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Thema: psychisch kranker Vater sabotiert die familie, was tun?

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich psychisch kranker Vater sabotiert die familie, was tun?

    Hallo zusammen,
    wie der titel schon verrät geht es um meinen Vater. Ich hoffe von euch Handlungsansätze und neue Denkweisen zu erhalten.
    Ich kann leider keine genaue Diagnose nenne, da wir diese als Familie nicht kennen. Wir wissen nur das er ein psychisches Problem hat, weil er vor Jahren seinen Führerschein verloren hatte und im Zuge dessen an einer psychiatrischen Begutachtung teilnehmen musste (einige therapeutische Sitzungen). Meine Mutter hat auf verlangen des Psychologen an einer dieser Sitzungen teilgenommen und dabei "rausgehört", dass etwas vorliegt. Auch das Gutachten welches er erhalten hatte, besagte, das eine psychotherapeutische Behandlung notwendig wäre.
    Was aber nun vorliegt war dort leider nicht zu sehen.

    Mein Vater hangelt sich seit seiner Kindheit, von einer Sucht in die Nächste. Als Jugendlicher hat er Drogen genommen und war Spielsüchtig. Er hat hohe Summen an Automaten in Casinos verspielt. Laut Aussage seiner Mutter mehrere hundert Euro bzw. damals DM im Monat.

    Während der Ehe mit meiner Mutter ist er stark Alkoholsüchtig geworden, derart schlimm das er bereist kurz nach dem aufstehen stark alkoholische Getränke (Pfefferminzlikör, Whiskey, etc.) zu sich nahm. Dann ist davon weggekommen, ohne Therapie oder sonstiges (Dachten wir zu mindestens) und ist seit einigen Monaten Spielsüchtig und Mutmaßlich weiterhin alkoholsüchtig.

    Das Problem ist das er für seine Spielsucht, die sich jetzt auf eine Spielapp fürs Handy bezieht, viel Geld verwendet, mit der Begründung nur, dann würde dieses Spiel Spaß machen.
    Der Familie geht es dadurch sehr schlecht, mein kleiner Bruder befindet sich deshalb in psychologischer Behandlung. Die Situation das unser Vater am Familienleben null teilnimmt macht meinem kleinen Bruder sehr zu schaffen.

    Das nächste Problem ist das Krankhafte Lügen meines Vaters. er sieht sich selbst als Opfer und alle anderen sind schuld nur er nicht. Wird er bei einer lüge ertappt, denkt er sich die nächste aus oder versucht mit Argumenten die Situation zu rechtfertigen. Er ist auch in der Lage diese lügen Monate lang durch zu halten und erklärt nur die wahrheit, wenn er doch einen nachteil zu befürchten hat.

    Nun hat er es endgültig auf die spitze getrieben und wurde von seinem Chef wegen wilder Beschimpfungen gekündigt. Den Firmenwagen sollte er am Tag seiner Kündigung, letzten Freitag auf dem Firmengelände stehen lassen und sich abholen lassen. Was er aber nicht getan hat. Er ist mit dem Wagen wie gewohnt nach Hause gefahren. Am Samstag stand dann die Polizei vor der Tür, weil der Chef das auto als gestohlen gemeldet hat. Auch hat der Chef ihn zuvor mehrfach versucht zu erreichen. (Das kam später durch Whatsapp nachrichten raus). Aufgrund der Tatsache wurde dann, die fristgerechte Kündigung, in eine Fristlose umgewandelt. Zudem wird ihm die Fahrt vom Gehalt abgezogen.
    Meine Mutter war natürlich am ende, weil er Alleinverdiener ist und durch diesen ganzen mist von seinem Gehalt kaum etwas übrig bleiben wird. Seine Reaktion: Der Chef würde lügen, er wäre das Opfer und wie hätte er den sonst nach Hause kommen sollen.

    Wir haben ihn schon oft drauf hingewiesen, dass er mit seinem verantwortungslosen verhalten die Familie gefährdet. Wir haben es nett versucht und etwas schroffer. Aber das Ergebnis bleibt das gleiche. Er ändert sich nicht und denkt immer wieder er wäre das opfer. Nicht einmal Strafen vom Staat haben geholfen, denn durch sein Rücksichtslose verhalten ist er vorbestraft (massive Gefährdung in Straßenverkehr mehrfach, Unfälle durch ihn verursacht)

    Wir haben auch schon oft versucht ihn dazu zu bringen, eine Psychotherapie anzufangen, da er ja schwarz auf weiß hat, das es erforderlich wäre.
    Seine immer gleich beleibende Antwort: ich brauche keine Ihr braucht eine, weil ihr mir den ganzen ******* nur einreden wollt.
    Ich wohne nicht mehr zu Hause und mache mir immer mehr sorgen, um eine Mutter und meine Geschwister. Sein verhalten wird verbal immer Aggressiver und in der Vergangenheit war auch meinen Geschwistern und mir gegenüber bereits Gewalttätig.

    Sorry für den langen text aber ich wusste nicht wie ich sonst erklären sollte, was sein verhalten so zerstörerisch macht. Wie kann man ihm beibringen, das sein verhalten der Familie schadet?
    Wie ein Umdenken initiieren?

  2. #2
    Verleger Avatar von Steinchen.im.Schuh
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    Hallo jolinar,

    tut mir Leid, dass du dich in so einer belastenden Situation befindest. Ich denke, es wird nicht so einfach funktionieren, eurem Vater beizubringen, sich zu ändern und Hilfe zu holen. Deswegen wäre meine erste Frage, ob deine Mutter Hilfe hat? Auch als Angehörige kann man sich zB in einer Suchtberatungsstelle melden und dort Beratung bekommen, sich eine Selbsthilfegeruppe für Angehörige empfehlen lassen oder vielleicht gibt es auch noch andere Ideen, die die Mitarbeiter*innen vor Ort haben. Könntest du dir vorstellen, dort mit deiner Mutter gemeinsam mal einen Termin zu vereinbaren?

    LG Steinchen
    Ihr braucht keine Angst zu haben, es gibt keinen Boden.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Steinchen.im.Schuh für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (16.06.2020)

  4. #3
    Verleger Avatar von Draugr
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    Da sein Verhalten ja schon existenzbedrohende Ausmaße für die ganze Familie annimmt, sollte deine Mutter deinem Vater ein Ultimatum stellen, sich in Behandlung zu begeben und eine Trennung, sollte er dieses nicht tun, auch durchziehen, zumindest erst mal temporär, meiner Meinung nach.

    Das klingt sicherlich leichter als es tatsächlich ist, aber was soll denn noch passieren?
    Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
    Die Jugendstunden sind, wie lang! wie lang! verflossen,
    April und Mai und Julius sind ferne
    Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne!
    (Friedrich Hölderlin)

  5. #4
    Roman Verfasser Avatar von Fafnir
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    Hallo Jolinar,

    evtl. kann es Dir auch was bringen, Dich mal mit dem sozialpsychiatrischen Dienst (... meistens dem lokalen zuständigen Gesundheitsamt zugeordnet...) Deines Wohnortes über weitere mögliche Schritte zu unterhalten.

    Viel Erfolg!
    Gib das, was Dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist. - Albert Einstein

  6. #5
    Neuling
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    Hallo zusammen,
    Zunächst möchte ich danke sagen für die Antworten.
    @ Steinchen,
    meine Mutter sucht im Moment nach einem Psychologen. Das Problem ist das Sie in Brandenburg wohnt. Die Abdeckung qas sowas angeht ist leider etwas Mau. An eine Selbstgilfegruppe haben wir bisher noch nicht gedacht. Wir sind und auch nicht sicher, ob wir da "rein passen". Denn die meisten Selbthilfegruppen sind doch recht spezifisch. Gibt es denn überhaupt welche die sich im allgemeinen mit süchten und/oder psychischen Erkrankungen beschäftigt.
    @ Draugr,
    ich habw das meiner Mutter auch bereits vorgeschlagen aber wie du schon vermutet hast fällt ihr das sehr schwer. Weshalb kann sie selbst nicht genau erklären. Ich vermute eine mischung aus Gewohnheit, weil sie bereits 25 Jahre zusammen sind. Und aus Angst, wegen der Veränderung.
    @ fafnir,
    danke für den Hinweis. Ich wusste gar nicht das amn sich dort aich hinwenden kann. Ich dschte die wären nur für extrem Situation zuständige also so etwas wie missahbdelte Kinder und Ehefrauen.

  7. #6
    Roman Verfasser Avatar von Fafnir
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    Zitat Zitat von jolinar Beitrag anzeigen
    @ fafnir,
    danke für den Hinweis. Ich wusste gar nicht das amn sich dort aich hinwenden kann. Ich dschte die wären nur für extrem Situation zuständige also so etwas wie missahbdelte Kinder und Ehefrauen.
    Gern geschehen!

    Das was Dein Vater mit Dir und Deiner Mutter macht, ist Misshandlung. Es ist seelische / psychische Misshandlung, und zwar extrem, was ich so in Deinem Eingangsbeitrag lese.
    Sie hat zwar vielleicht keine äußerlich sichtbaren Spuren wie Blutergüsse oder ähnliches, aber sie hinterlässt dennoch Spuren, innerlich. Diese innerlichen Spuren können sich auf das Verhalten gegenüber Mitmenschen auswirken, müssen es aber nicht zwangsläufig.
    Seelische/psychische Misshandlung hat aus meiner Sicht die gleiche Berechtigung wie körperliche oder sexuelle Misshandlung.
    Ich habe schon häufiger festgestellt, dass Betroffenen nicht bekannt ist, dass man sich dagegen schützen darf oder vielleicht sogar muss. Auch mir selbst ging es mal so.
    Gib das, was Dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist. - Albert Einstein

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