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Thema: Stiefsohn aus einer vergangenen Beziehung in einer neuen Partnerschaft * GEFÜHLE

  1. #1
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    Unglücklich Stiefsohn aus einer vergangenen Beziehung in einer neuen Partnerschaft * GEFÜHLE

    Hallo zusammen,

    die letzten Monate beschäftigt mich mein Ex-Stiefsohn sehr in der neuen Beziehung.

    Kurz zu mir und der Vorgeschichte:

    Mein leiblicher Vater ist gestorben, als ich 3 Jahre alt war, ich habe einen 2 Jahre jüngeren Bruder noch aus dieser Ehe meiner Mutter.

    Nach dem Tod meines Vaters hat unsere Mutter als ich knapp 6 war wieder geheiratet. Unser neuer Dad hat dasselbe Schicksal wie unsere Mutter durchgemacht, er hat die Frau verloren und einen Sohn mit in die neue Familie eingebracht.

    Nun wuchsen wir 3 Jungs also in einer Patchworkfamilie auf. Unser neuer Dad hat von nie verlangt, dass wir Papa zu ihm sagen, das hat er uns überlassen, wobei ich für mich entschied, Papa zu ihm zu sagen, mein Stiefbruder hingegen spricht meine Mutter mit dem Vornamen an.

    Wir wurden von unseren Eltern immer gleich behandelt, man hat also nie das Gefühl gehabt, nicht Teil einer "normalen" Familie zu sein. Die Erziehung war durch den Vater eher streng, was aber nicht geschadet hat.

    Im zarten Alter von 20 Jahr wurde meine damalige Freundin unverhofft schwanger, beendete aber die Beziehung in der Schwangerschaft und wollte dann auch keinen Kontakt zwischen mir und meiner Tochter. Damals galt leider noch "zum Wohle des Kindes". Leider habe ich es auch nicht geschafft, zu meiner Tochter eine Beziehung nach Ihrer Volljährigkeit aufzubauen.

    Mit 27 habe ich dann meine Ex-Freundin kennengelernt. Sie hatte damals einen Sohn mit 2 Jahren. Wir zogen zu dritt zusammen, der leibliche Vater von dem Kind hat den Kontakt zunehmend abgebaut und ist dann auch weiters weggezogen. Für mich war aber immer wichtig, dass mein Stiefsohn auch Kontakt zu ihm behält, was aber nicht immer einfach war.

    Ich habe meinem Stiefsohn überlassen, wie er mich anspricht, er hat sich von Anfang an für meinen Vornamen entschieden, was ich persönlich nicht schlimm finde. In der Beziehung wuchs der Stiefsohn wie mein eigener Sohn auf, der Kontakt zum leiblichen Vater war auf max. 1-3 Tage begrenzt, es war für meinen Stiefsohn nicht wichtig.

    Ich ging mit zu Elternabende, Kindergartenfesten, Schulfesten, war für meinen Stiefsohn da, wenn meine Ex-Partnerin arbeiten war, wir waren also eine eigentlich ganz normale Familie. Auch meine Gefühle dem Stiefsohn gegenüber sind wie zu einem eigenen Kind, so wurde es mir ja auch von meinen Eltern mitgegeben.

    Die Beziehung ging aufgrund Differenzen zu meiner Expartnerin in die Brücke, als mein Stiefsohn eine Ausbildung mit 15 Jahren begann. Wir trennten uns, ich fuhr aber meinen Stiefsohn nach wie vor noch zur Arbeit, die mit einem kleinen Umweg in die Richtung meiner Arbeit lag. Das haben wir auch bis zum Ende durchgezogen.

    Zu meinem Stiefsohn hatte ich auch nach der Trennung Kontakt, wir gehen zusammen zum Fussball, abends mal was trinken oder er kommt spontan vorbei. Bei meinen Familienfesten und auch derer von seiner Oma (meine Mutter) und meiner Brüder sowie an Ostern/Weihnachten ist er nach wie vor in die Familie integriert.

    Ich bzw. auch wir in meiner Familie vertreten hier die Ansicht, dass mein Stiefsohn mit mir als Vaterfigur aufwuchs, für ihn bin ich auch wie ein Vater, so seine Aussage. Er kann letztlich nichts für die Trennung von seiner Mutter und wurde deshalb auch so wie ein eigener Sohn von mir weiter behandelt. Wir haben nach wie vor Kontakt, in der Zwischenzeit ist er 21.

    Mein Leben bestand bislang eigentlich fast nur aus Patchwork. Aus dem Freundeskreis wurde mir immer wieder gespiegelt, dass mein Verhalten bewundert wird und nicht alltäglich ist.

    Nach dieser Beziehung hatte ich eine kürzere Beziehung, in der ich aber nur eine Art Übergangsmann nach einer gescheiterten Ehe war. Seit knapp 3 Jahren bin ich mit einer in Deutschland lebenden, russischstämmigen Partnerin zusammen. Sie ist mit 23 mit Exmann nach Deutschland gekommen, ist geschieden, hat einen Exfreund und aus der Ehe eine Tochter, die jedoch beim Vater hier in der Region lebt.

    Ich ging von Anfang an immer offen mit dem Thema Stiefsohn um. Habe eigentlich alles so weitergemacht, den Kontakt gepflegt, er war auch oft bei uns eingeladen, ging weiter mit zu den Familienfesten.

    Aber es kommt mit meiner Partnerin immer wieder zu Diskussionen, ich verlange nicht, dass Sie meine Denkweise versteht - dafür ist die russische und deutsche Erziehung zu unterschiedlich, möchte jedoch das sie meine Einstellung akzeptiert, dass ich hier halt anders denke.

    Aber die Diskussionsthemen mit meiner Partnerin sind immer wieder dieselben:
    • Sie akzeptiert nicht, dass ich meinen Stiefsohn wie meinen eigenen Sohn sehe, die Gefühle auch entsprechende sind.
    • Sie fordert immer wieder Kontakt zu meiner leiblichen Tochter aufzunehmen, mein Fleisch und Blut. Aber meine Tochter will keinen Kontakt, der Einfluss der Mutter ist hier leider viel zu hoch.
    • Mein Stiefsohn spricht mich mit meinem Vornamen an, er sieht mich also nicht als sein Vater - so die Meinung meiner Partnerin.
    • Sie kann nicht akzeptieren, wie ich denke und kürzlich kam sogar die Aussage, dass ich und meine Familie nicht normal in unserer Denkweise sind.


    Ich liebe meine Partnerin sehr, sie ist sehr fürsorglich und im Grunde auch familiär, aber die Einstellung löst immer wieder Diskussionen aus.

    In der Zwischenzeit bin ich schon so weit und frage hier, bin ich und meine Denkweise normal oder abnormal? Habe ich Gefühle und ein Verhältnis zu meinem Stiefsohn, das nicht normal ist? Bin ich ein Exote oder gibt es noch mehr von mir in Deutschland?

    Für zahlreiche Antworten danke ich.

    Liebe Grüße
    Markus

  2. #2
    Un-sichtbar
    Gast

    Standard

    Hallo Markus,

    was ist schon normal.
    Sichtweisen sind wie gesagt sehr verschieden.
    Und Normalität sollte nicht das Maß sein, nachdem man sich ausrichtet.
    Sondern man sollte das tun, was sich richtig anfühlt und das hast du gemacht und tust du noch.
    Das deine Partnerin das nicht verstehen kann, ist dann ganz allein ihre Sache und nicht dein Problem finde ich.
    Patchworkfamilien sind heutzutage überall vermehrt anzutreffen, also absolut nichts exotisches mehr.
    Ob du den Kontakt zu deiner leiblichen Tochter nochmal irgendwann suchst oder nicht ist ebenso deine Sache.
    Wenn du das Bedürfnis dazu hast da dranzubleiben und eine Beziehung aufzubauen dann tu es.
    Zwang oder Druck von außen bringt da für beide Seiten nichts.

    Liebe Grüße zurück
    Un-Sichtbar

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