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Thema: Schlafstörung? Depression? Wie kann ich mir helfen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Schlafstörung? Depression? Wie kann ich mir helfen?

    Hallo liebe Community, ich bin erst neu hier und brauche dringend einen Ort um meine Ängste und meine Verzweiflung los zu werden und vielleicht einen guten Rat zu erhalten.

    Kurz zu mir: Ich bin 23 Jahre alt, weiblich, habe nach meinen Fachabitur 3 Semester studiert, das Studium abgebrochen, ein Jahr Pause gemacht und ein wenig gearbeitet und schlussendlich befinde ich mich jetzt seit einem Jahr in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.

    Wie die meisten bestimmt wissen, ist die Ausbildung als Krankenschwester recht hart und man arbeitet während der Praxis im Schichtsystem. Fünf uhr morgens beginnt man sich für die Frühschicht aus dem Bett zu wälzen und ist auf Station praktisch nur am rennen. Der theoretische Stoff ist auch nicht ganz ohne und nach einem Jahr habe ich einen fetten Ordner voller Wissen, den ich am Besten schon auswendig wissen sollte. Trotz allem fühle ich mich wohl und habe endlich das Gefühl etwas sinnvolles zu machen. Ich habe einen super Durchschnitt und noch nie wirklich negative Kritik erfahren.
    Nun zu meinem Problem:

    Seit Januar diesen Jahres (Ausbildung begann schon ein halbes Jahr zuvor) habe ich Angst vor dem Schlafen. Es begann mit Schlafproblemen nach dem Weihnachtsurlaub. Eine Woche konnte ich nicht schlafen, max. 3 Stunden die Nacht. Ich war körperlich und seelisch am Ende. Mit Schlafmedikamenten vom Arzt wurde das ganze nur noch schlimmer und ich habe durchgehend weinen können. Niemand hat verstanden, was mit mir los ist. Zu allem Überfluss kam ein heftiges Herzklopfen hinzu, welches mich mitten in der Nacht aufschrecken ließ. Zuerst wechselte ich die Pille und stieg gleichzeitig auf ein Beruhigungsmittel um, welches mir ein leichteres einschlafen ermöglichen sollte und versuchte einen strengen Rhythmus einzuhalten (Immer zur selben Zeit ins Bett gehen, Tag mit vielen Aktivitäten planen, um mich abzulenken). Tatsächlich bekam ich den Schlafmangel auf die Reihe und das Herzklopfen welches mich zuvor stundenlang wach und nervös gehalten hat, verschwand. Doch es trat ein neuen Problem auf:

    Ein seltsames Trauer - und Unglücksgefühl, welches nicht im Kopf entspringt, sondern in der Brust. Wie ein dicker Kloß der alles nach unten zieht und schließlich sich jeder Gedanke nur noch um dieses Gefühl kreißt und warum es besteht. Unwillkürlich setzt es ein, ohne einen bestimmten Auslöser, aber so ziemlich jeden TAg. Oft merke ich dieses Gefühl schon kurz nach dem Aufstehen und selbst mit guten Noten, wenn ich unter Freunden bin oder Alkohol trinke wird es nicht besser. Im Gegenteil, es ist irgendwie immer da und ich habe Angst es nie wieder los zu werden. Mittlerweile kann ich nicht mehr anders als nur an dieses Problem zu denken, wann ich schlafen gehe, wann ich aufstehe und ob ich es schaffe die nächste Nacht ausreichend Schlaf zu bekommen (Obwohl ich seit zwei Monaten immer mind. 6 h Stunden in der Nacht hatte).

    Auf Raten meines Arztes hin bin ich seit zwei/drei Monaten in Behandlung bei einer Psychologin. Doch statt an meinem Momentanen Problem zu arbeiten, fragt sie mich Dinge über meine Kindheit. Ich habe das Gefühl nicht weiter zu kommen und habe Angst, dass sich diese Gedanken festigen wird und ich es nie wieder los werde. Ich verspüre nicht mehr viel Freude und kann mich nur noch schlecht auf Dinge konzentrieren. Lernen,was ich vorher Stunden am Stück tun konnte, kann ich nun nicht mal eine halbe Stunde lang. Wenn ich mir etwas neues kaufe ist es mir gleichgültig und nach kurzer Zeit wieder vergessen. Jeder merkt, dass ich angespannt bin und oft keine Ruhe finde. Ich bin sehr emotional und sobald ich über mein Problem rede kommen mir die Tränen. Ich kann seit diesen Schlafdenken/-problem/-angst nicht mehr Abends weg bleiben. Zuvor war ich mit Freunden an den Wochenenden lange in Bars und nun habe ich Angst, dass sich nach einem Abend länger auf bleiben mein ganzer Rhythmus verschiebt udn alles von vorne los geht.

    Ich versuche Entspannungsübungen, rede mit meinem Freund und meiner Familie darüber aber nichts hilft. Ich sehe kein Ende und will doch am liebsten mein Leben genießen.
    Ich habe mich schon häufiger gefragt, ob es an der Pille liegt und sie diese ganzen Gefühle verstärkt aber mit Sicherheit kann ich es nicht sagen. Zudem habe ich große Angst sie abzusetzen, da falls es doch nicht an ihr liegen sollte, es zum einen umsonst wäre und zweitens meine Angst vor einer Schwangerschaft zu groß ist.

    Kennt jemand diese Probleme? Kann mir jemand einen Rat geben? Ich bin mittlerweile gewillt alles auszuprobieren. Ich bin wirklich sehr verzweifelt und will nur noch wieder normal leben können, mich auf Dinge wieder Freuen können.

    Ich wäre jedem Beitrag sehr dankbar.
    Mary-Lou

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Vielleicht reicht ambulante Therapie nicht aus - könntest du dir vorstellen, in eine psychosomatische Klinik zu gehen?

  3. #3
    Neuling
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    Diese Überlegung kam mir auch schon. Ist das ein richtiger Klinikaufenthalt? Ich habe Angst um meine Ausbildung, da ich diese dann vermutlich abbrechen muss.

  4. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zitat Zitat von Mary-Lou Beitrag anzeigen
    Diese Überlegung kam mir auch schon. Ist das ein richtiger Klinikaufenthalt? Ich habe Angst um meine Ausbildung, da ich diese dann vermutlich abbrechen muss.
    Ich habe vor ca. einem Jahr eine psychosomatische Reha gemacht. Stichwort “richtiges Krankenhaus“: Gefühlt war es eher ein Zwischending zwischen Klinik und Hotel.

    Ausbildung: Ich kenne mich damit nicht aus, aber ich denke, dass es einen Weg gibt. Ist ja nicht so, dass Auszubildende grundsätzlich nicht krank werden.

  5. #5
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    Weißt du noch wie lange das gedauert hat? Hat es dir geholfen? Ich habe häufig das Gefühl, dass mein Problem nicht ernst genug ist, um in die Klinik zu gehen...

  6. #6
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Ich war sechs Wochen dort (Standarddauer waren 5 Wochen, eine Woche Verlängerung wurde mir angeboten).

    Es hat mir geholfen, ja. Was nicht heißt, dass es mir perfekt geht. Schwierig zu beurteilen. Das letzte Jahr war sehr turbulent. U. a. hatte ich einen befristeten Job angenommen, vor ca. 3 Monaten einen anderen unbefristeten. Es war/ist sehr anstrengend.

    Als ich in die Klinik gefahren war, war ich eigentlich der Meinung, dass es mir ja schon viiiiel besser gehen würde....ich das vielleicht gar nicht (mehr) unbedingt bräuchte.

    Meine erste Erkenntnis war, dass ich mit meiner Einschätzung daneben lag. Erst dort wurde mir außerdem klar, dass ich zuhause, auch meinem Therapeuten gegenüber, mich (wohl unbewusst) kontrolliert verhalten hatte. Möglicherweise um andere nicht zu belasten.

    In der Klinik konnte ich mich nicht rund um die Uhr Tag für Tag zusammenreißen. U. a. bin ich meiner Bezugstherapeutin mehrmals täglich zufällig begegnet....so schnell hätte ich gar nicht von meinem angespannten Gesicht auf freundlich “umswitchen“ können.

    Ob für dich ein Klinikaufenthalt sinnvoll wäre, kann ich natürlich nicht beurteilen.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Mary-Lou (19.05.2019)

  8. #7
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    Du könntest einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen und dir zusätzlich eine medikamentöse Unterstützung verordnen lassen. Mir hat das damals in der Ausbildung geholfen mich zu stabilisieren.

    Aber tatsächlich raus aus der Depression bin ich nur durch die Psychotherapoe gekommen. Und zwar auch nur, weil ich diese ganz streng nach meinem Bedüfniss ausgerichtet habe. Ich habe nach einer angelesenen Methode ganz konsequent an meinen Problemen gearbeitet und mich nicht davon abbringen lassen.
    Grüße
    Beinwell

    (Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

  9. #8
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    Hallo Mary-Lou,
    wie geht es dir heute und wie bist du weitergekommen. Mir geht es ähnlich und meine Erfahrung war leider, dass Tabletten bei mir zumindest außer Nebenwirkungen nicht viel gebracht haben. Den Kreislauf der schlechten Gedanken kann du nur entfliehen, wenn du dein Verhalten eine Grenze setzt und ist echt schwer! Ich kämpfe selber noch damit.

    Gruß Christof

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