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Thema: Schüchternheit überwinden?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Schüchternheit überwinden?

    Hallo!
    Vermutlich wird der Text etwas länger, also schonmal Entschuldigung vorher. Ich werde mir aber Mühe geben, ihn wenigstens so zu schreiben, dass er sich leicht lesen lässt und nicht allzuviele Schreibfehler drin sind

    Also, zuerst zu mir:
    Ich bin 17 Jahre alt, weiblich, gehe in die 11te Klasse eines Gymnasiums an das ich vor zwei Jahren gewechselt habe, weil ich an meiner alten Schule 3 jahre lang gemobbt wurde. In meiner alten Klasse bin ich sofort lieb aufgenommen worden und komme da auch super klar.

    Jetzt zum "Problem":
    Ich bin ziemlich schüchtern. Das allein ist noch kein Problem, ich weiß, bislang hat es mich auch nicht gestört, aber jetzt neuerdings wohl. Ich habe nämlich auch irgendwie das Gefühl, dass es "schlimmer" wird...
    - Ich mag mich im Unterricht nicht melden, auch wenn ich die Antwort habe. Irgendwas blockiert da, bei der Vorstellung, dass alle MIR zuhören dann. Und dann werde ich unsicher, ob das was ich sagen würde, nicht vielleicht doch falsch ist. Und dann bleibt die Hand unten.
    - Ich kann keine fremden Leute ansprechen. Ich mache mir soviele gedanken darüber wie ich wohl wirken könnte und was schief gehen könnte und was die, die ich anspreche wohl denken, dass ich das Vorhaben "Hingehen und Hallo sagen" aufgebe. Oder ich raffe mich auf, gehe auf die Person zu und kneife dann im letzten Moment doch, indem ich dran vorbei laufe.
    - Ich mache mir sowieso immer sehr viele Gedanken und mein Auftreten, meine Wirkung und um das, was andere über mich denken, auch bei Freunden.
    - Ich denke oft, dass Leute über mich reden, bzw über mich lästern. Überhaupt denke ich ständig, dass jemand was gegen mich hat, da reicht ein Blick und ich fühle mich unwohl.
    - Ich habe Probleme damit, mich mit Personen die nicht von alleine die Führung eines Gesprächs in die Hand nehmen zu unterhalten. das gespräch stirbt schnell und wir schweigen uns an.
    - In letzter Zeit habe ich mir irgendwie angewöhnt, wenn ich Bekannte sehe (in der Stadt oder so), schnell wegzugucken, sodass ich sagen kann, dass ich sie nicht gesehen habe, weil ich nicht weiß wie ich sie grüßen soll. Und irgendwie "Angst" davor habe, dass sie ein Gespräch anfangen wollen und mir nichts dazu einfällt.
    - Ich kann nicht gut mit Komplimenten umgehen.
    - Bei Referaten oder Vorträgen vor der Klasse, bin ich immer mega nervös, meine Stimme wird zittrig und meine Handflächen schwitzig.
    - Ich mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen, auf welche Art auch immer und lege alles darauf an, solche Situationen dann zu vermeiden, gleichzeitig möchte ich aber irgendwie doch im Mittelpunkt stehen (macht das Sinn? Nee, oder? O_o)
    - Ich habe irgendwie Probleme damit "aus mir herauszukommen", auch auf Parties, ich bleibe (auch mit Alkohol) immer sehr zurückhaltend und vorsichtig.
    - Im Ganzen bin ich sehr zurückhaltend und vorsichtig, ich mache mir bevor ich was sage, Gedanken darüber, ob es niemanden verletzen könnte, ich kann meine eigene Meinung nicht sonderlich gut vertreten und lasse mich schnell verunsichern.

    Das alles stört mich wirklich, ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass es eben nicht nur Menschen gibt, die auf mich zukommen und mich von sich aus in ein Gespräch zum Kennenlernen verwickeln. Es gibt auch Menschen, die genauso darauf warten, dass ich den ersten Schritt mache, wie ich darauf warte, dass sie's tun. Und das ist ein Problem für mich.
    Für die Schule ist das mit dem Reden vor Publikum und das Melden ein Problem. Ich würde mein Abitur gerne bestehen ^^"

    Gibt es irgendwie Methoden Schüchternheit (bis zu einem gewissen Grad) zu überwinden? Und mehr Selbstbewusstsein aufzubauen? Sodass man nicht immer in jeder Aussage eine Anspielung sieht, dass man sich nicht immer für uncooler, weniger hübsch, langweiliger, dümmer, unbeliebter, ... , als alle anderen hält?

    Und woher kommt Schüchternheit überhaupt? Also, man wird ja nicht schüchtern geboren
    Und ist das bei mir "nur" Schüchternheit? Ich habe mir unter schüchtern bislang immer jemanden vorgestellt, der einfach ein bisschen zurückhaltender ist. Bei mir ist es ja etwas mehr als nur "ein bisschen zurückhaltender"... ^^"

    Danke,
    LG
    GreenDream
    Geändert von xXGreenDreamXx (10.06.2009 um 19:27 Uhr)

  2. #2
    Roman Verfasser Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo green dream

    Du wirst meiner Ansicht nach nicht als schüchterner Mensch geboren sondern
    durchläufst im Leben mehrere Stadien welche Dich in dieser Hinsicht prägen.
    Massgeblich Deine Eltern tragen viel zu Deiner Selbstfindung und Selbstwertschätzung bei.

    Viele Eltern versagen(ohne es zu ahnen) diesbezüglich und glauben alles getan
    zu haben wenn sie ihr Kind gut versorgen, ihm eine gute Ausbildung ermöglichen und ähnliches mehr. Sie übersehen dabei dass es noch wichtigere
    Werte gibt die es zu vermitteln gilt : emotionale Nähe, Umarmungen, Lob und vieles mehr in dieser Richtung.

    Ich glaube, Du machst einen eklatanten Fehler indem Du dieses Schüchternsein
    nicht annimmst und allen Situationen aus dem Weg gehst wo es für andere
    Menschen offenbar werden könnte.

    Du kannst (und willst es wahrscheinlich auch nicht) nicht von heute auf morgen
    ein "cooler Typ" sein. Versuche jeden Tag in kleinen Schritten Dein Selbstwertgefühl etwas anzuheben.

    Schüchternheit hat auch für viele Menschen etwas liebenswertes, das solltest
    Du ebenfalls mit in Deine Überlegungen einbeziehen
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo,

    wie dir heute ist es mir damals zu Schulzeiten ergangen, ich kann dir vorab sagen, dass sich diese Schüchternheit legen kann .

    Ich weiß allerdings nicht, ob sich das Ausmaß deines Problems noch als bloße "Schüchternheit" bezeichnen lässt. Hast du schon einmal erwogen professionelle Hilfe anzunehmen? Damit meine ich nicht, dass du anormal wärest - enorme Selbstzweifel sind als Entwicklungsstörung in der Pubertät sehr verbreitet und vor allem für Betroffene gut behandelbar. Du bist nicht die Einzige der es so geht, vielleicht hilft das schon ein wenig.

    Du befindest dich mit 17 Jahren noch in der Pubertät- das heißt in dem Stadium des Erwachsenwerdens. Die Minderwertigkeitsgefühle die du beschreibst sind gerade in dieser Phase so stark wie zu keinem anderem Zeitpunkt in deinem weiteren Leben- du vergleichst dich, dein Aussehen, deine Wirkung, deine Fähigkeiten jetzt so stark um deinen Platz für dich in der Gesellschaft mit all ihren Normen und Gepflogenheiten zu finden. Du kannst dir sicher sein, dass deine Mitschüler auch diese Gedanken haben, vielleicht hindern diese sie weniger als dich dich in die Gemeinschaft einzufügen- aber diese Gedanken kennt jeder.

    Das zurechtgemachte Mädchen fokussiert sich dabei auf sein Äüßeres, das immer gut vorbereitete strebsam wirkende Mädchen fokussiert sich auf ihr Wissen. Du fokussierst jedoch nicht, du setzt hohe Maßstäbe in allen Bereichen: du möchtest beliebt, hübsch, interessant, erfolgreich und klug sein. Auch diese Gedanken kennen die meisten. So überlastest du dich jedoch, übst zuviel Druck auf dich selbst aus. Die Folge ist dass du verkrampfst, jedes Wort vorher 10-mal durchdenkst bevor du es sagst- das ist nicht nur anstrengend- du fühlst dich auch so nicht wohl. Du kennst sicherlich das Gefühl mit Jemandem zur reden der auch verkrampft, die Gespräche verlaufen im Sande wie du es beschrieben hast. Soziale Kontakte leben von der "Menschlichkeit" niemand sieht immer gut aus, niemand kann immer nur kluge Sachen sagen- du wurdest in deiner neuen Klasse freundich aufgenommen. Freundlichkeit ist die Basis, d.h. deine Mitschüler freuen sich sich darauf dich kennenzulernen.

    Finde heraus wer du bist, dann weißt du dass du interessant bist - dann hast du etwas zu erzählen. Such dir ein Hobby, verabrede dich mit einer netten Mitschülerin zum Lernen. Du wirst sehen- sie hat vielleicht die selben Bücher im Schrank, mag dieselben Filme oder aber versteht den Lernstoff genauso wenig wie du! Gemeinsamkeiten sind sehr wichtig - finde sie heraus, denn sie sind es die die Brücken zu Freundschaften bauen, weil sie zwei Menschen verbinden. Und du wirst sehen, die anderen sind nicht so viel anders als du- du machst dir nur mehr Gedanken als sie.

    Ich wünsche dir viel Glück!

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hey,

    ich kenne das zu gut mit der Schüchternheit. Lange Zeit konnte ich nicht richtig auf Menschen zu gehen oder fremde Personen ansprechen, ich hatte mich irgendwie klein und unsicher gefühlt. Dates zu bekommen von dem ganz zu schweigen, demnach lief auch im Bett nicht viel weil ich einfach nicht wusste wie ich die Wunschperson ansprechen soll und wenn ich es versuchte kamen nur Brocken heraus. Auch meine Freundschaften hatten unter meiner Schüchternheit zu leiden, ich zog mich zunehmend zurück und nahm sogar eine weile lang nicht mehr richtig am sozialen Leben teil, irgendwann entschied ich etwas zu verändern weil ich es satt hatte jeden Tag die selbe Laier zu erleben, das kennt ihr bestimmt. Ich habe mir Hilfe gesucht und heute Lebe ich selbstbewusst, selbstsicher und viel glücklicher! Mein Tipp an dich lautet sei einfach du selbst egal worum es geht und der Weg der dich zum Glück führt wird dich leiten. Mein Leben verläuft heute viel glücklicher und das einfach durch die Entscheidung etwas zu verändern. Unter anderem habe ich gelernt meine Schüchternheit überwinden zu können durch EFT oder positives Denken, ich hatte einen guten Mentor!

    Ich wünsche dir alles Gute und bin mir sicher es wird werden!

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