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Thema: Selbstverletzendes Verhalten zwingend körperlich?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Selbstverletzendes Verhalten zwingend körperlich?

    Ich habe dazu einfach keine eindeutigen hinweise gefunden.

    Es geht um eine mir sehr nahe stehende Person bei der ich einen starken Verdacht auf eine Borderlinestörung habe. Ich kenne mich aufgrund meiner persönlichen wie auch familiären Geschichte etwas aus mit Persönlichkeitstörungen bin aber dennoch ein Laie. Es ist mir bewusst, dass BPS auch ohne selbstverletzendes Verhalten Diagnostiziert werden kann. Dennoch ist es in diesem Fall sehr offensichtlich, dass die Person immer wieder sehr gezielt Situationen herbeiführt, die sie in tiefe depressive Phasen stürzen lässt. Durch egoistisches, überhebliches, aggressives oder selbstgefälliges Verhalten immer genau den Menschen gegenüber, die eigentlich bedingungslos zu ihr stehen (versuchen). Dies ist deshalb auffällig, da dieses Verhalten sonst zu gar nicht zum Charakter passt.

    Nun zu meiner Frage:

    Auf Wikipedia habe ich folgendes gelesen zu Selbstverletzendem Verhalten:
    Klassifikation nach ICD-10
    X84 Vorsätzliche Selbstbeschädigung auf nicht näher bezeichnete Art und Weise


    Kann das oben beschriebene Verhalten als eine solche Selbstschädigung eingestuft werden oder muss die Selbstschädigung zwingend körperlicher Natur sein?

    Keine Angst ich werde schon nicht selbstständig eine Diagnose erstellen :-) Aber es ist für mich extrem schwierig dies anzusprechen und will mir deshalb so sicher wie möglich sein.

    Vielen Dank schon jetzt für eure Hilfe.

    Liebe Grüsse

    David

  2. #2
    Moderator Avatar von Mariposa
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    Hallo David,

    ich denke du liegst in deiner Vermutung richtig.
    Selbstverletzendes Verhalten, meine ich, muss nicht unbedingt körperlicher Natur.
    Ich denke auch dass absichtliches Herbeiführen von Krankheiten oder Lebenskrisen als SSV eingestuft werden kann, bin allerdings nur Laie.
    •´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•. LG Mari (privat) •´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.¸.•´`•.
    ❁ڿڰۣ❁ڿڰۣ❁ڿڰۣ❁ڿڰۣ❁ڿڰۣ❁ڿڰۣ

  3. #3
    Verleger Avatar von Ibwh1968
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    Selbstverletzendes Verhalten kann auch riskantes Fahren sein oder sich permanent selbst erniedrigen... z.b. immer wieder sexuelle ONS, die einem nicht wirklich gut tun... ohne ende viel Geld ausgeben ohne jegliche Kontrolle..

    Der Mensch ist nicht, was er denkt, er ist, was er verbirgt. André Malraux

  4. #4
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    Selbstschädigendes Verhalten muss nicht zwingend am Körper statt finden und deine Beschreibung der Auffälligkeiten deiner Bekannten könnten m.E. durchaus in die Kategorie Selbstverletzung eingeordnet werden! Ob das nun gleich Borderline sein muss, möchte ich kritisch hinterfragen- die genannten Verhaltensweisen könnten genauso auch ein Ausdruck von Bindungsstörungen sein als auch von Unreife bzw. anstehenden Entwicklungsprozessen ( schließlich wird durch Fehler und deren Resultate, das Überdenken und Trauern darüber LERNEN möglich).
    Was hast du von der Pathologisierung ihres Verhaltens, wäre es dadurch eher zu entschuldigen?

  5. #5
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    Nein es geht mir nicht darum etwas zu entschuldigen. Und das beschriebene Verhalten ist auch nur ein kleiner Aspekt den ich selber nur schwer beurteilen kann.

    1. Grund (der edle :-))
    Die Person ist seit Jahren in Therapie und macht einfach keine Fortschritte. Wenn ich mit meinem Verdacht richtig liegen würde, könnte man die Therapie darauf auslegen und die Chance auf Erfolg verbessern.

    2. Grund (der weniger edle)
    Wieso ich mich überhaupt damit auseinandersetze? Es geht um eine nahe Verwandte und eigentlich bin ich in meinem ganzen Umfeld bekannt dafür, dass ich, egal um was es geht immer probiere die Beweggründe anderer Menschen zu verstehen. Nur bei dieser Person löst jede Handlung bei mir puren und was mich am meisten stört, kaum reflektierten Hass aus. Ich hatte mal eine Beziehung mit einer Frau die sehr stark ausgeprägte BPS hatte (nicht meine Einschätzung, ich durfte die Krankenakte einsehen). Das ist jetzt schon eine Weile her. Aber den Verlauf der Beziehung mit anfänglicher Vergötterung und der anschliessenden völligen Entwertung konnte ich nie richtig hinter mir lassen. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liegen würde, hätte ich also das erste mal das Gefühl, dass es Wege gibt dort hin, mein Verhältnis meiner Verwandten gegenüber zu hinterfragen und daran zu arbeiten.

    Ich hoffe ich drücke mich einigermassen verständlich aus. Sitze gerade bei der Arbeit und kämpfe mit den Tränen.

  6. #6
    Neuling
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    Hallo David,

    zu Punkt 1 - wie denkst du, die Therapie hinsichtlich einer besseren Chance auf Erfolg auslegen zu können? Es kann viele Gründe geben, warum die Person keine Fortschritte zu machen scheint (falsche/oder nur teilweise Diagnosen, ein weniger fähiger Therapeut, oder einfach der Unwille der Person sich vollständig auf eine Therapie einzulassen um mal ein paar Möglichkeiten zu nennen)

    zu Punkt 2 - dass dir das Verhalten deiner Verwandten so sehr aufstößt, könnte an deiner Beziehungserfahrung liegen. Kann es sein, dass du das Verhalten deiner Ex als so schmerzhaft und ungerecht empfunden und das vielleicht noch nicht ganz verstanden/vergeben hast? Du erwähnst zwar, es nie hinter dir gelassen zu haben, daher denke ich, vergeben zu können wäre ein wichtiger Punkt. Wenn du da noch Wunden hast, ist mir klar, warum dich das Verhalten deiner Verwandten so extrem stört. Wir reden hier immerhin von Auswirkungen einer Störung und in dem Sinne nicht von einem mutmaßlichem Zufügen von Schaden an anderen (oft ist das zwar leider die Folge, aber wie ich finde nicht gewollt, denn gewollt war oft die Eigenverletzung). Ich hoffe das ist irgendwie verständlich
    Unsere Zweifel sind Verräter und häufig die Ursache für den Verlust von Dingen, die wir gewinnen könnten, scheuten wir nicht den Versuch.
    (Shakespeare)

  7. #7
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    Beziehungen in den Sand zu setzen, kann eine Form von Selbstbestrafung sein. Sie könnte sich und auch andere zeitweise für Böse halten oder bei zu engen Beziehungen, eine Reaktion auslösen, die dazu führt, dass die Beteiligten auf Distanz gehen. Wenn sie denkt ein schlechter Mensch zu sein und Freunde, Bekannte, Verwandte stehen nicht zu einem, dann wird ihr Weltbild bestätigt. Ein Streit kann genau so helfen, ein Gefühl der Anspannung zu durchbrechen. Eine Überzeugung in sich zu tragen wie "die mögen mich eh nicht" oder "die werden mich ohnehin verlassen" kann aber auch eine Form eines Hilferufs sein, beziehungsweise um sich zu vergewissern, dass die Personen bei ihr bleiben werden.

    Möglich, dass eine Therapie auf inneren Widerstand stößt. Möglich, dass sie mit dem Therapeuten nicht gut zurechtkommt, dann hätte aber vermutlich einer der Beiden die Reißleine gezogen. Vielleicht bietet er die falsche Therapie an. Mentalisierung könnte helfen, Selbstreflexion, Analyse der impliziten Annahmen über andere Personen, die dann zu dem bestimmten Verhalten führen. Das setzt Übung und etwas Talent voraus, was mit der Zeit kommen sollte. Interessant wären Annahmen gegenüber dem Therapeuten oder der Therapie. Geht sie regelmäßig, bricht sie Therapien wieder ab?

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei ein_user für den sinnvollen Beitrag:

    Blase (13.07.2018)

  9. #8
    Verleger Avatar von mops
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    Hallo,

    Ich beobachtete folgendes in meinem Leben.
    Ich wollte raus, irgendwas hielt mich zurück, ich verstand das nicht.
    „Ich will doch raus! Wasserscheu bin ich doch auch nicht!“ - „Es regnet. Egal ob ich will oder nicht will!“
    und ging raus.

    Irgendwie akzeptierte ich, dass ich an dem Wetter nichts ändern kann.
    „Egal ob ich will oder nicht!“ - zu Hause hörte ich auch so was: „Du musst ja nicht, wenn du nicht willst!“
    Ich beobachtete, dass andere Menschen bedrängt werden.

    Als soll er etwas ändern, was er nicht ändern kann!
    Die Moral geht davon aus: „Du musst es nur wollen, dann kannst du es auch!“

    Der Mensch wird von anderen bedrängt, etwas zu ändern, was er nicht ändern kann!

    In der Pubertät wird das Kind geschlechtsreif! – wie weit passieren hier Dinge, woran wir nichts ändern können.
    geschlechtsreif – wie weit gibt es hier natürliche Ursachen dafür, für das Verhalten der Jugendlichen in der Pubertät. Daran kann der Jugendliche nichts ändern.


    Den anderen bedrängen:
    Wie soll er das ändern? Hasst du eine Idee dafür?


    gruss mops

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