Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 38

Thema: Seit 2 Jahren keinerlei Kontakt zur Mutter - jetzt liegt sie angeblich im Sterben

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    12.06.2020
    Beiträge
    14
    Danke
    8
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard Seit 2 Jahren keinerlei Kontakt zur Mutter - jetzt liegt sie angeblich im Sterben

    Hallo,

    momentan befinde ich mich in einer schwierigen Situation.
    Ich bin jahrelang (bereits als Kind) durch meine Mutter manipuliert worden, was mir aber erst im Erwachsenenalter richtig klar wurde.
    Wir haben seit 2 Jahren keinerlei Kontakt mehr.
    Jetzt liegt sie angeblich im Sterben, laut Aussagen meiner Schwester, die auch ehr gern und oft Dramaqueen ist.

    Vorgeschichte:
    Wenn meine Mutter etwas nicht will, schiebt sie Krankheiten vor,... das ist schon immer so. Wobei sie tatsächlich auch echte Krankheiten (wie Bluthochdruck, Diabetes 2) hat. Dennoch werden diese dann stets so dramatisiert, das man seit Jahrzehnten annehmen muss, ihr letztes Stündlein hätte soeben geschlagen. War aber nie so. Beispiel: Sie leidet an Bluthochdruck (ich übrigens auch)... für ihren regulären Arzttermin würde sie eine Hochzeit ihres Enkels sausen lassen. Deshalb ist es für mich schwer, auseinanderzuhalten was hier die Wahrheit ist.

    Ich habe eine, aus meiner Sicht, normale Kindheit erlebt, allerdings mit der Einschränkung, dass meine Schwester als die Hübschere galt und stets den Vorrang bekam, egal was es sei. Das ist auch heute noch so, selbst, wenn meine Schwester, sehr ruppig mit meiner Mutter umgeht. Sie ist das "Goldkind", ich das schwarze Schaf. Ich weiß nicht wieso.

    Meine Mutter meldet sich seit Jahrzehnten nicht von sich aus, sie erwartet stets, dass ich den ersten Kontakt herstelle und das immer. Sie will nicht anrufen, weil ihr das zu "teuer" ist. Ich lebe in Deutschland, sie auch, allerdings seit einigen Jahrzehnten ca. 400 km entfernt. Und,... das tut mir gut. Wir haben uns seit mehr als 10 Jahren nicht gesehen. Als sie aufhörte, zu wirklich markanten Familienereignissen da zu sein (Hochzeiten, Geburten, runden Geburtstagen mit ansprechenden Feiern etc.) und auch Besuche abzulehnen mit der gleichen Begründung (immer mit der Bluthochdruck-Krankheit begründet und sie könne den Arzttermin nicht verschieben) aber am Telefon dann immer zu erzählen, wo sie sonst war, z.b. zu Casual-Besuch bei meiner Schwester, Tante etc. und wie schön es wäre, habe ich langsam aufgehört mich selbst immer wieder einzubringen, durch meine eigenen Besuche und wollte offengestanden auch mal sehen, was von ihr kommt. Es kam nichts.

    Die letzten Jahre (vor ca.5-3 Jahren) war es dann so, dass, wenn ich einen Besuch zu ihr plante und mit ihr darüber sprach, sie immer sagte, sie hätte Arzttermine, das wäre schwierig . Und überhaupt, sie könne nicht spazieren gehen oder, wenn ich sie zum Essen einladen würde, könnte sie nicht mit mir gemeinsam im Auto dahinfahren, sie wäre so schwach und hätte Schmerzen und keiner würde ihr glauben, wie krank sie wäre. Sie könne das alles nicht. Ich habe mich da, in Bezug auf ihr sonstiges Nichtmelden, ehrlich gesagt, ausgeladen gefühlt. Danach habe ich mich komplett zurückgezogen.

    Es folgte eine 2jährige Stille, in der meine Mutter nicht einmal versuchte, den Kontakt von sich aus wieder herzustellen. Nun ruft mich meine Schwester an, meine Mutter würde im Krankenhaus liegen, nach einem unentdeckten Herzinfarkt. Es ginge ihr so schlecht, sie würde nur noch ein paar Stunden leben, man würde morgen beraten ob sie überhaupt eine OP überleben könnte. Sofort war hintergründig wieder dieses Manipulationsgefühl da, dieser Zwiespalt... ist das jetzt die Wahrheit oder wieder Drama, damit ICH mich wieder zuerst melde, reulich und jammernd?

    Ich wurde übrigens erst Tage nach den ganzen anderen weitläufigen Verwandten (angeheiratete Tante) angerufen. Mein Sohn (ihr Enkel) wusste Tage vorher Bescheid, haben mir aber nichts gesagt, weil sie es nicht sollten. Schon das allein "ko...t" mich an, weil ich es wieder für manipulativ halten... Meine Schwiegertochter, Intensivschwester von Beruf (die auch selbst mit meiner Schwester gesprochen hatte), sagte, dass solche Hämatome im Herzen regulär mit Tabletten aufgelöst würden und es allgemein gute Heilungschanchen gibt.

    Spinne ich, bin ich eigenbrötlerisch? Was würdet ihr tun? Euch melden? Wenn ja, wie? Ich weiß nicht mal, was ich meiner Mutter erzählen könnte oder will, gleichwohl ich denke, ich sollte es tun.

  2. #2
    Verleger Avatar von Mirjam
    Registriert seit
    22.06.2015
    Beiträge
    7.521
    Danke
    4.868
    3.882 mal in 2.628 Beiträgen bedankt

    Standard

    Mal angenommen, es wäre so, wie deine Schwester behauptet......würdest du deine Mutter nochmals sehen wollen?

    Weiterhin kannst du dir die Frage grundsätzlich stellen, ob du ggf. bereuen würdest, dass ihr möglicherweise in dieser Art und Weise endgültig auseinandergeht.

    Ich an deiner Stelle würdr hingehen. Für den Fall, dass es,sehr ernst ist, kommt es meiner Meinung nach nicht auf die Wortwahl an. Da ist eher Handhalten angesagt, falls deine Mutter das möchte.

    Angenommen, deine Mutter erholt sich wieder, wäre das ggf. der Zeitpunkt, um über den damaligen (verdeckten) Konflikt zu sprechen.

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    platt_gemacht (12.06.2020),Steinchen.im.Schuh (12.06.2020)

  4. #3
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.06.2020
    Beiträge
    14
    Danke
    8
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Danke für Deine Antwort und ja natürlich denke ich über sowas nach und ich kann es nicht beschreiben... Durch den nicht vorhandenen Kontakt seit 2 Jahren und ihr Herausgerede jahrelang davor..., wenn ich sie in meinem Leben gebraucht hätte, hab ich das Gefühl überhaupt keine Verbindung mehr zu ihr zu haben. Im Gegenteil es regt mich sogar jetzt noch auf, dass sie nicht ein einziges Mal von sich aus zu einer Klärung beigetragen hat, als sie es noch konnte und mir jetzt zukommen lässt, dass sie im KH liegt, obwohl sie vorher keinerlei Kontakt gesucht hat.

    So schlimm es klingt, aber ich würde es vermutlich nur tun, weil es sich so "gehört", man muss als Kind ja schließlich dankbar sein, innerlich frage ich mich nur für was.

  5. #4
    Verleger Avatar von Mirjam
    Registriert seit
    22.06.2015
    Beiträge
    7.521
    Danke
    4.868
    3.882 mal in 2.628 Beiträgen bedankt

    Standard

    Der Punkt ist halt, dass du es dir, falls sie stirbt, nicht mehr anders überlegen kannst. Du musst mit der Entscheidung dann klarkommen.

    Mir haben mehrere Personen unabhängig voneinander gesagt, dass es unausgesprochene Dinge im Zusammenhang mit der verstorbenen Mutter gab/gibt, was die Betroffenen immer noch belastet.

    Entscheiden kannst nur du.

    Meine Mutter ist übrigens auch manipulativ - das heißt, dass ich kontinuierlich immer mal wieder abwäge, wieviel Kontakt für mich ok ist.
    Geändert von Mirjam (12.06.2020 um 15:14 Uhr)

  6. #5
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.06.2020
    Beiträge
    14
    Danke
    8
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Also bist Du in einer ähnlichen Situation (was das manipulative betrifft). Vermutlich würdest Du den Kontakt herstellen, um dann anschließend nicht in dieser "nichtbehebbaren" Situation zu sein?

  7. #6
    Verleger Avatar von Mirjam
    Registriert seit
    22.06.2015
    Beiträge
    7.521
    Danke
    4.868
    3.882 mal in 2.628 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von platt_gemacht Beitrag anzeigen
    Also bist Du in einer ähnlichen Situation (was das manipulative betrifft). Vermutlich würdest Du den Kontakt herstellen, um dann anschließend nicht in dieser "nichtbehebbaren" Situation zu sein?
    Meine Entscheidung/mein Kompromiss, was Kontakt mit meiner Mutter ist (derzeit), dass ich den habe, jedoch zum Selbstschutz oberflächlich halte (dies ist auch die Empfehlung meines Therapeuten).

    Ich kann nicht genau sagen, wie ich an deiner Stelle reagieren würde, da ich eure Geschichte nicht kenne. Aber,ja, tendenziell würde ich zu ihr gehen....oder vorher über die Schwester anfragen lassen, ob sie besucht werden möchte.

  8. #7
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.06.2020
    Beiträge
    14
    Danke
    8
    1 Danke in einem Post erhalten.

    Standard

    Das mit dem besuchen gestaltet sich schwierig, da man ja nur einzeln auf die Station kann und dazu kommt, dass ich 400 km weit weg wohne. Glaube auch, dass ihr das wieder zuviel würde. Ich versuche es erstmal mit ein paar Genesungswünschen per Handy.

    Danke nochmal, dass Du mich auch an Deinem Thema etwas teilhaben gelassen hast. Muss gestehen, ich hab zwar keinen Therapeuten aber genau mein selbstgewählter Weg der sehr oberflächlichen Kontakthaltung/kein Kontakt überwiegend/Glückwünsche zu den Feiertagen + Geburtstag, hat mir in den 2 Jahren jetzt auch gut getan. Dankeschön nochmals Dir!

  9. #8
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.01.2017
    Ort
    München
    Beiträge
    521
    Danke
    268
    358 mal in 245 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi,

    einerseits sagst Du, Du "solltest" sie besuchen, andererseits sagst Du auch, dass Du nicht möchtest, weil Du evtl. eine Manipulation vermutest (wenn ich das richtig verstanden habe?).

    Was wäre, wenn es tatsächlich das letzte Mal wäre? Was erwartest Du von Dir und was wünschst Du Dir von ihr, damit der Abschluß für Dich machbar ist? Ist es wahrscheinlich, dass die Erwartung und die Erfüllung deines Wunsches eintrifft? Würdest Du damit klarkommen, wenn nicht?

    Grundsätzlich ist es Luxus, wenn man rechtzeitig erfährt, dass ein anderer stirbt (wenn das hier überhaupt der Fall ist, Du hast ja Zweifel...) und dann noch die Zeit hat, sich zu verabschieden. Oft genug ist das gar nicht möglich, und auch dort geht das Leben der Lebenden dann weiter, ggf. ohne Abschluss oder Aussprache.

    Zitat Zitat von platt_gemacht Beitrag anzeigen
    Ich wurde übrigens erst Tage nach den ganzen anderen weitläufigen Verwandten (angeheiratete Tante) angerufen. Mein Sohn (ihr Enkel) wusste Tage vorher Bescheid, haben mir aber nichts gesagt, weil sie es nicht sollten.
    Das finde ich krass. Es kann sich um eine Manipulation handeln, aber der nimmt mMn am besten den Wind aus den Segeln, wenn man sie ernst nimmt und die Handlungen so interpretiert, wie sie getätigt werden (-> Ablehnung) und nicht so, wie sie gemeint sein könnten (-> Mutter will Kontakt). Ich würde für mich daraus folgern, dass ich dort gar nicht erwünscht bin und so würde ich dann auch handeln.

    Gerade dann, wenn sie wirklich stirbt, ist es ihre Entscheidung, wen sie da haben will und wen nicht, wenn nicht, dann ist es zum einen tatsächlich Manipulation, zum anderen ist ihr dann offensichtlich an einer Aussöhnung mit Dir auch nicht gelegen, wenn sie solche Methoden anwendet, um Dich wieder springen zu lassen.

    Es ist Deine Entscheidung. Ich wünsche Dir, dass Du zu der Handlung findest, die Dir langfristig guttut.

    Nachtrag: wir haben wohl zeitgleich geschrieben, ich sehe gerade, dass Du zu einer Entscheidung gekommen bist

    Alles Gute!
    Geändert von Tabris (12.06.2020 um 18:21 Uhr) Grund: Nachtrag

  10. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Tabris für den sinnvollen Beitrag:

    Fafnir (16.06.2020),platt_gemacht (12.06.2020)

Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 69
    Letzter Beitrag: 30.11.2019, 18:18
  2. Seit über 15 Jahren alleine - woran liegt das
    Von somsom im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 21.03.2017, 15:46
  3. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 18.04.2016, 09:03
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 20.07.2011, 00:44
  5. Seit 25 Jahren nabelt meine Mutter sich und uns nicht ab
    Von Fairymary im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 21.09.2010, 12:31

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •