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Thema: schnellebige gesellschaft.

  1. #1
    Neuling
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    Standard schnellebige gesellschaft.

    hallo liebe forenmitglieder,

    ich wollte das problem der gesellschaftlichen veränderungen in den letzen ca. 4 jahrzenten ansprechen.
    ich selbst bin 25 jahre alt, habe also eher nur die 90er jahre bewusst miterlebt.
    was mit seit dieser zeit aufgefallen ist, dass die menschen um mich herum und auch ich shcnellebiger werden, dass heisst für mich, mehr konsum von reizen. zb. fernsehen, internet und den damit verbundenen folgen zb. entwicklung von modetrends, wie es sie schon immer gab, vielleicht aber nicht in dieser tragweite, zb. die verbreitung von schlanken models begonnen durch kate moss und daraus möglichen resultaten zb. vergleich der pubertierenden mädchen mit kate moss und daraus folgende selbstunsichereit und magersucht(achtung keine verallgemeierung).

    das oben genannte kam vielleicht etwas rasant rüber, sollte aber im endeffekt erst einmal kurz erklären, worüber ich schreiben wollte, nämlich die problematik von eines zunehmenden einflusses der modebranche auf die jungen menschen durch schönheitsideals und den damitverbundenen folgen

    ich selbst bin seit 2 wochen physiotherapeut und hatte vor ca. 3 monaten mit einer patientin im praktikum ein kurzes gespäch, bei dem die patientin sagte, dass das heutige leben hektischer geworden sei, obwohl die technischen möglichkeiten besser sein (zb. waschmaschinen, bügeleisen, gasheizung) und somit der aufwand geringer sei.
    die patientin ist 90 jahre alt, klar im kopf und von daher nehme ich ihre gedanken 100% ernst.
    auf meine frage, wann sich dann die gesellschaft zu einer hektischeren form hatte entwickelt, antwortete sie, dass es in den 80er jahren anfing.

    ich kann meiner meinung nach beispiele für diese veränderung geben, die dafür spricht, dass sich einiges in der heutigen gesellschaft deutschlands verändert. zb. zunahme der informationsbeschaffungsmöglichkeiten bzw. des informationsangebotes.
    heute sind alle "wichtigen" nachrichten in zig verschiedenen tageseitungen, wie bild, frankfurter allgemeine, süddeutsche zeitung etc. zu lesen.
    im internet kann man auf den internetseiten der jeweiligen tageszeitung die wichtigsten news oder auch videos sehen.
    auch google.de, web.de und andere suchmaschinen/emailprovider bieten schnelle news an, bei denen die informationsdichte und auch die neutralität der reporter nicht sehr hoch ist (zb. bild-online.de oder die bildzeitung)
    die bildzeitung und auch anderes gab es sicherlich auch schon inden 80er jahren, allerdings hatten nur wenige regierungen zugriff auf das internet und somit war der zugriff auf informationen in der bandbreite der heutigen zeit noch nicht möglich.

    eine weitere veränderung. das deutsche fernsehen der privaten sender, wie zb. rtl, sat1, rtl2.
    während die talksshows und soaps mit dem anspruch zur niveaulosgkeit erst anfang mitte der neunziger einen kleinen anteil marktanteil hatten, so sind sie heute viel repräsentativer geworden.
    zb. richterin barbara salesch, frauentausch, mitten im leben, marienhof, gzsz.
    (falls sich jemand hiervon angegriffen fühlt, bitte ich um entschuldigung. es ist nicht mein ziel andere anzugreifen)
    es gibt auchnachrichtensendungen, die vom inhalt sehr variabel geworden sind zb. das erste mit hauptsächlich politischen und wirtschaftlichen nachrichten, das seit >50 jahren das niveau beibehält oder zb. taff(nachrichten von den schönen und reichen)

    auch viele kinofilme(zb. action und sciencefictionfilme) bekommen immer bessere effekte, was auch verstänlich ist, aber die schauspielerische leistung bleibt auf der spurr.


    das sind so meine eindrücke, die ich so in 15 jahren gesammelt hab.
    wie geht es euch so bei dieser thematik?

    mfg
    Geändert von dieter25 (02.10.2010 um 06:44 Uhr)

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Anubis
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    Standard

    Hallo Dieter25,

    also mir geht es eigentlich ganz gut mit der Problematik.
    Ich verfolge die Entwicklung schon etwas länger, habe auch den Anfang in den 80ern und teilweise noch etwas aus den 70ern mitbekommen, bin also quasi mit dem Wechsel groß geworden.

    Ich persönlich habe die Entwicklung begrüßt, war vielleicht auch eine der ersten, die mit Computer und Internet angefangen haben und es hat mir persönlich sehr gut gefallen. Genauso geht es mir eigentlich mit dem Fernsehangebot (Frauentausch guck ich übrigens auch ).
    Ich glaube jedes Jahrzehnt hatte seine eigene Art von Niveau. Wenn ich jetzt mal zurückgucke in die Anfangszeit des Fernsehens mit "Dalli Dalli" oder auch "Klimbim" oder wie hiess noch die Sendung mit Hugo Egon Balder und seinen Nummerngirls? Niveauvoll find ich das auch nicht.

    Das Angebot ist größer geworden, ja, zum Glück. Für mich und auch für andere Leute, die damit umgehen können eine tolle Sache sich über alles informieren zu können. Ich bin ein absoluter Google-Fan und ich könnte mir ein Leben ohne das nicht mehr vorstellen, denn es bietet mir die Möglichkeit mich schnell und umfangreich über Themen zu informieren, die mich beschäftigen.
    natürlich gibt es die andere Seite der Medaille. Die Leute, die nicht damit umgehen können. Die die einfach nur wahllos konsumieren ohne vielleicht unterscheiden zu können, was richtig oder falsch ist. Oder die, die alles ohne es zu hinterfragen glauben, was da geschrieben oder am Fernseher gezeigt wird. Aber das ist aus meiner Sicht nicht ein Problem der Medien, sondern ein Problem der Erziehung und des Elternhauses.
    Würden die Menschen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und ihnen Werte vermitteln und vielleicht auch mit ihnen gemeinsam TV und Internet konsumieren, Sendungen erklären, und eine gewisse Sensibilität und Skepsis gegenüber der Informationsflut vermitteln, dann wäre das alles vermutlich kein Problem.
    Leider ist das oft nicht so.
    Gerade solche "niveaulosen" Sendungen, wie Frauentausch oder Supernanny bringen mal einen Einblick in die Verhältnisse, wie es tatsächlich in manchen Haushalten aussieht. Wie wenig sich mit Kindern beschäftigt wird. Der Fernseher wird zum Babysitter und die Kinder berieseln sich ohne das über das Gesehene gesprochen wird. Ich glaube da ist das eigentliche Problem. Würden Eltern mehr mit ihren Kindern unternehmen, dann wären diese auch nicht so sehr auf die Medien fixiert, sondern wüssten, dass es auch andere schöne Dinge im Leben gibt. Und ich halte es auch für äußerst wichtig mit den Kindern über das Gesehene zu sprechen.

    Das Angebot ist aus meiner Sicht ausgewogen. Es gibt ja auch die andere Seite, wie z.B. N-TV, Phoenix, etc. Und selbst die von Dir erwähnten Sender haben durchaus anspruchvolle Sendungen im Programm. Wer will kann sich durchaus über Geschichte, Politik oder sonstige Wissenschaftliche Themen im TV informieren. Die Wahl liegt bei jedem einzelnen und diese möchte ich mir eigentlich auch bewahren. Es gibt ja schließlich auch den Aus-Knopf und Umschalten kann man auch.

    Und mal ganz im Ernst: Hat die große Auswahl nicht eher was mit Freiheit zu tun, als das was es früher gab? Früher war man gezwungen Sonntags abends Bonanza zu gucken, weil es sonst nichts gab und früher musste man auf die Nachrichten der Tagesschau vertrauen, weil niemand eine Alternative geboten hat. Heutzutage bleibt nichts verborgen. Zum Glück. Wenn mir mein Arzt sagt: sie haben das und das, dann kann ich im Internet nachgucken, was das bedeutet. Wenn mir der Klempner sagt, das ist totaaal teuer das Teil was er mir in meine Waschmaschine einbauen muss, dann kann ich im Internet nachgucken, ob das stimmt und wenn mir jemand weiss machen will, dass die Erde eine Scheibe ist, dann kann ich im Internet gucken, ob der Recht hat
    Früher war man von vielem abgeschnitten. Man musste sich auf die Götter in Weiß verlassen, man musste glauben, was einem der Pfarrer erzählte. Und heute ist (aus meiner Sicht) alles freier und unabhängiger. Vorausgesetzt man kann damit umgehen.

    Und noch zu der Mode-Geschichte: Das war früher auch nicht anders. Zu meiner Jugend gab es Popper und diverse andere Moderichtungen und wenn man in der Schule ganz normal rumgelaufen ist, wurde direkt die Nase gerümpft. Auch Markenklamotten mussten sein, wenn man die nicht hatte war man direkt unten durch. Das ist nicht erst seit kurzem so.
    In jeder Zeit gab es Dinge, die vollkommen nutzlose Statussymbole waren. Auch damals schon war man ein Aussenseiter, wenn man bestimmte Dinge anders gemacht hat als die, die sich toll fanden in ihren Adidas-, Armani- Sachen oder wie hiessen noch mal die Klamotten mit dem grünen Krokodil drauf?

    Daher: aus meiner Sicht alles nix neues. Das einzigst schlechte an der Sache ist aus meiner Sicht, dass die Eltern sich nicht wirklich um sowas scheren. Hauptsache sie haben ihre Ruhe. Also Kind vorn Fernseher oder den Computer, Markenklamotten gekauft und wenn sie unbedingt wollen, dann können sie am Wochenende auch bis in die Puppen in die Diskos gehn.
    Reden? Regeln? Nö, brauchen wir nicht, wir wollen den Kram im TV ja auch sehen, also kann es ja so schlimm nicht sein.

    Ein verantwortungsvolles Umgehen mit den Medien, das ist es was meines Erachtens heutzutage fehlt. Das kritische Hinterfragen der Informationen. Und die Alternativen zu Fernsehen und Co, die den Kindern heutzutage geboten werden sollten deutlich schmackhafter gemacht werden.
    Ich kenne Leute, die genauso mit ihren Kindern verfahren sind, dass sie Dinge erklärt haben, mit ihren Kindern gemeinsam Dinge angeschaut haben und ihnen ein gewisses Gefühl für den Umgang mit dem Angebot beigegracht haben. Diese Kinder haben heute auch Hobbys ausserhalb der virtuellen Welt, haben ihren Freundeskreis und können durchaus selektieren und lassen sich nicht alles was im Fernsehen kommt aufschwatzen.

    Und hektisch wird das Leben durch die Informationsflut auch nur dann, wenn man nicht gelernt hat zu selektieren. Wenn man am liebsten alles konsumieren will was da ist. Das ist bei der Hektik vielleicht das Hauptproblem. Das Angebot ist riesig und am liebsten möchte man ja alles haben, was einem gefällt. Man bekommt Dinge vorgelebt, man kann in das Leben anderer Menschen hineinschauen und hinterfragt das eigene.
    Die da im Fernsehen ist so schön und schlank, also will ich das auch. Der Typ im Fernsehen hat eine tolle Jacht, also will ich sowas auch, etc.
    Also auch irgendwie ein Problem des einzelnen. Wie gehe ich mit diesen Informationen um. Und da das alles so plötzlich kam mit der Informationsflut, hat auch niemand gelernt damit verantwortungsvoll umzugehen, geschweige denn die Kinder auf diesen Umgang vorzubereiten...

    Trotzdem ist mein Fazit: Ich persönlich möchte das Riesige Angebot so behalten wie es ist und ich möchte nicht in die damalige Zeit zurück.

    Gruß
    Anubis
    Geändert von Anubis (03.10.2010 um 01:28 Uhr)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Anubis für den sinnvollen Beitrag:

    dieter25 (04.10.2010)

  4. #3
    Gast784
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    hallo,

    Zitat Zitat von Anubis
    Und noch zu der Mode-Geschichte: Das war früher auch nicht anders. Zu meiner Jugend gab es Popper und diverse andere Moderichtungen
    Anubis, ich habs aber wesentlich vielfältiger und deshalb "bunter" in Erinnerung, als heute, Du nicht?
    Ich meine, es gab viel mehr verschiedene Richtungen.

    Schlankheitswahn gabs übrigens auch schon vor 200 Jahren. Manche Dinge sind wesentlich älter, als man denkt..


    als ich '86 in die Stadt gezogen bin, da hab ich mich vor allem deshalb wohlgefühlt, weil ich da nicht mehr aufgefallen bin, da es hier noch Artenvielfalt gab. Die ist nach meinem heutigen Empfinden massiv geschrumpft. Gerade die Jugendlichen kommen mir breitflächig viel uniformierter und angepasster vor. Selbst in ihrem Rebellentum sind sie farblos und einheitlich geworden (kollektives Massenbesäufnis). Das "Multikulti" hat sich inzwischen auch im Stadtbild als gescheitert offenbart. Es gibt Parallelgesellschaften, die nicht mehr zu übersehen und schönzureden sind (allerdings lebe ich auch in ner Islamistenhochburg, dafür haben andere Städte Ghettobildung)

    Ich habe in den 80ern noch mehr Individualisten erlebt. Ich war noch keine Exotin, nur weil ich alleine gereist bin, sondern hab viele meiner "Art" getroffen.

    Was mir seit den 80ern bis heute exterm auffällt, ist die zunehmende Polarisierung auf ALLEN Gebieten. Egal,ob man das nun Global im Nord-Süd-Gefälle sieht, oder die Reich-Arm-Schere betrachtet, die
    Pfiffigen und die "Bildungsfernen", dies wiederum nicht mehr im Zusammenhang mit Einkommen steht, ob man nun auf die gesellschaftliche Moral guckt, die in beide Richtungen auseinandertrifftet, der Graben zwischen Politikern und "Fussvolk", bis hin zur Klimaentwicklung usw. Das Spannungsfeld zwischen all den Polen wird immer größer und von sehr vielen Menschen mehr oder weniger bewusst auch empfunden. Der Versuch, sich durch Privatisieren Sicherheit zu schaffen, misslingt in diesem Spannungsfeld auch immer häufiger.

    Unsicherheit im Beruf war zu meiner Jugend schon gegeben, aber was da verschärfend hinzu kommt, ist die Ausserkraftsetzung der Werte, mit denen ich erzogen wurde: wenn man arbeitet, ist man was und hat man was. Diese Werte greifen heute nicht mehr und das verwirrt und frustriert zusätzlich.

    nach meinem Empfinden war in den 80ern noch genug gefühlte existenzielle Stabilität da, um Ideale haben zu können, und sich dafür zu engagieren. Ich war damals bei den Tierversuchsgegnern aktiv, war aber schon am Ende der Zeit, als Menschen für ihre Überzeugungen noch auf die Straße gingen. Das Interesse an Dingen wie Tierschutz, Umweltschutz, Menschenrechte etc war schon rückläufig, weil die Verschiebung der existenziellen Grundlagen schon im Gange war. Es braucht einen gewissen Wohlstand, um sich für die Welt zu interessieren und einzusetzen. Heute sind viel mehr Menschen mit sich selbst und dem Erhalt ihrer Existenz beschäftigt.

    als sehr krassen Einbruch und Beschleunigung der Veränderungen habe ich 9/11 erlebt. Ab da wurde dem Angstklima Tür und Tor geöffnet und die Etablierung des "Überwachungsstaates" vollends möglich.

    Seitdem sind Misstrauen und Vereinsamung rasant gestiegen. Was früher die Kirche mit ihren "Fegefeuer-"drohungen an Macht und Manipulation durchsetzte, das übernehmen heute die namen-und gesichtslosen weltlichen Bedrohungen, die immer wieder medial geschürt werden. Ist die Angst und die Wut ohne Adressaten, lähmt und teilt sie. Hat sie einen Adressaten, wird sie verbünden. (Deshalb wundere ich mich auch nicht über "Stuttgart21", aber das nur nebenbei)

    Die alte Frau musste "nur" mit der Automatisierung mitkommen. Wir müssen es mit der Digitalisierung, und so segensreich sie ist - sie beschleunigt das Leben immens.

    Sind neue Techniken grundsätzlich gut, weil sie uns theoretisch die Kapazität für andere Dinge geben, ist es im Leben aber leider so, dass wir uns nicht schnell genug mit entwickeln können, um mit dieser Freiheit entsprechend verantwortungsvoll umgehen zu können. Das ist das, was Anubis ja auch beschreibt. Der kritische Umgang mit all dem, was da jetzt an Möglichkeiten auf uns einprasselt, wird uns nicht gelehrt. Jeder muss das für sich selbst lernen, aber es gibt gute Projekte, die sich mit dem Thema beschäftigen.

    Sehr gut in dem Zusammenhang gefällt mir eine derzeitige Ausstellung in unserem Stadtmuseum zum Thema :Märchenarchäologie. Da geht es auf sehr humorvolle Art letztlich um kritische Betrachtungen von wissenschaftlichen Aussagen und von Mediendarstellung. Dass Spannungsfelder auch die Quelle von Kreativität sind, das hält mich dann doch immer wieder bei Laune und macht das ganze dann spannend.

    ups, hoffe, ich war jetzt nicht zu ausschweifend und zu weit vom Thema weg..
    Geändert von Gast784 (03.10.2010 um 14:18 Uhr)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    dieter25 (04.10.2010)

  6. #4
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    Hi Gabi,

    Anubis, ich habs aber wesentlich vielfältiger und deshalb "bunter" in Erinnerung, als heute, Du nicht?
    Ich meine, es gab viel mehr verschiedene Richtungen.
    ich stelle gerade beim Lesen Deines Threads fest, dass Du in der damaligen Zeit so einiges als Bunter empfunden hast als ich. Ich hab die 70er 80er eher grau in Erinnerung
    OK, die Musik in den 80ern war eindeutig die beste aller Zeiten aber sonst?
    Ich habe die Mode damal als zwanghaft empfunden. Überhaupt nicht frei. Von wegen Artenvielfalt. Da musste man doch einer Richtung angehören! Dagegen heutzutage. Wer macht denn da noch groß Vorschriften? Hmm? Oder krieg ich nix mit?

    OK, das liegt vielleicht viel auch daran, wo man lebt. Hier in Köln ist auch heute noch die Artenvielfalt von der Du sprichst, und das Multikulti funktioniert so einigermaßen.

    Aber ich glaub es liegt auch viel am eigenen inneren Wohlfühlfaktor.
    Vielleicht seh ich heute vieles entspannter als damals.

    Pfiffigen und die "Bildungsfernen", dies wiederum nicht mehr im Zusammenhang mit Einkommen steht, ob man nun auf die gesellschaftliche Moral guckt, die in beide Richtungen auseinandertrifftet, der Graben zwischen Politikern und "Fussvolk",
    Da muss ich Dir allerdings Recht geben. Da tut sich eine 2-Klassen Gesellschaft sondergleichens auf. Meines Erachtens hausgemacht von der Politik. Und mit jedem Gesetzesentwurf wird es schlimmer. Ich verstehe aber auch nicht, warum die Poliik macht was sie will. Man hat bei manchen Dingen echt das Gefühl, dass es egal ist was der Bürger sagt. Angefangen bei Atomkraftwerken über Stuttgart 21 oder was weiss ich... Man hat manchmal das Gefühl, die tun genau das Gegenteil von dem, was der Bürger will
    Na ja, und die von Dir erwähnte Bildungsschere: Da ist es wieder das Super-Nanny-Problem. Keine Wertevermittlung, die Welt is eh *******e, wofür arbeiten, Ali arbeitet nicht, Eltern arbeiten nicht, also warum soll ich in so nem Spießer-Büro sitzen? Also brauch ich nicht lernen, wozu auch, das ist voll langweilig. Ich kenn mich mit Autos und Handys aus, das reicht.

    Ich glaub das ist das Hauptproblem unserer heutigen Gesellschaft. Den Kindern wird vorgelebt, dass es auch ohne Grips und Arbeit geht. Und dass die, die arbeiten irgendwie nicht dazu gehören, sondern in ihrer eigenen spießigen Welt leben.

    Gruß
    Anubis

  7. #5
    Gast784
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    Da ist es wieder das Super-Nanny-Problem. Keine Wertevermittlung, die Welt is eh *******e, wofür arbeiten, Ali arbeitet nicht, Eltern arbeiten nicht, also warum soll ich in so nem Spießer-Büro sitzen?
    Da kenne ich dann aber auch die andere "Perversion": z.B. mein Exmann, 2 kleine Kinder, in der Zeitarbeit gelandet, arbeitet wie ein Brunnenputzer, um seine junge Familie mit 1400 € durchzukriegen Das meine ich damit, dass die Werte, die ich von daheim bezüglich Arbeit mitgekriegt habe, heute so nicht mehr stimmen. Ich arbeite nach vielen Jahren jetzt wieder vollzeit und bin weit entfernt von dem Lebensstandard, den ich in den 80ern vor der "Familienteilzeit" als Alleinstehende und Vollzeitbeschäftigte hatte. Egal, wie sehr ich mir den Ar.. aufreiße, ich werde es hier nicht mehr verbessern können. Dazu müsste ich in eine Ecke, wo Lohn und Preisniveau noch in einem günstigeren Verhältnis zueinander stehen. Keine einfache Sache...

    Da musste man doch einer Richtung angehören
    Ich habs aber so empfunden, dass es zumindest mehr Richtungen zur Auswahl gab. Ich hab nie einer angehört, hab aber in der Stadt dann mehrere dieser nicht-Angehörenden gefunden. Vll hab ich es anders empfunden, weil ich von einer Kleinstadt in eine größere gezogen bin.

  8. #6
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    Standard

    Hallo alle zusammen.

    Während einer kurzen Zugfahrt haben meine Mami und ich das Thema gestern sogar kurz gestreift. Ich hab da gesagt, dass sie eigentlich die Zeiten erlebt hat, in denen noch so richtig schön "action" war. Ihre Antwort dadrauf war, dass wir das immer über die Zeiten vorher denken und gar nicht so bewusst mitbekommen, wie sich aktuell alles verändert, weil wir ja drinstecken.

    Ich bin noch ein bisschen jünger als du (20 J.) und kann mich eigentlich nur an die 2000er richtig erinnern (wenn überhaupt, mein Erinnerungsvermögen ist besch*****). Und da hab ich auch den schon erwähnten Eindruck, dass zumindest international politisch das Klima rauer geworden ist. Das kann aber auch daran liegen, dass ich das erst ab einem gewissen Alter richtig begriffen hab. National frag ich mich vor jeder Wahl, was ich denn eigentlich ankreuzen soll, weil die doch eh alle nur noch das Gleiche machen

    Gesellschaftlich finde ich auch, dass es viel mehr Einheitsbrei gibt. Allein schon von der Mode her. Ich hab z.B. vor einiger Zeit mal versucht einen schönen roten Pulli zu finden und hab mir die Füße wundgelaufen, weil es in jedem verdammten Laden nur schwarze und lila Sachen gab, weil die zwei Farben halt grad "in" waren. Im Winter fall ich mit meinem knallroten Mantel im Meer von schwarz und grau auch gradezu auf. Und die Anzahl an Mädels, die ich in der Stadt sehe und die ihren Speckröllchen die weite Welt zeigen wollen, weil hauteng und/oder bauchfrei grad "in" sind, weiß ich schon gar nicht mehr.

    Was mich auch stört (und das ist meines Empfindens auch schlimmer geworden in den letzten Jahren) ist diese über-Sexualisierung. Du willst ein Auto verkaufen? Setz ne nackte Blondine drauf. Werbeplakate von H&M an der Bushaltestelle? Aber bitte nur Unterwäsche! Egal wo man hingeht, egal was man anguckt, alle handeln nach dem Motto "sex sells". Ich halt mich wirklich nicht für prüde, aber davon hab ich ziemlich die Schnauze voll. Das stumpft ja auch irgendwann ab...

    Was Anubis gemeint hat, mit den Eltern, die ihre Kinder am liebsten vor den Fernseher hocken und dann ihre Ruhe haben, das kenn ich auch. Ich hab das schon bei zwei Kindern beobachtet. Dem Einen hat es weniger geschadet (meinem Cousin), weil der halt nur beim Großvater alle paar Monate mal für ein paar Nachmittage vor dem Fernseher "geparkt" wurde, damit der seinen Mittagsschlaf machen kann. Der Knirps hat dann ein paar Stunden "Sendung mit der Maus" oder "Pumuckl" geguckt und wenn er dann wieder nach Hause zu seiner Mami ist, hat sich das Fernsehen eh erledigt gehabt, denn die haben gar keinen Bei dem anderen Kind, dass ich kenne, ist es schon schlimmer, denn das wurde, bevor es eingeschult wurde, jeden Tag vor dem Fernseher abgestellt und hat dann SuperRTL angeguckt. Ich seh den nicht so oft, aber wenn ich ihn sehe, bin ich jedes Mal erschrocken darüber, dass das Kind für sein Alter sprachlich sehr, sehr weit hinterher ist. (Der müsste jetzt 9 sein und ich hab ihn noch immer keinen vollständigen Satz sprechen hören. Wie schon gesagt, ich seh ihn auch nicht so oft, vielleicht wirk das auf mich auch schlimmer, als es eigentlich ist )
    Deswegen denke ich auch, dass ein Hauptproblem heute ist, dass die Eltern mit ihren Kindern keinen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien üben...

    Die Qualität im Fernsehen hat aber auch nachgelassen, glaub ich. "Terra X" kann man ja heute voll auf den Mond schießen und dass der aktuelle "Hit" der Sender Telenovelas sind, lass ich auch mal lieber unkommentiert. Mami und ich haben vor ein paar Tagen nen Film angeguckt, der von den Tricks wirklich gut war (war ursprünglich glaub ein 3D-Film) und auch von der schauspielerischen Leistung klasse war, aber wir haben uns am Ende von dem Film gefragt, worum es da jetzt eigentlich ging. Das erleb ich auch immer öfter, dass die Storys sehr dünn werden...

    Dass es so viele Möglichkeiten gibt, sich zu informieren finde ich klasse, allerdings wurde ich jetzt erst wieder dran erinnert, dass man nicht alles für die absolute Wahrheit nehmen darf, nur weil es in der "Tagesschau" kommt. Das sollte einem aber auch spätestens in der Schule beigebracht werden, dass man nicht alles sofort glauben darf, sondern auch gern mal hinterfragen sollte, warum das jetzt überhaupt so ist und wer interessen daran hat, eine Story so oder so zu verkaufen.

    Ist auf jeden Fall ein interessantes Thema!
    Und will ich die Sterne dann finde ich selbst dorthin
    Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
    Ich wehr mich bevor ich mich verlier
    Denn ich gehör nur mir!

    Elisabeth, "Ich gehör nur mir"

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Krümel für den sinnvollen Beitrag:

    dieter25 (04.10.2010)

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    Standard

    hi,
    erst einmal danke für die interessanten und durchdachten antworten.

    ich werde versuchen auf ein paar textpassagen von euch einzugehen.

    @Anubis

    -eider ist das, was man bei der super nanny und frauentausch sehen kann, auch grösstenteils getürkt. ich konnte es mir selbst nicht vorstellen, bis ich diese sendung hier sah.
    http://www.youtube.com/watch?v=pCkYsVZjSEc

    gut nun kann es auch sein, dass dies wiederum getürkt ist, aber rtl2 es schon geschafft hat etliche big-brother wgs zu erstellen und gut zu vermarkten, wäre diese manipulation der betroffenen familien bei frauentausch oder super nanny auch nicht das problem.

    ich gebe dir vollkommen recht, damit, dass die besseren informationsmöglichkeiten toll sind und das man sie dabei aber kritisch hinterfragen sollte.
    mittlweile kann ich selbst auch immer besser durch die informationsflut durchkommen und sie filtern. ich erwische mich allerdings noch häufiger dabei, wie ich manche beiträge wenig kritiklos übernehme.
    schade, dass sich die entwicklung von kindern eher in die richtung "erziehung druch das fernsehen, weniger durch die eltern" begibt.





    @ Gabiannarele


    das mit dem schlankheitswahn hatte ich nie wirklich nachgelesen. ich weiss nur, dass kate moss das erste model in der branche war, welche mit hungern berühmt geworden ist.
    im moment soll es ja eher wieder in die andere richtung gehen, weil zumindest eine steigende zahl von kindern und jugendlichen es vor zieht ihre freizeit vor dem fernseher zu verbingen.

    mit dem 11/9 kann ich auch nur zustimmen. ich weiss noch, als ich vor ein paar jahren panik bekam, als ich einen für mich muslimisch gekliedeten araber in die bank habe gehen sehen, die ich grade verlassen habe und dachte er wolle sich in die luft jagen. paradoxe vorstellung, die wahrscheinlich ein produkt aus meiner phantasie und der dauerbefeuerung von "terrornachrichten" durch die medien ist.



    @krümel

    mit der qualität des fernsehens in bezug auf die telenovelas kann ich dir nur voll zustimmen. meine schwester schaut sich täglich immer viele dieser telenovelas an und bei vielen kann ich nur mit dem kopf schütteln. da werden heranwachsenden nervige trends vermittelt oder die sendungen (allen voran GZSZ) passen sich trends an, um halt ihren relativ hohen marktanteil bei jungen fernsehzuschauern zu behalten.

    dazu kommt auch eine veränderung der musik. habe ich in den 90er jahren lieder von dj bobo, dr. alban, snap, das modul hörten, die die botschaft (liebe, leichtlebigkeit, freunde, party) hatten, so sind es heute einige gangsta-rappa wie bushido, cool savas und sido, die einem zeigen wollen, wie cool harte kerle sind bzw. wie man selbst so "cool" sein kann, wie sie.
    ist es auch eher eine gewisse selbstvermarktung, die in den 2000ern gesteigen ist.
    das kam mir früher nicht so vor. ich kann mich natürlich irren.




    mfg
    Geändert von dieter25 (04.10.2010 um 02:16 Uhr)

  11. #8
    Schreibkraft Avatar von Anubis
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    hallo Dieter,

    danke für den Frauentausch-Link. Recht interessant
    Ich weiss dass da vieles nach Drehbuch läuft, daher bin ich bei allem eigentlich ziemlich skeptisch. Aber genauso skeptisch bin ich natürlich auch bei diesem Bericht
    Ich weiss ja auch nicht, was an den Aussagen der beiden Herren stimmt. Insofern auch hier wieder Aussage gegen Aussage.
    Also besser einfach nur berieseln lassen und nicht alles so ernst nehmen was da kommt

    Gruß
    Anubis

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