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Thema: Schlechte Therapie heute und/oder deutlich vielversprechendere Therapie in einem Jahr

  1. #1
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    Standard Schlechte Therapie heute und/oder deutlich vielversprechendere Therapie in einem Jahr

    Hallo zusammen,

    unerwartet habe ich heute ein Angebot für eine Therapie bekommen, die ich bereits in wenigen Wochen beginnen könnte. Es gibt allerdings einige Nachteile: Erstens hat dieser Arzt ein recht enges, unflexibles Therapiekonzept, das nur einen kleinen Teil meiner Probleme (Depressionen, die eigentlich nur eine Folge meines eigentlichen Problems sind) umfasst. Zweitens ist er nicht mehr der jüngste und wird wohl daher auch nicht langfristig als Therapeut in Frage kommen. Drittens ist der Therapeut jetzt auch nicht so super sympathisch, hat mich z. B. kaum ausreden und meine Situation erklären lassen.

    Gleichzeitig habe ich bereits eine feste Therapiezusage in ca. einem Jahr, für die ich lange gekämpft habe (über ein Jahr rumtelefoniert). Das Vorgespräch zu dieser Therapie habe ich vor einigen Monaten schon gehabt und war recht vielversprechend. Die Wartezeit ist allerdings lang und aktuell geht es mir echt nicht so gut.

    Aber bevor ich mich hier in für die Frage unnötigen Details verliere: Wäre es möglich dieses aktuelle Therapieangebot für eine Weile anzunehmen und dann in einem Jahr zu wechseln? Oder gibt das Probleme mit der Krankenkasse, wenn ich zwei Therapien so "kurz" nacheinander mache? Denn den Termin in einem Jahr möchte ich nicht verlieren. Es ist nicht nur ein sicherer Termin, sondern vor allem auch einer, von dem ich mir sehr viel erhoffe. Das aktuelle Therapieangebot wäre dann nur eine Übergangslösung, die, wie gesagt, nur einen Teil meiner Probleme überhaupt abdecken würde. Aber das wäre besser als nichts.

    Liebe Grüße
    Der Suppengabel

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Es gibt allerdings einige Nachteile: Erstens hat dieser Arzt ein recht enges, unflexibles Therapiekonzept, das nur einen kleinen Teil meiner Probleme (Depressionen, die eigentlich nur eine Folge meines eigentlichen Problems sind) umfasst.
    Zwei Fragen:

    Enges Therapiekonzept: Meinst du damit beispielsweise bzw. vergleichbar, dass ein Therapeut beispielsweise die Depression behandeln würde, eine PTBS jedoch nicht?

    Zu den Ursachen: Du klingst bzw. liest dich hierzu sehr sicher....daher nehme ich an, dass, du bereits Therapieerfahrung hast(?)

    Zur Frage Krankenkasse und Therapeutenwechsel: ich hatte Ähnliches mal nachgefragt (telefonisch): die hätten damit kein Problem gehabt. Dir muss halt bewusst sein, zumindest meine Meinung, dass dir indirekt sozusagen Stunden verloren gehen, da du die Stunden für den Therapieeinstieg (Lebenslauf, sich kennen lernen etc.) 2x notwendig wären.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Suppengabel (22.05.2020)

  4. #3
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    Zitat Zitat von Mirjam Beitrag anzeigen
    Zwei Fragen:

    Enges Therapiekonzept: Meinst du damit beispielsweise bzw. vergleichbar, dass ein Therapeut beispielsweise die Depression behandeln würde, eine PTBS jedoch nicht?

    Zu den Ursachen: Du klingst bzw. liest dich hierzu sehr sicher....daher nehme ich an, dass, du bereits Therapieerfahrung hast(?)

    Zur Frage Krankenkasse und Therapeutenwechsel: ich hatte Ähnliches mal nachgefragt (telefonisch): die hätten damit kein Problem gehabt. Dir muss halt bewusst sein, zumindest meine Meinung, dass dir indirekt sozusagen Stunden verloren gehen, da du die Stunden für den Therapieeinstieg (Lebenslauf, sich kennen lernen etc.) 2x notwendig wären.
    Zum Therapiekonzept: Der Arzt hat sich tatsächlich im Gespräch nur auf dieses Thema fokussiert, hat mich zu anderen Punkten praktisch gar nicht zu Wort kommen lassen. Depressionen sind definitiv ein immer größer werdendes Problem bei mir, aber langfristig macht es für mich eben keinen Sinn, dass ich NUR die Depressionen behandle, da ich eben genau weiß, warum ich die habe. Ich bin vor vielen Jahren schwer krank geworden, habe aber damals aber keine klare Diagnose und Behandlung dafür bekommen und leide daher bis heute immer noch unter den Nachwirkungen und vielen Symptomen der Krankheit (wenn auch meist schwächer, aber genug, um mir langfristig Berufs- und Sozialleben zu versauen), wodurch es mir körperlich fast immer ziemlich schlecht geht. Wenn ich jetzt NUR die Depressionen behandle, dann ist das für mich eine reine Symptombehandlung, die sicher nicht schadet, aber die ich langfristig als alleinige Therapiemaßnahme eben nicht für sinnvoll halte. Wenn ein Loch im Reifen ist, dann bringt's ja auch nicht den immer wieder aufzupumpen.

    Therapieerfahrung habe ich zwar, aber das ist schon sehr lange her und hatte auch komplett andere Gründe als heute (damals ist jemand sehr plötzlich verstorben, der mir sehr wichtig war). In der Zeit, nachdem ich krank geworden bin, hatte ich ne Reha gemacht, aber das war in erster Linie ne medizinische Maßnahme, keine Psychotherapie.

    Ich denke, ich werde dann am Montag mal bei der Krankenkasse nachfragen, ob das möglich ist. Ich dachte da gibt's evtl. generelle gesetzliche Vorgaben oder Limits, an die sich die Kassen halten müssen.

    Liebe Grüße
    Der Suppengabel

  5. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Wenn der Therapeut dich nicht zu Wort kommen lässt, passt's wahrscheinlich nicht.

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  7. #5
    Bestseller Autor Avatar von Semiramis
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    auch nicht so super sympathisch, hat mich z. B. kaum ausreden und meine Situation erklären lassen........

    Ich behaupte von mir mal , dass ich viel Erfahrung mit Therapie habe und würde sowieso immer eher zu einem Psychologen gehen , psychologischer Psychotherapeut als zu jemandem der einen Dr. Titel inne hat. Allein schon von der Ausbildung her.
    Und tendenziell kein Heilpraktiker, wobei da sich im laufe der Jahre auch hoffentlich vieeeel zum Besseren verändert haben dürfte,hoffe ich, insofern wäre es mal auszuprobieren, aber da schätze ich die schwarzen Schafe gehäufter anzutreffen. ...na egal, ist ja mein Ding.

    Jedenfalls:

    Zur nicht so super sympatischen Situation , damit habe ich miese Erfahrungen gemacht, bei mir war es sogar anfangs nur etwas Skepsis.
    Wenns nicht passt passt es halt nicht. Und da sind die Stunden dann eher verwirrend oder...machen es manchmal noch schlimmer.
    Musik bringt zum Ausdruck, was sich nicht in Worte fassen läßt und doch nicht still bleiben kann.

    Victor Marie Hugo

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    Beinwell (23.05.2020),Natalia (22.05.2020),Suppengabel (22.05.2020)

  9. #6
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    Danke euch allen. Ich werde nächste Woche mal bei der Krankenkasse direkt nachfragen und evtl. trotzdem ein paar Probetermine vereinbaren. Wenn es tatsächlich nicht passt hab ich's wenig versucht. Und aktuell hab ich den Eindruck, dass das ohnehin das Einzige ist, was ich tun kann: Es versuchen. Auch wenn mir der Arzt heute tatsächlich die ultimative Yoda-Weisheit um die Ohren gehauen hat: "Nicht versuchen! Tun Sie es oder tun Sie es nicht!"

  10. #7
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    Lieber Herr Suppengabel,
    ich habe einiges mitgelesen von deiner Geschichte, nun will ich auch noch meinen Senf dazugeben. Krankenkasse fragen ist immer gut. Und zur therapeutischen Beziehung - dass die gut ist, ist m. E. unerlässlich für eine gute Therapie, ohne ginge es bei mir zum Beispiel überhaupt nicht. Viel therapeutische Arbeit wirkt auch dadurch besonders nachhaltig - habe ich festgestellt.
    Insofern finde ich es gut, wenn du auf "deinen Bauch" hörst. Es geht ja auch genau um dich.
    Alles Gute bei der Suche. Ich finde dich auch sehr reflektiert, das ist eine gute Voraussetzung.
    LG,
    Natalia

  11. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Natalia für den sinnvollen Beitrag:

    Suppengabel (23.05.2020)

  12. #8
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    Zitat Zitat von Natalia Beitrag anzeigen
    Lieber Herr Suppengabel,
    ich habe einiges mitgelesen von deiner Geschichte, nun will ich auch noch meinen Senf dazugeben. Krankenkasse fragen ist immer gut. Und zur therapeutischen Beziehung - dass die gut ist, ist m. E. unerlässlich für eine gute Therapie, ohne ginge es bei mir zum Beispiel überhaupt nicht. Viel therapeutische Arbeit wirkt auch dadurch besonders nachhaltig - habe ich festgestellt.
    Insofern finde ich es gut, wenn du auf "deinen Bauch" hörst. Es geht ja auch genau um dich.
    Alles Gute bei der Suche. Ich finde dich auch sehr reflektiert, das ist eine gute Voraussetzung.
    LG,
    Natalia

    Hallo Natalia,

    eben dieses Bauchgefühl sagt mir auch, dass es bei dem Mann sehr schwierig wird überhaupt einen Dialog zu finden. Es gibt Menschen, die hören sich gern selbst reden ... und genau so schätze ich diesen Arzt ein, zumindest basierend auf dem etwa halbstündigen Ersteindruck. Ich bin generell ein Harmonie-Mensch, ich streite nicht gern mit Leuten. Erstens kann ich das nicht besonders gut und zweitens zieht mich sowas auch sehr schnell ziemlich runter. Und gerade in einer Therapie ist es natürlich wichtig, dass Therapeut und Patient ein gemeinsames Ziel haben und nicht an einem Strang von zwei Seiten ziehen.

    Trotzdem werde ich nächste Woche mal mit der Krankenkasse reden und fragen, was die dazu meinen. Das große Problem ist halt: Es ist echt schwierig überhaupt zeitnah eine Therapie zu finden. Und ist eine schlechte Therapie besser oder schlechter als gar keine Therapie? Ich weiß es schlicht nicht. Ich schätze ein paar Probestunden zum Reinschnuppern (wenn das möglich ist ohne den anderen Therapieplatz im nächsten Jahr zu verlieren) sind die einzige Möglichkeit, mit der ich diese Frage für mich beantworten kann.

    Liebe Grüße
    Der Suppengabel

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