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Thema: Psychisch krank oder nur Anstelleritis? Was stimmt nicht mit mir?

  1. #1
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    Unglücklich Psychisch krank oder nur Anstelleritis? Was stimmt nicht mit mir?

    Ich bin mir nicht sicher, ob das hier überhaupt gesehen wird und ich weiß auch nicht ob das hier überhaupt so passend ist, aber ich werde einfach mal über meine Sorgen bzw. Probleme reden und sehen was bei rum kommt. Ich werde versuchen mich kurz zu halten, da ich dazu neige ganze Romane über meine Gefühlswelt zu verfassen.

    Zunächst sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich diesen Monat 18 werde, die 12. Klasse besuche und noch nie bei einem Psychologen oder sonst einem Experten war.
    Diese "Probleme", wie ich sie nenne, haben sich im Laufe der letzten 5 Jahre langsam in mein Leben eingeschlichen, anfangs noch leise und unbemerkt, doch mittlerweile bestimmen sie meinen Alltag. Ich kann mir jedoch nicht erklären, was der Auslöser dafür gewesen sein soll.

    Fangen wir bei dem Offensichtlichen an.
    Auf andere wirke ich sicherlich sehr unsicher oder schüchtern. Ich traue mich nicht auf andere zu zu gehen und neue Kontakte zu knüpfen, egal wie sehr ich jemanden kennenlernen will. Die wenigen Freundschaften, die ich im Laufe meines Lebens hatte, gingen alle nicht von mir aus. Das Initiieren von Gesprächen mit Leuten, die ich nicht gut genug kenne, fällt mir unheimlich schwer, weshalb ich immer diejenige bin, die angesprochen wird.
    Ich bin 2014 umgezogen und habe die Schule gewechselt (aus keinem wichtigen Grund, wir wollten nur in einem Haus statt in einer Wohnung wohnen und sind deswegen von der Stadt auf's Land gezogen, weil die Haussuche dort einfacher und günstiger ist, war nur zu weit von meiner Schule entfernt).
    Das war in den Weihnachtsferien. Ich verbrachte diese Ferien damit, meinen Freunden zu schreiben und wollte sie zu mir nach Hause einladen, als sie mir wie aus dem Nichts die Freundschaft kündigten.

    Da saß ich also, an einem fremden Ort, einer fremden Schule mit fremden Leuten, ohne auch nur einen einzigen Freund. So verbrachte ich mein erstes Jahr an der neuen Schule. Es war ziemlich einsam, aber dafür hatte ich viel Zeit zum zeichnen.
    Vor dem Schulwechsel war ich Jahrgangsbeste und obwohl ich an der neuen Schule auch von anfang an relativ gut abschnitt, fielen mir langsam einige Veränderungen auf, die immer größer werden.

    Früher habe ich es geliebt vor der Klasse vorzulesen, ob es Hausaufgaben oder Texte aus dem Buch waren. Doch von einem Tag auf den anderen hat sich alles geändert. Es war irgendwann mitten im 2. Schuljahr, das ich an der neuen Schule verbracht habe. Meine Stimme fing an zu zittern, ich bekam Atemnot und mein Hals schloss sich. Ich musste die Worte förmlich rauspressen.
    Es war echt erschreckend. Als ich fertig mit dem Vorlesen war, haben mich alle gefragt, ob ich weinen würde, denn es hat sich tatsächlich so angehört.
    Anfangs waren es nur Texte auf Deutsch, aber mittlerweile habe ich dieses Problem auf jeder Sprache. Und es wird immer schlimmer. Nun fange ich sogar schon an beim Vorlesen zu schwitzen und zu zittern und ich brauche den Rest der Unterrichtsstunde um mich zu beruhigen. Darum meide ich das Lesen.
    Doch ab und zu zwingen mich Lehrer, die meine Vorlesestimme noch nie gehört haben, etwas vor der Klasse vorzulesen. Und es ist immer so furchtbar.
    Ich weiß, dass die Lehrer es auch merken, denn sobald sie mich vorlesen gehört haben, zwingen sie mich danach nie wieder dazu. Und bis vor letzte Woche hat es noch kein Lehrer angesprochen.

    Letzte Woche war es besonders schlimm. Mir kamen schon die Tränen. Während des Lesens habe ich einfach darauf gehofft, dass mein Lehrer mich stoppen würde, aber das hat er nicht getan. Zufällig hatte ich am selben Tag einen Elternsprechtag und dieser Lehrer war der Beratungslehrer, also hat er mich gefragt, was beim Vorlesen mit mir los war. Das war das erste Mal, dass meine Mutter davon zu hören bekommen hat. Er ist nicht weiter darauf eingegangen, aber ich habe nach dem Gespräch versucht, meiner Mutter zu erklären, was los war, doch sie hat es nicht verstanden.

    Sie sagte, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen oder ich hätte doch nur Angst, dass andere mich auslachen, weil ich mich verlese. Doch das ist es nicht. Es interessiert mich nicht was andere von mir denken. Darum kann ich mir nicht erklären, warum ich plötzlich so große Probleme mit etwas habe, das mir zuvor noch so einfach gefallen ist. Es ist so, als würde mein Körper gegen meine Worte ankämpfen. Und es ist ja nicht die ganze Unterrichtsstunde so. Ich kann mich ganz normal melden und auch wenn ich ab und zu ein paar Wortdreher drinnen habe, habe ich kein Problem mich mündlich zu beteiligen. Nur beim Vorlesen will mir meine Stimme nicht gehorchen. Bei Vorträgen ist es ähnlich, aber auch nur, wenn ich sehr textgebunden vortrage.

    Außerdem habe ich in sozialen Situationen dieses Gefühl der Nervosität, manchmal stärker, manchmal schwächer. Aber mein Herz klopft dann meistens etwas schneller als gewünscht und ich zittere oder zucke. Nur, wenn ich mit Leuten, die mir sehr nahe stehen, rede, kann ich entspannt drauf los reden.
    Auch wenn mir hier das ehrliche laute Lachen etwas schwer fällt, weshalb ich es ab und zu faken muss.

    Nur meine Freunde kriegen eine andere Seite als nur meine "schüchterne Fassade" zu sehen und ich würde mich so gerne auch anderen öffnen können, aber es ist so schwer.

    Aber auch zu meinen Freunden halte ich manchmal zu viel Abstand. 2018 war für mich mental wohl das schlimmste Jahr. Ich habe keine Diagnose, aber ich kann es nicht anders als Depressionen bezeichnen. Ich hatte panische Angst mich mit meinen Freunden zu treffen und habe immer auf dem letzten Drücker abgesagt. In den Sommerferien 2018 war ich in diesem Loch, aus dem mich niemand raus bekam. Obwohl ich es meinen Freunden versprochen hatte, haben sie mich in diesen Ferien kein einziges Mal zu Gesicht bekommen, nicht einmal eine Nachricht hab ich ihnen geschickt.
    In dem Jahr habe ich mehrere Monate an lustigen Erinnerungen und Insidern verpasst, ich spüre selbst bis heute noch diese Distanz, die ich nicht mehr aufholen kann. Und ich weiß, dass es meine Schuld ist.

    Dieses Jahr hat für mich zwar gut angefangen, aber mein fehlendes Selbstwertgefühl und wachsende Motivationslosigkeit und Suizidgedanken holen mich langsam wieder ein.

    Ich verstehe meinen Kopf nicht. Ich will so viel tun und sehen, habe aber diese ständige Angst und gleichzeitig diese Leere, die mich davon abhalten etwas aus mir zu machen. Ich weiß nicht was die Zukunft mir bringt. Ich scherze immer darüber, dass ich mich umbringe sobald ich mit der Schule fertig bin, aber da ist schon ein Fünkchen Wahrheit drin. Ich habe keine Wünsche oder Ziele, keine Motivation und ich habe Angst arbeiten zu gehen. Aber gleichzeitig will ich ncht den Rest meiner Jugend an mein Bett gebunden in diesem Loch, das sich auch "mein Zimmer" nennt, verbringen.

    Mein Zimmer ist mein sicherer Rückzugsort, aber gleichzeitig auch die Hölle, in der ich mit meinen Gedanken ganz alleine bin.

    Zum Glück werden mir durch mein Umfeld noch Gründe auferzwungen, die mich an mein Leben binden. Dinge, auf die ich mich freuen kann.
    Ob es ein Trinkabend mit meinen Freunden ist, oder das Bild, das ich nächstes Jahr auf der Stufenfahrt in Italien vor dem schiefen Turm von Pisa machen möchte.

    Aber vielleicht ist auch nichts falsch mit mir. Ich glaube manchmal, dass ich mich nur anstelle. Andere haben es doch sicherlich schwerer.

    Also was stimmt nicht mit mir? Ihr sagt jetzt vielleicht, dass ich einfach zum Psychologen gehen soll, aber ich habe 1. panische Angst davor, 2. bin ich mir nicht sicher, ob es nicht Zeitverschwendung ist, 3. will ich nicht, dass meine Familie etwas davon mitbekommt und 4. hat meine Familie es finanziell sehr schwer. Also wenn ein Therapiegespräch etwas kostet, werde ich es mir nicht leisten können.

    Darum war meine letzte Hoffnung dieses Forum. Ich habe niemanden mit dem ich über all das sprechen kann, darum hoffe ich sehr auf ein paar Ratschläge von euch. Obwohl es mich echt wundern würde, wenn jemand das hier bis zum Ende durchlesen würde.

  2. #2
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    Ich HABE alles durchgelesen.

    Hier möchte ich mit dem Gedankenaustausch anfangen -->

    Zitat:
    "Ich verbrachte diese Ferien damit, meinen Freunden zu schreiben und wollte sie zu mir nach Hause einladen, als sie mir wie aus dem Nichts die Freundschaft kündigten."

    Dieses Ereignis scheint ein Auslöser zu sein für wahrscheinlich alles, was dann folgte: eine große Enttäuschung!

    Haben die Freunde denn nicht begründet - oder wenn: wie -, weshalb sie sich zurückzogen?

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei MarVe-Awint für den sinnvollen Beitrag:

    throwawayaccount (03.12.2019)

  4. #3
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    Ich schalte jetzt ab.
    Aber morgen können wir gerne weiter diskutieren. Ok?

  5. #4
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    Erstmal danke für deine schnelle Antwort

    Und das mit meinen (Ex-)Freunden ist eine lange Geschichte, wahrscheinlich war auch viel davon meine Schuld.
    Die Kurzversion davon wäre, dass sie (als wir noch befreundet waren) immer übereinander gelästert haben und damit sind sie dann meistens zu mir gegangen. Ich hätte in solchen Momenten vielleicht eine bessere Freundin sein können und ihnen sagen sollen, wie falsch das ist, aber ich muss schon zugeben, dass ich sie in ihren Lästereien eher bestätigt habe, was dann nach meinem Umzug gegen mich verwendet wurde. Ich wurde als der Grund bezeichnet, dass ihre Freundschaften kaputt gegangen sind und darum haben sie mir die Freundschaft gekündigt.

    Seit dem achte ich schon mehr darauf was ich zu wem sage. Ich versuche so ehrlich wie möglich zu sein, damit nicht nochmal dieser insgeheime Hass unter Freunden entsteht.
    Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass wir nicht mehr befreundet sind. Anfangs habe ich nur den anderen die Schuld dafür gegeben, hauptsächlich aus reiner Wut heraus, aber rückblickend hätten die Dinge anders enden können. Das wäre wohl besser für uns alle gewesen. Ich habe viel aus der Sache gelernt und kann stolz sagen, dass ich richtige Freunde gefunden habe. Ich war sogar ein wenig überrascht wie anders sich meine jetzigen Freundschaften anfühlen haha

    Wenn diese Auseinandersetzung wirklich der Auslöser für meinen Zustand ist, dann scheine ich wohl immernoch nicht so ganz darüber hinweg zu sein. Ich wünschte nur ich würde keine Schuld daran tragen.

  6. #5
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    Mir kommen deine Schilderungen bekannt vor, daher habe ich den Verdacht, es könnte sich um ein ähnliches familiäres Muster handeln wie bei mir.

    Du hast eine interessante Wortkette gewählt, du hast nämlich geschrieben: "Ich kann mir jedoch nicht erklären, was der Auslöser dafür gewesen sein soll."

    Vermutlich hast du früher schon einmal vorgelesen und warst sehr bewegt. Erinnerst du dich?

  7. #6
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    Zitat Zitat von throwawayaccount Beitrag anzeigen
    ...Die Kurzversion davon wäre, dass sie (als wir noch befreundet waren) immer übereinander gelästert haben ... Ich hätte in solchen Momenten vielleicht eine bessere Freundin sein können und ihnen sagen sollen, wie falsch das ist, ...
    Das ist doch - entschuldige - "Kinderkram".
    In Eurem damaligen Alter tun viele Kinder so etwas. Das ist doch kein "Vergehen".

    Und in DEINEM damaligen Alter warst Du nicht verantwortlich, Dich und Deine Freunde eines Besseren zu belehren.

    Auch daß Dir deine damaligen Freunde die Freundschaft gekündigt haben, ist ein recht kindliches Verhalten.

    Schalte Deine Schuldgefühle aus!!!
    Schalte Deine Gedanken von diesen Begebenheiten weg!!!
    Mach' Dich frei: Du hast neue Freunde, also bist Du 'gereift' und hast Lästereien nicht mehr in Deinem (unkünstlerischen ->) Repertoire.

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei MarVe-Awint für den sinnvollen Beitrag:

    throwawayaccount (04.12.2019)

  9. #7
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    Ich habe Dir soeben ausführlich geantwortet.
    Die Antwort wird aber erst von der Forenleitung "freigeschaltet" (das ist hier ab und zu so üblich bei neuen Beiträgen).

  10. #8
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    Zitat Zitat von MarVe-Awint Beitrag anzeigen
    Ich habe Dir soeben ausführlich geantwortet.
    Die Antwort wird aber erst von der Forenleitung "freigeschaltet" (das ist hier ab und zu so üblich bei neuen Beiträgen).
    Hat sich inzwischen erledigt.

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