (vielleicht falsch), die FS bezieht 'monogam' und 'polyamor' nicht auf körperliches, sondern auf die "tiefen Gefühle"...?
    wenn da 'sexuell nichts ist', ist halt die Frage, ob deren Verbindung dann wirklich eine "Konkurrenz" zu eurer Beziehung steht...vorausgesetzt natürlich das bleibt so.

  7. #5
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    Ich stelle es mir schwierig bis unmöglich vor, wenn beide Partner in so entscheidenden Ansichten konträr laufen.
    Wie soll das gehen? Einer macht u der andere hält aus?

    Seine jetzige Verliebtheit finde ich auch einen komischen Grund, polyamore Tendenzen festzustellen. Das klingt für mich anders u ich hätte da auch Grund zur Sorge.....

    Natürlich kann man sich Meinungen einholen. Letztlich musst Du für Dich enrscheiden, ob das für Dich ein gangbarer Weg sein kann.

  8. #6
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    was heisst das denn eigentlich, wenn jemand 'polyamor ist'? ...ich meine, kann man überhaupt sagen, dass das ein Charakterzug ist, der sich nicht ändert und nicht situationsbedingt ist?

  9. #7
    katta Alias:Zaunkoenigin-SYNNY-Incognita
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    Zitat Zitat von Lorelai1 Beitrag anzeigen
    was heisst das denn eigentlich, wenn jemand 'polyamor ist'? ...ich meine, kann man überhaupt sagen, dass das ein Charakterzug ist, der sich nicht ändert und nicht situationsbedingt ist?
    Aus der Zeit in der Drogenberatung kenne ich den Begriff "polytoxisch", heißt ein Mensch ist von mehreren verschiedenen Substanzen/ Suchtmitteln abhängig.

    "Poly" kommt aus dem griechischen und bedeutet "mehrere, viele; der Begriff "Amor" dürfte klar sein, Liebe.

    Den Begriff "polyamor" habe ich auch als solchen noch nicht gehört. Wusste gar nicht, dass es den überhaupt gibt. Dachte mir aber, dass es ja bei Liebe nicht allein um Sex geht. Muss also mehr dahinter stecken...

    Google bemüht und Wiki hat folgendes dazu ausgespuckt:

    Polyamorie oder Polyamory (ein Kunstwort aus altgriechisch polýs „viel, mehrere“, und lateinisch amor „Liebe“; englisch polyamory) bezeichnet eine Form des Liebeslebens, bei der eine Person mehrere Partner liebt und zu jedem einzelnen eine Liebesbeziehung pflegt, wobei diese Tatsache allen Beteiligten bekannt ist und einvernehmlich gelebt wird.[1][2][3] Polyamore Beziehungen gründen auf der Absicht, die gewünschten Beziehungen langfristig und vertrauensvoll miteinander zu gestalten,[4] meist schließen sie Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sexualität ein. Damit grenzt sich Polyamorie deutlich ab von der „freien Liebe“, die sich weitaus offener für rein körperliche Beziehungen zeigt.

    Ich bin jetzt extrem verunsichert, da ich generell mit Verlustängsten zu kämpfen habe
    Vor dem Hintergrund der Definition, die Wiki dazu gibt, würde ich jetzt logisch schließen, dass Du diese Angst vermutlich nicht haben brauchst, weil Dein Mann wohl weniger etwas verlieren möchte, sprich, Deinen Verlust nicht wünscht, sondern vielmehr "etwas" dazu gewinnen möchte.

    Ich drücke es mal mit meinen Worten aus:

    So mehrere friedliche nebeneinander und ggf. auch miteinander lebende "Co-Existenzen", die nun alle voneinander wissen und glücklich damit sind (so verstehe ich einvernehmlich in dem Gesamtzusammenhang).


    Kann so eine Beziehung bestehen, wenn der langjährige Partner (in dem Fall ich) weiter monogam leben will?
    Aus dem o.g. würde ich nun die logische Schlussfolgerung ziehen und sagen, dass polyamor und monogam einander ausschließen. Würde der Partner, der monogam leben möchte, sich nun damit einverstanden erklären, eine ployamore Lebensgestaltung des Partners zu akzeptieren, so dürfte das Scheitern einer gemeinsamen polyamoren Lebensgestaltung schon inbegriffen sein. Denn die polyamore Beziehungsgestaltung basiert ja vor allem darauf, dass alle nicht nur davon wissen, sondern diese auch einvernehmlich leben.

    Und in dem Moment, wo, wie schon erwähnt wurde,
    beide Partner in so entscheidenden Ansichten konträr laufen.
    , dürften dann Schmerz, Kummer und Tränen vorprogrammiert sein, vor allem dann, wenn der monogame Partner auch noch mit Verlustängsten zu kämpfen hat.

    Ein Mensch, der unter solchen Ängsten leidet, ist sehr leicht unter Druck zu setzen und emotional erpressbar. Und das sind dann die Geschichten, von denen ich zumeist bislang erfahren habe, dass meist die Partnerin in Kauf nimmt, dass er noch Beziehungen zu anderen Frauen pflegt, nur aus der Angst heraus, von ihm verlassen zu werden, wenn sie dagegen aufbegehrt. Und nein, positiv war keine dieser Erzählungen. Eher das Gegenteil war der Fall...viel Kampf, viele Tränen, viel Kummer, viel Stress, viele Auseinandersetzungen.

    Oder erzählt nur keiner von den positiven Erfahrungen???
    Ich weiß nur aus den Erzählungen einer Bekannten, dass sie einen Mann kennengelernt hat, der mit seiner Partnerin polyamor lebt. Er lebt mit seiner Partnerin zusammen, würde sie auch nicht verlassen und umgekehrt wohl auch nicht. Beide, wohlgemerkt beide, haben aber auch noch eine weitere Liebesbeziehung. Darüber sind alle Beteiligten wohl auch im Bilde und es sollen alle glücklich damit sein.

    Grüße

    katta

  10. #8
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zum Punkt positiven Erfahrungen: Im Forum ist immer mal wieder von einzelnen Usern zu lesen, die beteuern, polyamor zu sein. Im Sinne von “auf Augenhöhe“ sein, respektvoll und achtsam miteinander umzugehen usw.. Vielleicht gibt es solche Konstellationen, ich weiss es nicht. Wenn das so einfach wäre und ich gesellschaftlich nicht so...hm....festgefahren wäre, würde ich das vielleicht auch leben wollen.

    Die Beiträge hier im Forum zu diesem Thema, die ich gelesen habe, haben sich nach und nach als Egotrip eines der Beteiligten entpuppt.

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